Samstag, 6. September 2014 54 Kommentare

Thai-Zucchinispaghetti mit Pak Choi, Erbsen und gebratenem Tofu

Heute Morgen: Ich stehe in der Küche, zerdrücke die Klumpen in meiner Chiasamen-Mandelmilch-Pampe und rühre ein bisschen Haselnussmus unter. Männchen sieht die fragwürgig (haha, das war ein echter Vertipper - den lass ich stehen) aussehende Masse und meint: "Du bist ja voll heilig, dass du sowas isst!" Find ich auch und löffel den Froschlaich mit braunen Schlieren schnell weg, damit mein Gehirn aufhört, weitere Assoziationen auszuspucken. Was tut man nicht alles für dickere Haare und dünnere Oberarme...


Dabei schiele ich ein bisschen neidisch auf seine Nutellatoasts (ja, Plural) und noch ein bisschen neidischer auf seine drahtigen, durchtrainierten Oberarme und die Wolle auf seinem Kopf. Hmpf. Ich glaube, ich kann mich querstellen: Dreimal in der Woche mindestens 10km joggen (ja, das mach ich wirklich), Hanteltraining, bei Naschgelüsten Gemüsesaft trinken, mir seit Monaten nur noch Hirsegemüsechiafischquinoazeugs reinstellen und das für Fotoshootings produzierte geile Essen bis auf Mini-Testportionen heldenhaft an Männchen weiterreichen. Hilft alles nix. Ich bin ein Naturspecki. 


Was aber auch fein ist - hierzu hat Conny von der Seelenschmeichelei einen tollen Artikel geschrieben. Außerdem hat die gesunde Ernährung, mal ganz ohne auf Kilos und Oberarme zu schielen, einen entscheidenden Vorteil: Man bringt Variation in seinen Speiseplan und lernt Lebensmittel und Zubereitungsweisen kennen, von denen man bisher gar nicht wusste, dass sie überhaupt existieren! Das finde ich total spannend. 
Zwar halte ich persönlich nichts vom momentan grassierenden, zum Teil unreflektierten Hype um gewisse Ernährungsformen und vom Trend, sich nicht objektivierbare Unverträglichkeiten als Lifestyleaccessoire zuzulegen ("Ich vertrage keine Gluuutn, aber was das ist, weiß ich eigentlich auch nicht"). Wir kaufen nicht jeden Tag im Biomarkt ein und ich für meinen Teil ziehe ein gutes Rindersteak jederzeit würstchenförmigen Bratlingen aus Analogkäse vor. Aber einfach mal Kichererbsen, Tahinipaste oder Amaranth kaufen und schauen, was man damit Neues, Leckeres anstellen kann, das mag ich.


So wie diese Thai-Zucchinispaghetti hier - ja, aus Zucchini geschnittene "Nudeln". Wie lecker sind die bitte? Dass sich im Schälchen nichts außer Gemüse befindet, merkt man überhaupt nicht, so umami und schlürfig und aromatisch ist das Ganze. Dabei war ich ja erst ziemlich skeptisch und dachte, dass richtigen Nudeln nichts und niemand das Wasser reichen kann. Aber oh god, they can. Natürlich mit ein bissl Unterstützung von ordentlich Knoblauch, Ingwer und grüner Currypaste, aber ohne Soße sind Hartweizen-Spaghetti ja auch nicht gerade wettbewerbsfähig. 


Um die Zucchini so schön kringelig zu schneiden, nimmt man am besten einen Spiralschäler oder Julienneschneider. Sowas gibt es für ca. 20 Euro bei Galeria Kaufhof, meiner ist von GEFU. Sieht aus wie ein überdimensionaler Bleistiftspitzer, in den man die ganze Zucchini reinsteckt und dann einfach dreht. Ist sehr lustig und geht ganz schnell! Mit einem Messer und etwas Geduld klappt es aber auch.


Für 2 Personen:

2 - 3 Zucchini
1 kleiner Pak Choi (Kohl)
eine Handvoll Erbsenschoten
Sesamöl
2 Knoblauchzehen
ca. 4cm Ingwer
1 kleine grüne Chilischote (je nach gewünschter Schärfe)
1 ungespritzte Limette
1 Stängel Lemongrass
3 EL Sojasoße* (Ich fand die glutenfreie Version von Kikkoman einfach farblich passend, aber vielleicht interessant für wirklich Betroffene: Schmeckt genauso wie normale Sojasoße.)
1 EL grüne Currypaste
1 TL Agavendicksaft oder Honig
Salz
Pfeffer
250g Tofu (Halloumi wäre auch lecker oder meine neueste Entdeckung: Panir)
1 EL Sesam
frischer Koriander


*kostenloses Sample


1. Zucchini waschen, Enden abschneiden und mit dem Spiralschäler in lange Spaghetti schneiden. Erbsen waschen und putzen. Pak Choi waschen und in Streifen schneiden.

2. Etwas Sesamöl in eine große Pfanne geben und gepressten Knoblauch, fein gehackten Ingwer und klein geschnittene Chili darin anbraten. Die Erbsenschoten und die Zucchininudeln hinzufügen und ca. 5 Minuten braten. Dann den Pak Choi zugeben und weitere 2 Minuten braten. Pfanne mit gebratenem Gemüse vom Herd nehmen.

3. Limettenschale abreiben, Limette auspressen und die Schale mit dem Saft verrühren. Lemongrass von den holzigen Außenschichten befreien, ganz klein schneiden und zur Limettenmischung geben. Sojasoße, Currypaste und Agavendicksaft ebenfalls zufügen und die Soße bei Bedarf noch mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Soße über das gebratene Gemüse in der Pfanne geben und mischen.

4. Tofu in Würfel schneiden. Nochmal etwas Sesamöl in  einer anderen Pfanne erhitzen, gewürfelten Tofu zugeben und ca. 5 Minuten braten. Sesam darübergeben. Das gebratene Gemüse mit dem Sesamtofu und etwas frischem Koriander anrichten.


Und weil es grad so schön zum Thema Ernährung passt: Einige Blogger haben vom niederländischen Start-Up-Unternehmen Uzuma* eine Testbox mit verschiedenen kalt gepressten Gemüsesäften zugeschickt bekommen. Die Zusendung war unverbindlich, aber mir haben die Säfte gefallen und daher möchte ich sie kurz vorstellen:
In jeder Flasche ist das Äquivalent von einem Kilo rohem Obst und Gemüse enthalten (Spinat, Rote Beete, Fenchel, Broccoli, Apfel, Karotte, Limette...) und sonst nichts, also keine Farb-, Konservierungs- oder Aromastoffe. Die Säfte kann man nun entweder einfach ergänzend zu seiner normalen Ernährung trinken, oder aber als Saftkur, ähnlich wie beim Heilfasten (was immer einer genauen Einweisung bedarf und nicht einfach so spontan gemacht werden sollte). 
Anni von Fashion Kitchen und  Thi vom Kawaii Blog haben die Säfte auch getestet: Anni mochte sie gar nicht, Thi fand sie zum Teil gewöhnungsbedürftig, aber fühlte sich wohl damit. Ich fand sie gut brauchbar als gesunde Alternative zu irgendwelchen Snacks und Naschereien, wenn man mal zwischendurch Gelüste bekommt. Was den Geschmack angeht, naja, eine Köstlichkeit sind sie nicht - aber seit ich mir mal einen grünen Smoothie mit etwas zu viel Kresse gemixt habe, bin ich da schmerzfrei! Sie schmecken halt gesund nach Gemüse, was für mich völlig okay war. Ich bin fast ein bisschen traurig, dass im Kühlschrank nur noch drei Flaschen stehen.


Die Bambusschälchen habe ich übrigens bei einer Heidelberg-Shoppingtour mit meinen Lieblings-Bloggermädels Rebecca, Stef und Nadine gekauft. Während Nadine und Stef ein kleines Päuschen machten, haben Rebecca und ich noch schnell Depot, Butlers und Co. unsicher gemacht. Von der weißen Schale war nur noch eine einzige da... oh oh, Drama... aber statt uns an den Haaren zu ziehen und zu beißen (wie Nadine und ich das ja auf dem Flohmarkt generell immer machen), haben wir uns erst eine Viertelstunde lang mit gegenseitigem "Nein, nimm du sie" vornehm zurückgehalten. Ich habe natürlich als Erste allen Anstand beiseite geworfen und die Schale genommen. Wie Rebecca so schön schrieb: Sie ist eben die Ältere und Vernünftigere ;) 
Ich hab damals leider völlig verpeilt, Fotos zu machen, aber wenn ihr mehr über unser Treffen in Heidelberg lesen wollt, klickt euch mal durch die Berichte von Rebecca, Stef und Nadine. Ach Mädels, ich vermiss euch und musste beim Shooting ganz arg viel an euch denken!

***

Wie seht ihr das mit der gesunden Ernährung? Wie ernährt ihr euch und was ist euch dabei wichtig? Das ist zwar ein sehr persönliches und individuelles Thema und wie so oft gibt es auch hier sicher nicht die eine Wahrheit, aber trotzdem würde mich eure Meinung dazu interessieren!

Freitag, 29. August 2014 55 Kommentare

Madeleines mit Thermomix-Variante & Mystic Light Photography

Tja, so langsam herbstelt es nun wirklich. Ein bisschen hat sich das schon auf meine Food Photography ausgewirkt: Auf helle, strahlende Food-Fotos mit pastellig-frischen Sommerfarben habe ich keine Lust mehr. Dafür aber auf dunklere Bilder mit Vintagestimmung, à la Dark and Moody, Mystic Light oder Chiaroscuro, wie auch immer man diesen Fotografie-Trend nennen möchte.


Wohlgemerkt: Diese Bilder hier sind nun noch nicht die volle Mystic-Light-Keule, sondern eher so ein Hybrid aus meinem gewohntem Stil und einer Prise dunklerem Vintage-Ambiente. Sie sind etwas wärmer, etwas heller, etwas mehr Granny-Style als klassische Mystic Light Photography. Ich musste mich erstmal langsam rantasten...


Denn wisst ihr was? Eigentlich habe ich mich zuerst ganz schön gegen diese Mystic Light Photography gewehrt. Immer, wenn Trends zu stark sind, kommt (vorübergehend) die Rebellin in mir hoch und ich denke: "Näääh, das machste jetzt nich auch noch". Und gerade dieser Stil hier ist mit Vorsicht zu genießen. Ich meine, was ist denn Sinn und Zweck von Food Photography? Vor allem doch mal, dass das Essen lecker aussieht (Okay, es gibt auch noch künstlerische, verfremdende Ansätze. Lassen wir das jetzt mal außen vor.) Aber wenn man Dark and Moody übertreibt, sieht das Essen irgendwann so aus, als wäre es schon 7 Jahre auf dem Dachboden gestanden. Wenn man es denn überhaupt noch sieht. Finde ich dann auch nicht mehr toll. 


Außerdem war dieser Stil komplettes Neuland für mich. Man braucht etwas andere Props (Accessoires), arbeitet anders mit dem Licht und bearbeitet die Fotos auch auf eine ganz andere Art und Weise. Ich dachte mir immer: "Du hast ja gar kein altes bläulich schimmerndes Blech als Hintergrund, da kannste Mystic Light Fotos gleich vergessen". 


Aber natürlich wollte ich es dann doch irgendwann wissen und habe ganz langsam mit diesen Fotos hier angefangen. Der Reiz, etwas Neues auszuprobieren und sich neuen Herausforderungen zu stellen, war einfach zu groß.
Mittlerweile habe ich auch schon Fotos mit so richtig bläulich-dunklem Hintergrund gemacht, die wirklich in die Chiaroscuro-Richtung gehen, kurz vor Dachboden. Davon zeige ich euch im Laufe des Herbstes noch mehr. Kleine Vorschau:


Wärt ihr denn mal an einem Tutorial zur Mystic Light Food Photography interessiert? Das wäre natürlich etwas spezieller bzw. eher was für Fortgeschrittene und ich experimentiere da selber noch viel rum, aber vielleicht ist gerade das ja mal interessant. Und was allgemeine Tipps zur Food Photography wie Licht, Hintergrund, Styling und Bildkomposition angeht, wisst ihr ja: Da gibt es meine kleine Fotoschule*, die ich für Thermomix* entwickelt habe.


*Kooperation mit Langzeit-Produkttest

Die Tipps sind natürlich mit oder ohne Thermomix gleichermaßen umsetzbar, also schaut gerne mal rein! Es ist auch gerade die vierte Lektion online gegangen. Dafür hatte ich nämlich diese leckeren Madeleines gebacken, für die ich euch nun noch schnell das Rezept mit Thermomix-Variante geben will.


Das Grundrezept* stammt aus der Rezeptwelt, ich habe es nur leicht abgeändert: Weniger Zucker, dafür mit Amaretto und Puderzucker. Ich mag die leichte Bittermandelnote vom Amaretto im Teig sehr, auch Bourbon wäre eine leckere Alternative. Den Puderzucker habe ich eher für die Optik zugefügt ;) Für ca. 36 Madeleines:

4 Eier
1 EL Vanillezucker
90g Zucker
150g Mehl
1 TL Backpulver
125g flüssige Butter, abgekühlt
1 EL Amaretto
Puderzucker zum Bestäuben

Mit Thermomix:

1. Madeleine-Form fetten, Backofen auf 190 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
2. Eier, Vanillezucker und Zucker im Mixtopf 3 Minuten auf Stufe 3-4 schaumig schlagen.
3. Mehl und Backpulver zugeben und 1 Minute auf Stufe 3 unterrühren.
4. Flüssige Butter und Amaretto zugeben und 30 Sekunden auf Stufe 3 unterrühren.
5. In die Vertiefungen der Form jeweils 1-2 TL Teig geben und ca. 10 Minuten backen. Madeleines vor Entnahme aus der Form 5 Minuten abkühlen lassen. Form reinigen, neu fetten und die nächste Portion backen. Mit Puderzucker bestäuben.

Ohne Thermomix:

1. Madeleine-Form fetten, Backofen auf 190 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
2. Eier, Vanillezucker und Zucker in einer Schüssel mit den Rührbesen des Handrührgeräts auf höchster Stufe schaumig schlagen.
3. Mehl und Backpulver vermischen und esslöffelweise unter die Zucker-Ei-Masse rühren.
4. Flüssige Butter und Amaretto dazugießen und alles glatt rühren.
5. In die Vertiefungen der Form jeweils 1-2 TL Teig geben und ca. 10 Minuten backen. Madeleines vor Entnahme aus der Form 5 Minuten abkühlen lassen. Form reinigen, neu fetten und die nächste Portion backen. Mit Puderzucker bestäuben.


Was haltet ihr denn vom Mystic-Light-Trend in der Foodfotografie? Oder habt ihr vielleicht schon neue Trends beobachtet? Und welche Fototrends könnt ihr nicht mehr sehen?


Dienstag, 26. August 2014 42 Kommentare

New In: Weißer Bauernschrank und Vale Vale-Kissen

Und weg isses, das Expedit. Endlich! Wir hatten im Wohnzimmer ja bisher immer eine ominöse "vierte Wand", an der ich jedesmal tunlichst vorbeifotografiert habe. Ich glaube, ihr habt diese Wand nur ein einziges Mal gesehen - allerdings auch nur bei Instagram und einzig und allein aus dem Grund, weil ich Ricarda und Miri nicht nein sagen konnte. Aber jetzt haben wir statt dem Expedit einen geschmackvollen weißen Dielenschrank mit Altbau-Charme. Unser Wohnzimmer wird also zukünftig eine Dimension mehr auf Fotos haben, yeah:


Oben ist ja der Link zum Vorher-Zustand, aber ich beschreibe es auch gerne noch mal kurz, weil es so schön war: Ein weißes 4x4 Expedit-Regal, voll mit knallbunter Trivialliteratur, CDs, DVDs und BluRays. Darauf eine Palme und zu Füßen der Palme eine nicht ganz kleine Alkoholsammlung. Diese wurde wiederum von unten von einer LED-Glasplatte beleuchtet (immerhin nicht bunt blinkend, wir haben ja schließlich Geschmack... hust). Selbst der Hendricks Gin, den ich vor lauter Verzweiflung gekauft und ganz nach vorne gestellt hatte, konnte das Arrangement stiltechnisch nicht mehr retten. 


Jedenfalls hat es mir irgendwann gereicht mit dem 80er-Jahre-Fototapetenregal und ich habe relativ spontan den weißen Schrank bestellt, den ich mir eigentlich immer als Kleiderschrank gewünscht hätte: Ein weißer Dielenschrank aus Massivholz mit kannelierten Pilastern (Diese geriffelten Säulenattrappen - klingt beeindruckend, oder?), antik anmutend, mit rautenförmigen Beschlägen und Kassettentüren. Und endlich habe ich auch den perfekten Platz für meine pflaumenfarbene Quaste von Tine K Home gefunden!


Um ihm ein bisschen Mitspracherecht vorzugaukeln, hatte ich Männchen sogar vorher gefragt, was er denn von diesem weißen Dielenschrank statt dem Expedit halten würde: "Du, guck mal. Wie findest du diesen Schrank?" Männchen: "Da passt aber nicht alles rein, was wir jetzt im Expedit haben" Ich so: "Joa, stimmt" - und hab den Schrank bestellt. Ausmisten ist schließlich eine meiner leichtesten Übungen. 


Irgendwann musste ich natürlich beichten, d.h. ihn mit meinem B1-Lächeln** anstrahlen und sagen: "Ach übrigens, heute abend gibt es Rinderhüftsteak. Und morgen kommt unser neuer Wohnzimmerschrank. Soll ich dir noch Radler kaufen gehen?" Männchen: "Neeeeeeeeeiiiiiiiiiin!"  Mist, der Mann ist einfach zu schlau. Ich: "Oh, sorry Sweetie... ich dachte, du hättest nur den Einwand mit dem Platz gehabt? Da hab ich mich schon drum gekümmert, also dachte ich, von deiner Seite aus steht dem Dielenschrank nichts mehr im Wege. Außerdem war das mein Expedit und den neuen Schrank habe ich bezahlt. Und auf der Homepage steht "Kundenfreundliche Montage"!"


**Kinners, das ist KEIN Werbelink, sonst wäre er als solcher gekennzeichnet. Ich bin ja nicht blöd und versau mir selber mein Google-Ranking, indem ich ungekennzeichnete / nicht auf nofollow gesetzte Werbelinks veröffentliche.  Ich kann den Link gerne auch rausnehmen. Aber dann googelt bitte selbst, dass B1 die hellste Zahnfarbe ist, die es gibt (siehe auch mein Kommentar unter diesem Post).


Tine K Home Troddel plum 

Mwaha. Der nächste Tag, an dem wir mit Gummihammer und Akkuschrauber versuchten, diesen Bauernschrank aus verbogenen Holzplatten und 191 (!) Schrauben aufzubauen, wäre noch mal einen eigenen Post wert gewesen. Trotz intakter Umverpackung hatte ein Brett einen 20cm langen Riss, den wir erstmal kleben mussten. Auf diversen anderen Brettern war der Lack abgeplatzt. Und das Holz war so verzogen und zum Teil falsch vorgebohrt, dass die einzelnen Bretter hinten und vorne nicht zusammenpassten. Am besten hätten wir den Schrank zurückgeschickt, aber ich hatte gelesen, dass sich Reklamationen bei diesem Online-Möbelversand äußerst zäh gestalten. Also Zähne zusammenbeißen und es so gut wie möglich hinbiegen...  Ich habe am Ende an mehreren Stellen geblutet, der Schrank sieht auch nur von weitem gut aus, aber er steht.  
Ohne Männchen hätte ich das übrigens nie und nimmer hinbekommen und ich fand es verdammt edel von ihm, dass er mich dann nicht mit einem schnippischen "Ist doch dein Schrank. Hast du alleine bezahlt, jetzt bau ihn halt auch alleine auf" hängengelassen hat. 
Meine sachlich formulierte 2 von 5-Sterne-Bewertung auf der Homepage wurde übrigens bis heute nicht freigeschaltet... ts ts ts. Von daher hier kein Link und keine Kaufempfehlung.

(Edit: Weil es sich einige gewünscht hatten: Das hier ist der Schrank, vor dem ihr euch hüten solltet. Bei meinem Möbelversand hieß er allerdings nicht Danz, sondern Nila.)


Dafür habe ich eine viel nettere Kaufempfehlung, garantiert ohne Lieferung von kaputten Teilen und Verletzungsgefahr beim Aufbau, und zwar die Kissen von Vale Vale*. Dahinter steckt die liebe Anne aus Wiesbaden, die alle Designs selber entwirft und in ihrem Dawanda-Shop anbietet:

*Werbung

Neben der so ziemlich schönsten Auswahl an schwarz-weiß gemusterten Kissen*, die ich kenne,  hat sich Anne auch noch etwas ganz Neues einfallen lassen. Und zwar fotografiert sie alte Reklame-Schriftzüge im Stil der Fifties, sei es von Gaststätten, Zeitungsverlagen oder kleinen Lädchen, isoliert daraus Namen oder Worte von allgemeinem Interesse und kreiert damit (pardon) saucoole Fotoprint-Kissen*! 


Bei diesem Kissen mit dem Fotoprint "Mann" habe ich meinen Augen nicht getraut: Der Schriftzug ist vom Berufsbekleidung-Fachgeschäft Eiermann in Heidelberg in der Bergheimer Straße, wo ich meinen ersten (und hoffentlich letzten) Arztkittel gekauft habe! Und das "Onkel"-Kissen oben auf der Collage, wer kennt's, hier aus der Gegend? Yap, das ist die Onkel-Otto-Bar in Mannheim. Auch in Frankfurt, Mainz, Köln und vielen anderen Städten hat Anne Motive gefunden. Schaut doch mal hier*, ob sie aus eurer Stadt auch etwas aufs Kissen gebracht hat!



Jedenfalls bin ich mit dem weißen Holzschrank im Wohnzimmer superglücklich, auch wenn die Montage mehr als schwierig war.  Links sind nun alle Bücher drin, rechts die Gläser, die Hausbar und das Barzubehör. Ein richtiger Spaßschrank also - einfach öffnen, etwas von links und etwas von rechts nehmen und einem Philosophierabend mit Bridget Jones Hemingway und einem guten Whiskey steht nichts mehr im Wege. Die CDs, BluRays und DVDs befinden sich jetzt übrigens im Lowboard unter dem TV, alphabetisch geordnet, Zahlen vor Buchstaben und ohne Berücksichtigung des Artikels. Wisst ihr Bescheid. :)


Sorry, Bezugsquellen vergessen:
Tablo Beistelltisch von Normann Copenhagen: Connox*
Lila Lampenschirm, Quaste und lila Kissen: Tine K Home, last season
Sternkissen: Impressionen
Flechtkorb: Westwing*
Kähler Omaggio Vase: wunderschön gemacht*
Scratched Calendar 2014: Cocolapine*
Acapulco Chair: Maisons Du Monde, leider nicht mehr im Programm
TV-Lowboard: Ikea Besta, leider auch aus dem Programm genommen