Samstag, 29. Juni 2013 81 Kommentare

Mousse Au Citron

Normalerweise sollte man Blogposts ja immer positiv und gut gelaunt beginnen: "Hey ihr Lieben, naaaa, scheint bei euch auch so schön die Sonne?" (welche Sonne eigentlich? - egal.) Aber einige warten ja schon seit dem Facebook- bzw. Instagram-Teaser von gestern gespannt auf den Post und wenn ich erzählen will, warum das ein bisschen gedauert hat, dann muss ich kurz schimpfen. Und zwar über mich - boah, ich hasse dieses Chaos, das ich beim Fotografieren veranstalte! Das nimmt langsam Ausmaße an, die nicht mehr feierlich sind...


1. Der Balkon wird komplett umgeräumt, damit mein 2 Meter langer Fotountergrund auf dem Boden liegen und frisch weiß lasiert werden kann. Dafür müssen Holzbank und Balkonstühle mal kurz in die Küche ziehen.
2. Wohin mit dem Eigelb, für die Mousse brauche ich ja nur das Eiweiß? Ah, schnell in ein Schüsselchen, daraus mache ich dann später Lemon Curd. Ganz bestimmt.
3. Mit der linken Hand Eischnee schlagen und mit der rechten Hand schnell noch den Objektivdeckel in Sicherheit bringen endet mit Eischnee auf dem Küchenboden, in den kleinen Löchern der Dunstabzugshaube und in meinen Wimpern. Und auf dem Objektivdeckel.
4. Ich renne ins Bad, um das Eiweiß von meinen Kontaktlinsen zu entfernen - oder ich versuche es theoretisch, denn de facto renne ich in eine Holzbank und zwei Balkonstühle, die vor der Küchentür stehen. Ach ja, stimmt.
5. Beim Herausziehen des passenden Geschirrtuches aus dem Stapel ganz oben im Küchenschrank fällt mir der komplette Stapel Geschirrtücher auf den Kopf und in das Schälchen mit dem Eigelb - egal, räum ich später weg, jetzt erstmal noch das Licht zum Fotografieren nutzen.
6. Mist, vergessen den Lasurpinsel auszuwaschen. Ist steinhart.
     

Dementsprechend hatte ich nach dem Shooting noch ein bisschen Arbeit. Das arme Männchen musste sich mein Rumgefauche anhören, während ich Eiweiß oder Lasur oder was auch immer aus den Fugen pulte: "Boah, des ist doch zum Kotzen... ich HASSE dieses Chaos! Warum dass des immer sein muss?!" (Tritt gegen die Balkonmöbel. Grammatik im Wutanfall bitte nicht beachten) Schnell nen großen Löffel Zitronenmousse als Trost direkt aus der Schüssel. Männchen, mit seiner ruhigen, bedachten Stimme: "Naja, du bist normalerweise ja schon sehr ordentlich. Fast zwanghaft ordentlich. Aber bei deinen Shootings wirst du eben zur Manikerin."


Tja, da hat er Recht. Nichtsdestotrotz hat die Zitronenmousse köstlich geschmeckt und beim Fotografieren selbst stelle ich mich zum Glück nicht ganz so tollpatschig an wie bei... naja, fast allem anderen eben. Steady Shot on, ISO 100, Weißabgleich - check. Da klappts dann, komischerweise. Von daher: Mousse okay, Fotos okay, alles okay.


Für 8 mit Mousse Au Citron gefüllte Zitronen (Rezept für die Mousse von Mama):

9 große ungespritze Bio-Zitronen
200g Crème Fraîche
300g Mascarpone
100g Zucker
3 frische Eiweiß (am besten dem Huhn direkt unterm Hintern wegklauen)


1. Alle 9 Zitronen gründlich heiß waschen. 

2. Bei 8 Zitronen folgendermaßen verfahren: Den Stielansatzhubbel etwas abschneiden, damit die Zitronen später gerade stehen. Aber Vorsicht, kein Loch in die Zitrone schneiden, sonst läuft die Mousse nachher raus. Das andere Ende der Zitrone großzügiger abschneiden, damit ein Deckel entsteht. 

3. Mit einem Messer oder einer Zitronenpresse jeweils das Fruchtfleisch und den Saft entfernen, die Zitronen also aushöhlen. So entstehen die "Becher", in denen die Mousse serviert wird. Den Saft einer Zitrone auffangen und beiseite stellen. Von dem restlichen Fruchtfleisch bzw.Saft muss man leider Limonade machen oder so, für die Mousse wäre das einfach zu viel Zeug und sie würde total flüssig und sauer werden.

4. Von der neunten Zitrone die Schale abreiben. Ebenfalls beiseite stellen.

5. In einer Schüssel Mascarpone, Crème Fraîche, Zucker, den beiseite gestellten Zitronensaft und die geriebene Zitronenschale verrühren.

6. In einem hohen, fettfreien Gefäß die sauber vom Eigelb getrennten Eiweiße zu einem festen Eischnee schlagen. Vorsichtig unter die Mascarponemischung unterheben.

7. Mousse in die ausgehöhlten Zitronen füllen und bis zum Verzehr in den Kühlschrank stellen.


Es wäre natürlich viel zitronensparender, wenn man die Mousse einfach in Porzellanschüsseln servieren würde und gut. Aber das ging nicht! Ich musste nämlich ein Kindheitstrauma aufarbeiten. Kennt ihr dieses Eis, das es in Chinarestaurants manchmal gibt? Im Prinzip genau wie meine Mousse hier: Zitroneneis, in echten Zitronen serviert. Oder Kokosnusseis, in einer echten Kokosnusshälfte serviert. Kann man auch in der Tiefkühltruhe kaufen heutzutage, in meiner Kindheit war das aber ein exklusiver Chinarestaurant-Treat. Allerdings: Nicht für mich. Nicht ganz zu Unrecht waren meine Eltern nämlich der Meinung, dass dabei bestimmt keine ungespritzten Biozitronen verwendet werden - gab es überhaupt schon "Bio" in den Achtzigern? Also alles voll mit Schadstoffen und Pestiziden. Und ergo verboten für Klein-Vera. Da half alles Geheule und Gequengel nichts. Traurig nuckelte ich an den (weichmachergetränkten) Hufen von meinem rosafarbenen Lieblings-Mein-Kleines-Pony...
Bis mir nun nach Jahrzehnten die Idee kam, doch mal diese sauteuren ungespritzten Riesenzitronen im Bioladen zu kaufen, heiß abzubrausen und mit whatever zu füllen! Das Ergebnis seht ihr hier. Und Mama hat es diesmal sogar abgesegnet.


blaue Tarteform: Füchslein & Co.*
blaue Schüssel: Füchslein & Co. *(scheint ausverkauft zu sein, eine ganz ähnliche Teigschüssel gibt es aber HIER*)
Schneidebrett: Füchslein & Co.*
Zitronenpresse: Füchslein & Co.*
Geschirrtuch: Füchslein & Co.*

*Werbung
        

 ***

Außerdem noch schnell ein Hinweis in eigener Sache: Wie die meisten von euch bestimmt schon mitbekommen haben, wird der Google Reader zum 01.07.2013 (Montag) abgeschafft. Falls ihr also eure Lieblingsblogs bisher immer über diesen Reader verfolgt habt, müsstet ihr diese Blogs in einen anderen Lesedienst rüberziehen. Da gibt es zum Beispiel folgende Alternativen:

Bloglovin - hier könnt ihr schnell und unkompliziert die Blogliste aus eurem Google Reader hin importieren. Anmelden kann man sich ganz einfach mit der E-Mail-Adresse. Verwende ich auch selber.

Feedly - auch hier kann man seinen Google Reader bequem importieren, gibt es auch als App; habe keine eigene Erfahrung damit, aber schon viel Gutes gehört.

Blog Connect - Importieren der verfolgten Blogs aus dem Google Reader klappt hier ebenso, Anmeldung über E-Mail oder Facebook.

RSS-Feed - tut dem Layout der Posts nicht so gut. Aber eben auch eine Alternative, mit der ihr über neue Posts via E-Mail oder im Browser informiert werdet.

...und natürlich poste ich wie gehabt weiterhin bei Facebook, Twitter, Pinterest und Instagram. Ausführlichere Infos zu den ganzen Verfolgungsmöglichkeiten findet ihr zum Beispiel HIER bei Stef, da ist alles super erklärt. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn ihr bei mir bleibt :'-)

***

So ihr Geduldigen, jetzt hattet ihr wieder ordentlich was zu lesen. Was ist denn euer Lieblingsrezept mit Zitronen - falls ihr sie überhaupt mögt? Und was sind so eure Kindheitstraumata? ...öhm nee, ungeschickte Frage, vergesst es. Das mit dem fröhlich-flockigen Smalltalk muss ich definitiv noch üben ;) Wünsche euch jedenfalls ein schönes Wochenende! Nächste Woche geht es dann mit den Wohnungsposts weiter!

Sonntag, 23. Juni 2013 125 Kommentare

Portraitshooting mit Blumenkranz

Okay... ich trau mich das jetzt einfach mal. Ihr wisst ja, eigentlich bin ich kein Fan davon, Fotos mit meinem Gesicht drauf zu zeigen - nicht dass mich noch jemand erkennt, wenn ich mal wieder um 21:45 in Jogginghose mit ner Tiefkühlpizza beim Penny an der Kasse stehe (die billige wohlgemerkt, wo in einer Packung 3 Margheritas für 1,99 drin sind). Aber hey, es ist Sommer, ich bin ein bisschen überdreht und außerdem habe ich diesen Blumenkranz!


Dieser Post war überhaupt nicht geplant. Eigentlich wollte ich euch in den nächsten Tagen mit Wohnungsbildern zuspammen. Neuer Couchtisch, neuer Kühlschrank, 3 verschiedene Lampen (eine davon selbstgemacht mit noch mehr Holzperlen), ein DIY-Dekoobjekt aus schwarzen Strohhalmen, neue Küchenregale... daher waren wir gestern auch bei Ikea. Aber wer bitte denkt noch an Küchenregale, wenn direkt neben dem Eingang ein Aktionsstand Blumenkränze flechten steht? Ich gleich solche Augen bekommen und das arme Männchen wie ein dickköpfiges Pony zu dem Stand gezerrt. "Oah, ich WILL so einen Blumenkranz!" - "Jetzt gehen wir erstmal die Regale holen. Und ist das nicht nur für Kinder?"


Na gut, auf die Regale war ich ja auch ziemlich scharf, zumal die in letzter Zeit immer ausverkauft waren. Also im Rekordtempo durch den Ikea gedüst und viermal Konsole Valter und zweimal Brett Hemnes eingeladen. Und zack, wieder zum Midsommar-Aktionsstand. "So, jetzt hole ich mir aber so einen Blumenkranz." "Na dann mach das mal. Ich geh in der Zeit zum Media Markt" - und Klein-Vera wurde im Blumenparadies abgegeben.


Erst dachte ich ja, wenn ich den Blumenkranz selbst flechte sieht er bestimmt unmöglich aus, daher wollte ich faules Stück einfach einen bei der Standchefin in Auftrag geben. Aber die gute Frau überredete mich, doch simultan mit ihr mitzuflechten, dann hätte ich zwei - ein unschlagbares Argument. Also noch kurz warten, bis Klein-Alina vor mir ihren Kranz fertig hatte und dann bekam ich Haarreifen, Draht und Schere in die Hand gedrückt. 
Und hey, ich habe zwar doppelt so lange gebraucht wie die Chefin, aber der Kranz ist gar nicht mal schlecht geworden! Ihren seht ihr auf dem Bild oben und auf dem folgenden Bild, wie er an meiner Tasche hängt; meiner ist u.a. auf dem allerersten und allerletzten Doppelbild zu sehen. Fazit: Mal bisschen mehr Vertrauen in die eigenen Blumenkranzflechtfertigkeiten haben.


Nach einiger Zeit war der Stand dann übrigens vollbelagert von 30jährigen Muddis wie ich, die alle mit Blumenkranzbasteln beschäftigt waren. Ein Vater fragte ganz verunsichert, ob denn auch Kinder bei der Aktion mitmachen dürften...?
Nebenbei, "Muddi" verwende ich hier nur im übertragenen Sinne. Nicht, dass in Zusammenschau mit dem folgenden Bild Gerüchte entstehen. Das Kleid ist einfach nur unvorteilhaft geschnitten ;)


Den Abend haben wir dann draußen auf der Lieblingswiese verbracht und das arme Männchen musste sich einen Endlosvortrag meinerseits über Ursprung, Bedeutung und Durchführung des Midsommarfests in Schweden anhören. Hach, wie ich solchen jahreszeitlich gebundenen Traditionskram liebe... am liebsten hätte ich ein rotes Holzhäuschen auf dem Land und würde dort ein riesiges Krebsessen mit Erdbeertorte zum Nachtisch, Tanz um die Mittsommerstange und Nachtschwimmen im See veranstalten. Denn natürlich wäre das Holzhaus an einem See, ist ja klar - Quelle dieser Hirngespinste ist übrigens ein Mischmasch aus Sweet Paul, Michel aus Lönneberga und DB mobil, habe ich gerade interessiert festgestellt. Und Ikea natürlich. Da sieht man mal, was einen so sozialisiert und prägt.


Njaaa, ich gestehe, das sind False Lashes. Wär ja auch zu schön gewesen... ähm, zurück zum Sommer: Träumt ihr auch von einem Midsommarfest oder hattet ihr vielleicht sogar eines dieses Jahr?  Was wäre für euch das ultimative Sommerevent? Und jetzt ab raus mit euch in die Sonne! Pfui, bei dem Wetter vorm Laptop rumzuhocken :p

Dienstag, 18. Juni 2013 80 Kommentare

Summer DIY: Dip Dye Shirt

Puh, 38°C. Aber wisst ihr was? Ich liebe es! Endlich ist mal richtig Sommer. Eis, das auf den heißen Asphalt tropft (danke Stef für diese Vision, das hat sich irgendwie bei mir festgesetzt)... eine Siesta im kühlen, schattigen Altbauschlafzimmer... und abends bis spät in die Nacht auf dem Balkon sitzen, grillen, Wein trinken, überall Lichter und Lachen, wie im Urlaub in Italien... Okay, ich habe gut reden mit unserer kühlen Wohnung. Aber ich kenne es auch anders: Fast meine komplette Studentenzeit habe ich an einer Hauptstraße mit Riesenfensterfront zur Südseite und mit schwarzen Lamellenläden verbracht. Und ohne Gefrierfach, wir erinnern uns!!
So... wo war ich? Ähm ja, das DIY. Da Klein-Specki leider nicht ganz die Figur für Hot Pants und Bandeautops hat, hab ich mir mal ein paar neue Säcke fabriziert. Im Batik- oder auch Dip-Dye-Look - damit es wenigstens ein bisschen hip ist (gesehen z.B. hier). Sack plus Leggins geht einfach immer und für den Badesee oder zu Hause ist so ein Sack auch mal als Kleid tragbar. Das Batiken war überhaupt nicht schwer, vielleicht habt ihr ja auch mal Lust dazu? Hier kommt die Anleitung...


Man braucht:

weiße Baumwollshirts, z.B. vom Klamottenschweden für 5 bis 10€
großer Plastikeimer
Rührlöffel aus Plastik
Gummihandschuhe
warmes Wasser
Kochsalz
Batikfarbe, z.B. Marabu EasyColor vom Idee Creativmarkt (grad im Angebot für 1,99!)


1. Das Shirt muss aus Baumwolle, Viskose oder Leinen sein mit maximal 20% Kunstfaseranteil. Ich würde einfach auf Nummer sicher gehen und reine Baumwolle nehmen, da gibt es ja haufenweise billige weiße Shirts. Vorher waschen ist nicht notwendig.
EDIT: Oder vielleicht doch, danke für den Tipp, Fräulein To-Do-Liste! Falls der Stoff imprägniert ist, könnte es wohl sonst fleckig färben. Ich hatte das Problem nicht, aber auch hier kann man ja auf Nummer sicher gehen!

2. Für ein Shirt 6 Liter warmes Wasser in einen Plastikeimer geben. Den Eimer in die Badewanne stellen, empfindliche Dinge in der Umgebung wie Duschvorhang in Sicherheit bringen.

3. Den Inhalt von einem Farbbeutel ins Wasser geben und gut umrühren, bis sich alles aufgelöst hat. Ich habe mir vorher selbst eine eigene Farbe aus schwarzem, blauem und violettem Batikpulver zusammengemischt. Die fertigen Farben waren mir zu knallig, ich wollte ein Lavendelgrau... aber Achtung, Schwarz kommt, wenn es verdünnt ist, grünlich raus und Blau ist übermächtig, also nur ganz sparsam dosieren... wenn ihr denn mischen wollt.

4. Für jeden Liter Wasser einen Esslöffel normales Kochsalz ins Wasser geben und wieder gut auflösen.


5. Das Shirt einmal kurz, aber gründlich in die Färbesoße eintauchen (Gummihandschuhe anziehen) und schnell wieder rausholen - jetzt hat es eine einheitliche, helle Grundfarbe.

6. Dann wieder ab in den Eimer damit, aber nicht komplett - siehe Foto, den oberen Teil vom Shirt einfach gleichmäßig aus dem Eimer raushängen lassen. So für ca. 2 Minuten belassen, damit färbt man die nächste Farbabstufung. Nach den 2 Minuten das Shirt wieder etwas mehr aus dem Eimer herausziehen, wieder 2 Minuten einwirken lassen - ich hoffe, das Prinzip ist verständlich? Für sanftere Farbstufen die Farbe einfach kürzer einwirken lassen und / oder das Shirt in kleineren Portionen aus dem Eimer rausziehen. Hier müsst ihr selbst ein wenig spielen, es gibt kein Patentrezept. Ich bin auch noch nicht 100% zufrieden mit meinem Ergebnis...

7. Wenn das Shirt komplett gefärbt ist, mit kaltem Wasser ausspülen, bis das Wasser klar bleibt. Unseren verkalkten Duschkopf bitte ignorieren. 

8. Ausdrücken und zum Trocknen aufhängen. Wer will, kann die Farbe noch mit speziellem Fixiersalz haltbarer machen, das ist aber kein Muss. Die fertigen Shirts mit ähnlichen Farben bei 30°C waschen. Tadaaa:


Und als wenn eine Hipstergeschichte (Dip Dye) noch nicht genug wäre, habe ich mich gleich noch an einem weiteren Trend vergriffen (gesehen z.B. hier): Holzperlen! Wenn man ganz viele davon auf eine stabile Schnur auffädelt, hat man eine perfekte Aufhängemöglichkeit. Ich habe ein Ende an der Gardinenstange befestigt und das andere Ende kann man z.B. in einen Wandhaken einhängen. So ist die Kette bei Nichtgebrauch nicht im Weg und hängt einfach stylish neben der Gardine rum, wenn ich was aufhängen will hake ich die Kette ein und fertig. Sie verläuft dann etwas schräg, aber dank der Perlen rutschen die Kleiderbügel nicht - das ist für mich der Witz bei der Geschichte, abgesehen davon, dass es schön aussieht. Öhm und ja, das Schlafzimmer hab ich mal wieder umgestellt - bitte fragt nicht :D Andere machen Capoeira, ich stelle um. Okay?
 

Zwei Hipstersachen reichen heute aber auch noch nicht, tihi... zu guter Letzt habe ich nämlich hier noch gesehen, dass man Hockern oder kleinen Tischen mit Vorteil ein paar farblich abgesetzte Beine pinseln kann! Einfach mit Tape abkleben und z.B. mit Acrylfarbe losmalen. Sieht aus, als hätte man den Hocker in Farbe getaucht und damit passt es ja auch wieder zum Dip Dye-Shirt: Sternstunde für den Monk in mir! Wobei, so ganz optimal wäre es ja mit einem richtigen Farbfading, wie auch auf dem Shirt. Dafür war ich aber bis jetzt zu unfähig und auch zu faul. Wüsste gar nicht genau, wie man das anstellen sollte?


(Ja, die Finger halte ich immer so bekloppt beim Fotografieren)


Shirts: Klamottenschwede
Batikfarbe, weiße Holzperlen: Idee Creativmarkt
Vorhang, Spiegel: Möbelschwede
Hocker:  Stoebern De Luxe
Tasse: Design Letters
Kleiderbügel: Woolworth (als es ihn hier noch gab, letzten Dezember hat er einfach zugemacht, snieeeef!!)
Aufkleber für Salzglas: Kukuwaja


Oh und noch was: Habt ihr zufällig die neue Sweet Paul? Da bin ich nämlich drin, freuuuu! Gleich vier Seiten, schaut mal:


Sandeea wurde als Brotkörbchenideespenderin selbstverfreilich auch erwähnt. Und ich bin dann auch schon wieder weg... mir wird so warm mit dem Laptop auf den Knien, das halte ich keine Minute länger aus. Wie findet ihr denn solche Dip-Dye-Shirts? Schön oder schrecklich, hip oder eher hippiesk? Habt ihr auch schon mal selbst Klamotten gefärbt? Genießt den Sommer! :)

Freitag, 14. Juni 2013 76 Kommentare

Pfirsich Eis am Stiel / Peach Popsicles

Werbung* für Lov Organic

Wir haben einen Tiefkühler!!! Endlich. Also nicht dass ihr denkt, wir hätten die ganze Zeit technisch hinterm Mond gelebt - was Unterhaltungselektronik oder elektrische Zahnbürsten betrifft, sind wir ganz normal ausgestattet. Warmes Wasser und Strom haben wir auch. Nur das Kühlen von Lebensmitteln zieht sich wie ein ewiger wunder Punkt durch mein Leben: Das erste Semester hatte ich komplett ohne Kühlschrank verbracht (Wintersemester, da kam der Joghurt halt auf die Fensterbank). Dann kaufte ich mir einen Kühlschrank, der aber kein Gefrierfach hatte (dumm?!). Und als wir dann zusammengezogen sind, übernahmen wir einen gebrauchten Kühlschrank von der Familie. Kein schlechtes Gerät, aber - ohne Gefrierfach. Habt ihr schon mal Milcheis getrunken, das beim Schmelzen in seine wässrige Phase und in die cremig-schaumige Fettphase dissoziiert ist? Bäh. Aber jetzt haben wir endlich, endlich einen schönen großen Standkühlschrank, mit richtigem Tiefkühlbereich über 3 Schubladen. Und meine erste Aktion: Pfirsich Eis am Stiel!


Zutaten für 8 Peach Popsicles / Pfirsich Eis Lollies:

5 reife Pfirsiche
50 g Zucker
300 g Vollmilchjoghurt
100 ml stark aufgebrühter, kalter Tee (ich hatte den Pfirsichtee "Løv Is Beautiful"* von Løv Organic*)


1. Die Pfirsiche waschen, NICHT schälen (wenn man die Haut wegmacht, werden die Eislutscher nämlich nur so leicht gelblich und bekommen nicht diesen schönen Pfirsichton). Entkernen und in grobe Stücke schneiden. 

2. Die Pfirsichstücke in ein hohes Gefäß geben und mit dem Stabmixer durchpürieren (oder auch alles im Mixer machen). Dann durch ein Sieb streichen, um kleine Fitzel von der Haut wieder rauszubekommen.

3.  Den Zucker zugeben und nochmal gut verrühren.

4. Um den Bicolor-Effekt zu bekommen, den "Pfirsichsmoothie" in 2 Gefäße aufteilen. Ins erste Gefäß kommt ein Drittel, ins zweite Gefäß 2 Drittel der Pfirsichmasse. Zu dem einen Drittel im ersten Gefäß 250 g Joghurt geben, zu den zwei Dritteln im zweiten Gefäß den Tee und 50g Joghurt geben und mischen. Oder macht es Pi mal Daumen, bis ihr zwei schöne Farbtöne mit ausreichend Kontrast habt.

5. Die Stieleisform gut ausspülen, trocknen und füllen: Zuerst die hellere Pfirsich-Joghurt-Masse, dann die dunklere Pfirsich-Tee-Joghurt-Flüssigkeit.

6. Holzstäbchen (gibts beim Kaufhof, Woolworth...) reinstecken und mindestens 4 Stunden oder über Nacht ins Gefrierfach packen.

7. Vor Verzehr die Stieleisform von außen kurz mit heißem Wasser ausspülen, dann lösen sich die Pfirsich Eislutscher leichter heraus.

Rezept für Pfirsich Eis am Stiel / Peach Popsicles

Also im Prinzip braucht es für Pfirsich Eis am Stiel nichts außer ein bisschen Joghurt, Zucker und Pfirsiche...


Ich fand den leicht herb-fruchtigen Teegeschmack dazu noch sehr toll, das ist mal was anderes und dieser Løv Is Beautiful-Tee schmeckt fast ein bissl wie Pfirsichringe... außerdem habe ich von Lov Organic noch einen zweiten Tee zugeschickt bekommen, das ist ein Zitrus-Früchtettee mit Mandarinengeschmack*. Damit könnte ich mir auch das eine oder andere Eis bzw. Sorbet vorstellen...


Für den Fotountergrund habe ich übrigens mal wieder meine Mitmenschen in den Wahnsinn getrieben. Dabei isser jetzt auch nicht so besonders... aber egal. Eigentlich wollte ich ja so ein Brett, von dem alter Lack absplittert und das schon eine ordentliche Patina hat. Wie bei verwitterten Gartenmöbeln, alten Türen oder so (hat jemand sowas??). Und weil Sperrmüll und Flohmarkt dahingehend bisher erfolglos waren, habe ich es jetzt mal beim Recyclinghof versucht. Das ist ein großes Gelände, wo man als Privatperson jederzeit Sperrgut, Möbel und Kram aus Haushaltsauflösungen, von Umzügen etc. abgeben kann. Was noch zu gebrauchen ist, wird superbillig in einer großen Halle weiterverkauft, alles andere wird nach Material sortiert, zerkleinert und recycelt. So. Ich also voller Hoffnung in der Verkaufshalle rumgerannt, aber außer dem weißen Teller und der Stieleisform nix gefunden. Vor allem keinen Fotountergrund mit absplitterndem Lack...


...also mal zum Chef gegangen, ein netter älterer Herr. Der so: "Ich hab Sie schon beobachtet. Suchen Sie was Bestimmtes?" Ich ihm die Sache mit dem Brett, dem Lack und der Patina erklärt. Er guckt ein bisschen in der Halle rum, findet auch nix dergleichen, ruft dann einen jungen Kollegen: "Julius (Name geändert)! Geh mal mit der jungen Dame zum Holzcontainer und lasse mal reingucken. Wenn sie da was gebrauchen kann, hol es ihr raus." Armer Julius klettert also in den Riesencontainer mit altem Holzschrott und der Walze, Madame steht mit ihren Seidenballerinas auf den Zehenspitzen am Rand und kommandiert rum: "Da hinten vielleicht? Zeigen Sie mal... ja, genau das Brett ganz da unten... nee, das ist zu neu... das auch". Also wieder nix, ich mich beim Julius bedankt und wieder zurück zur Verkaufshalle. 

Das Beste was ich fand, war noch ein alter Bierbank-Tisch. Aber den konnte ich ja schlecht zu Fuß heimtragen. Da kam der Chef nochmal: "Wollen Sie den Tisch? Den liefern wir Ihnen gern nach Hause!" Och joa... da sag ich doch nicht nein. Ich zahle also: 6 Euro für den Bierbanktisch und 1 Euro für Teller und Eisform zusammen (!!). Am nächsten Morgen um 9 steht der Tisch auf unserem Balkon, mit 2-Mann-Lieferservice kostenlos von den Heidelberger Diensten gebracht. Und das alles für ein 6 Euro-Teil. Liebe Speditionen, wo der 2-Mann-Lieferservice 70-100€ zusätzlich kostet (ich schiele auf unseren neuen Kühlschrank) und wo dann doch nur ein einziger Mann auftaucht, einen Tag später als mit der Spedition vereinbart und auch nur nach nochmaligem Nachfragen - nehmt euch daran mal ein Beispiel!!! So... Entschuldigt den kleinen Ausbruch, aber das musste mal raus.




Habt ihr dieses Jahr auch schon Eis selber gemacht? Oder habt ihr etwa kein Gefrierfach??? Den neuen Kühlschrank plus die neue Küchengestaltung zeige ich euch dann beim nächsten oder übernächsten Mal! Bis dahin hoffentlich ein paar schöne Sommertage!

 ***

PS: Das Jahresabo von Sweet Paul habe ich nun auch endlich mal ausgelost, das bekommt die liebe Julie! (Kommentar vom 29.05. 09:57). Herzlichen Glückwunsch, ich melde mich gleich noch persönlich bei dir! Vielen lieben Dank an alle für eure tollen Ideen und Tipps, der süße Paul weiß schon Bescheid und vielleicht liegt er ja schon bald an eurem Wunschplatz aus...


Samstag, 1. Juni 2013 122 Kommentare

Nordic Style Bedroom

So, das wars dann mit der rosa Phase. Etwas über ein Jahr habe ich es damit ausgehalten, aber jetzt musste es weg. Weg, weg, weg, du gaaaarstiges Rosa. Es war zwar ein ziemlich angegrautes Altrosa, aber trotzdem. Da schaut, so war es vorher, ihr erinnert euch vielleicht noch: pinkiklick. Höchste Zeit nun für etwas Klassischeres, Schlichteres. Und liebes Bloglayout, du kommst auch noch dran (drohender Seitenblick)...
Generell könnte ich gerade so viel verändern... ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ich mein Studium jetzt abgeschlossen habe und ein neuer Lebensabschnitt beginnt (tss, ich hör mich an wie ne Kommunionskarte). Wahrscheinlich. Aber wenn ich mir so meine alten Posts durchlese, kann ich mich mit kaum einem mehr so richtig identifizieren. Okay, das Essen, das mag ich immer noch. Aber vom Stil her... waaah, ich hab einfach nur den Wunsch mein Leben komplett zu entmüllen, alles geradliniger zu machen, sauberer, stilvoller, klarer!
  


Der Inbegriff von Klarheit wären natürlich weiße Wände gewesen, das ging aber nicht. Es sei denn ich hätte Lust gehabt, unser komplettes leicht angegilbtes Holzwerk gleich mit zu streichen - dunkelgelbweiße Türen gegen alpinagrellweiße Wand sind nämlich nicht so wunderschön. Aber dafür war ich zu faul, also musste eine Farbe her. Und zwar Lavendelblaugrau. Mit ganz viel Grau, wohlgemerkt, das ist mir immer wichtig (die Farbe ist übrigens selbst zusammengemischt aus zwei verschiedenen Tönen von Swingcolor Mix aus dem Bauhaus: Ein Fliederton, 20014, und ein Blaugrauton, 26075, im Verhältnis 2:1). 
Außerdem finde ich weiße Möbel nach wie vor ganz gut und die wirken vor einer leicht farbigen Wand einfach besser. Vor so einem bläulichen Fliedergrau sehen sie sogar gleich doppelt so weiß aus, oder?


Wobei mich das Bett auch schon wieder dezent nervt (schlimm, ich weiß). Haltet mal dieses Sprossenteil da oben mit der Hand zu... besser, ne? Optimal fänd ich ja ein selbstgebautes Bett aus weiß angestrichenen Paletten. Aber da streikt mir das Männchen, und verdammt, er hat Recht. Wir sind ja nu nich mehr die Jüngsten (hallo 30. Geburtstag) und so ganz ohne Lattenrost mit 3 Komfortzonen... naja, um ehrlich zu sein: Wenn es nach mir ginge, stünde das Palettenbett schon längst hier. Rücken hin oder her. Aber sein Veto kann ich diesmal wirklich verstehen - und alleine bekomme ich eh keine 8 Paletten in unser Schlafzimmer gewuppt. Diese Laune von mir kann er also einfach grinsend aussitzen.


Die Aufbewahrungsboxen im Regal wurden übrigens auch angepasst. Rosa Blümchen sind einfach nicht mehr meins... das allerselbe Prinzip, aber diesmal habe ich sie nochmal weiß grundiert und mit den schönen Tine K Home Servietten gedecopatcht. 
Das Regal habe ich komplett durchgeräumt und ausgemistet. Das tut so gut und ich kann es euch nur empfehlen... es gibt nichts Schöneres, als mit 3 fetten Mülltüten das Haus zu verlassen und sie in die Tonne zu knallen. Hach.
Oh, und die Holzbuchstaben hab ich gleich mit in der neuen Wandfarbe angestrichen. Die passten jetzt farblich ja auch nicht mehr so gut.


Und dann hab ich ja noch was ganz was Feines, gnihiii... ein Vitra Eames Chair*! Hype hin oder her, das ist einfach ne coole Sau unter all den Stühlen dieser Welt. Ein Universalveredler für jeden Raum, ein echter Designklassiker und einfach zeitlos. Der relativiert nun ganz wunderbar das eventuell noch vorhandene Mädchengeschnörkels am Schminktisch...

*Werbung


Vitra Eames Plastic Side Chair: Connox*
Nachttische:  Westwing*
Kommode: Maisons Du Monde*
Regal: Butlers
Bett, Schminktisch, Vorhänge, schwarze Lampe, schwarzweißes Kissen: Ikea
Spiegel: Impressionen
Korbtruhe: Dachboden
Becher: Design Letters 
Federkissen, Bettwäsche: H&M Home
Wandfarbe: Swingcolor Mix aus dem Bauhaus, 20014 und 26075, 2:1 gemischt


So, was sagt ihr? Mögt ihr es auch, fandet ihr es vorher schöner oder ist beides bäh? Und geht es euch auch manchmal so, dass ihr raptusartig eure komplette Wohnung ausmüllen und verändern müsst?

Außerdem möchte ich mich noch ganz doll bei euch für die vielen, wirklich lieben Kommentare zu meinem letzten Post bedanken!! Ich hab mich ganz arg gefreut und werde versuchen, jetzt wo das Staatsexamen geschafft ist, auch wieder mehr auf eure Kommentare zu antworten. Habt ein schönes Wochenende, ihr Lieben!

(Puh. Foodfotos liegen mir irgendwie mehr als Wohnungsbilder...)