Freitag, 17. Oktober 2014 44 Kommentare

Herbstliches Picknick mit Wein und Ziegenkäse-Feigen-Sandwiches

So richtig provozieren kann man mit einem Picknick im Herbst oder Winter ja mittlerweile niemanden mehr.  Es dürfte auf fast jeder pinterestesk gestalteten "Was man im Herbst unbedingt tun sollte"-Liste vertreten sein... Ihr wisst schon: 1. Pumpkin Spice Latte trinken. 2. Mit Decke und Tee auf dem Sofa einkuscheln.  3. Herbstpicknick machen. Aber hey, es ist auch einfach großartig! Mein Schlüsselerlebnis dazu: Wintersemester 2007, irgendwann Ende Oktober, Anfang November...


Männchen und ich waren gerade in dieser Phase, wo man in allen Vorlesungen nebeneinander sitzt, sich gegenseitig die Kappen von den Textmarkern klaut (in der Hoffnung auf körperbetontes Gerangel, um ein Austrocknen der Textmarker zu verhindern, was ja eine Katastrophe wäre), aber eben doch noch nicht offiziell zusammen ist. Da entdeckten wir eine alte, kaputte Europalette in einer Müllecke auf dem Campus. "Schau mal, ne Palette. Lass uns die heute Abend mal auf den Heiligenberg zur Grillhütte hochschleppen und anzünden, und dann legen wir Glühweinflaschen in die Glut.". "Yepp." Ist ja auch naheliegend und verspricht körperbetontes Frieren nebeneinander. Vielleicht wäre es sogar noch zielführender gewesen, ein Palettenbett daraus zu bauen, aber von sowas hatte ich 2007 ja noch keine Ahnung. 


Also schnell noch unseren besten Kameraden für solche Aktionen rekrutiert und ab auf den Berg mit Weinchen, Wurst, Decken, Grillanzünder, Feuerzeug und der Palette. Mit roher Gewalt geschickt eingesetzter Anwendung der Hebelgesetze hatten die Männer die Palette schnell kleingemacht und wir hatten unser nächtliches Herbstpicknick mit Feuerchen. Was mich allerdings noch viel mehr beeindruckt hat als das Zerkleinern der Palette: Die Art und Weise, wie die beiden das Feuer am Ende wieder gelöscht haben. He didn't have me at hello, but he DID have me at peeing the fire out... ;) So kam es, dass ich eine große Schwäche für Picknicks im Herbst und Winter entwickelte.


Ich hatte ihn dagegen wohl schon etwas früher. Sommersemester 2007, kurz nach dem ersten Staatsexamen, im September. Mit oben genanntem Kameraden und zwei weiteren Freunden von Männchen machten wir Post-Examens-Belohnungsurlaub am Lago Maggiore. Zum nächtlichen Schwimmen am Strand musste natürlich ordentlich Bier mit, aber wie das mit Männern so ist, haben die ja keine Handtaschen. Ich hatte aber eine. Nichts Besonderes, H&M, 29,90, aus schwarzem Stoff. Aber die hatte es in sich: "Kannst du mal meine Bierdosen in deine Tasche tun?" "Yepp." "Und meine auch?" "Yepp." "Und ich hab auch noch welche." "Gib her." So kamen dann irgendwie zehn 0,5er Dosen in meiner Handtasche unter - die seitdem liebevoll "Der Bierbeutel" genannt wird. Also, Mädels: SO beeindruckt man Männer!


Und heute? Heute machen wir immer noch Herbstpicknick und ich bin immer noch verantwortlich für den Transport der Flüssignahrung, aber mittlerweile in stilvoll: Aus dem Billigbier ist ein richtig guter Spätburgunder geworden und aus dem Bierbeutel eine eigens dafür geschaffene Weintasche*. Da packt man einfach den dazu passenden Weinschlauch* (Wein im stabilen Kunststoffbeutel mit integriertem Zapfhahn, hier wird das Bag-in-Box-Prinzip* gut erklärt) rein, zieht den Zapfhahn durch die Öffnung und schwingt sich die Weintasche über die Schulter. Perfekt für alle möglichen Outdoor-Aktionen: Herbstpicknick, Maiwanderung, Camping, Strandtag im Sommer, Lagerfeuer im Winter... Außerdem ist so eine Wein-Handtasche, die uns Frauen in wandelnde Tavernen verwandelt, natürlich DAS perfekte Flirtaccessoire zur Partnerakquise! 

*Kooperation


Bekommen könnt ihr die Bag-in-Box-Weine und die Weintasche bei den Spürnasen*. Die Spürnasen, das sind Stefan Beyerle, Design- und Marketingexperte (sieht man sofort, oder?) und Dr. Steffen Michler,   studierter Sinnesphysiologe und ausgezeichneter Weinkenner (schmeckt man sofort, glaubt mir). Seit 2010 spüren sie schöne, leckere, praktische und vor allem hochwertige Dinge wie Öle, Säfte, Weine von regional ansässigen Winzern und dazu passende Accessoires auf und teilen ihre Entdeckungen im Spürnasen-Onlineshop*.

Diesen Sommer hatte ich auf dem Gründerinnentag der IHK hier in Heidelberg einen Vortrag über Nicest Things gehalten und kurz darauf bekam ich eine nette Mail von den ebenfalls hier in Heidelberg ansässigen Spürnasen, ob ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könnte? Eindeutig: Yepp! Beim Anblick der stylishen Weintasche kamen mir nämlich sofort die oben geschilderten Erinnerungen aus unserer Studentenzeit in den Sinn, Weinchen ist im Moment ja eh total unser Ding und dann auch noch aus unserem geliebten Heidelberg... perfekt. Das Shooting-Konzept stand schnell fest - na klar, ihr ahnt es: Herbstpicknick!


So haben wir vor zwei Wochen also mal wieder ein kleines Herbstpicknick veranstaltet. Am Samstag hauptsächlich, um die Fotos zu machen, und am Sonntagabend dann gleich nochmal "privat" - diesmal in der Dämmerung, auf einer Bank im Wald ganz oben auf dem Heiligenberg, in Decken gewickelt und mit Blick auf den Neckar, die Alte Brücke, das beleuchtete Schloss und die Lichter der Heidelberger Altstadt. Da gab es dann zwar keine schicken Sandwiches, sondern chinesisches Takeaway, aber die Weintasche war wieder dabei und wir hatten einen seeehr netten Abend. Gibt es etwas Schöneres, als sich die gemeinsamen Erinnerungen aus Studententagen in so einer Atmosphäre immer wieder zu erzählen? Man könnte sagen, es sei geradezu kitschig gewesen. Aber Kitsch ist es ja nur dann, wenn man es nicht selbst erlebt. 


Ach ja, und nicht zu vergessen: die bruchsicheren Gläser*. Ähem... Diese schicken schwarzen Gläser, die ihr auf den Fotos seht, sind nämlich Outdoor-Gläser aus Kunststoff und das war auch mehrere Male verdammt gut so. Wenn so eines auf der Bank steht und man sich im Dunkeln draufsetzt, zum Beispiel.  


Die Sandwiches mit Ziegenkäse und Feigen sind im Prinzip selbsterklärend, oder? Nehmt einfach richtig gutes Brot, am besten noch warm aus der Bäckerei mit einer schönen Kruste und einer schweren, saftigen Krume. Da schneidet ihr dann dicke Scheiben von ab und grillt sie kurz im Backofen mit etwas Olivenöl. Feigen waschen und in Scheiben schneiden, Rucola waschen und kleinschneiden, Ziegenkäse in Scheiben schneiden - und dann ab damit aufs Brot! Gerne noch etwas Honig drüberträufeln. Einfach, aber gut. 


Vinopren Weintasche* von Spürnasen, gibt es in vielen Farben und 2 Größen
Bag-In-Box Weinschlauch* von Spürnasen, viele leckere Weine von Riesling bis Spätburgunder
Bruchsichere Outdoor-Gläser* von Spürnasen, in vielen Farben und Formen erhältlich
...und alle Weine gibt es für zu Hause auch in superschönen Flaschen*

Bei Facebook und Instagram sind die Spürnasen übrigens auch!

Das schöne Holzbrett ist von Meine Art, ein Geschenk von einer lieben Leserin von mir. Danke, liebe Anne-Susan


Das passiert übrigens, wenn man schöne Weintaschenfotos machen will, aber schon ein bisschen zu viel davon intus hat. Ups.


Und jetzt raus mit euch! Genießt den Herbst draußen: Nachmittags oder in der Abenddämmerung, mit Decken, Kissen oder verfeuerten Paletten, mit Sandwiches oder chinesischem Takeaway, mit Wein oder Traubensaft, egal wie, aber habt Spaß. Ein schönes Wochenende wünsche ich euch - das Wetter soll ja sogar ganz gut werden :)

Montag, 13. Oktober 2014 87 Kommentare

Herbst-Shooting mit bunten Blättern und neuen Stiefeln

Bei uns gibt es zur Zeit keinen Herbstspaziergang, ohne dass einer von uns beiden anmerkt: "S'isch Häbbschd." Auf den hiesigen Dialekt steht mein Männchen ja eigentlich so gar nicht, was mich wiederum dazu herausfordert, ihn ständig damit zu ärgern. Obwohl ich ja rein hochdeutsch aufgewachsen bin, scheint mir die resolute kurpfälzische Hausfrau irgendwie in den Genen zu liegen und nach 11 Jahren Kurpfalz habe ich mich ganz gut assimiliert. Bei jedem "Uffbasse!" (Aufpassen) oder "Du widda, uhmeeglisch" (Du wieder, unmöglich) von mir kneift er die Augen zusammen und stöhnt, als hätte er Schmätze. Isch weeß es als ah ned. Dem soi Sproch isch nemmlisch ah ned bessa, der kummt vun Schwobe, des heat ma glei. Alla gut, wos willsch mache (soll ich's übersetzen oder geht's?).

(Huch, das gleiche Bild als erstes Foto im Post und als Profilbild irritiert ein bisschen. Beim nächsten Post ist wieder alles gut.)


Das mit dem Häbbschd hat er aber schon mal übernommen und es sorgt bei jedem unserer Spaziergänge durch goldene Oktobersonne und raschelndes Laub immer wieder für Spaß. Alternativ rezitieren wir auch mal Herbstgedichte von Stefan George und Rainer Maria Rilke (ein bisschen Bildungsbürgertum muss sein) oder wir singen uns unsere Ohrwürmer gegenseitig vor. Die reichen von den White Stripes (fall is here / hear the yell / back to school / ring the bell / brand new shoes / walking blues...) bis hin zu "What shall we do with the drunken sailor". Da muss ich übrigens immer an meine Beste denken, die mal fragte: "Über was redet man eigentlich noch so, nach 7 Jahren Beziehung?" Joa... Sowas halt, nech.


Apropos "brand new shoes", das sind meine neuen Stiefel. Eigentlich waren die ja mehr als Verkleidung gedacht. Wir wollten demnächst nämlich mal ein paar Mittelalter-Shootings machen, er als kühner Recke und ich als Bogenschützin, so ein bisschen LARP-mäßig. Dafür suchte ich braune Lederstiefel und bei diesen stand in den Kundenbewertungen: "Sehen aus wie vom gestiefelten Kater. Schaft ist viel zu weit und steht ab." Yesss, dachte ich. Perfekt für ein leicht übertriebenes Mittelalter-Styling. 


Also die Stiefel bestellt und was ist? Da steht gar nix ab! Die perfekten Alltagsstiefel, viel zu schade als Kostüm und wunderbar eng anliegend an den Waden. Ein bisschen komisch ist das ja schon... Ich frage mich wirklich, warum da bei mir gar nichts absteht. Aber egal. Ach so, heute sind übrigens zwei Wörter in den Kommentaren verboten: "stramm" und "Sauerkrautstampfer". 
  

Außerdem verboten: Abhandlungen darüber, warum die Farbe der Handtasche zur Farbe der Stiefel passen sollte. Gerne erlaubt sind dagegen Komplimente für meinen schlanken Daumen oder für die Originalität der Fotomotive. Vielen Dank schon mal!


Das Handyfoto, das ich von diesem Spaziergang bei Instagram gepostet hatte, war übrigens SO originell, dass Jule in ihrer Timeline direkt hintereinander zweimal fast das gleiche Foto hatte: Einmal von Juli und einmal von mir. Und richtig lustig wurde es, als dann auch noch Fee mit Herbstblätter-in-Hand-Content dazu kam. 


Wir hatten jedenfalls viel Spaß mit Verschwörungstheorien und wenn ihr noch mehr Bilder mit geballter Blätterpilzkastanienteeschalkürbis-Stimmung sehen wollt, schaut mal bei Juli vorbei und macht bei ihrer #halloherbst14-Aktion mit (Jetzt hasst mich Juli wahrscheinlich, weil sie die 2246 Instagrambilder, die bisher dazu beigesteuert wurden, jetzt schon nicht mehr unter Kontrolle hat :D )!


So, jetzt geb ich für dieses Jahr aber auch Ruhe mit bunten Blättern, Herbstspaziergängen, Herbstlaub in Händen und Herbst-Shootings im Allgemeinen. Eines kommt diese Woche noch, von einem herbstlichen Outdoor-Picknick, und dann wird es mal wieder ein bisschen in die Richtung Deko, DIY und Halloween gehen. 


Braune Lederstiefel: KMB, Lelo
Graue Ledertasche: Freds Bruder, Gürteltier
Langer grauer Strickcardigan: H&M, aktuell
Cremefarbenes Kleid / Longtop mit Spitze: H&M, vorletztes Jahr
Wimpern: MAC Cosmetics


Eure Meinung zum Häbbschd, zu meinen Prachtwaden oder zu Gesprächsthemen nach vielen Jahren Beziehung könnt ihr mir übrigens auch gerne auf Berlinerisch, Noaaatdeutsch, Bayrisch oder Kölsch hinterlassen (oder was man bei euch eben so spricht) - mal gucken, ob ich es rauskriege! 


Dienstag, 7. Oktober 2014 53 Kommentare

Empanadas mit Ziegenkäse, Mangoldpesto und badischem Wein

Badischer Weeeeiiiiin... ist wie das Blut der Erde. Komm, schenk dir eiiiiiin... Ach nee, halt. Ich schmeiße da wohl gerade etwas durcheinander. Hihi. Das könnte eventuell daran liegen, dass wir heute einen sehr schönen Abend hatten, Männchen und ich. Hihihi.


Lasst mich das leicht beschwipste Kichern kurz erklären: Zusammen mit Nadine von Dreierlei Liebelei und Conny von der Seelenschmeichelei durfte ich an einem Blogger-Projekt von Badischer Wein* teilnehmen. Nadine hat schon gepostet, Connys Weinprobe kommt nächste Woche ist jetzt auch online! Die Idee war, dass sich jede von uns dreien ein Rezept ausdenkt und das dann den Weinprofis von Badischer Wein vorlegt. Ganz individuell zu unserem Rezept passend bekam jede 6 ausgesuchte Weine zugeschickt. Unsere Aufgabe war dann, das Rezept in die Tat umzusetzen, alle 6 Weine dazu zu verkosten und unseren Lieblingswein zu küren. Was soll ich sagen... Das Foodblogger-Leben war mal wieder eines der schwersten ;)

*Kooperation


Guter Wein und ich, wir sind ja seit einigen Jahren SO (hier stelle man sich zwei ineinander verschränkte kleine Finger vor). Abends auf dem Sofa werden Broschüren von High-End-Weinglasfirmen studiert, bei Treffen mit Freunden merke ich gerne an, dass Schwarzriesling wohl der Stammvater der Pinot-Familie ist und wenn alle anderen Hefeweizen trinken, trinke ich Weinschorle. Summer Wine von Nancy und Lee gehört zu meinen All Time Faves. Von unserem selbst gebauten Weinregal ganz zu schweigen. Und das sonnige Baden ist seit 11 Jahren meine geliebte Wahlheimat. Schade eigentlich, dass wir kein Bewerbungsschreiben für dieses Projekt einreichen mussten! Ich hätte auf Wunsch auch sicher noch Laborbefunde über eine ordnungsgemäß induzierte Alkoholdehydrogenase beifügen können. 
  

So, jetzt aber genug angegeben. Mein Rezept hatte ich mir schon im August während unserem Bretagne-Urlaub überlegt: Empanadas (Teigtaschen) mit karamellisierten Balsamico-Schalotten, Ziegenkäse und Mangold-Pesto. Ich war ja sehr gespannt, was für Weine man mir dazu schicken würde. Bei dem Rezept ist nämlich so ziemlich alles an Aromen enthalten, was man sich nur vorstellen kann - säuerlicher Essig, süßes Karamell, würziger Ziegenkäse... eine Herausforderung, da den perfekt passenden Wein zu finden!


Ich bekam dann eine ganz tolle Liste mit dem Titel "Weine für Frau Dondelinger" (hach, schön... solche Listen würde ich gerne öfter bekommen). Auf der Liste waren 6 Weine beschrieben und es wurde jeweils kurz erläutert, warum gerade dieser Wein zu meinem Gericht passen könnte. Das hier sind die 6 Weine:

3 Weißweine:
Chasslie, 2013, Ehrenstetter Oelberg*, von der Bezirkskellerei Markgräflerland
Weißer Burgunder Kabinett, 2012, Jechtinger Hochberg*, Winzergenossenschaft Jechtingen-Amoltern
Grauer Burgunder Kabinett, 2013, Oberrotweiler Käsleberg*, Kaiserstühler Winzerverein Oberrotweil

2 Rotweine:
Spätburgunder QbA Barrique, 2011, Mauchener Sonnenstück*, Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim (mein Favorit!)

1 Roséwein:
Spätburgunder Rosé Kabinett, Ihringer Winklerberg*, Wein- und Sektgut Gerhard Kahle





Heute morgen habe ich mich dann schon um 7 Uhr in die Küche gestellt und die Empanadas zusammengebaut, damit Shooting und Bildbearbeitung fertig sind, wenn Männchen heimkommt. Denn mindestens zu zweit sollte man für 6 Flaschen ja schon sein, nech? Er hat sich übrigens sehr gefreut: "Schätzelein, du musst mir mal wieder bei der Arbeit helfen. Setz dich. Trink!" 


Nadine hat das übrigens geschickter angestellt, sie hat sich für ihre Weinverkostung gleich noch ein weiteres Pärchen eingeladen und mit ihnen zusammen auch geshootet. Das sind tolle, lebendige Fotos geworden... Aber Gäste haben UND gleichzeitig fotografieren, oh nee. Das wäre bei mir ganz schlecht, sowohl für die Fotos als auch für die Gäste. Teilzeit-Autistin lässt grüßen. Und selbst wenn ich vorher alles fotografiere und erst abends Gäste einlade, ist das Essen dann kalt oder nicht mehr so frisch. Dem Mann kann man das zumuten, Gästen eher nicht (oh, bin ich gemein, hihi). Dafür habe ich mir für morgen Nadine eingeladen, damit sie mir mit den verbliebenen Weinresten hilft ;)


Jetzt gebe ich euch aber erstmal das Rezept für die Empanadas. Für 16 Empanadas / 4 Personen:

Teig:
400g Mehl
130g weiche, nicht flüssige Butter
1 Ei
3 EL Joghurt
1 kleine gepresste Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
1 Ei zum Bestreichen

Füllung:
250g Schalotten
3 rote Zwiebeln
1 EL Butter
1 EL Zucker
1 EL Balsamico-Essig
150g Ziegenkäse
1/2 Bund frische großblättrige Petersilie


1. Mehl, Butter, Ei, Joghurt, Knoblauch, Salz und Pfeffer zu einem geschmeidigen Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und 20 Minuten in den Kühlschrank legen. 

2. In der Zeit die Schalotten und Zwiebeln schälen und in Stücke schneiden. Butter in einer Pfanne schmelzen. Schalotten und Zwiebeln ca. 15 Minuten darin braten. Zucker hinzufügen und karamellisieren lassen. Mit Balsamico ablöschen. Ziegenkäse klein bröckeln, Petersilie hacken, beides unter die karamellisierten Schalotten mischen. 

3. Teig aus dem Kühlschrank holen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und Kreise ausstechen (am besten mit einem Ravioliformer, es geht aber auch eine Schüssel mit einem Durchmesser von ca. 12cm). Auf jeden Teigkreis jeweils 1 EL Füllung geben, die Ränder mit Ei bepinseln und über der Füllung zusammenlegen, so dass ein Halbmond entsteht. Den Rand mit den Zinken einer Gabel gut zusammendrücken, wenn man keinen Ravioliformer hat. Die Teigtaschen außen nochmal mit Ei bepinseln.

4. Die Empanadas auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 200°C Ober- und Unterhitze ca. 20-30 Minuten auf mittlerer Schiene backen. 


Und für das Mangold-Pesto:

300g Mangold
3 EL Cashewkerne
100g Parmesan
1 gepresste Knoblauchzehe
5 EL Olivenöl
1 EL Kürbiskernöl
Pfeffer


1. Mangold waschen, putzen, in grobe Stücke schneiden und kurz anbraten.

2. Zusammen mit den restlichen Zutaten mit einem Stabmixer oder im Mixer / Thermi pürieren.


Die Empanadas mit den karamellisierten Balsamico-Schalotten und dem Ziegenkäse sind einfach nur köstlich, probiert das echt mal! Wenn man keinen Ziegenkäse mag, so wie mein Männchen, kann man auch gut Schafskäse / Feta nehmen. Das Mangoldpesto ist eine nette Ergänzung, damit die Teigtaschen nicht so trocken sind. Im Unterschied zu Basilikum schmeckt Mangold übrigens nicht ganz so prominent - das lässt dem restlichen Gericht mehr Platz zum Wirken, d.h. nur zu Spaghetti wäre es vielleicht etwas fad, zu einem komplexeren Essen ist es aber genau richtig.
So, und nun zu meiner Wein-Empfehlung: Ich bin ja generell ein Rotweinmensch und ehrlich gesagt, hatte ich dem Mauchener Sonnenstück* (Spätburgunder, im Barrique = Eichenfass gereift) schon gleich angesehen, dass das was mit uns wird. Kräftig, gereift, wärmend, so mag ich meinen Rotwein und so fand ich es auch sehr passend zu dem Aromenfeuerwerk auf dem Teller. Lieblingswein! Aber auch der andere rote Spätburgunder von Zimmerlin hatte genug Charakter, um mit der geballten Kraft von Ziegenkäse, Balsamico und karamellisierten Schalotten mithalten zu können und sie zu ergänzen. 
Die Weißweine, vor allem der eher säurearme Chasslie, wurden für meinen Geschmack von dem süße- und säurebetonten Essen etwas zu sehr untergebuttert... nicht ganz mein persönlicher Fall zu diesem Gericht.
Gar nicht mal so schlecht fand ich übrigens - überraschenderweise -  auch den fruchtigen Rosé. Rosé habe ich normalerweise irgendwie so gar nicht auf dem Schirm, außer in Kombination mit Grapefruitsaft (ähem). Sollte ich mal ändern. 


So, und jetzt wird es höchste Zeit fürs Bettchen. Ich hoffe sehr, dass ich bei meinem Zustand nach Weinprobe keinen groben Unfug zusammengeschrieben habe. Wahrscheinlich schlage ich morgen früh die Hände überm Kopf zusammen... we'll see :) Schön wars jedenfalls! 


Bezugsquellen:

Weingläser von Riedel via Bleywaren* - State of the Art und meine neue Sammelleidenschaft, die besten!
Stoffserviette, Bistro-Besteck: Butlers
Einmachglas: Depot
Zinnteller: eBay
gusseiserne Pfanne: TK Maxx