Mittwoch, 31. Oktober 2012 74 Kommentare

DIY: Halloween Special 3 - Glowing Cupcakes

Okay, das hier geht nicht mal mehr als Last Minute durch. Wahrscheinlich seid ihr schon alle längst auf euren Parties oder habt eure Sweet Tables fertig gerichtet - wenn ihr denn überhaupt irgendwelche Halloween-Ambitionen habt. Aber früher habe ich es leider nicht geschafft (Alltag, Leben, Lernen - sowas halt, ihr kennt das ja) und zeigen möchte ich es euch trotzdem. Fürs nächste Halloween und überhaupt, es leuchtet im Dunkeln!!!! Kreisch.


Also ich habe 2 verschiedene Cupcakedesigns gemacht, nach dem selben Grundrezept HIER für den Teig. Das Frosting leuchtet in beiden Fällen unter Schwarzlicht, das Rezept kommt weiter unten.
Wie bitte, ich hab mal gesagt, dass ich keine Cupcakes mehr machen will weil überstrapaziert und overrated und überhaupt? Stimmt. Aber diese leuchten im Dunkeln!!!! Falls ich es noch nicht erwähnt habe. Und als Kind der Achtziger kriegt man mich mit Glow In The Dark immer.

Aber jetzt erst mal zu den Hexencupcakes. Die leuchten zwar auch, da es das gleiche Frosting ist, aber das ist hier nicht so von Interesse. Hier fand ich einfach diese Idee von Pinterest total süß (klick), leider ist als Quelle nur ein Tumblr angegeben. Also wenn jemand weiß, woher...? Jedenfalls, ihr wisst ja, dass ich auf das quietschorangene Halloween nicht so stehe, da fand ich diese Hexencupcakes gerade perfekt. Einfach, aber geschmackvoll und subtil gruselig. Ohne Orange. Ich habe es etwas abgewandelt mit anderen Wrappern und einem echten Ast für den Hut... der Besen ist einfach aus Bast, den man bündelt, um ein Holzstäbchen bindet und an den Enden abschneidet. Selbsterklärend, oder? Und der Hut geht so:


1. Man braucht: schwarzes Tonpapier, Schere, Tesafilm, Bleistift und zwei verschieden große runde Formen, Dosen o.Ä.

2. Entlang der Dosen mit Bleistift einen großen und einen kleinen Kreis auf das Tonpapier malen. Ausschneiden.

3. In den kleineren Kreis mit dem Bleisitft oder der Schere ein Loch pieken.

4. Den größeren Kreis in der Mitte durchschneiden (halbieren), zu einer Tüte drehen und mit Tesa an dem kleinen Kreis befestigen. Den Hut auf ein Holzstöckchen oder einen Ast stecken.


Das Männchen so: "Was ist das denn?" Ich: "Hexencupcakes" Er: "Das soll eine Hexe sein?!?" Ich: "Naja, die Hexe selbst ist tot oder halt grad nicht da, was weiß ich, das ist ja grad das Gruselige daran..." - Männer!


Die Wrapper erinnern mich irgendwie an einen schmiedeeisernen Zaun um ein altes, verlassenes Manor House. Oder an dornige Ranken. Solche wollte ich ja unbedingt haben... da gibt es zwar noch tollere von Wilton, aber die konnte man nur in den USA bestellen und das mag ich nicht so gern. Vor allem, wenn es schnell gehen soll. Die hier sind aus GB via Auktionshaus.



Sooo, und da sich eh schon ein kleiner Geistercupcake auf das letzte Bild geschmuggelt hat, geht es jetzt gleich mal mit den Leuchtviechern weiter. Auch das habe ich bei Pinterest gesehen (die Seite setzt mir nur Flausen in den Kopf, tsss) und es stammt wohl ursprünglich von Sweet Little Thang (HIER). And the secret ingredient is... Tonic Water!


Man muss allerdings dazu sagen, dass das Frosting nicht ganz von selbst leuchtet, sondern nur unter Schwarzlicht. Aber Schwarzlichtröhren sind nicht so teuer, die gibt es für ca. 20€ im Baumarkt. Wir haben jetzt jedenfalls eine (grins), die ich zu meinen anderen aus blogtechnischen Gründen angesammelten Kuriositäten packen kann (riesige Regalböden als Fotohintergrund, wunderschöne brünette Perücken...)
Der leuchtende Inhaltsstoff ist übrigens das Chinin, das in saurer Lösung (also hier Kohlensäure) dieses Verhalten zeigt. Es klappt also auch mit Bitter Lemon, aber nicht ganz so gut. Vielleicht gibt es ja noch andere Lebensmittel, die unter Schwarzlicht leuchten... werde das in den nächsten Tagen mal testen.


Also das Schwarzlicht ist der limitierende Faktor. Der Rest ist einfach - ganz normale Cupcakes machen und das Frosting nach diesem Rezept anrühren:

250 g weiche Butter
500 g Puderzucker
6 EL Tonic Water

Butter auf höchster Stufe mit dem Handrührgerät schlagen, bis sie weißlich wird. Mit dem Puderzucker zu einer homogenen Masse verrühren. Diese ist zunächst noch ziemlich fest. Dann das Tonic Water unter weiterem Rühren sukzessive hinzufügen, bis die Masse die gewünschte Konsistenz hat (bei mir war es ca. bei 6 Esslöffeln Tonic Water so weit). Und ja, es mischt sich mit der Fettphase... wegen dem Puderzucker wahrscheinlich.
Die Augen kann man aus kleinen Schokodrops o.Ä. machen.

Okay, hier muss ich euch noch was Per-verses beichten. Ich wollte unbedingt reinweißes Frosting für die Geister haben und nicht dieses gelblich-buttrige. Palmin ist ja zu hart für sowas und wie man sonst dieses Vegetable Shortening aus dem Rezept ersetzt, weiß ich nicht? Also ich rede nicht lang drumrum: Ich habe Schweineschmalz genommen. Was den Cupcakes einen etwas ekelhaften Schinkengeschmack verleiht. Also bitte nicht nachmachen, mit Butterfrosting leuchtet es genauso gut!! Aber ich wollte so unbedingt für die Fotos reinweiße Geister und naja, wenn heute Abend Halloweenkinder klingeln, hab ich was für die, höhö ;D



So, und wir machen es uns jetzt mit Kürbisravioli und Blair Witch Project auf dem Sofa gemütlich und warten auf die Trick Or Treat-Kinder. Und ihr so? Happy Halloween, ihr Lieben!

Montag, 29. Oktober 2012 104 Kommentare

DIY: Halloween Special 2 - Sugar Skull & Flower Crown

Was Trends angeht, habe ich ja immer eine etwas lange Leitung. Aber wozu hat man eine beste Freundin? "Vera? Du musst mich schminken. So": und zeigt mir Laufstegfotos von Lena Hoschek, mit Sugar Skull-Makeup. Die mexikanische Tradition Dia De Los Muertos war mir ja ein Begriff, seit ich letztes Jahr bei Lush diese bunten Duschgel-Jellies in Totenkopfform gesehen hatte. Aber diese genialen Makeups kannte ich bis dahin noch nicht. Also haben wir angefangen alles vorzubereiten und gestern wurde N. geschminkt und geshootet. Ich fand die Fotos so cool, dass ich mich heute gleich nochmal selbst geschminkt und geshootet habe. Die Fotos von mir könnt ihr hier nun sehen, von N. lade ich später vielleicht noch ein paar Fotos hoch. Sie muss sie aber erst absegnen.


Den Blumenkranz habe ich selbst gebastelt, nachdem ich einen im Internet bestellt hatte und der bis heute nicht angekommen ist. Gerettet hat mich mal wieder der Wollwatt (für neue Leser: Woolworth) mit seinen Plastikanemonen à 1,99. Das ging einfacher als ich dachte. Und zwar so:


Man braucht:
schwarzen Haarreif, am besten etwas breiter 
(als der, der auf dem Foto ist - hatte da den Kranz schon fertig und vergessen ein "you need" Foto zu machen)
Kunstblumen
Schere
Draht


1. Die Kunstblumen von ihren Stielen abrupfen, geht bei günstigen Exemplaren besonders gut. Also lieber Wollwatt als Sia.

2. Ein ca. 20 cm langes Stück Draht zuschneiden.

3. Mit dem Draht unter dieser Plastik- Fruchtblätterkrone (Biologen dieser Welt, korrigiert mich hier) eine Schlaufe machen, so dass links und rechts ein gleich langes Stück Draht raussteht.

4. Die angedrahtete Blume mit dem Draht am Haarreif befestigen. Die Drahtenden am besten auf der kopfabgewandten Seite verstauen. Mit ein paar Blättern oder kleineren Blüten kann man variieren...


Und so sieht das dann aus. Da einen das Sugar Skull-Makeup ein wenig nach Keith Richards aussehen lässt, bietet der Blumenkranz das nötige anmutig-weibliche Gegengewicht. Und nichts gegen Keith. Ich bin sein Fan und wäre ich ein Mann, würde ich gerne so aussehen. Bin ich nun aber mal nicht.


Anleitungen und Inspirationen für das Makeup findet man massenweise auf Youtube, Blogs, Pinterest etc, einfach mal nach Sugar Skull oder Dia De Los Muertos suchen. Ich hatte mir klassisch-traditionelle Motive ausgesucht wie das Spinnennetz, Blumen und Rankenmotive und das Schlüsselloch auf der Stirn, das für Erleuchtung steht. Die weiße Profischminke habe ich von Idee Creativmarkt, das Schwarze ist einfach Kajal und das rote ist Lipliner. Insgesamt habe ich nur 5 Produkte verwendet: Weiße Theaterschminke, Primer für das Augenmakeup, schwarzen Lidschatten, schwarzen Kajal und dunkelroten Lipliner. Also fast alles Sachen, die frau eh zu Hause rumfahren hat.


Für das Setting war mein Fledermausbusch (Anleitung hier) natürlich perfekt, außerdem sind wir noch zu Ikea gefahren und haben diesen Spiegel gekauft. N. wollte den sowieso schon immer mal haben, also war jetzt der perfekte Zeitpunkt. Wobei er mir über meinem Schminktisch auch ziemlich gut gefällt :D Der Spitzenfächer (von hier) war erst weiß und wurde von N.'s Vater professionell mit Sprühlack eingeschwärzt. Und die kleine Flasche ist von Maisons Du Monde. 


Zugegeben, ziemlich viel Aufwand für ein paar Fotos - aber was das "es muss immer alles perfekt sein" angeht, ist N. mein perfect match und wenn wir halt beide am Werk sind wird schon mal etwas übertrieben :D Leider sind wir mit dem fertigen Makeup nicht mal weggegangen. Bis jetzt zumindest noch nicht. Wir haben ja auch nur eine Blumenkrone, einen Fächer etc.


Und bitte keine Komplimente für die Haare oder gar Fragen, welche Haarkur ich verwende - das ist ne Perücke :D Ebenfalls extra für die Fotos gekauft, hier. N. hat zwar ähnliche Haare, aber eben blond und das befanden wir für nicht so passend zu dem ganzen Motiv. Und ich fand die Perücke dann sooo toll, dass ich sie heute auch aufsetzen musste. Meine Haare sind zwar auch länger und braun, aber etwas heller und das Volumen fehlt mir dann doch - schnief. Am liebsten würde ich die Perücke gar nicht mehr ausziehen.


Vielleicht könnt ihr die Anregungen ja gebrauchen. Ich hoffe, der Post kommt noch halbwegs früh genug, falls ihr noch Ideen für eine Halloweenparty sucht. Okay, wahrscheinlich ist es schon ein bisschen spät :D Aber ich hatte eben noch so lang auf den Blumenkranz aus dem Internet gewartet, in der Hoffnung er kommt noch, bis ich dann doch zum DIY übergegangen bin.


Geht ihr denn auf eine Halloweenparty? Und wenn ja, wie schminkt ihr euch?

Freitag, 26. Oktober 2012 45 Kommentare

Baba Au Rhum mit Maronencreme

Maroni sammeln: Eine Stunde. Die dämliche dünne Unterhaut von 12 Maroni abpulen: 2 Stunden. Maronicreme in der Dose zu Hause haben: unbezahlbar. Tja, das hatte ich mir so nett gedacht - aus unserer reichen Maronibeute eine leckere Creme zubereiten und damit was Schönes backen. Nur leider habe ich es selbst mit allen Tricks (Wasser in den Backofen stellen, Maroni vorher in Wasser legen, Maroni vorher in Wasser kochen, die heißen Maroni SOFORT pellen...) nicht geschafft, die Unterschale in einer vertretbaren Zeit abzubekommen.


Aber zum Glück hatten wir noch fertige Maronencreme. Wo es die hier in Deutschland gibt weiß ich nicht, aber in Frankreich habe ich die schon in vielen Supermärkten gesehen (die Rückseite der Dose ist auf Französisch beschriftet). Die hält jahrelang, perfekt um ein paar Dosen davon in der Vorratskammer zu hamstern. Und die Maroni werden jetzt halt gemütlich abends auf dem Sofa geknabbert, ohne den Druck gleich 30 davon für eine Creme häuten zu müssen.


Gebacken habe ich Baba Au Rhum. Wie das auf Deutsch heißt weiß ich leider nicht, aber es ist köstlich. Klassischerweise ein mit Rum und Zuckersirup getränkter Teigkringel, ich habe noch eine Kastaniencreme in die Mitte gepackt und mit Vanille garniert. Und damit man nochmal ganz deutlich sieht, dass es KEIN Cupcake ist, gnihihi:


Das braucht man (Rezept frei nach Maître Pâtissier Felder, Elle A Table N° 83):

Teig:
200 g Mehl
15 g frische Hefe
20 g Zucker
4 g Salz
Mark einer Vanilleschote
2 Eier
50 g Butter

Sirup:
200 ml Wasser
200 g Zucker
100 ml Rum

Creme:
1 Dose Maronencreme 
(oder eben selbstgeschälte,  pürierte, gezuckerte, eingekochte Maronen)
1 Becher Schlagsahne


1.  Mehl, Hefe, Zucker, Salz und Vanillemark vermischen. Eins nach dem anderen die Eier unterrühren. Zuletzt, wenn alles homogen ist, die geschmolzene und abgekühlte Butter hinzufügen.

2 . Teig eine Stunde abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

3. Nach Ablauf der Stunde Teig noch mal gut durchkneten und kleine Würste rollen, diese in die gebutterten Formen legen. Wenn man keine kleinen Babaformen hat, kann man auch einen großen Baba in einer Guglhupfform machen. Nochmal ca. 20 Minuten gehen lassen.

4. Bei Ober- und Unterhitze 200°C ca. 20 Minuten backen, natürlich je nach Herdleistung und Größe des Babas.

5. In der Zeit den Sirup kochen: Zucker und Wasser zusammen kurz aufkochen, leicht simmern lassen bis es etwas dickflüssig wird. Den Rum hinzufügen und noch etwas weiter einkochen.

6. Die fertig gebackenen Babas mit dem Sirup von allen Seiten übergießen / tränken und mindestens 3 Stunden ziehen lassen.

7. Sahne schlagen. Die Maronencreme vorsichtig unterheben.

8. Babas mit der Creme füllen und mit Vanilleschoten garnieren.


Das Rezept ist nun zugegeben etwas blöd zum Nachmachen, zum einen hat bestimmt nicht jeder diese Formen und die Kringel 3 Stunden mit dem Sirup ziehen lassen ist ja auch bisschen nervig. Aber es schmeckt sooo gut, dieser mit Rum und Sirup getränkte Teig ist einfach mal was anderes! Statt Rum kann man auch Amaretto oder Grand Marnier nehmen oder den Alkohol einfach weglassen. Der Platz in der Mitte von den Kringeln schreit nach köstlichen Füllungen. Und es wird auch nicht matschig, die Befürchtung hatte ich ja am Anfang. Nach dem Backen ist der Teig nämlich etwas hart, aber mit dem Sirup dann genau richtig. Als Ersatz für die kleinen Babaförmchen kann man wie gesagt auch Guglhupf-Formen nehmen. Und tja, das mit der Ziehzeit ist halt so. Aber es lohnt sich :)


Übrigens hat eine neue kleine Rampensau unter meinen Küchenutensilien Einzug gehalten und macht dem weißen Tablett seinen Platz streitig: Die silbernen Zuckerlöffel. Das sind Familienstücke (ebenso der Krug und das Glas) und ja, eigentlich sind sie nicht zum Löffeln von Desserts gedacht. Sieht man ja schon an der Form der Löffellaffe. Aber zum Kuchen zerteilen geht es und wisst ihr wahaaas... ich finde sie einfach so schön, da ist mir das egal :D Die Stoffserviette ist von Marinette Décoration, klick.



Der Teig ist fluffig und klitschig zugleich, so guuut... Hmja, klitschig. Ist mit "k" was anderes als mit "g" und das Wort verwende ich ausschließlich für Teig. Gibt es das Wort überhaupt?


Und keine Sorge, hier geht's jetzt nicht immer nur ums Essen. Der nächste Post wird so Gott die österreichische Post will ein weiteres Halloween-DIY. Aber dann kommt wieder Essen, haha. Unser Internet spinnt zur Zeit übrigens ein bisschen, mal geht's und dann mal wieder nicht... also nicht wundern, ich konnte noch nicht alle Mails beantworten.


Ich wünsche euch ein schönes und gemütliches Wochenende! Werdet ihr was backen?

Mittwoch, 24. Oktober 2012 77 Kommentare

Apple Cinnamon Rolls

Äpfel haben noch gefehlt. Wir hatten Butternut- und Hokkaidokürbis, Walnüsse, Pfifferlinge, Maroni, Gorgonzola, Feigen und Pflaumen. Auch Weintrauben, zumindest als Deko auf der Etagere. Aber ohne Äpfel wäre der Herbst-Speiseplan einfach nicht komplett. Und Zimtschnecken wollte ich schon immer mal machen... also, was liegt näher als Apfel-Zimt-Schnecken und dazu heißer Apfeltee?


Das Rezept für die Zimtschnecken ist ein ganz besonderes, und zwar aus meinem liebsten Buch zur Zeit:


Seit meinen ersten Bloggertagen hat Yvonne B. alias Fräulein Klein einen festen Platz in meiner Blogroll. Dieser Blog ist ein kleines Wunder an Stil und Ästhetik. Ob es köstliche Backwaren sind oder wunderschöne Dekoideen, meine Augen bleiben immer an ihren Fotos kleben und wollen ergründen, was genau da so zauberhaft ist. Perfektion ist das eine, aber es ist immer irgendetwas Spontanes, Lebendiges dabei... die Schleife um den Kuchen sieht aus wie mal eben locker drumgebunden, von leichter Hand noch etwas Puderzucker darübergestreut... und doch, oder gerade deswegen: Alles zusammen ist perfekt. Und noch dazu sind alle ihre Rezepte und Dekotipps immer kinderleicht umzusetzen.
Also könnt ihr euch vorstellen, wie sehr ich mich über das Erscheinen ihres Bildbandes "Die wunderbare Welt von Fräulein Klein"* beim Callwey Verlag gefreut habe! Nach Jahreszeiten geordnet, kann man sich nun das Fräulein Klein-Ambiente nach Hause holen. Für jede Saison gibt es passende Rezepte und Ideen, die das Leben schöner machen. Und es gibt für mich gerade nichts Entspannenderes, als den Laptop mal auszuschalten, mich mit einer Tasse Tee auf dem Sofa einzukuscheln und diesen schönen Bildband zur Hand zu nehmen. HIER* könnt ihr ihn übrigens bestellen.

*Werbung


Mittlerweile habe ich fast überall ein Lesezeichen drin - bei den rosa-flauschig mit Kokos dekorierten Eiswaffeln für den nächsten Sommer, bei den stilvollen Halloween-Ideen in Schwarz-Weiß (Yvonne mag das aufgedrehte, knallorangefarbene Halloween nämlich auch nicht ;)) oder bei der edlen Blätterdeko fürs Wohnzimmer. Dabei habe ich auch das Rezept für die Zimtschnecken entdeckt und dachte, meine allerersten Zimtschnecken überhaupt möchte ich nach dem Rezept von Yvonne machen! Die liebe Yvonne hat sogar erlaubt, dass ich euch das Rezept hier vorstelle.


Lediglich die Äpfel habe ich noch hinzugefügt, sonst habe ich mich genau an das Rezept gehalten. Es ist ganz variabel, man kann entweder einen Kuchen aus den Zimtschnecken machen oder sie einzeln auf einem Blech backen. Ich habe mich für Letzteres entschieden.


Zimtschnecken à la Fräulein Klein, für 12 - 14 Stück oder eine 26cm-Kuchenform:

Teig:
500 g Mehl
75 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Würfel Hefe, 42 g
170 ml lauwarme Milch
1 Ei
60 g flüssige Butter
2 EL Quark
1 Prise Salz
1 Prise Zimt

Füllung:
meine Ergänzung: 1 kleiner, grob geriebener Apfel
50 g Zucker
2 TL Zimt
50 g flüssige Butter

Guss:
100 g Puderzucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 EL Milch


1. Vorteig zubereiten: Das Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde formen. Da hinein Zucker und Vanillezucker geben. Die Hefe darüberbröckeln und alles mit der lauwarmen Milch begießen. Nicht kneten - dieser Vorteig dient einfach dazu, die Hefe so wie sie es gerne mag mit Zucker und Wärme "anzuzüchten". 20 Minuten gehen lassen.

2. Ei, Butter, Quark, Salz und Zimt hinzufügen, jetzt gut verkneten und eine Stunde zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

3. In der Zeit den geriebenen Apfel, Zucker, Zimt und flüssige Butter für die Füllung vermischen.

4. Den Teig zu einem Viereck ausrollen, mit der Füllung bedecken und zusammenrollen.

5. Ca. 4 cm dicke Stücke abschneiden und auf ein Blech legen.

6. Bei 180°C ca. 25 Minuten im Backofen backen. 

7. Kurz vor Ende der Backzeit die Zutaten für den Guss verrühren und den Guss sofort auf den frisch gebackenen Zimtschnecken verteilen. Wer mag, kann noch etwas Hagelzucker darüberstreuen.


Das Männchen dazu: "Endlich backst du mal was Normales, das schmeckt vieeel besser als immer deine fancy Cupcakes mit der blöden Buttercreme"!


Dazu gab es warmen Apfeltee aus ausgehöhlten Äpfeln. Ein bisschen Zitronensaft sorgt dafür, dass sie nicht braun werden.


Und die Holzstäbchen (Woolworth, 1 Euro, oder Eisstäbchen sammeln) habe ich mit braunem Fineliner beschriftet.



Also ich kann euch die Rezepte und Ideen von Fräulein Klein nur wärmstens empfehlen. Und vielleicht wäre dieser schöne Bildband ja auch ein tolles Weihnachtsgeschenk für Mutter, Schwester, Tante, Freundin, liebste Arbeitskollegin...? Wenn ich "Die wunderbare Welt von Fräulein Klein"* nicht schon hätte, würde ich es mir jedenfalls definitiv zu Weihnachten wünschen ;)

Sonntag, 21. Oktober 2012 89 Kommentare

Roasted Chestnuts

Unser ganzer Hauswald ist voll mit Maronibäumen. Das bemerken wir jetzt - nachdem wir schon ein Jahr lang hier wohnen, haha. Letzten Herbst ist das vor lauter Umzugsstress irgendwie total an uns vorbeigegangen. Bei unserem Waldspaziergang vorgestern hatten wir schon ein paar Maroni / Esskastanien mitgenommen, aber nicht viele und nur das, was grad so auf dem Weg lag. Aber ich will unbedingt mal Maronicreme machen und Wildsoße mit Maroni und geröstete Maroni und überhaupt, also bin ich heute morgen noch mal mit Körbchen losgelaufen.


 Erst war ich ziemlich unsicher, wo denn nun die besten Stellen zum Suchen sind. So ganz auf gut Glück wollte ich ja auch nicht in den Wald reinlaufen. Aber erst sieht man hier eine schöne große Kastanie und dann da eine noch tollere... und ehe man sich versieht, hockt man mitten im Unterholz.


 Im Wald war es ganz ruhig, man hörte nur hin und wieder die Kastanienfrüchte auf den Boden fallen und wenn ein leichter Wind aufkam, rieselten die gelben und orangefarbenen Blätter von den Bäumen. Der Waldboden war voll mit Sonnenflecken und Pilzen - und Maroni, ohne Ende. Mehr Herbst geht nicht, fast war es schon kitschig.


Und ich habe eine ganz tolle Geheimstelle zum Sammeln gefunden. Man muss sich ein wenig durchs Gestrüpp schlagen und den Hang runterrutschen, aber das hat a) den Vorteil, dass sich am Fuß des Hangs auch alle runtergekullerten Maroni sammeln und b) dass noch niemand anderes Lust gehabt hatte, sich durch das Dickicht durchzuwurschteln. Das Körbchen habe ich innerhalb von einer halben Stunde voll bekommen und war natürlich megastolz auf mich. In der Steinzeit hätte ich unserer Familie damit eine Woche das Überleben gesichert, ha.


Bitte beachtet die Tipwear an meinen Fingernägeln nicht, in meinem Übereifer habe ich zum Teil wie ein kleines Wildschwein den Waldboden durchwühlt.


Zum Mittagessen gab es dann natürlich geröstete Maroni.


Das ist überhaupt nicht schwer. Man muss die Maronischale einfach nur x-förmig mit einem scharfen Messer einschneiden und die Maroni dann auf den Backofenrost legen. Auf mittlerer Schiene bei 180° Ober- und Unterhitze 15 Minuten im Backofen rösten. Die Schale springt dann entlang der Schnitte auf und man kann sie so leicht entfernen. Am besten isst man die Maroni, wenn sie frisch aus dem Ofen kommen und noch ganz warm sind. Dann löst sich auch die dünne Unterhaut am besten, die kann man allerdings auch einfach mitessen wenn man will.


Ich liebe es, wenn es in der ganzen Wohnung duftet wie auf dem Weihnachtsmarkt und wenn die Maroni fast schon ein bisschen cremig sind.


Die schönen Papiertüten im Newspaper-Style sind übrigens von Blueboxtree. Ich muss daraus auch unbedingt mal Fish n Chips mit viel fettiger Mayonnaise essen...


Mögt ihr Maroni? Was sammelt ihr so im Herbst?

EDIT: Weil so viele von euch danach gefragt hatten: Der Unterschied zwischen Rosskastanie und Esskastanie ist HIER sehr gut erklärt :)