Sonntag, 24. Februar 2013 94 Kommentare

DIY: Spring Decoration

Puh, mein armer Blog vergammelt gerade ganz schön. Und dass heute endlich wieder mal was kommt, haben wir auch nur dem pädagogischen Eingreifen des Männchens zu verdanken :) Mir fehlt nämlich manchmal ein bisschen die Struktur oder besser gesagt, die Impulskontrolle beim Lernen. 2 Fragen gekreuzt - oah, ich schau mal schnell bei Facebook rein, das hab ich mir verdient. 2 Seiten gelesen - jetzt darf ich aber mal kurz bei Pinterest rumspielen. 10 Fragen hintereinander richtig gekreuzt - 2 stündige Haarkur. Insgesamt kommen so auf 4 Lernstunden gut 2 Spielstunden... wie wahnsinnig effektiv das ist, könnt ihr euch denken. Und richtige Freizeit bleibt so gar nicht mehr, weil der Lernplan ja trotzdem eingehalten werden muss. Den Laptop mache ich ja schon gar nicht mehr an, aber das Smartphone... das Ding ist des Teufels! Zum Glück hat das Männchen es jetzt konfisziert und ich darf nur jede Stunde mal kurz dran. Wie bei einer Fünfjährigen. Aber es hilft! Daher konnte ich jetzt auch wieder ein bisschen Zeit rausholen, um endlich unsere Frühlingsdeko in Angriff zu nehmen...


DIY-Projekt Nr.1 waren Libellenanhänger aus Mikrowellen-Modelliermasse. Kennt ihr das? Das ist vielleicht eine geniale Erfindung. Ich wusste gar nicht dass es so etwas gibt, bis ich es bei Idee entdeckt habe. Es sieht aus wie weißer Ton, ist aber viel leichter und härtet in 10 Minuten in der Mikrowelle aus.

LIBELLENANHÄNGER

Materialien:
Modelliermasse, z.b. Efaplast Microwave (das Ganze geht natürlich auch mit normalem Ton, Fimo, etc., dann halt nicht in der Mikrowelle)
glatte, stabile Arbeitsfläche
Frischhaltefolie
Teigroller
Motivvorlage
Messer
Zahnstocher / Spieß o.Ä. 
mikrowellenfester Teller
mikrowellenfestes Glas
Garn zum Aufhängen


1. Arbeitsfläche mit Frischhaltefolie bedecken und etwas Modelliermasse darauf ausrollen, ca. 2mm dick.

2. Motivvorlage (ich habe Post-Its in Libellenform verwendet, Vorlagen gibt es aber auch massenweise im Internet) auf die Masse auflegen und mit einem Messer die Konturen ausschneiden.

3. Form herauslösen und mit einem Holzspieß das Loch zum Aufhängen bohren.

4. Die Figur auf einen mikrowellenfesten Teller legen und zusammen mit einem halbvollen Glas Wasser (natürlich auch mikrowellenfest, ich hatte ein ganz normales von Ikea, war kein Problem) bei 600 Watt 10 Minuten in der Mikrowelle aushärten.

5. Faden zum Aufhängen durchziehen, zuknoten, fertig!

Auf den Anleitungsbildern habe ich das mal exemplarisch mit einer einzigen Libelle gemacht, damit es übersichtlicher ist. Man kann aber natürlich gleich mehrere auf einmal machen! Die Libellen habe ich dann an Zweige gehängt, die hoffentlich bald blühen...


...und um noch ein bisschen Farbe reinzubringen, habe ich noch ein paar Quasten (uuh, irgendwie ein schreckliches Wort) dazu gemacht.
DIY-Projekt Nr. 2 also; geht auch sehr leicht, die Anleitung habe ich von HIER. Den Schritt mit der Pappe, um die man das Garn normalerweise wickelt, kann man sich sparen wenn man mit Quasten zufrieden ist, die einfach die halbe Länge von so einem Stickgarnteil haben!

DEKOQUASTEN

Material:
Stickgarn
Schere


1. Stickgarn auspacken und zwei Stücke Garn abschneiden: Ein kürzeres, ca. 15cm, das wird der Aufhänger. Ein längeres, ca. 25cm, das wird nachher um den Hals der Quaste gewickelt. Das Stickgarn ansonsten einfach so lassen, wie es in der Packung war.

2. Die Mitte vom Stickgarnknäuel finden und den kürzeren Faden darumlegen. Doppelknoten machen.

3. Garnknäuel am Knoten hälftig zusammenlegen, die Garnschlingen gleichmäßig rundherum verteilen.

4. Den längeren Faden aus Schritt 1 um den Hals der Quaste wickeln, dabei den Anfang vom Faden einmal überwickeln und die letzte Schlinge wie einen Knoten machen, damit es gut hält. Immer schön parallel wickeln.

5. Garnschlingen mit der Schere aufschneiden und in Form schnippeln. Den kurzen Faden zum Aufhängen zu einer Schlaufe zusammenknoten.

Das hat mich übrigens sehr an die Grundschulzeit erinnert... Da hatten wir auf diese Art mal eine Krake aus Wolle gemacht. In den Kopf wurde noch Watte gestopft, der Hals wurde etwas kürzer gewickelt und die Fransen wurden zu 8 Tentakeln geflochten. Aus Filz noch ein paar Augen... hihi... mein Viechle war pink mit grünen Augen und hieß sinnigerweise Kraki. Jaaa, ich war schon immer sehr kreativ.


Den schönen Konsoltisch haben wir neu von Maisons Du Monde. Die Serie Newport ist einfach ganz große Liebe. Vielleicht erinnert ihr euch ja noch an die Kommode im Schlafzimmer? Das ist praktisch das Schwesterchen dazu. Eigentlich steht der Konsoltisch ja im Wohnzimmer zwischen den beiden Fenstern. Aber da das die dunkelste Wand im ganzen Raum ist und wir gerade eh kein Sofa haben, habe ich ihn für die Fotos einfach mal an die Wand gerückt, wo eigentlich das Sofa hingehört. Das neue Sofa kommt in ca. einer Woche, dann gibt es auch nochmal einen Post mit dem gesamten Raum, wie er "in echt" ist, mit mehr Gesamteindrücken und so...


Der blaue Krug war ursprünglich graugrünbraun (wuuuunderschön) und stand bei einem Hofverkauf in einer Ecke. Mmmh, jetzt weiß wahrscheinlich niemand, was ich mit Hofverkauf meine... also bei uns in der Nähe gibt es ein schönes altes Haus, da wird im Innenhof öfter mal Obst und Gemüse aus eigenem Anbau verkauft. Und manchmal gibt es da eben auch eine Art Flohmarkt. Ich bin einfach mal drübergelaufen und dachte mir dann bei dem Krug gleich, ouh, der hat Potential... Allerdings war er mit Wasser gefüllt. Ich habe dann mal gefragt, ob er zu verkaufen ist (hätte ja auch nur die private Gießkanne oder so sein können). Die nette Dame überlegte kurz und meinte: "Och joa... den Krug, den können Sie eigentlich haben" und schüttet das Wasser aus. Ich hab ihn mir dann nochmal richtig angeschaut, überlegt... die nette Dame: "Für einen Euro können sie den haben". Ich (strahl): Au ja klasse, nehme ich dann sofort!... (im Geldbeutel wühlend) äääh... einen Moment, ja? ich muss nochmal zur Bank" :D Naja. Die nette Dame hat sich zusammen mit einer anderen netten Dame natürlich kaputtgelacht, aber sie hatten sehr viel Verständnis. Ist halt so, wenn man immer nur mit Karte zahlt. 5 Minuten später war ich wieder da mit ausreichend Bargeld und konnte meinen 1-Euro-Krug dann heimtragen. Und hellgraublau anpinseln.


Hellblaugrau, das ist mal eine ganz neue Farbe für mich... aber mir wird das Malve / Flieder / Altrosa im Schlafzimmer schon bald zuviel, das Mint in Küche und Flur kann ich auch grad kaum mehr sehen... da musste eine andere Frühlingsfarbe fürs Wohnzimmer her. Kombiniert mit etwas Taupebraungrau und Weiß finde ich so ein Graublau jetzt richtig schön!


Zum Fotolicht im Wohnzimmer sag ich einfach gar nix mehr. Shooting mittags um 1 mit ISO 100, Stativ und langer Belichtungszeit, manueller Modus, f/2.8 - f/4.5, Reflektor - praktisch alle Register gezogen. Und trotzdem sehen die Bilder zum Teil grieselig und fast geblitzt aus. Aber naja, besser geht es halt nicht, ist schon okay. Vielleicht liegt es ja an der grauen Raufasertapete.


Konsoltisch: Maisons Du Monde*
Kissen: Westwing* (10€ Gutschein über diesen Link)
Milchflasche Greengate, Sternendecke Bellybutton: Platzhirsch Holzkirchen*
Teelichthalter Tine K: Martha's*
Clippers Tee von der lieben Eva von Let's Be Creative :)
Parks Kerze: Douglas
Kranz: Broste Copenhagen 
Servietten: Tine K Home

*Werbung


So, und jetzt wo ich hier alles so schön frühlingshaft dekoriert habe, möchte ich dann auch bitte endlich Frühling haben! Wie geht's euch - seid ihr auch so wintermüde? Habt ihr schon eure Frühlingsdeko am Start?

Donnerstag, 14. Februar 2013 127 Kommentare

Churros Con Chocolate

Nachdem Nadine die Fastenzeit gestern schon mit leckeren Schokoéclairs eingeleitet hat (gute Form, Frau Kollegin :D), mache ich heute gleich weiter mit Churros. Macht ja nichts, dass ungefähr jedes andere Thema am 14. Februar passender gewesen wäre - sagen wir mal, etwas zum Valentinstag oder leckere UND gesunde Rezepte (ich schaff irgendwie immer nur ersteres, Mist) zur Einstimmung auf die Fastenzeit. Wäre ja eventuell naheliegend gewesen. Aber neeeein, es müssen Churros sein. In Fett und Schokolade. Ohne Herzen. Und ein bisschen neidisch schiele ich rüber zu all den gut organisierten Mädels (und Jungs?) unter euch, die den Valentinstag irgendwie gewürdigt haben und ihre kalorienreduzierten und trotzdem leckeren 5 A Day-Rohkostgerichte kurz vor 17h (Dinner Cancelling!) verzehrt haben. Und nicht wie wir, die wir um 20h in der durchs Fotoshooting komplett verwüsteten Küche standen und gierig mit Fett vollgesogene Weißmehlwürstchen in uns reingestopft haben. Aber vielleicht kann ich ja noch ein paar von euch auf die dunkle Seite ziehen, muahaha - wir haben hier nämlich Kekse Churros!


Churros sind ein spanisches Fettgebäck, das mit geschmolzener Schokolade oder Zimtzucker gegessen wird. Ich habe sie heute zum ersten Mal gegessen, aber auf der Kerwe hatte ich schon öfter mal welche gesehen. Das duftete schon immer so toll... Fett, Zucker, Zimt, Kerweduft halt. Warum ich mir bisher nie welche gekauft habe, keine Ahnung. Aber dass ich manchmal komische Sachen mache, ist ja nichts Neues. 


Ich war ja schon ein bisschen stolz, als das Männchen meinte, dass meine Churros genau wie auf der Kerwe schmecken! Ich meine ich kann ja nicht wissen, ob das was ich da produziert hab auch so schmeckt, wie es soll. Waren ja meine ersten Churros überhaupt. Ein bisschen trocken waren sie zum Schluss, wohl wegen dem langen Shooting (ähem). Aber das lässt sich ja nächstes Mal vermeiden.


Das Rezept habe ich mir nach langem Googeln selber so zusammengereimt. Man liest oft, dass die Original-Churros nur aus Mehl, Salz und Wasser bestehen und sonst nichts. Andererseits werden Churros in vielen deutschen Rezepten mit einer Art Brandteig gemacht, also zusätzlich noch Butter und Ei. Da ich einerseits skeptisch war, nur Mehl und Wasser zu verwenden, andererseits aber nicht schon wieder Brandteig machen wollte, ist es jetzt ein Hybrid geworden: Original, aber mit einem Ei. Damit es nicht komplett knusprig, sondern auch ein bisschen fluffig wird. Hat so auch funktioniert. Aber macht euch am besten selbst ein Bild von der Churrofrage, ich fand diesen Thread bei GuteFrage dazu ganz nützlich (HIER) und von da aus kommt man auch auf die verschiedenen Rezepte.


Zutaten für ca. 10 Churros:

350ml Wasser
1Prise Salz
175g Mehl
1 Ei
Frittierfett
Puderzucker
Zimt
100g dunkle Schokolade
100ml Schlagsahne


1. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, Salz hinzufügen.

2. Mehl auf einmal dazuschütten und so lange kräftig auf kleiner Flamme weiterrühren, bis der Teig eine Kugel bildet und sich vom Topfboden löst.

3. Teig abkühlen lassen.

4. Ein Ei gut unterrühren, bis der Teig wieder homogen ist.

5. Teig in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle geben und Teigschlangen in die auf ca. 170 - 180°C vorgeheizte Fritteuse spritzen. Am besten höchstens 3 auf einmal, die einzelnen Würste verkleben sonst miteinander.

6. Ca. 5 Minuten im Fett ausbacken, bis sie goldbraun sind.

7. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

8. Für die Schokoladensoße 100ml Sahne in einen Topf geben, die Schokolade in Stücke brechen und in der Sahne schmelzen lassen.

8. Puderzucker sieben und in einer kleinen Schüssel mit Zimt vermischen.


Der Rest ist denke ich selbsterklärend, oder? Churros in der Puderzucker-Zimt-Mischung wälzen, dann in Schokolade tauchen oder nur wälzen oder nur in Schokolade tauchen oder die in Schokolade getauchten Churros nochmal im Puderzucker wälzen, Teller ablecken oder Schokoladensoße pur schlecken - ihr wisst schon, was zu tun ist.


Die Idee, überhaupt Churros zu machen, bekam ich übrigens bei der Lektüre von "The Simple Things". Ich durfte eine Ausgabe dieser Zeitschrift kosten- und bedingungslos probelesen und muss sagen, meinen Geschmack hat es sehr getroffen. Vielleicht allein schon deswegen, weil mir das Konzept / die Denkweise / maaah, ich finde nicht das passende Wort, ihr wisst was ich meine... nicht allzu fern liegt. Ich meine, Nicest Things - The Simple Things - das passt ja irgendwie ;D Es geht um all die guten, einfachen Dinge im Leben. Der Text auf der Rückseite ist schon so genial. Auf einem großen grünen Teller stehen da untereinander einfach ein paar hingeworfene Satzfragmente / Ideen / Teaser (mei, heute hab ich's aber mit den Wortfindungsstörungen): "Ein Glas Rotwein am Abend - Zu Hause eine Jogginghose tragen (oh yesss) - das Wissen, dass Sonntag noch kommt - warme Hände..."


Innen gibt es dann Rezepte (z.B. selbstgemachte Pasta, Apfeldonuts oder süße Bananenpizza), Wohnideen wie die Dekoration mit Frühblühern und Frühlingsblumen, auch mal ganz andere Informationen über alte Handwerkskünste oder Gartenpflege, Tipps für gemütliche Familienabende... alles in den Sinne, das Leben zu entschleunigen und die einfachen Dinge zu genießen. Und es wurden unter der Rubrik "Essen anderswo" eben auch Churros mit Schokolade vorgestellt :)


Habt ihr schon mal Churros gegessen? Und wie haltet ihr es mit der Fastenzeit? Ich denke, dass ich ab jetzt einfach langfristiger versuchen werde, etwas bewusster, einfacher und gesünder zu essen... sowas wie eine Bikinifgur hatte ich zwar das letzte Mal, als ich 12 war, aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben!

PS: Ihr ahnt es schon, die spanische Zeitung habe ich natürlich extra für den Post am Bahnhof gekauft. War ein tolles Gefühl, damit rumzurennen. Habe sie in der Bahn ganz demonstrativ gelesen und mich gefragt, ob mich die Leute jetzt wohl für eine Spanierin halten...

PPS: Aaah, und natürlich auch noch mal hier, ich hatte mich ja schon bei Facebook und bei Copy Paste Love direkt bedankt: Dank EUCH ist Nicest Things Blog des Jahres 2012 bei Copy Paste Love geworden, vielen vielen lieben Dank!!! Ich freu mich unheimlich. Es ist ja nicht selbstverständlich, so liebe und treue Leser zu haben und ich bin sehr dankbar dafür. Umso mehr tut es mir leid, dass ich gerade nicht so viel Zeit für euch habe, wie ich gerne hätte. Aber auch die längste Lernphase geht mal vorbei...


PPPS: Da seht ihr noch eine andere von den schönen Schüsseln, die ich beim Marokkaner (Maroc Interieur) hier in HD ergattert habe. Diese ist kleiner und hellgraurosaviolettcremetaupefarben - falls man es nicht erkennt :))

Freitag, 8. Februar 2013 100 Kommentare

DIY: Stamped Kitchen Towels

Es gibt eine Sache, da bin ich echt schlimm (okay nicht nur eine, aber das sprengt hier sonst den Rahmen): Fotountergründe. Oder auch, etwas spezieller: Die passenden Küchentücher zu den jeweiligen Foodfotos. Zum Key Lime Pie bitte gestreift in Weiß und Limette (nicht einfach Grün, nee, Limette muss es sein), zum Rucolasalat ein rucolaesker Pflanzendruck und zu marokkanischen Süßigkeiten ein türkisfarbenes Marokkomuster. Führte bisher immer dazu, dass ich jedesmal vor einem Foodpost morgens panisch ins Butlers oder Depot rannte und das passende Tuch kaufte. Meinen Stapel an bisher nur einmal verwendeten Küchentüchern wollt ihr nicht sehen (falls doch: hier, inzwischen sind es aber schon wieder mehr geworden)...


Aber jetzt ist mal Schluss damit. Man kann ja auch selber (wie HIER oder HIER) Küchentücher bestempeln! Hat den Vorteil, dass man sie dann NOCH besser abstimmen kann :) Außerdem ist das Sortiment in meinen einschlägigen Shops eh abgegrast. 


Materialien:

alte weiße Tücher (hatten wir eh noch zu Hause, uniweiße Tücher gibt es aber auch günstig bei Kaufhof etc.)
Mustervorlage (Internetfreebies, Chevron z.B. HIER)
weißes Papier
Bleistift
Moosgummi 2mm 
Tesafilm
Schere
wieder ablösbarer Kleber 
Stempelblöcke aus Acryl 
altes Handtuch
Pinsel
Topfschwamm
Textilfarbe



1. Überlegt euch, welches Muster ihr haben wollt und sucht im Internet danach (schöne Freebies zur kostenfreien Verwendung gibt es z.B. HIER). Das Muster so groß auf dem Bildschirm einstellen, wie ihr es haben wollt (Strg+ / Strg-) und ein "Basiselement" davon mit Bleistift auf ein weißes Papier abmalen.

2. Das Basiselement ausschneiden, auf einer 2mm Moosgummiplatte festtapen und mit einem Stift die Umrisse nachfahren.

3. Jetzt das Element aus dem Moosgummi auschneiden. So oft wiederholen, bis ihr die gewünschte Anzahl Moosgummielemente habt.

4. Die einzelnen Elemente mit wiederablösbarem Kleber auf einem Stempelblock aufkleben. Der wiederablösbare Kleber ist aber nur wichtig, wenn ihr den Stempelblock mehrmals verwenden und irgendwann vielleicht nochmal ein neues Muster machen wollt. Sonst tut es auch ganz normaler Kleber. Dass der Stempelblock durchsichtig ist, ist essentiell - nur so könnt ihr später akkurat arbeiten und setzt nicht blind Stempel an Stempel. Trocknen lassen - der Stempel ist fertig.


5. Ein weißes Baumwoll- oder Leinentuch waschen, trocknen und bügeln. Auf den Boden oder auf eine große Holzplatte o.Ä. ein altes Handtuch legen, das zu bedruckende Tuch glatt darauflegen. Nehmt lieber wirklich ein Handtuch und nicht einfach nur eine Pappe, der Stempeldruck kommt besser raus wenn der Untergrund leicht nachgibt.

6. Aus Stofffarbe eure Wunschfarbe zusammenmischen und einen Topfschwamm damit einpinseln.

7. Vorsichtig den Stempel mit dem farbgetränkten Schwamm betupfen, bis die Farbe überall gleichmäßig verteilt ist. Darauf achten, dass keine Farbe direkt auf den Stempelblock kommt, sonst gibt es nachher Flecken an unerwünschter Stelle.

8. Den Stempel schön gerade und ordentlich auf das Tuch aufdrücken und wieder wegnehmen. Wieder mit Farbe betupfen, direkt neben dem ersten Stempel aufsetzen etc... Spätestens hier war ich wirklich heilfroh, das Geld in die durchsichtigen Stempelblöcke investiert zu haben. Da sind außerdem noch so feine Hilfslinien drauf, um genau parallel arbeiten zu können.


Ganz perfekt wird es natürlich trotzdem nicht. Mich regt sowas ja immer ziemlich auf - wenn etwas nicht ganz parallel oder bündig ist, aaargh, Krise (schaut nicht auf den linken Rand, NICHT auf den linken Rand vom Tuch schauen!! - alle schauen auf den linken Rand, okay war klar). Aber sag mal bitte einer dem Monk in mir, dass das bei Handarbeit völlig okay und evtl. sogar charmant ist. Und man kann ja immer noch mit einem feinen Pinsel nachkorrigieren...
Zum Schluss ggfs. bügeln, um die Farbe zu fixieren (siehe Anleitung auf der Stofffarbe). Dann ist euer Küchentuch einsatzbereit und auch waschbar.


Diese drei Muster habe ich also gemacht, zusätzlich zu dem türkisfarbenen Tuch aus dem letzten Post. Das Prinzip beim Marokkomuster ist das allerselbe wie beim Chevron, nur etwas nerviger. Das mit den Blättern ist eine kleine Variante: Dafür einfach mit einem Motivstanzer aus Moosgummi das gewünschte Motiv ausstanzen, auf den Stempelblock kleben und weitermachen wie oben beschrieben. Das 2mm Moosgummi passt nur grad so in den Stanzer, aber mit ein bisschen Zerren klappt das. Manchmal gibt es ja auch dünnere Moosgummiplatten als 2mm, die wären hierfür noch besser.


Das Setting ist natürlich wieder gnadenlos gefaked - wer sich ein bisschen auskennt, denkt wahrscheinlich schon, hä, warum zur Hölle hängt die jetzt ihre Küchentücher ins Schlafzimmer? Na warum wohl, weil die Wand im Schlafzimmer farblich einfach viel besser passt als das Mintgrün in der Küche ;) Dank Powerstrips sind Wandhaken ja flexibel.
Und wo wir gerade beim Thema Wand sind: Habe ich erwähnt, dass ich Raufaser hasse? Die praktischen Gesichtspunkte sind mir mal ganz egal, es sieht einfach doof aus. Was soll denn das? Sollen so pickelige Wände gemütlicher wirken oder was ist da der sinntragende Gedanke dahinter? - Entschuldigt mein Geschimpfe, das viele Lernen macht mich glaube ich ein bisschen aufsässig :)


Die Schokokringel sind auch nicht so ganz echt - also nicht dass sie aus Plastik sind, das wär ja selbst mir zu arg, aber die hab ich einfach beim Penny gekauft. Also nix mit selber gebacken. Aber hey, die sind echt lecker! Haben mir besser geschmeckt als so manches meiner Frostings (ähem).


Oh und meine Muscari!! Ich bin ja mal voll verliebt in diese kleinen Pflanzen. Gibt es was Schöneres, Edleres, Frühlingshafteres? Die Frage ist übrigens rhetorisch, jetzt bitte nicht mit "Narzissen" o.Ä. antworten. So ganz aufgeblüht sind sie zwar noch nicht, aber noch länger wollte ich euch nun wirklich nicht mit dem Post warten lassen ;) Und dann sind sie auch noch weiß. Hach.


Die Kiste ist selbst angepinselt nach dem Shabby Prinzip (eigentlich kann ich dieses Wort nicht mehr hören, aber ein gescheites Synonym fällt mir grad auch nicht ein): Eine Schicht dunkle Farbe auftragen, trocknen lassen, hellere Farbe sehr unordentlich drüberstreichen, trocknen lassen. An dem "sehr unordentlich" arbeite ich noch... ich hab dann doch immer den Drang, alles ganz ordentlich anzumalen und die kleinen dunklen Stellen mit dem Pinsel zu "jagen". Aber wenn man dem Impuls nicht nachgibt, sieht es am Ende doch schöner aus!
           

Die Muscari (Traubenhyazinthen) sind übrigens gerade überall in unserer Wohnung... meinen Vogelkäfig habe ich auch schon damit bepflanzt und in der Küche stehen auch welche...


Mit diesem Post mache ich übrigens beim Couch Blog Star Award mit, gesucht werden die kreativsten Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit. Das ist natürlich kein leichtes Thema für mich Konsumkind, das immer vergisst beim Öffnen der Fenster die Heizung auszumachen (schäm, ich gelobe Besserung), aber vielleicht gehen diese selbstgemachten Küchentücher ja wenigstens als nice try durch?
Und vielleicht ist das ja auch was für die Blogger unter euch (ha! generisches Maskulinum, ich steh zu dir)? Bis Sonntag habt ihr noch Zeit, einen Post zu verfassen. Alles Weitere steht HIER.


Ich bin dann mal wieder am Lernen, es nimmt kein Ende... habt ihr wenigstens ein tolles Wochenende!