Sonntag, 28. Juli 2013 97 Kommentare

Johannisbeer Tarte / Johannisbeerkuchen mit Mandelcreme Rezept

Johannisbeeren erinnern mich an meine Kindheit, jedes Jahr wieder. Meine Oma hatte ganz hinten in ihrem Garten mehrere Johannisbeersträucher, mit weißen und mit roten Beeren, halb verwildert unter einem alten Apfelbaum. Ich kann mich noch erinnern, wie ich als kleiner Stöpsel davorstand und fasziniert war von den glänzenden Beeren. Mit meinen kleinen Wurschtfingern habe ich ganz vorsichtig eine nach der anderen von den Rispen abgepult und sie mir ins Gesicht geschmiert, manchmal landete sogar eine bestimmungsgemäß im Mund. Bis mir mein Papa dann einen Trick zeigte: ganze Rispe in den Mund und Stengel zwischen den Zähnen wieder rausziehen. Die Taktik, Erdnüsse nicht einzeln zu essen, sondern eine Hand voll zu nehmen und die dann in den Mund zu schütten, habe ich übrigens auch von ihm.

Johannisbeer Tarte Johannisbeerkuchen Rezept

Und heute? Heute bin ich überaus effizient darin, mir große Mengen Essbares in den Mund zu stopfen. Ich stehe in meiner eigenen Küche und ratsche die vielen kleinen Beeren ganz professionell mit einer Gabel von den Stielen. Da ist man schon eine Zeit lang beschäftigt, wenn man einen ganzen Johannisbeerkuchen damit machen will... vor allem, wenn an jeder zweiten Beere ein Stielrest von ca. 4mm verbleibt, den man dann doch noch manuell abzupfen muss. Gnaaaah! Für den Monk in mir sind diese kleinen Stielreste wirklich unerträglich und ich könnte ausrasten deswegen. Ich weiß, es gibt Schlimmeres... Krieg und Mathe zum Beispiel, wenn ich den alten Freundschaftsbüchern aus der Grundschule glauben darf (häufigste Antwort in der Rubrik: "Mag ich nicht"). Aber trotzdem! Habt ihr das Problem auch? Und vor allem: Habt ihr eine Lösung?

Bonne Maman Johannisbeer Gelee Johannisbeerkuchen

Ihr bekommt dafür auch ein wundertolles Rezept für eine Johannisbeer Tarte von mir. Aber nachbacken dürfen es nur diejenigen, die mir einen ernstgemeinten Lösungsansatz zum Reststielproblem liefern. Ich werde das kontrollieren.

Johannisbeer Tarte Obstkuchen mit Puderzucker

Das Rezept für den Johannisbeerkuchen mit Mandelcreme hatte mir mal ein Kommilitone aufgeschrieben (wer mir ein weniger dämlich klingendes Synonym für "Kommilitone" in die Kommentare schreibt, darf das Rezept auch nachbacken), der es wiederum von Chefkoch oder so hatte, leider habe ich es nicht mehr bei Chefkoch gefunden. Aber da reine Zutatenlisten nicht urheberrechtlich geschützt sind und ich das Rezept eh mal wieder stark abgeändert habe, passt das schon. Wenn jemand sein Rezept wiedererkennt, bitte schrei(b)en, ich verlinke es gerne.

Johannisbeerkuchen Johannisbeer Tarte Rezept

So habe ich die Johannisbeer Tarte jedenfalls gemacht und so wurde es lecker - hier ist das Johannisbeerkuchen Rezept für eine rechteckige 35er Tarteform oder eine runde 26er:

Teig:
250g Dinkelmehl (normales geht natürlich auch)
30g Zucker
1TL Vanilleextrakt
100g weiche Butter
  
Mandelmasse:
2 Eier
50g Zucker
50g gemahlene Mandeln
1 EL Speisestärke
2 El frisch gepresster Zitronensaft

Belag und Deko:
400g Johannisbeeren
3 EL Johannisbeergelee
1 TL Puderzucker 
Zitronenmelisse

Rotes Gartenhäuschen und Red Currant Tarte


1. Mehl, Zucker, Vanilleextrakt und zimmerwarme Butter mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. In Frischhaltefolie wickeln und eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen. 

2. In der Zeit die Johannisbeeren waschen, von den Rispen abzupfen und versuchen, sich nicht über die Reststielproblematik aufzuregen. 

3. Die Form buttern. Den fertig gekühlten Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und die Form damit auslegen. 


4. Den Teig im auf 200°C vorgeheizten Backofen (Umluft: 180°C) 10 Minuten vorbacken. 

Johannisbeer Gelee und Ribisel Tarte

5. In der Zeit Eier und Zucker so lange mit dem Handrührgerät schlagen, bis die Masse weiß und cremig wird. Die Mandeln, die Stärke und den Zitronensaft dazugeben. Die Masse auf dem vorgebackenen Teigboden verteilen. Weitere 10 Minuten bei oben genannter Gradzahl weiterbacken. 

6. Die Johannisbeeren auf dem Kuchen verteilen und das Ganze noch einmal 10 Minuten fertigbacken. 

7. Mit Johannisbeergelee bestreichen und mit Puderzucker und Melissenblättern dekorieren.

Johannisbeeren im Schälchen und Johannisbeer Tarte

Der Johannisbeer Kuchen war sehr, sehr, sehr lecker. Ich hatte ja etwas Angst vor der Säure der Johannisbeeren, diese wird jedoch perfekt durch den Dinkel-Mürbeteig und die Mandelmasse gemildert und wirkt in der Kombi sogar sehr erfrischend und willkommen. Wenn die kleinen frischen sauren Perlen im Mund platzen und dazu der zarte, buttrige Mürbeteig leicht knirscht... härrlisch!

Johannisbeer Tarte Johannisbeerkuchen Rezept

Oh, und sagt Hallo zu meinem neuen Fotountergrund! Diesmal ist es ein richtig schön siffiges Bewässerungsanlagen-Abdeckbrett irgendwo im Handschuhsheimer Feld. Okay, meines ist es strenggenommen nicht, weil ich es ja schlecht abschrauben und mitnehmen kann. Aber ich werde jetzt öfter mal mit einer Tasche voll mit Essbarem da vorbeispazieren.

Ikea geschirrtuch und Johannisbeer Tarte mit Mandeln

Tarteform: Ebay
Geschirrtuch: Ikea
Acryllöffel: Heim & Söhne
Messer: Herder Mühlenmesser

Johannisbeeren in Schale und Johannisbeer Tarte Rezept

Habt ihr auch eine Frucht oder generell ein Essen, das euch an eure Kindheit erinnert? Und habt ihr einen Trick gegen diese blöden kleinen Reststiele an den Johannisbeeren, außer alles einzeln abzupulen??

***

PS: Schaut mal, ich dachte, ich muss tot umfallen vor Freude: Holly Becker von Decor8 hat meinen Blog vorgestellt! Es war eine absolute Überraschung, ich wusste gar nix davon - ihr könnt euch vorstellen, was ich für Augen gemacht habe! Und sie hat so unheimlich liebe und herzliche Dinge geschrieben, dass ich fast zerflossen wäre vor Rührung! Thank you so so much, dear Holly ♥

Decor8 Blog

Dienstag, 23. Juli 2013 228 Kommentare

Picknick am See

Werbung* für Miamore

Madame hatte mal wieder Kopfkino. Einen lauen Sommerabend am See hatte ich mir ausgemalt... in unberührter natürlicher Idylle zu zweit auf einem romantischen Steg sitzen und auf einem adretten Grilleimerchen köstliche kleine Snacks grillen. Golden Hour, Libellen schwirren im Ufergehölz umher, das Wasser plätschert leise gegen den Steg. Wir bauen aus Unmengen von weichen, farblich perfekt aufeinander abgestimmten Kissen ein Bett unter dem Sternenhimmel und schlürfen Blaubeermojito mit frischen Minzblättchen, während ein leichter, frischer Windhauch endlich die brütende Hitze des Tages ablöst. Aber versucht das mal im Rhein-Neckar-Delta. Wenn man dann noch den Anspruch hat, bitte möglichst der einzige Mensch weit und breit zu sein, kann man eigentlich gleich wieder nach Hause fahren und sich ne Tiefkühlpizza in den Backofen hauen.


Okay, auf den Fotos sieht es vielleicht so aus, als hätte das doch ganz gut geklappt. Aber von wegen... Mit Google Maps hatte ich den anscheinend perfekten See irgendwo im Odenwald gefunden, klein, abgelegen, wildromantisch mit Bootssteg und wunderbar blau schimmernd. Wir fahren also 30 km bei 36°C in der Pampa rum und was ist? Der See ist komplett abgezäunt, alle paar Zentimeter ein großes, wichtig aussehendes Schild "Betreten der Uferböschung verboten, Der Bürgermeister" und auf einer Hinweistafel dann, kleiner: "Zutritt nur für Mitglieder des Angelvereins Kaffhausen gestattet." Tatsächlich schien der See ein privates Rentnerparadies zu sein, denn inmitten von seltsamen, aus Holz geschnitzten Figuren lagen innerhalb der Absperrung die wohlgenährten Ehrenmitglieder von Angel-, Schützen-, und womöglich Posaunenverein (lediglich eine Vermutung). Ich glaube, wenn man sich dem Zaun auch nur genähert hätte, hätten sie angefangen zu bellen.


Den Tag haben wir also alternativ auf einer Blumenwiese verbracht, das Grillen fand zu Hause statt und das Fotoshooting erst am nächsten Tag am Standard-Badesee. Wie ich trotzdem Grillfotos am See mit Steg und ohne Menschen zustande gebracht habe? Bloggergeheimnis - ihr könnt es euch eh denken. Jedenfalls habe ich nicht wirklich am See gegrillt (das wäre in dem Fall sogar verboten gewesen) ;)


Aber auch auf dem heimischen Balkon haben die gegrillten Guacamole-Tortillas sehr lecker geschmeckt. Das Rezept habe ich aus dem Buch "Mein Grillvergnügen" von Lisa Lemke*, das im Callwey Verlag erschienen ist. Das Tolle an den Tortilla-Rolls: Sie lassen sich (theoretisch) wunderbar in einer Box zum Outdoorgrillen mitnehmen. Das Tolle an Lisa Lemkes Grillbuch: Es geht hier mal nicht nur um das Fleisch, sondern um all die netten Kleinigkeiten, die das Grillen erst richtig lecker machen. Soßen, Rubs und Marinaden, Beilagen, Salate, ja sogar Rezepte für Nachtische vom Grill gibt es. Das, was bei ihr auf den Grill kommt, sind mal etwas andere Rezepte, wie eben diese Grilltortillas mit Avocado, Tomate und Mozzarella oder auch gegrillte Artischocken, Pizza vom Grill oder gegrillte Pfirsiche mit Honigcreme und Nüssen... auf die tollen Fotos (so richtig aus dem Leben gegriffen, mit Freunden am Strand und Pferd an der Leine) bin ich durchaus ein bisschen neidisch ;)


Das Rezept kann ich euch hier leider nicht geben, ist im Prinzip auch selbsterklärend. Aber dafür dachte ich mir, gibt es mal ein paar Tipps für ein schönes Sommerpicknick draußen, ob mit oder ohne Grill:

1. Zuallererst: Informiert euch vorher über Regeln und Bestimmungen! An vielen Orten ist es nicht erlaubt, zu grillen und auf die Idee, "wild" im Wald zu grillen, kommt hoffentlich niemand. Wer grillen will, braucht einen extra dafür ausgewiesenen Grillplatz (gibt es oft am Strand, im Wald, an Seen und Aussichtspunkten oder hier in Heidelberg auf der Neckarwiese) oder natürlich ein eigenes Grundstück. Grillanzünder und Feuerzeug nicht vergessen sowie Wasser, um die glühenden Kohlen danach wieder sicher zu löschen. Ein normales Picknick kann man dagegen fast überall machen und sich dafür auch mal ungewöhnliche Plätze aussuchen.

2. Es muss nicht immer der einschlägige Badesee sein. Wenn ihr in der Nähe eines Flusses wohnt, findet sich am Ufer vielleicht ein Plätzchen, an dem man ungestört ist. Oder wie wäre es mal mit einem Picknick auf einem Boot oder auf einer Obstwiese? Schaut, was es bei euch vor Ort so gibt, allgemeingültige Tipps kann man hier kaum geben. In Heidelberg gibt es zum Beispiel auf dem Heiligenberg oder am Schloss sehr schöne Plätze mit einer tollen Aussicht über die Stadt. Wer am Meer wohnt und Strandpicknicks machen kann - Neid!!

3. Wenn ihr könnt, sucht euch einen Tag unter der Woche aus. Gerade bei gutem Wetter sind die schönsten Plätze am Wochenende oft überfüllt. Und auch bei der Tageszeit kann man spielen: Bei einem Mondscheinpicknick ist die Chance groß, dass man ungestört ist.

4. Leichtes Essen einplanen, das man gut vorbereiten kann. Am besten isst sich immer Fingerfood - man kann fast alles zwischen zwei Brotscheiben, in einen Wrap oder in ein Weckglas packen! Dazu Baguette, Käse, Obst, Eistee und Säfte, ein guter Wein... aber möglichst nicht so gut, dass es eine Schande wäre, ihn aus Plastikbechern zu trinken. Also lasst Château Pétrus lieber zu Hause. 

5. Teller und Besteck möglichst leicht und unzerbrechlich halten bzw. Essen mitnehmen, das wie gesagt einfach so mit den Fingern gegessen werden kann. 

6. Feuchte Tücher und möglichst eine Rolle Küchenpapier nicht vergessen.

7. Wenn man länger als eine halbe Stunde picknicken will, ist eine dicke, weiche Decke von Vorteil. Dazu so viele Kissen und Decken, wie man eben transportieren kann, denn vielleicht möchte man ja bis in die Nacht hinein bleiben. Wenn man mit dem Auto fährt und nicht allzuweit durch die Pampa laufen muss, kann man den Platz ja nutzen. Allerdings befinden sich die meisten schönen, einsamen Plätze eben nicht direkt neben öffentlichen Parkplätzen ;) Auch etwas Warmes zum Überziehen mitnehmen, ich liebe dafür meine gute alte Fleecejacke.

8. An Mückenschutz denken.

9. Kerzen, Musik, Instrumente, Spiele, Seifenblasen... fast alles was sonst so Spaß macht, macht auch beim Picknicken Spaß.

10. Unromantisch, aber wichtig: Müllbeutel.

11. Wollt ihr euer Essen kühlen, legt einfach eine Plastikflasche mit Wasser oder Saft vorher in den Tiefkühler. Ein solcher Kühlakku hat eine richtig gute Performance und man hat später ein gut gekühltes Getränk.

12. Weniger ist manchmal mehr: Schnappt euch im Zweifelsfall nur schnell ein bisschen Baguette und Obst und eine Decke und verbringt den Abend spontan draußen! Es braucht nicht immer viele Accessoires für einen schönen Moment.


Und damit einer von euch gleich loslegen kann mit dem sommerlichen Grillvergnügen, verlose ich so einen praktischen cremefarbenen Grilleimer von Miamore*!

 Hinterlasst mir unter diesem Post einfach einen Kommentar mit dem Vermerk, dass ihr gewinnen wollt.
Außerdem brauche ich irgendeine Kontaktmöglichkeit, wie ich euch im Gewinnfall erreichen kann. Das muss keine E-Mail-Adresse sein, ein Bloglink, Facebooklink etc. reicht auch.

Teilnahmeschluss ist Samstag, der 27. Juli 2013, 23:59. Teilnehmen kann jede natürliche Person, auch anonyme Leser. Ich lose mit dem Zufallsgenerator random.org aus und kontaktiere dann den Gewinner zur Übermittlung der Adresse. Diese gebe ich an Miamore weiter, der Grilleimer wird also direkt von Miamore an den Gewinner verschickt. Die von euch ggfs. angegebenen Kontaktaten wie E-Mail-Adressen werden nur für die Gewinnbenachrichtigung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Wenn ihr unter 18 seid, fragt bitte vor der Teilnahme eure Eltern um Erlaubnis. Das Gewinnspiel findet nur auf dem Blog statt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Habt ihr diesen Sommer schon gepicknickt oder draußen gegrillt? Was sind eure liebsten Plätze dafür - falls ihr sie denn verraten wollt? Und wenn ihr gerade viel Stress habt oder sonstwie eingespannt seid - denkt mal drüber nach, abends vielleicht einfach mal spontan rauszugehen und die Sommernacht zu genießen. Wirkt Wunder für einen freien Kopf!

Donnerstag, 18. Juli 2013 74 Kommentare

Kleinen Balkon schön gestalten & Watermelon Popsicles

Wassermelonen, Mückenstiche, barfuß laufen auf heißem Asphalt, Sonnensegel, Schatten und kühle Limonade, Zitroneneis, türkisblaues Wasser, bis spät in die Nacht draußen sitzen mit einem guten Glas Wein, Kirschen und Stachelbeeren, Grillen mit Freunden, sich vom Rasensprenger nass spritzen lassen  - ich liebe den Sommer! Und ich möchte ihn bitte endless. Ein bisschen argwöhnisch beobachte ich jeden Tag die Kastanien bei uns im Hof... bitte werdet nicht größer, bleibt klein und grün! Dasselbe gilt für die Weintrauben. Aber der Sommer ist ja noch lang. Lang genug, dass sich ein Balkon-Makeover noch lohnt...


Letztes Jahr im Sommer hatte ich den Balkonfußboden gestrichen und noch dieses Jahr im Frühling hatte ich unseren Balkon im Shabby-Stil eingerichtet. Aber es ändert sich gerade so viel, in unserer Wohnung und in meinem Kopf, da konnte ich den Balkon nicht einfach so lassen. Leberwurstrosafarbener Boden und dunkle Holzmöbel hatten kein Identifikationspotential mehr. Ich wollte es frischer, klarer, ein bisschen griechisch, mit kühlen Türkis- und Weißtönen. Der Balkon sollte mir "SOMMER" entgegenschreien.


Heute ist er fertig geworden und ich sitze gerade mit dem Laptop draußen, an genau diesem Tisch, während ich den Post hier schreibe. Der Himmel ist noch blau und die Schwalben (oder Mauersegler?) fliegen unheimlich hoch. Das Leben scheint draußen stattzufinden... ich höre Geschirrklappern, kurpfälzisches Geschimpfe und Volare von den Gipsy Kings von irgendeinem der anderen Balkons.


Und wenn ich mir unseren Balkon so anschaue, bin ich richtig zufrieden. Alles, was vorher fliederrosawurstig war (also Fußboden und Leiter), ist jetzt grau. Ein dunkles, leicht blaustichiges Stahl- oder Asphaltgrau. Wir haben eine Schnur gespannt und daran eine weiße Voilegardine aufgehängt, die nun leicht im Wind weht. Bitte fragt nicht, was ist, wenn es regnet - ich habe nicht die leiseste Ahnung :D Es darf einfach nicht regnen, fertig! Die weißen Balkonmöbel habe ich ganz günstig bei Butlers bekommen und eigenhändig nach Hause geschleppt... wie es halt so ist, wenn man unbedingt hier, jetzt, sofort neue Balkonmöbel braucht und das Auto gerade nicht verfügbar ist.


Farbakzent ist, na klar, Türkis. Und ich habe so den Verdacht, dass ich damit meinen mehr oder weniger bewussten Wunsch nach einem Pool auslebe. Ich habe allen Ernstes schon bei Amazon nach diesen kleinen, aufblasbaren Kinderpools aus blauem Plastik gesucht... ein bisschen Platz wäre ja theoretisch noch. Aber zu mehr als einem größeren Fußbad reicht es dann doch nicht, wenn wir realistisch sind. Und man stelle sich das bitte mal vor, ein Kinderpool mit einem Durchmesser von vielleicht 1 Meter... da soll ich reinpassen? Das gibt nen Riesenflatscher, einen unter Wasser stehenden Balkon und einen entleerten Kinderpool, mit einer etwas unglücklich da reingequetschten Vera drin. Nee nee... das Männchen nennt mich nicht umsonst "Seekuh", und Seekühe gehören ins richtige Meer, nicht in ein Planschbecken.


Wobei - da ich gerade so hochmotiviert und inspiriert und überhaupt etwas hypoman bin, gehe ich jetzt jeden zweiten Tag laufen! Naja, theoretisch... ich hab zumindest schon mal Laufschuhe mit violetten Farbakzenten gekauft, ha. Aus der Seekuh könnte also noch eine Seenadel oder ein Delfin oder ein sonstiges schlankes, elegantes Meeresviech werden. Viel Hunger hat man bei den heißen Temperaturen ja sowieso nicht und ich versuche, mich tagsüber irgendwie mit Wassermelonenstückchen am Stiel abzuspeisen. Das endet nur leider meistens in zwei Tellern Pasta mit selbstgemachtem Pesto gegen Abend. Verdammt!


Zugegeben, die Fingernagelretuschierung ist diesmal nicht so glorreich geworden. Aber ich hatte ehrlich gesagt keine Lust, da ewig dran rumzuphotofiltren - es ist Sommer, da reicht auch mal ne virtuelle Schnellmaniküre frei nach dem Motto: "Mir egal, ich lass das jetzt so".


Balkonmöbel: Butlers
Vintage Getränkekiste: Art Château*
Getränkekühler: Art Château*
türkisfarbene große Flaschenvase: Art Château*
kleine Glasvase: Art Château*
Leiter: Sperrmüll
Pflanzgefäße aus Zink: Platzhirsch Holzkirchen*
Vorhang: Ikea
Nagellack: Rebecca
Glaskaraffe: Party Princess*
türkisfarbene Chevron-Strohhalme: Party Princess*
Jars: Glasmüllkiste


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So... ich merke gerade, das war ein ziemlich spontaner Sinnlostext. Mein Kopf macht wohl gerade ein bisschen Sommerurlaub... der döst so vor sich hin und denkt nur hin und wieder mal "lalala". Aber vielleicht könnt ihr ja trotzdem etwas Sinnvolles aus diesem Post rausziehen, zum Beispiel ein paar Ideen für die Balkongestaltung oder aber die Poser-Hipster-Wassermelonenlollies - zum Angeben, wenn mal wieder Gäste kommen. Wie feiert ihr den Sommer?


PS: Das Layout zur Zeit bitte nicht beachten, ich brauche unbedingt was Neues aber weiß gar nicht genau, wie ich es überhaupt haben will...

Freitag, 12. Juli 2013 70 Kommentare

Kitchen In Mint, Black And White

Zur Zeit bin ich so dermaßen wohnverrückt, das ist nicht mehr normal. Anfang Juni wurde das Schlafzimmer neu gestrichen und nordisch-kühl eingerichtet. Anfang Juli bekam das Wohnzimmer einen geradlinigeren Look. Und nun, Mitte Juli, ist die Küche dran! Wie sie vorher ungefähr aussah, seht ihr in diesem Post, der ca. ein Jahr alt ist... an der Wand mit der Küchenzeile / den Geräten habe ich im Prinzip nichts verändert, außer die Blumentöpfe und die Deko. Ist halt nicht sonderlich dekorativ, was will man machen. Aber auf der anderen Seite, wo vorher nur ein kleiner Tisch stand, da war noch ordentlich Potential!


1. Der Kühlschrank

Vielleicht erinnert ihr euch, wir hatten vorher einen alten Einbaukühlschrank notdürftig in die Küchenzeile integriert. Da er eine freundliche Zuwendung aus Familienbeständen war, passte er nur leider nicht ganz in das Ikea Einbausystem und wurde daher von mir mit schwarzem Tafellack gepimpt. Schön und gut, aber er hatte kein Gefrierfach - das war ja kein Zustand. Nun hat das Männchen einen neuen Kühlschrank gekauft und ich könnte ihn umknutschen dafür! Ein riiischtisch geiler Retrokühlschrank, schwarz und glänzend, mit 3 großen Gefriertruhen. Eigentlich wollte ich Opfer ja immer einen Kühlschrank vom Smeg haben, aber das scheiterte an der männlichen Logik: Warum einen Kühlschrank mit gleicher Optik, gleichem Fassungsvermögen, aber schlechterer Energieeffizienzklasse für einen höheren Preis kaufen? Recht hat er.


Leider war der Service des Lieferunternehmens unter aller Sau - sorry, aber das kann man nicht viel netter ausdrücken. Zum vereinbarten Liefertermin, an dem ich mir extra den ganzen Tag zum Zuhausehocken und auf Spedition warten freigeschaufelt hatte, tat sich gar nichts. Auf meinen Anruf hin, warum der Kühlschrank nicht wie vereinbart geliefert wurde, kam nur "oh, das hat die Kollegin vergessen ins System einzutragen". Na gut, kann passieren, neuen Termin vereinbart. Wir hatten Zwei-Mann-Lieferservice für 80€ dazugebucht, wohlgemerkt. Und wer stand am neuen Liefertermin vor unserer Tür? Ein einziger kleiner Mann, ALLEINE, schaut mich an und sagt: "Eh, haschdu jemand zum Hochtrage?" Ich einen Schreikrampf bekommen. Männchen auf Arbeit, ich alleine mit einem 100-Kilo-Kühlschrankmonster, 80€ für nichts und wieder nichts gezahlt (Und warum zur Hölle duzt der mich? Dagegen bin ich mit fast 30 jetzt langsam mal allergisch.). Naja, der Speditionskerl wusste sich zu helfen und rekrutierte mal eben den DHL-Mann, der zufällig auch gerade da war. Auf meinen Einwand hin, dass das versicherungstechnisch aber keine saubere Lösung sei (was ist, wenn die den Kühlschrank fallen lassen??) kam keine vernünftige Antwort. Naja, mir war es dann auch egal, ich hab die beiden Kerle den Kühlschrank hochtragen lassen und gut. Wir hätten es auch keinen Tag länger ohne Eislollies ausgehalten.


2. Die Wandregale

Wie verlässlich ist eigentlich die Warenverfügbarkeitsanzeige online bei einem bekannten schwedischen Möbelhaus? Antwort: gar nicht (ja, bei Ellipsen nach einem Doppelpunkt schreibt man klein weiter). Mit der frisch aktualisierten Anzeige (!) von "35 Stück verfügbar" auf dem Handy stand ich etwas ratlos in der Wandregalabteilung und wollte schwarze Konsolen kaufen. Weit und breit keine zu sehen. Mal ganz freundlich den Servicemenschen angesprochen. Der so, seelenruhig: "Nää, s'isch nix doh, des isch net aktuell" nickt mit dem Kopf in Richtung mein Smartphone. Ich: "Ach so, na dann. Wie komme ich bloß drauf, dass die frisch aktualisierte Verfügbarkeitsanzeige aktuell sein könnte?" Er: "Jo... kann dir da jetzt au net weiterhelfe" Ich: "Besten Dank DIR für die gute Beratung", madamigen Todesblick zugeworfen und abgerauscht - boah, ich hätte platzen können.
War ich zu fies? Schon, gell. Aber am nächsten Wochenende hatte ich meine Regale, ha. In einer anderen Filiale gab es noch 157 Konsolen, jetzt 153, und ich war zufrieden. Uns kam beim Bohren nicht mal die halbe Wand entgegen und der Metallbohrer blieb auch heil. Yeah.


3. Die Stühle*

Irgendwie seltsam, wenn man ein Paket mit Bauteilen für ZWEI Stühle, aber nur EINEN Schraubensatz bekommt.  Also schnell den einen Schraubensatz in eine Tupperdose gepackt, zum Baumarkt gefahren und dem Mann in der Schraubenabteilung die Dose unter die Nase gehalten: "Ich hätte gerne genau das hier noch mal". Während er mir die passenden Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben zusammensuchte, kaufte ich schnell noch einen Eimer Farbe für den Balkon. Ups. Ich kann einfach nichts dagegen tun!


4. Die Rauten-Wandsticker

Das war wenigstens mal eine rundum schöne und erfreuliche Aktion. Ich hatte auf Instagram schon ein Vorschaubild von unserer Küche gepostet... darauf schrieb Clara von Clara Online bei Facebook: "so schön! <3"... Ich: "Danke! Für die Küche geht mir übrigens dein Ferm-Living-Rauten-DIY nicht mehr aus dem Kopf..." Clara: "Wie viele Rauten bräuchtest du? Ich habe noch welche übrig falls du sie haben möchtest. Also 20 müssten noch da sein. Kann nachher mal zu Hause gucken. Habe viel zu viel gemacht." Yeeey! Riesige Freude meinerseits. Ein paar Tage später hatte ich tatsächlich diese tollen selbstgemachten Rautensticker von Clara im Briefkasten, die sogar so lieb war und sie mir geschenkt hat. Danke Süße, ich freu mich immer noch riesig!! Schaut euch doch mal ihren DIY-Post dazu an oder auch ihre Tipps zum Schwarz-Weiß-Trend.



Hierfür durfte ich das erste Mal selbst in unsere nichtsnutzigen Altbauwände bohren. Normalerweise ist das ja immer Chefsache, aber ich wollte unbedingt auch mal. Und wie ihr seht - hats geklappt! Diese Wandhaken haben die Form von dreidimensionalen Tropfen (quiek) und am liebsten hätte ich eine ganze Wand damit gefüllt - zusammen mit einem auf die Wand aufgemalten Regenschirm, und dadrunter natürlich keine Tropfen! Das passende Küchentuch von Ferm Living* hatte ich noch so gaaanz zufällig rumliegen - Scherz.


Wandhaken DropIt by Normann Copenhagen: Spürsinn24*
Küchentuch Ferm Living: Connox*
Wandregale, Tisch: Möbelschwede
Wandsticker Rauten: Clara Online
Blumenvase: DIY aus einer Flasche Waldmeistersirup und weißer Farbe
Kerzenständer schwarz-weiß: Kähler Design
weiße Müslischüssel: Anthropologie*
weiße geometrische Schüsseln: House Doctor
schwarze Teedose: Løv Organic*
schwarz-weiße Chevron-Strohhalme. Party Princess*
Becher "Y": Design Letters by Arme Jacobsen 

*Werbung


So. Jetzt fehlt nur noch der große Küchentisch, der am Dienstag kommen soll (2 weitere Stühle stehen noch wartend in der Gegend rum), und dann ist die Küche fertig! HIER nochmal der Vergleich, wie die Küche vorher aussah. Mein Traum war ja immer, mit guten Freunden an einem großen Tisch in der Küche zu sitzen und bis spät in die Nacht bei Pasta und Rotwein zu quatschen. Also unsere Küche wäre dann bald so weit :)

***

Und schaut mal, Nicest Things wurde im Love Your Home Magazin, dem Wohnmagazin von K&L Wall Art, vorgestellt! Zusätzlich zur Printversion gibt es auch noch eine Onlinevorstellung. Vielen lieben Dank dafür!



Freitag, 5. Juli 2013 66 Kommentare

Blogging Around Summer: Flower Salad

Heute ist Blogging Around Summer Day! Meine lieben Bloggermädls Ina, Nadine, Rebecca, Stef und Yvonne und ich versorgen euch ja jeden Freitag vom 7. Juni bis zum 12. Juli reihum mit einem anderen sommerlichen Rezept. Heute bin ich dran.  Ich weiß das seit 2 Monaten. Und ratet, wer heute morgen in die Stadt gezischt ist, Salat gekauft hat und gegen Mittag sich mal bequemt hat, die Fotos zu machen? Mein Zeitmanagement ist manchmal zum heulen. Allerdings: Wenn man alles in der letzten Minute macht, dann ist es eben auch in einer Minute erledigt. Naja, oder fast...


Von mir bekommt ihr heute ein Rezept für einen sommerlichen Salat. Und was ist sommerlicher als bunte Blüten? Wassermelonen, Freibäder, Eis am Stiel... äh nee, Stopp. Jetzt fall ich mir ja selbst in den Rücken, indem ich meine eigenen rhetorischen Fragen beantworte. Nochmal: Es ist ja wohl NICHTS sommerlicher als bunte Blüten! Also dachte ich mir, mache ich doch mal einen Salat mit essbaren Blumen. Da gibt es nämlich so einige Blumenarten, mit denen das geht: Gänseblümchen, Hornveilchen, Kapuzinerkresse, Schnittlauchblüten, Löwenzahn... ich habe das Thema ein bisschen gegoogelt und bei lecker.de habe ich eine gute Liste mit essbaren Blüten gefunden. 

    
Wie aber auch beim letzten Post muss ich mich kurz absichern, dass ich keinerlei Haftung dafür übernehme, wenn jetzt jemand Rittersporn über seinen Salat streut oder dergleichen ungesunde Aktionen. Wie immer: Bitte selbst vorher gründlich informieren und nur Blumen verwenden, bei denen man auch sicher weiß, was es ist! Und wegen der Hygiene (Stichwort Fuchsbandwurm und Hundehäufchen): Am allerbesten Blüten vom eigenen Balkon oder aus dem eigenen Garten verwenden! Ansonsten gibt es im Sommer auch oft essbare Blütenmischungen zu kaufen, da einfach mal in den Geschäften gucken. Die Hornveilchen hatte ich aus dem Obst- und Gemüseladen.


Wildkräutersalat mit Blüten und Ziegenkäse (Rezept abgewandelt von HIER)

Zutaten für 2 Personen:

4 Handvoll Kräuter bzw. Pflücksalat; z.B. Rucola, Sauerampfer, Pimpinelle, Feldsalat... alles, was schön aromatisch ist (Wildkräutersalat gibt es auch fertig zu kaufen)
essbare Blüten (ich hatte Gänseblümchen, Hornveilchen und so kleine vom Staudenbasilikum, die man auf den Fotos nicht sieht)
Baguette
4 Crottins de Chèvre oder eine Rolle Bûche de Chèvre
Thymian
Olivenöl

für die Vinaigrette:

4 EL Sherryessig
8 EL Olivenöl
1 EL Honig
1 EL Senf
1 TL Holundersirup, wenn man welchen da hat
Salz 
Pfeffer


Nein, das sind keine Macarons. Das ist Ziegenkäse, der seinem Namen Crottin alle Ehre macht.


 1. Den Salat bzw. die Kräuter verlesen, waschen und vorsichtig trockenschleudern oder tupfen. Auf 2 Schüsseln verteilen.

2. Die Blüten ganz vorsichtig waschen und trockentupfen, beiseite stellen.

3. Die Vinaigrette zusammenrühren: Erst die trockenen Zutaten, dann die hydrophilen, dann die hydrophoben (Familientradition). Also erst Salz und Pfeffer, dann Essig, Holundersirup, Honig und Senf, zum Schluss das Öl mit dem Schneebesen unterschlagen. Ebenfalls beiseite stellen.

4. Den Backofen auf 180°C vorheizen. 8 ca. 1-2 cm dicke Scheiben vom Baguette abschneiden. Die Crottins halbieren oder die Bûche in 8 Scheiben schneiden. Die Baguettescheiben mit dem Ziegenkäse belegen und mit Thymian und Olivenöl würzen. Ca. 10 Minuten bei 180°C backen.

5. Erst direkt vorm Servieren die Vinaigrette über den Salat geben und ganz zum Schluss die Blüten drüberstreuen. Mit dem Ziegenkäsebaguette servieren.
   
Und ab damit auf die Terrasse an einem schönen Sommerabend, ein Glas Wein dazu und sich den Sommer so richtig reinziehen! Die Mischung aus aromatisch und süß-würzig gibt diesem Salat übrigens den besonderen Kick, so simpel das Rezept auch erst mal klingen mag (wuaas, keine Croûtons, keine Rinderfiletstreifen, kein Mozzarella??) Probiert's mal ;)


Und falls ihr die bisherigen Blogging Around Summer Posts verpasst habt, ist hier nochmal eine Liste:

Ina mit ihren sommerlichen Tomaten-Feta-Tartelettes
Nadine mit Grillideen abseits vom Mainstream
Rebecca mit köstlichem Bananen-Paranusseis
...und nächsten Freitag hat Yvonne noch eine fruchtige Überraschung für euch!





Geschirrtuch: Butlers (Ränder selbst abgeschnitten und aufgeribbelt)
Gabel:  Butlers
Schüsseln: House Doctor


Und statt einer lustigen Geschichte gibt es heute einfach mal ein lustiges Bild. Das mit dem Ziegenkäse hab ich NICHT absichtlich gemacht, ich schwör!


Schönes Sommer-Wochenende :)

Mittwoch, 3. Juli 2013 61 Kommentare

New Coffeetable and Wooden Pearls Lamp

An diesem Post habe ich nun so lange rumüberlegt, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Das Unproblematische zuerst mal vorneweg: Wir haben einen neuen Couchtisch* von Westwing und er ist wunderschön (finde ich zumindest)! Aber das Sorgenkind: Die Kugellampe. Auf Pinterest hatte ich nach Ideen mit Holzkugeln gesucht und dabei bei Craftifair eine geniale Holzkugellampe gefunden. Nur kommt man dabei nicht umhin, sich ein wenig mit Strom und Elektrotechnik auseinanderzusetzen...

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ABER: Ich kann euch hier ganz bewusst keine Anleitung geben! Wie gerne hätte ich es gemacht, die einzelnen Schritte hatte ich euch eigentlich schon alle fotografiert und es wäre echt mal was anderes gewesen - aber es tut mir leid, es ist rechtlich nicht möglich. Ich bin nun mal kein Fachmann und wenn ihr auch so eine Lampe machen wollt, informiert euch unbedingt selbst bei einem Fachmann und lasst die fertige Lampe auch von diesem überprüfen! Meine Bilder hier dienen der reinen Inspiration, für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Inhalte übernehme ich keine Haftung (vgl. dazu auch  den Haftungsausschluss im Impressum). Alles klar? Gut, dann geht's weiter ;)


Die Holzkugeln müssen ja irgendwie auf das Kabel gefädelt werden (NB, nicht jedes Kabel ist geeignet!). Dazu könne man wohl entweder wie im verlinkten Beispiel vorgehen, oder, wie ich es gemacht habe, wenn man eine besondere Glühbirne in Szene setzen will: Eine einzelne Fassung, ein Kabel und einen Stecker kaufen und alles zusammenbauen. Nach einem Besuch im Baumarkt und einem Infogespräch mit dem Elektriker unseres Vertrauens war ich vollstens im Bilde über Gewindekontakt und Sockelkontakt. In einer Stunde hatte ich die Lampe fertig und belehrte das Männchen gönnerhaft über den Unterschied von Phasenleiter und Neutralleiter. "Wie, du weißt nicht, warum man den Neutralleiter optimalerweise an den Gewindekontakt anschließt? Naja, ich erkläre es dir mal..." Höhö - ich bin ja schon ein bisschen stolz auf mich.


Mein Höhenflug als Frollein Elektrikermeisterin wurde dann aber ganz schnell beendet, als es darum ging, die fertige Lampe das erste Mal anzuschließen. Trotz Kontrolle durch unseren Elektriker hatte ich Angst und das Männchen musste mit ran: "Öhm... duhuuu? Kannst du mal kurz mit gucken... ich trau mich nicht" - "Klar. Und vielleicht nimmste zum Testen erstmal besser ne 0815-Glühbirne statt deiner 30€-Designerbirne". Stimmt. Also haben wir gemeinsam die Lampe in eine Steckdose mit Schutzschalter eingesteckt, das Ende des Kabels mit Fassung und Glühbirne gaaanz weit weg vor die Haustür gelegt (zum Glück hatte ich 4 Meter Kabel verarbeitet) und uns dann im Flur hinter der Ecke versteckt, wo die Steckdose mit Schalter war. "Okay. Ich leg dann jetzt mal den Schalter um, ja?" (in einem panischen Flüsterton) "Okay. Tu es." Augen zugekniffen und mit gummibehandschuhtem Finger vorsichtig auf den Schalter an der Steckdose gedrückt. Kein Knall. Als ich die Augen wieder aufmachte leuchtete die Lampe ganz friedlich vor sich hin. Yaaaay! Die schicke Glühbirne durfte also rein und ich konnte meiner Hauptaufgabe nachgehen: Das Ganze dekotechnisch in Szene zu setzen.


Damit die Kugeln richtig zur Geltung kommen, habe ich die Lampe erstmal über eine große Glasvase gelegt - an der Sinnhaftigkeit dieser Aktion abgesehen von der Optik kann man durchaus zweifeln. Und der Stecker bleibt wohl besser draußen, bis ich einen anderen Platz gefunden habe. Ein paar große, ebenfalls runde Statement-Blumen (Agapanthus) dazugestellt... das Kugelmotiv noch mal in einer selbst gegimpten Grafik aufgegriffen... und fertig. Den großen Print kennt ihr vielleicht schon von meiner Facebook-Fanpage, den habe ich einfach aus meinen liebsten Free Fonts erstellt.


Und der Couchtisch*! Das mit der Korbtruhe ging einfach nicht mehr, so schön sie auch war. Durch die unebene Oberfläche fiel die eine oder andere Teetasse schon mal um und ergoss sich durch das Korbgeflecht über die Bettwäsche, die in der Truhe gelagert wird. Tja, und dann sah ich bei meinem routinemäßigen Early-Morning-Westwing-Check (feststehender Begriff bei uns) diesen Tisch. Richtiges Massivholz, wunderbar groß mit Stauraum ohne Ende und vor allem: Mit solchen X-en an der Seite - genau wie bei der Konsole. Ha.


Westwing* dürften ja die meisten von euch kennen und Leser meines Blogs wohl sowieso. Aber nur nochmal schnell zur Erklärung: Westwing ist ein Shoppingclub (das Prinzip kennt man ja) rund ums Thema Wohnen, bei dem es täglich neue Onlinesales gibt. Die Rabatte betragen bis zu 70%. Ich mag daran halt, dass die Trendscouts echt gute Arbeit machen und es immer das gibt, worauf ich gerade so stehe - zur Zeit zum Beispiel viel Schwarz-Weiß und nordisches Design. Die Firmen sind auch immer edel wie Bloomingville, KitchenAid, Bungalow oder Nordlux. Grobe Geschmacksverirrungen kann man bei Westwing eigentlich kaum kaufen, weil die Sachen praktisch vorselektioniert sind von Leuten, die Ahnung haben.

Bei der kostenlosen Anmeldung über meinen Promolink HIER* bekommt ihr 10€ Startguthaben gutgeschrieben.



Und... wie findet ihr eigentlich diese schwarzen Stühle...? :))


Ebenfalls von Westwing ist diese Lampe, die mein Männchen liebevoll "the studio flashlight, yeaaah" nennt. Cool, nech?


Couchtisch, Stehlampe: Westwing*
Sofa, Bilderleisten, schwarzweißes Kissen, Bilderrahmen, Klemmspot: Möbelschwede (wisst ihr eh)
Pflaumenfarbenes Kissen, Deckenlampe, Glasvase, Facettengläser: Tine K Home
Holzperlen: Idee Creativmarkt*
Diamond Lights Glühbirne: by Eric Therner via Connox*
Kerzenständer. Kähler Design
Konsoltisch: Maisons Du Monde*
Teppich: House Doctor Maria


So, jetzt seid ihr mal wieder auf dem neuesten Stand, was unser Wohnzimmer betrifft. Sorry falls ihr das eh schon kennt, aber ich finde es immer wieder lustig: SO sah es 2011 aus (kahl) und SO bzw. SO 2012 (Eastcoast - nice try). Bin sehr gespannt, wie lange ich es jetzt mit der Deko hier aushalte...

Übrigens, das hier habe ich gerade in meiner Blogroll entdeckt und schnell noch nachgetragen, weil es so toll passt: Bei Mina von Villa Vanilla gibt es eine sehr spannende Diskussion zu der Frage, ob Shabby out ist und zu Wohntrends im Allgemeinen!
Das sind auch Fragen, die ich mir gestellt habe, da ich über den Blog sehr gut verfolgen kann, wie sich mein Einrichtungsstil immer wieder verändert. Ich für meine Teile liebe diese Veränderungen, da ich mich selbst ja auch verändere und mich im Laufe der Zeit an vielen Dingen sattsehe. Außerdem mag ich es, Neues auszuprobieren... Trends sind da großartige Inspirationen. Wobei ich mir dann eben das rauspicke, was zu meinem persönlichen Lebensgefühl passt. Wie seht ihr das? Habt ihr Spaß daran, euch von Trends inspirieren zu lassen oder bleibt ihr einem Stil schon jahrelang treu?

Einen schönen ääh... Mittwoch euch allen (uuh, Smalltalkfail Nr. 3876)!


Warnhinweis! Wenn Sie selbst eine Kugellampe herstellen wollen, lassen Sie Ihre Lampenkonstruktion unbedingt von einem Fachmann (Elektriker) vor Inbetriebnahme überprüfen. Eine unsachgemäße Installation kann zu Schäden durch Stromschlag und Überhitzung führen.