Montag, 21. Mai 2018 11 Kommentare

Loftnews und wie unsere noch-aktuelle Wohnung zur Zeit aussieht

Letztens hatte ich irgendwas Süßes in den Instagram-Stories gepostet. Darauf eine Leserin (sinngemäß): "Mensch Vera! Bei ner neuen Story denk ich immer, yay, endlich gibt es Loftnews. Aber was gibt es? Kuchen." 
Genau so geht es mir auch gerade. Wenn der Paketmensch klingelt, denke ich immer: "Yay, endlich kommen die Muster für unseren weißen Boden!" Aber was bringt der Paketmensch? Schokolade. Gut, da will ich mal nicht rumheulen...
Jedenfalls zieht sich das mit dem Loft alles etwas und in der alten Wohnung lohnt es sich nicht mehr, noch viel rumzudekorieren. Wenn ich gerade Deko kaufe, dann eine Küche. Offen gestanden habe ich nicht mal mehr Bock, hier noch groß zu putzen (das habt ihr jetzt NICHT gehört). Daher so wenig Interiorcontent zur Zeit. 
Die Sache ist außerdem die: Ich bin kein Fan davon, unfertige, wenn nicht gar authentische (ohgottogott) Dinge zu posten. Lieber warte ich, bis alles vollendet ist, drapiere das Set so symmetrisch wie möglich und poliere ewig mit Lightroom auf den Fotos rum. 
Aber ihr wollt Loftcontent, ihr kriegt Loftcontent. Wir müssen für meine Befindlichkeit nur erst ein paar derartig arrangierte Fotos gucken. Dafür habe ich Kisten und Dreck in ausgewählten Bereichen der noch aktuellen Wohnung aus dem Bild geschoben und von jedem Wohnbereich ein Foto gemacht. Wenn ihr das geschafft habt, gibt es am Ende des Posts Loftfotos. Deal?

Schlafzimmer mit grauem Samthocker und Marmor Bettwäsche

Gut. Das ist also das Schlafzimmer, wie es zur Zeit aussieht. Der graue Samthocker und die Marmor-Bettwäsche sind perfekte Beispiele für Deko, die man unbedingt haben will, die in ein paar Monaten aber wahrscheinlich schon wieder out ist. 
Das Bild, die Dekokissen, das Grünzeug und das Parfum müsst ihr euch wegdenken. Das wurde alles fürs Foto... Ihr wisst schon. 

Bei Bildern über dem Bett habe ich immer Angst, dass sie nachts runterfallen und sich mit einer Ecke in mein Auge bohren. 
Dekokissen gehen mir auf den Keks, weil man sie vor dem Schlafengehen immer alle aus dem Bett schmeißen und morgens wieder hintüddeln muss. 
Das Grünzeug würde ich sofort umkippen und das Blumenwasser würde sich in die benachbarte (aus dem Bild geschubste) Mehrfachsteckdose ergießen. 
Parfum lagere ich immer dunkel, damit es nicht so schnell umkippt. 
Aber sonst... Sieht unser Schlafzimmer genau SO aus!

Wohnzimmer mit Pampas-Gras, Ikea Besta Sideboard und Muuto Deckenleuchte

Next. Das Wohnzimmer. Zu diesem Pampasgras gibt es eine nette Geschichte: Heute vor zwei Wochen bin ich laufen gegangen. Voll motiviert mit kabellosen AirPods für maximale Aerodynamik, schnittigem Laufgürtel für Schlüssel und Handy, selbst designten Airmax-Laufschuhen und Poser-Playlist mit Seeed & Co.. 
Natürlich kommt, was kommen muss und Frau Teilnehmerurkunde knickt nach einem Kilometer um. Knöchel ist sofort ein Riesen-Ei. Ich humpele durch die Schrebergärten im Schneckentempo zurück und was sehe ich nun, was ich vorher im Highspeed-Modus nicht gesehen hatte? Allerfeinstes, trendiges Pampasgras auf einem Grünschnitthaufen. Interiorfreaks wissen: Das hat man jetzt so. Ich humpele mit einem Arm voll Pampasgras glücklich nach Hause. Wir lernen: Langsam laufen lohnt sich.
Geht bei sowas übrigens lieber gleich zum Arzt und tut, was immer er sagt. Kühlen, schonen, unsexy Orthese tragen. Ich dachte zuerst: "Geh bitte, wegen einem verknacksten Knöchel doch nicht." - jetzt, zwei Wochen später, ist er immer noch geschwollen, verfärbt und tut weh. Außenband gerissen, vielleicht Knochenteilchen abgebrochen, sich chronifizierendes Lymphödem. Unschön.

Arbeitsplatz im Schlafzimmer mit Artischocken-Print und Vita Eos Federleuchte

Mein Arbeitsplatz, schön nach Feng Shui direkt neben dem Bett im Schlafzimmer. Hier sieht man das Kabel der erwähnten Mehrfachsteckdose. Und hier hängt das Artischockenbild in Wirklichkeit. 

Küche mit weißen Panton Chairs und Metall-Leuchten

Und die Küche. Außer dem Rhabarber gibt es auch hier nicht viel Neues zu sehen. Die Panton Chairs kommen mit ins Loft, die Metall-Leuchten dürfen auch mit. Was die perfekte Überleitung ist:

Alte Industriehalle, zu Loft-Wohneinheiten ausgebaut

Links sieht man den Zustand von Anfang des Jahres. In die alte Industriehalle werden mehrere Wohneinheiten reingebaut, unsere reicht von der Backsteinwand links bis zum großen Pfeiler rechts. Auf Höhe des grauen Querbalkens wurde inzwischen eine Geschossdecke eingzogen, so dass wir leider nicht in einer Kathedrale wohnen werden. 
Unten ist Eingangsbereich, Gästebad, Hauswirtschaftsraum und ein komplett offener Wohn-Ess-Kochbereich. Dazu eine Terrasse mit kleinem Garten.
Oben gibt es ein Bad, ein Schlafzimmer, ein offenes Ankleidezimmer und ein Gäste-/ Arbeitszimmer.
Ganz oben haben wir zwei Innenbalkons und eine Dachterrasse.
Rechts ein aktuellerer Zustand, der Holzausbau ist nun fertig und man erkennt die bleibende Raumhöhe. Immerhin sind das noch 3 Meter. 

Industriefenster im Loft

Links: Der eigentliche Grund, warum ich das Loft kaufen wollte, sind diese geilen Industriefenster. Dabei handelt es sich um Originale, die aufbereitet und wieder eingesetzt wurden. Wie man auf der 3D-Simulation des Wohn-Ess-Kochbereichs sieht, ist eine Wand komplett mit diesen Fenstern bestückt. Eins davon lässt sich öffnen und man kommt auf die Terrasse. 
Rechts: Auf dem 3D-Plan sieht man, wie wir uns die Einrichtung unten vorstellen. Bis auf die Küche ist allerdings alles noch vorläufig.

Offene Loft-Küche mit Kücheninsel in Weiß und Schwarz

Die Küche haben wir schon bei Schmidt Küchen in Mannheim bestellt. Die Fronten werden matt weiß, die Arbeitsfläche auf der Insel und das Spülbecken auch (das Material heißt Silestone). Der Wasserhahn wird schwarz. Da wollte ich eigentlich das Modell Tara von Dornbracht, aber eine Dreilochbatterie mit zwei Kreuzgriffen ist laut Mann arg unpraktisch. Hat er Recht. Also gibt es jetzt ein fast baugleiches Modell von StoneArt, nur eben eine Einhebel-Mischbatterie.
Beim Kochfeld haben wir uns für ein Modell von Berbel mit integriertem Abzug nach unten entschieden (Downline BKF 83). 
Unser Backofen wird ein griffloses Modell von Miele (H6800 BPX). 
Spülmaschine weiß ich gerade nicht auswendig, irgendwas von Miele. 
Unseren guten alten Retro-Kühlschrank nehmen wir mit, der passt perfekt ins Loft. 
Der Thermomix verschwindet auf elegante Art und Weise in einem der hohen Schränke, da gibt es spezielle Tablare zum Ausziehen mit Steckdose dahinter.
Hocker gibt es natürlich andere, das ist halt das, was das Simulationsprogramm von Schmidt Küchen so hergab. Ich tendiere zu schwarzen Tolixen. Über diesem Weintrinkbereich sollen dann die Metallleuchten hängen, die wir in unserer aktuellen Küche haben.

Weißer Fußboden Industrie Boden Epoxidharz Beschichtung Weiß

Nun zum schwierigsten Thema, dem Boden (links, im Klamottengeschäft fotografiert, so ungefähr soll es werden). Ich möchte unbedingt einen glatten weißen Industrieboden, bloß keine Fliesen und kein gemütliches, warmes Parkett. Im Prinzip hat man hier zwei Möglichkeiten, eine Spachtelung oder eine Beschichtung. Hier gibt es wiederum zwei Optionen, PU (etwas weicher) oder Epoxidharz (etwas härter). Nach langem Hin und Her wird es bei uns wahrscheinlich letzteres, wobei wir wegen der reinweißen Farbpigmente eine gewisse Gefahr der Vergilbung beim Kontakt mit organischen Materialien in Kauf nehmen müssen. Bei einem grauen Boden wäre das nicht der Fall. Aber ich will nun mal einen weißen Boden und keinen grauen, sonst muss ich mich auf ebendiesen werfen und plärren. Mein Mann denkt sich nur "Happy wife, happy life."
Zuletzt noch eine Sammlung diverser Dinge, die der Paketmensch schon gebracht hat (rechts): Die Standarmatur für die freistehende Badewanne im großen Bad oben. Ein organisches Kuhfell für den Wohnbereich, unter dem der weiße Boden dann vergilben wird. Eine Fußmatte passend zur neuen Heimat. 
Updates zum oberen Wohnbereich folgen, da sind wir noch nicht so weit wie unten. So, da wisst ihr für's Erste Bescheid :)