Sonntag, 24. April 2016 39 Kommentare

Spargelrisotto & asiatische One Pot Pasta von HelloFresh

Enthält Werbung* für HelloFresh

Es gibt so garstige Jobs. Menschenansprecher in der Fußgängerzone ist einer davon - was für eine hohe Frustrationstoleranz brauchen bitte diese armen Kerle? Immer wieder müssen sie mit einem leicht ins Übermotivierte kippenden "Hallooo!" die Passanten anspringen und ihnen irgendwas andrehen, sei es eine Walfischpatenschaft, einen Flyer für die nächste 90er-Party oder eine neue Religion. Und natürlich werden sie von 90% der Vorbeigehenden mit völliger Nichtbeachtung abgewatscht. 
Auch von mir. Oft wechsle ich vorsorglich die Straßenseite und wenn die kritische Nähe erreicht ist, mache ich es wie bei Hunden: bloß kein Blickkontakt. Bei manchen Organisationen bin ich sogar zutiefst beleidigt, dass sie mich für ihre Zielgruppe halten. Da gibt es dann doch einen Blick, aus den Untiefen der Hölle. Hinterher tut es mir dann meistens leid, da es ja oft nur arme Studenten sind, die ebensowenig ein Patenlama in Peru haben möchten wie ich.
Letztens war es allerdings genau andersrum: Am Heidelberger Hauptbahnhof war ein Stand von HelloFresh* aufgebaut. Essen! Das hatte gleich Frau Schlingkrötes vollste Aufmerksamkeit. Vielleicht gibt es Häppchen? Bin also betont langsam am Stand vorbeigeschlendert und habe angestrengt versucht, nach Zielgruppe auszusehen. Also hungrig. Einmal... nix. Zweimal... wieder nix. Beim dritten Mal kam ich mir schon leicht blöd vor. Immerzu hat sich der Herr Menschenansprecher andere Leute rausgepickt. Irgendwann war meine Frustrationstoleranz erschöpft und ich habe mich zutiefst beleidigt getrollt. 


Life's little ironies, in derselben Woche bekam ich eine Mail mit dem Betreff "HelloFresh und Jamie Oliver möchten deine Meinung hören!" Erst war ich ganz Prinzessin Pups und dachte: "Jaja, jetzt kommt ihr. Jetzt magsch nich mehr." Nase in die Luft. Aber natürlich wollte ich doch! Und so habe ich das Angebot, die HelloFresh-Kochbox zu testen, gerne angenommen.


HelloFresh dürften viele kennen, da es in Deutschland der Marktführer unter den Kochboxen ist. Hier die harten Fakten zur Info: 

HelloFresh ist ein Aboservice, der jede Woche neue Rezepte entwickelt und einmal in der Woche eine Box mit Lebensmitteln verschickt, mit denen sich diese Rezepte nachkochen lassen. Die Rezepte liegen als Rezeptkarten mit Step-By-Step-Anleitungen in der Box, die Zutaten sind genau darauf abgestimmt: Es bleibt im Normalfall nichts übrig und man muss nur die grundlegendsten Basics wie Salz, Pfeffer oder Öl selbst hinzufügen. Die Rezepte* werden kostenlos für jeden auf der Homepage oder in der HelloFresh-App* zur Verfügung gestellt, auch ohne Abo.

Die Boxen gibt es für 2 oder 4 Personen, jeweils mit 3 oder 5 Rezepten. Man kann wählen aus einer Classic-Box, einer Veggie-Box, einer Obstbox und diversen Aktionsboxen. Außerdem kann man sich zum Testen eine Probierbox bestellen, die nur einmalig geliefert wird und nicht an ein Abo gebunden ist. Genaueren Einfluss auf den Inhalt der Box hat man nicht, man kann z.B. keine einzelnen Zutaten abwählen. Man sieht aber auf der Homepage die kommenden Rezepte bis zur übernächsten Woche und kann das Abo bei Bedarf pausieren. Außerdem kann man immer ein Rezept aus der 3-er-Box gegen ein anderes von den 5 Wochenrezepten austauschen.

Eine Classic-Box für 2 Personen mit 3 Rezepten kostet 39,99€, 5 Mahlzeiten für 4 Personen kosten 89,99€. Die Lieferung ist kostenlos.

Jeweils ein Rezept pro Woche wird vom Starkoch Jamie Oliver* entwickelt. Für jede verkaufte HelloFresh Kochbox wird ein fester Betrag an die Jamie Oliver Food Foundation gespendet.


Oben seht ihr den Inhalt der Veggie-Box, die ich mir gewünscht habe:

- Asiatische One-Pot-Pasta mit Erdnusssauce
- Mediterraner Kartoffel-Auberginen-Oliven-Salat mit Senfdressing
- Jamie Olivers Spargel-Pilz-Risotto mit frischer Petersilie und Zitrone

Männchen wollte die Classic-Box mit Fleisch haben, deren Inhalt man auf dem nächsten Bild ausgepackt und schön drapiert sieht:

- Schweine-Medaillons in cremiger Porree-Sauce mit gedünsteten Drillingen
- Rinder-Curry in Zitronengras-Kokosmilch-Sauce und Basmatireis
- Jamie Olivers Spargel-Pilz-Risotto mit frischer Petersilie und Zitrone

Leider hatte ich nur letzte Woche Zeit zum Testkochen und ausgerechnet die Gerichte dieser Woche waren für meine momentane Ernährung nicht ganz perfekt geeignet. Oft genug gibt es in der Veggie-Box nämlich auch Gerichte mit Quinoa, Kichererbsen, Soja & Co., das hätte ich zur Zeit natürlich lieber gehabt als Nudeln und Reis. Aber wie ihr seit dem letzten Post wisst, wollte ich eh mal den Krampf aus der Ernährung rausnehmen und ganz so schrecklich giftig sind Kartoffeln ja nun auch nicht - wenn sie gekocht sind, zumindest.


Bevor ich euch zwei Rezepte aus der HelloFresh Box zeige, nämlich Jamie Olivers Spargelrisotto mit Steinpilzen und die super-schlonzige (gibt es das Wort?) asiatische One Pot Pasta, hier meine Erfahrungen als Pros und Kontras:

Pro:
- Man lernt abwechslungsreiche, neue Rezepte kennen, die man sonst nicht ausprobiert hätte
- Man spart sich die Suche nach Rezepten und die Zeit für den Einkauf
- Hilft in Stressphasen, mehr selbst zu kochen, statt auf Fertiggerichte zurückzugreifen
- Die Rezepte werden von Ernährungsexperten entwickelt und orientieren sich an den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
- Viele Zutaten sind Bio, zur Herkunft und den Lieferanten gibt es hier mehr Infos*
- Meine Zutaten waren bis auf eine abgeschmierte Stange Sellerie alle frisch, der Saison entsprechend und haben einen hochwertigen Eindruck gemacht
- Die Rezepte sind wirklich lecker, auch für Kochneulinge leicht nachzukochen und in 30-45 Minuten fertig
- Das Kühlmaterial ist aus organischen Materialien (Schafswolle), komplett biologisch abbaubar und umweltverträglich
- Es gibt genaue Kalorien- und Nährwertangaben auf den Rezeptkarten
- Man kann beim Kochen sein Hirn ausschalten und stur der Step-By-Step-Anleitung folgen, finde ich persönlich sehr entspannend

Kontra:
- Es kommt doch einiges an Verpackungsmüll zusammen. Auberginen, Karotten etc. liegen zwar lose in der Box, aber das meiste muss nun mal für den Transport verpackt werden und das immer in kleinen Portionen. Klar, wie sollte man es auch anders machen, aber die einzeln eingeschweißten Mini-Parmesanstückchen von 20g oder die in Plastik verpackten Kräuter haben mir nicht so gut gefallen. 
- Der Preis ist kein Schnäppchen, man zahlt schon für den Komfort. Ein Essen pro Person aus der Veggie-Box kostet runtergerechnet 6,60€ - vielleicht weniger, als man für Fast Food ausgeben würde, aber wenn ich selbst wirtschafte und in größeren Mengen einkaufe, liege ich da deutlich drunter.
- Allergiker und Leute, die vieles nicht vertragen oder mögen, haben wenig Auswahlmöglichkeiten. Man kann zwar ein Gericht aus der 3er-Box austauschen, aber ansonsten hat man keinen weiteren Einfluss auf die Gerichte. Für Esser, die konsequent glutenfrei, vegan, Low Carb, ohne Kuhmilch etc. leben, ist die Box nichts. 
- Noch genauere Infos zur Herkunft direkt auf jedem Produkt wären schön. 


Fazit: Die HelloFresh-Box macht Spaß. Dem Monk in mir ist es ein Fest, alle Zutaten vor dem Kochen fein säuberlich aufzureihen und dann ganz stur, step by step, nach der Anleitung vorzugehen. Das ist unheimlich entspannend. 
Die Gerichte sind auch wirklich sehr lecker und es schmeckt nicht so "nach einem selbst". Ich neige dazu, einfach mal alles mit ordentlich Knoblauch und Sojasauce zu erschlagen, dementsprechend schmecken meine Küchenkreationen oft ziemlich gleich. 
Vom Gesundheitsaspekt her finde ich die Boxen vernünftig. Klar, für Low-Carb-glutenfrei-vegan-superhealthy isses nix, aber für "normale" Esser absolut gesund, frisch, ausgewogen und gemüselastig. 
Allerdings muss ich sagen, dass ich mir die Box für jeden Tag nicht leisten könnte und das vor allem wegen den Kleinverpackungen auch nicht möchte. Aber hin und wieder, um sich mal etwas zu gönnen oder in stressigen Zeiten wie Prüfungsphasen - ideal!


Wenn ihr euch selbst ein Bild machen wollt, habe ich hier einen HelloFresh-Gutscheincode für euch: Mit HFNC2016 bekommt ihr 12,50€ Rabatt auf eure erste und zweite Box. Einfach hier bestellen* und den Rabattcode im dafür vorgesehenen Feld eingeben. 


So, nun zu meinen beiden Lieblingsrezepten aus der HelloFresh-Box. Den Anfang macht Jamie Olivers Spargel-Pilz-Risotto mit frischer Petersilie und Zitrone. Der Spargelrisotto war richtig schön krääämisch, würde ich jederzeit wieder so machen. Eventuell mit Hirse statt Reis, aber das kann man ja anpassen. Das Rezept für den Risotto mit grünem Spargel könnt ihr euch hier als Rezeptkarte runterladen*, ich schreibe es aber auch nochmal auf:

Spargelrisotto mit grünem Spargel und Steinpilzen für 2 Personen:

10g getrocknete Steinpilze
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Stange Staudensellerie (kannte ich so nicht im Risotto, schmeckt aber super!)
Olivenöl
8 Stangen grüner Spargel
100g braune Champignons
600ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
15g glatte Petersilie
20g italienischer Hartkäse
150g Risottoreis
50ml Weißwein
1 Zitrone

1. Steinpilze in einer Schüssel mit heißem Wasser bedecken.
2. Zwiebel und Knoblauch schälen, Sellerie putzen, alles fein hacken.
3. In einem großen Topf 1 TL Öl erhitzen, Zwiebel und Sellerie darin mit etwas Wasser 5 Minuten anschwitzen. Gelegentlich umrühren.
4. Eingeweichte Steinpilze aus dem Wasser nehmen, etwas ausdrücken, fein hacken und mit dem Einweichwasser in den großen Topf geben. Vom Herd nehmen und ziehen lassen.
5. In der Zeit den Spargel waschen, die holzigen Enden abschneiden, das untere Drittel schälen. Die Köpfe abschneiden (nicht wegwerfen). Die Stangen in Scheiben schneiden. Champignons waschen, putzen, grob zerkleinern.
6. In einem kleinen Topf die Gemüsebrühe aufkochen, bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
7. In einem dritten Topf 1 EL Öl erhitzen, Champignons darin mit Knoblauch, Salz und Pfeffer 2-3 Minuten garen und beiseitestellen. 
8. Petersilie waschen, Blätter abzupfen und hacken. Stängel in die Brühe geben. Käse fein reiben.
9. Den großen Topf wieder auf den Herd stellen und den Risottoreis zugeben. Alles kurz zusammen unter Rühren anbraten. Wein dazugeben und unter Rühren verdampfen lassen.
10. Nun immer eine Kelle Gemüsebrühe in den großen Topf geben, rühren und warten, bis der Reis die Brühe aufgesogen hat. Dann die nächste Kelle. Immer so weiter, bis 400ml Brühe verbraucht sind.
11. Jetzt Spargelstücke und Spargelköpfe sowie die angebratenen Champignons untermischen. Die restlichen 200ml Brühe weiter kellenweise einarbeiten, bis der Reis gar ist.
12. Risotto vom Herd nehmen, einen Großteil des Käses unterrühren. 
13. Zitrone auspressen, Risotto mit etwas Zitronensaft und Salz und Pfeffer abschemcken. Zudecken und 2 Minuten ruhen lassen.
14. Auf Tellern verteilen, mit restlichem Käse und Petersilie bestreut servieren.


Rezept Nr. 2 ist asiatische One-Pot-Pasta - das gibt schonmal 100 Punkte auf der Trendskala. Aber auch abgesehen davon war die zusammen mit ihrer Sauce im Topf gekochte One Pot Pasta einfach nur total cremig, sämig, schlürfig gut und jedes einzelne pöse Kohlenhydrat wert! Wenn man die Kochzeiten und Flüssigkeitsmengen anpasst, müsste das auch super mit Dinkelvollkorn- oder sogar mit Linsen- oder Buchweizennudeln funktionieren.


Das Rezept für die asiatische One-Pot-Pasta könnt ihr hier downloaden - oder hier lesen:

Asiatische One-Pot-Pasta mit Erdnüssen für 2 Personen:

1 Karotte
1 große Paprika
2 Frühlingszwiebeln
3 Knoblauchzehen
10g Ingwer
250g Nudelnester
30g Erdnussbutter
25g Zuckerrübensirup
50g Erdnüsse
10ml Sojasauce
1 Limette
10g frischer Koriander


(Schlingkröte at work)

1. Karotte schälen, putzen, in Stifte schneiden. Frühlingszwiebeln waschen, putzen, in schräge Röllchen schneiden. Paprika waschen, putzen, in Streifen schneiden. Knoblauch  schälen. Ingwer schälen und fein hacken. In einem kleinen Topf 800ml Gemüsebrühe erhitzen.

2. Knoblauch in einen großen Topf pressen. Den Ingwer und alles Gemüse aus Schritt 1 dazugeben, außerdem die Nudelnester, Erdnussbutter, Zuckerrübensirup, 2/3 der Erdnüsse und Sojasauce hinzufügen. Alles mit der heißen Gemüsebrühe übergießen.

3. Topf mit Deckel auf den Herd stellen und einmal aufkochen. Dann bei geöffnetem Deckel bei mittlerer Hitze für ca. 10 Minuten köcheln. Anschließend unter Rühren ohne Deckel so lange weiterköcheln, bis die Sauce cremig und die Nudeln al dente sind.

4. In der Zeit die Limette halbieren und pressen. Koriander waschen, Blätter abzupfen und hacken. Restliche Erdnüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten.

5. One-Pot-Pasta mit Limettensaft, gehacktem Koriander und gerösteten Erdnüssen servieren.


Theoretisch würden sich die HelloFresh-Boxen auch super eignen, um mal mit Freunden zusammen oder zu zweit zu kochen. Bei uns ist die Rollenverteilung da allerdings total klassisch: Einer sitzt in seinem Zimmer und lötet Modellautos zusammen, während der andere kocht und irgendwann ruft, dass das Essen fertig ist. Wer davon ich bin, ist wohl klar. Aber das ist okay. So kann ich ganz in Ruhe meine monkigen Absonderlichkeiten wie das Ordnen der Zutaten in geraden Reihen nach dem Zeitpunkt ihrer Verwendung oder ständige Sprüh-Wisch-Anfälle ausleben.


Im Nachhinein war es also praktisch Fügung, dass mich der Menschenansprecher von HelloFresh damals am Bahnhof so geflissentlich ignoriert hat. Pädagogisch wertvolle Message für mich: Man muss nicht auf die Dinge zugehen, die einen interessieren. Man kann ruhig passiv zu Hause abwarten, bis sie einem bequem per Mail angeboten werden... Ähm, ja :D 
Aber mit meiner enthusiastischen Reaktion hätte ich den Armen wahrscheinlich eh nur verwirrt - so wie Bernard Black aus meiner geliebten Serie "Black Books", als zwei ganz spezielle Menschenansprecher an seiner Tür klingeln. Die Szene gibt es bei Youtube, wenn ihr einen Lacher zum Sonntag braucht, schaut es euch mal an! 


(Wenn ihr HelloFresh testen mögt, Rabattcode im Wert von 12,50€ nicht vergessen: HFNC2016)


Quellen:
Schönstes Wasserglas von HAY von meiner lieben Rahel
Strickpulli: TK Maxx, die Marke schaue ich noch nach
Geriffelter Keramikteller: Coté Table via WestwingNow*
Glatter Keramikteller: Tine K Home Deli via Villa Smilla
Weißes Emailbesteck von Cachette

Wenn ihr noch was wissen möchtet, fragt gerne!