Montag, 30. März 2015 57 Kommentare

Bärlauchbrötchen und Frühlingssalat

Na, habt ihr schon alle schön meine Kalorienbömbchen aus dem letzten Post fabriziert? Heute gibt es zur Abwechslung mal was Leichtes. Denn ganz ehrlich, meinen Ernährungsalltag spiegeln die Vanillebutterpuddingklopper nur sehr bedingt wieder. Im Alltag ist im Moment gerade wieder Gurke mit Chili angesagt. Oder, wenigstens ein bisschen nahrhafter: Bärlauchbrötchen mit Frühlingssalat aus Bärlauch, Babyspinat, Postelein, Radieschen, Kichererbsen, Feta... und vom Hund angepinkelten Gänseblümchen, ähem. Aber wenn es doch so schön aussieht!


Postelein?? Werden sich nun sicher manche fragen. So ging es mir zumindest, als ich letzte Woche mal wieder beim guten Herrn Zupp vorstellig wurde (mein Lieblings-Obst-und-Gemüseladen neben Aldi und Lidl, grins). Ich war eigentlich wegen des Bärlauchs da, aber dann sah ich die hübschen grünen Blättchen und bestellte: "Joa, und dann noch ne Handvoll von dem da." "Vom Postelein?" "Jaja, genau."


Irgendwie erinnerte mich der Name an etwas... Und dann fiel es mir wieder ein: Während des praktischen Jahres hatte ich die Bekanntschaft einer Oberärztin gemacht. Noch sehr jung, wahrscheinlich jünger als ich, aber vom Habitus her hochkompetent und leicht anhedonistisch, was durch die streng zurückgenommenen weißblonden Haare und die schwarze Brille noch verstärkt wurde. Beim Mittagessen zog sie immer eine von zu Hause mitgebrachte Box hervor, in der sich allerlei Amaranthbrot und Seidentofu befand...


Ich hatte zwar auch immer eine Ikeabox mit unseren Gulaschresten vom Vortag mit dabei, aber nur, weil das tägliche Kantinenessen für unser Studentenbudget damals noch zu teuer war. Das war bei der Oberärztin offensichtlich weniger der Grund für die mitgebrachte Biokiste. Eines Mittags öffnete sie diese wieder und meinte: "Also wir essen ja nur noch Postelein. Etwas Besseres gibt es nicht." Zustimmendes Nicken und Gemurmel von Seiten der Assistenzärzte. Ich habe mich sehr bemühen müssen, die Dame nicht allzu perplex anzustarren und zu fragen, wer oder was dieser Postelein denn sei.  Der junge Assistenzarzt, der seit einer Woche nicht mehr erschienen ist?


Aber nun lief mir diese Salatsorte, auch Tellerkraut oder Portulak genannt, wieder über den Weg und ich muss sagen - gar nicht mal übel, zart und hübsch anzusehen! Man ist ja immer offen für Neues. Damit unser Salat nicht allzu anhedonistisch daherkommt, habe ich noch ein paar Bärlauchbrötchen dazu gebacken. 


Bärlauch ist einfach eines meiner Highlights im Frühling und ihr werdet auch die nächsten 742 Jahre nicht drumrumkommen, jeden Frühling mindestens ein Rezept mit Bärlauch von mir vorgesetzt zu bekommen. Erinnert ihr euch noch an die Bärlauchsuppe oder an den Ebly-Risotto mit Bärlauch und Ziegenkäse?


Heute gibt es also einen Bärlauchsalat und Bärlauchbrötchen. Der Salat ist nicht schlecht, frühlingshaft und trotzdem nicht ganz so frugal durch die Kichererbsen und den Feta - aber naja, es ist halt Salat. Die Bärlauchbrötchen dagegen, Bombe! MÜSST ihr nachmachen. 


Rezept für ca. 10 Bärlauchbrötchen, adaptiert nach diesem Rezept von der Mixi-Hexe:

300g Mehl
200g Dinkelmehl (jaja, fürs Gewissen)
2 TL Salz
1/2 Würfel frische Hefe
300ml lauwarmes Wasser
50g Bärlauch


1a. Wenn ihr einen Thermomix habt, dann müsst ihr einfach nur wie im verlinkten Rezept alle Zutaten bis auf den Bärlauch in den Mixtopf geben und 2 Minuten auf der Brotteigstufe verkneten. Dann den in Streifen geschnittenen Bärlauch hinzufügen und nochmal eine Minute auf der Brotteigstufe verkneten.

1b. Ohne Thermomix funktioniert es natürlich auch! Da mischt ihr die beiden Mehlsorten und das Salz in einer Schüssel. Die Hefe bröselt ihr ins lauwarme Wasser und rührt vorsichtig, bis sie sich aufgelöst hat. Das Hefewasser dann zur Mehlmischung geben und gut durchkneten. Zum Schluss den in Streifen geschnittenen Bärlauch einarbeiten.

2. Jetzt geht das Rezept für alle gleich weiter: Den Teig (evtl. mit Hilfe von etwas Mehl, damit es nicht klebt) in eine Schüssel geben bzw. in der Schüssel lassen, mit einem Küchentuch abdecken und eine Stunde gehen lassen. 

3. Dann den Teig mit bemehlten Händen in ca. 10 Kugeln aufteilen. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, nochmal 20 Minuten gehen lassen und dann 20 Minuten bei 220 °C Ober- und Unterhitze backen.

So einfach, aber so gut! Auf den Blümchensalat stand Männchen ja nicht so, auf die Bärlauchbrötchen dafür aber umso mehr. Ich habe genau zwei davon abbekommen, die restlichen 8 hat er mal eben zwischen 18h und 18h30 inhaliert.


Und nun noch das Rezept für den Frühlingssalat mit Bärlauch / 2 Personen:

Ein Bund / ca. 50g Bärlauch
2 Handvoll Postelein
2 Handvoll Babyspinat
Ca. 6 Radieschen
Eine Dose Kichererbsen, ca. 200g, abgegossen und abgetropft
200g Feta
KEINE Gänseblümchen

Dressing:
Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer
1 TL Senf
1 TL Honig
1 Knoblauchzehe
Ca. 6 EL Balsamico Bianco (ich kippe immer nach Gefühl)
Ca. 10 EL gutes Olivenöl

Joa, im Prinzip ist es ja selbsterklärend: Bärlauch putzen, waschen und die Blätter in Streifen schneiden. Salate putzen und waschen. Alles in eine Schüssel geben. Radieschen waschen und in dünne Scheiben schneiden, Feta kleinbröckeln, Kichererbsen abtropfen lassen und alles zum Salat geben. Fürs Dressing alle Zutaten verrühren und kurz vor dem Servieren über den Frühlingssalat geben. Die Bärlauchbrötchen machen sich übrigens auch sehr gut, wenn man sie nach dem Essen in eventuelle Dressingreste tunkt...


Passend zur Frühlingssalat-Saison möchte ich euch außerdem wieder ein paar Neuheiten vom Deko- und Livingshop Grafinteriors* vorstellen. Corinna ist vielen wahrscheinlich schon als DIE Dealerin für die höchst dekorativen Gewürze und Öle von Nicolas Vahé* bekannt. Nun gibt es im Shop auch die perfekte Hardware für leichte Frühlingssnacks:

*Werbung



Schicke Produktcollage übrigens, oder? Also ich war ja total stolz darauf, wie ich die Ölflasche und die Salzmühle mit Gimp freigestellt und virtuell auf das Tablett gestellt habe. Und dann nochmal ein paar der schönen Aquatöne mit der Pipette aufgegriffen und die komisch leere Stelle auf der Collage mit halbtransparenten Kreisen in diesen Farben aufgefüllt... Das war echt Arbeit. 
So stolz war ich, dass ich Männchen nach vollendetem Werk hergebrüllt habe: "Guck mal, I'm the Gimpmaster!" Er: "Das sieht aber unrealistisch aus. Da müsste noch ein Schatten neben der Ölflasche sein." Na danke auch. Mal ganz unabhängig davon, dass er eventuell Recht haben könnte: Er hat schon so richtig das Zeug zum Oberarzt ;)