Sonntag, 29. September 2013 64 Kommentare

Piment D'Espelette selbst anbauen / pflanzen & Chili Sauce Rezept

Ich bin Mami! Naja, Chili-Mami. Im Frühjahr hatte ich 24 kleine Piment D'Espelette-Pflanzen in die Erde gebuddelt, vielleicht erinnert ihr euch noch an mein Instagram-Bild? Die kleinen Viecher sind nun wider Erwarten ganz schön groß geworden und hängen voll mit Chilischoten, rot und glänzend. Yey! Gestern war Erntetag und ich stand minutenlang nur mit dem Chilikorb in den Händen rum, dümmlich-glücklich auf meine Baaaaaabies runtergrinsend (sich hier bitte ein leicht hysterisches Quieken vorstellen, gut eine Oktave höher als sonst).

Piment D'Espelette selber pflanzen

Irgendwie fing ich dann an, den Korb mit den Piment D'Espelette-Schoten leicht in meinen Armen zu wiegen. Das gab allerdings komische Blicke und den Kommentar "Na Schätzelein, haste wieder Hormone?" Joa, könnte hinkommen. Aber es ist auch nicht selbstverständlich, dass eine Pflanze den Kontakt zu mir überlebt - geschweige denn, dass sie auch noch Unmengen an Blüten und Früchten produziert. Das Einzige, was bisher langfristig durchgehalten hat, waren kleine Kakteen. Aus Plastik. Also durchaus Grund zur Freude und zu etwas fehlgeleiteten Mutterinstinkten!
   
Chili Dip Sauce und Piment D'Espelette Schote am Strauch

Es sind immerhin auch keine stinknormalen Chilis, sondern ganz besondere: Capsicum annuum L. var. Gorria. Die getrockneten und gemahlenen Schoten hiervon sind besser bekannt als Piment D'Espelette. Diese Chilisorte wird traditionell nur in einer kleinen Ecke des Baskenlandes angebaut (Appellation d'Origine Controlée (A.O.C.) bzw. seit 2012 Protégée (A.O.P.)). Das heißt, nur die in festgelegten baskischen Regionen angebaute Gorriaschote darf als Piment D'Espelette verkauft werden, das als eine Art Hipsterchili unter Gourmets und Spitzenköchen gilt.
Verglichen mit normalem Chilipulver ist Piment D'Espelette weniger scharf, schmeckt aber fruchtiger, würziger, dreidimensionaler... ein bisschen wie Cayennepfeffer, nur besser.

Piment D'Espelette im Korb und aufgeschnittene Schote

Wir hatten das fertige Pulver eine Zeit lang immer aus Frankreich importiert, aber es ist doch arg teuer und die Samen gibt es relativ günstig im Internet. Außerdem macht selber anpflanzen viel mehr Spaß. Es ist dann zwar strenggenommen kein Piment D'Espelette mehr wegen dieser A.O.C.-Geschichte, aber egal. Ob unser selbst angebautes Piment D'Espelette wie das Original schmeckt, kann ich allerdings noch nicht sagen, da die Schoten erst noch ca. einen Monat trocknen müssen, bevor man sie zu dem Piment vermahlen kann...

Chili Dip Chutney Saucen Rezept mit Piment D'Espelette

Aber ich konnte es nicht abwarten und habe gestern gleich eine Sweet Chili Dip Sauce aus den frischen Piment D'Espelette Schoten gekocht. Diese kann man nämlich auch ganz normal wie frische Chilis verwenden, man muss sie nicht zwangsläufig trocknen und zu Pulver mahlen. Und diese Espelette-Chilisauce war schon mal gar nicht schlecht!

Piment D'Espelette Ernte

Chili Sauce Rezept mit Piment D'Espelette

2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
2 cm Ingwer
2 EL Olivenöl
12 Kirschtomaten
+/- eine halbe Piment D'Espelette Chilischote
2 EL Balsamico Bianco
3 EL Zucker
Salz

1. Schalotten (alternativ gehen auch Zwiebeln), Knoblauch und Ingwer schälen und jeweils fein hacken. 

2. Olivenöl in einen kleinen Topf geben und Schalotten, Knoblauch und Ingwer darin anbraten.

3. Tomaten waschen, in Würfel schneiden und hinzufügen.

4. Chilischote waschen, halbieren und fein würfeln. In den Topf geben. Je nach gewünschtem Schärfegrad mit oder ohne Kerne verwenden. Wenn man es nicht so scharf mag, weniger Chili verwenden. Am besten verwendet man nicht gleich die halbe Schote, sondern tastet sich Stück für Stück zum gewünschten Schärfegrad vor.

5. Mit Balsamicoessig, Zucker und Salz abschmecken und ca. 20 Minuten köcheln lassen. Wer mag, kann noch mit etwas Honig oder frischer, gehackter Petersilie variieren. 

Piment D'Espelette Schoten auf Schnur trocknen

Der Dip passt gut zu Süßkartoffelpommes, Chicken Wings, mit Frischkäse drunter aufs Brot, als Klecks in die Kürbissuppe...wenn man ihn wie Marmelade behandelt und hygienisch einwandfrei in Weckgläser füllt, wäre es auch ein nettes Geschenk oder Mitbringsel. Tolles selbstgedrucktes Etikett drauf mit "Homemade Chili Dip" und so... Ihr wisst schon!

Piment D'Espelette Chilischoten mit Chili Sauce Rezept

Jedenfalls ist das auch so eine Sache, wie man sich den Herbst schönreden / schönkochen / schönspielen kann: Im Frühjahr Chilis anpflanzen, im Herbst ernten und leckere Sachen damit anstellen, zum Beispiel wie im Rezept oben einkochen. So als langfristige Idee für nächstes Frühjahr... Chilis kann man übrigens auch in der Wohnung anpflanzen, vorausgesetzt, man hat einen hellen Raum zur Verfügung (Anleitungen gibt's im Internet).

Homemade Sweet Chili Dip mit Piment D'Espelette

So, ich bring dann mal die restlichen Chilis ins Bett und singe ihnen ein Schlaflied. Habt ihr schon mal mit Piment D'Espelette gekocht? Werdet ihr diesen Herbst etwas ernten?

(Im nächsten Post gibt es übrigens etwas ganz Neues: Ihr bekommt zum ersten Mal unser Badezimmer zu sehen. Ich habe jetzt schon Angst.)

Samstag, 21. September 2013 62 Kommentare

Plum Pie / Pflaumen Cheesecake mit Herbstblätter-Keksen

Enthält Werbung* für den Callwey Verlag

Also mit mir und dem Abnehmen, das wird einfach nix. Das Problem ist, dass ich die ersten 20 Jahre meines Lebens den Stoffwechsel eines dreiachsigen Traktors hatte und einfach futtern konnte, was ich wollte. Drei Teller Spaghetti Carbonara? Zack, verbrannt. Kleidergröße 34 auf ewig und das ganz ohne Sport. Aber von wegen. Schön langsam und unmerklich sinkt wohl irgendwie mein Grundumsatz und wenn das Männchen mich mittlerweile Specki nennt, dann denke ich, verdammt, er hat Recht! Nur kriege ich das über Jahre antrainierte Verhalten des genüsslichen Schlingens nicht mehr raus (das über Jahre antrainierte Verhalten, mein Geschirr mit der Hand abzuwaschen, war allerdings bei Einzug der Spülmaschine GANZ schnell verlernt - komisch).


Aber wie soll man auch bitte NICHT die halbe Auflaufform von so einem göttlichen Pflaumen Cheesecake aufessen?

Herbstliches Rezept für Pflaumen Kuchen Cheesecake Pie mit Blättern

Außerdem hatte ich gewissermaßen den Auftrag, Pflaumenkuchen zu backen. Es gibt nämlich ganz tolle Neuigkeiten: Von Yvonne Bauer alias Fräulein Klein ist im Callwey Verlag* das zweite Buch erschienen! Ihr sehr beliebtes erstes Buch "Die wunderbare Welt von Fräulein Klein" hat nun also einen Nachfolger bekommen, und zwar ein Weihnachtsbuch. Es heißt "Weihnachten mit Fräulein Klein"* und ich habe die Ehre, euch dieses Buch im Rahmen einer Bloggertour heute vorzustellen. Dazu durfte ich wieder eines der köstlichen Rezepte von Fräulein Klein ausprobieren... dazu aber später mehr...


Zuerst wollt ihr ja bestimmt mal ein bisschen ins Buch linsen (es ist erst seit gestern im Handel erhältlich, also sind diese Einblicke wohl für die meisten noch ganz neu). 

Wie man es von ihrem wunderschönen Blog und dem Vorgängerbuch kennt, ist auch "Weihnachten mit Fräulein Klein" wieder ein ästhetischer Volltreffer. Selten habe ich im Zusammenhang mit Weihnachten so geschmackvolle und stilsichere Bilder gesehen. Weihnachtsstimmung zu vermitteln, ohne ins Kitschige abzugleiten, ist ja nicht immer ganz leicht. Yvonne Bauer beherrscht dies jedoch perfekt - ihre Fotos und Arrangements strahlen unheimlich viel Atmosphäre und Gemütlichkeit aus, ohne jemals zu dick aufzutragen.

Eine so hübsche Optik würde mir als oberflächlichem visuellem Typ ja schon reichen, um das Buch zu mögen. Aber man wird dem Buch nicht gerecht, wenn man es auf seine (zugegeben sehr eindrucksvolle) Optik reduziert. Inhaltlich bietet es nämlich alles, was man braucht, um sich die Zeit vom ersten Advent bis Silvester so richtig schön zu machen. Es geht los mit Adventskalenderbastelideen, Adventsdekoration und Rezepten für wärmenden Punsch & Co zum Nikolausabend, dann folgen Rezepte für die Weihnachtsbäckerei und ein ganzes Kapitel mit Plätzchenrezepten, Bastelideen für Kinder und Anregungen für Geschenke aus der Küche; schließlich gibt es Tipps für die Christbaumdeko, für Geschenkverpackungen und den gedeckten Weihnachtstisch, ja sogar noch ein Kapitel zu Silvester.


Meine persönlichen Highlights sind dabei unter anderem der Clementinen-Ingwer-Punsch, die Chai-Kipferl und die Idee, Grußkarten mit Hamaperlen zu gestalten. So in schwarz-weiß könnte ich mir das auch perfekt als Christbaumdeko vorstellen... am liebsten würde ich ja an jedem Tag im Advent eine andere Idee aus diesem Buch umsetzen (es sind auch sehr einfache und schnelle Rezepte und Dekoideen dabei), dann könnte man den To-Do-Listen-Punkt "eine schöne Weihnachstzeit haben" getrost abhaken. Wobei man sich hier nicht einmal auf die Weihnachstzeit beschränken muss - ein Rezept hat mich so angelacht, dass ich es jetzt einfach schon mal in den Herbst gezerrt habe: Cheeeeeesecake-Cookies!


Ein kleines bisschen abgewandelt habe ich das Rezept, indem ich noch ein paar Pflaumen zum Kuchen dazugegeben habe und den Cheesecake aus Gründen der Gier in einer Auflaufform statt in kleinen Muffinförmchen gebacken habe. Aber sonst ist es genau das Rezept von Yvonne Bauer und es ist köstlich.


(Das ist kein Dreck. Das ist Vanille. Ehrlich!)

Zutaten für 12 Cookies oder eine Auflaufform voll mit Pflaumen Cheesecake:

180g Mehl
50g gemahlene Mandeln
50g Puderzucker
120g kalte Butter

350g Doppelrahmfrischkäse
100ml Kondensmilch 10%
70g Zucker
1 Vanilleschote
1 Ei
2 TL Mehl

(evtl. 12 Pflaumen)


1. Mehl, Mandeln und Puderzucker in eine Schüssel sieben. Die Butter in kleine Stücke schneiden und mit der Mehlmischung verkneten, bis ein glatter Teig entsteht. Mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen.

2. Arbeitsfläche bemehlen und den Teig darauf ca. 4mm dick ausrollen. Kreise ausstechen und die Mulden eines gefetteten Muffinblechs damit auslegen (oder den ganzen Teig einfach in eine gefettete Form geben). Eine kleine Teigmenge zurückhalten und daraus Sterne (oder Blätter für die Herbstvariante) ausstechen. 

3. Für die Füllung Frischkäse, Kondensmilch, Zucker, Vanillemark, Ei und Mehl mit dem Handrührgerät glatt rühren. Die Füllung in die mit Teig ausgekleideten Muffinförmchen gießen (oder einfach direkt auf den Teig in der Auflaufform).

4. Im auf 180°C vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten bei Ober-/Unterhitze backen. Die ausgestochenen Sterne gleichzeitig auf einem separaten Blech mitbacken, aber daran denken, sie früher wieder aus dem Backofen zu nehmen, ca. nach 8 Minuten!

5. Nach Ablauf der Backzeit die Cookies abkühlen lassen, aus dem Muffinblech lösen und mit den Sternen dekorieren. Man kann die Cookies noch mit Puderzucker und die Sterne mit Kakao bestäuben.

(6. Für die Pflaumenvariante einfach 12 Pflaumen waschen, entkernen und in Viertel schneiden. Diese nach Ablauf der Backzeit auf dem fertigen Cheesecake verteilen und nochmals ca. 15 Minuten backen. Dann auch hier mit den ausgestochenen Figuren dekorieren.)


Das ist einfach das Schöne an den Rezepten von Fräulein Klein, sie gelingen immer und lassen sich auch super variieren. Bei meinen Bestrebungen, den Spitznamen "Specki" wieder loszuwerden, war dieser Cheesecake jetzt allerdings nicht hilfreich ;)

Liebe Yvonne, ich danke Dir und dem Callwey-Verlag ganz herzlich, dass ich Dein wunderschönes neues Buch vorstellen und ein Rezept daraus nachbacken durfte! Ich hoffe, es folgen noch ganz viele weitere. Wie wäre es mit einem Osterbuch und einem Sommerbuch und einem Herbstbuch und...? :)


So, und jetzt schaut euch mal das nächste Foto an, dieser Schnitt durch den Cheesecake... okay, es ist an sich kein hübsches Foto. Aber ich MUSSTE es mit in diesen Post reinnehmen - als ich es nämlich gerade in Photoscape geöffnet hatte und ein bisschen mit dem Weißabgleich rumspielte, überkam es mich so dermaßen, dass ich wieder in die Küche rennen und direkt aus der Auflaufform weitere enorme Mengen Cheesecake essen musste! Ich finde, es sieht einfach sooo lecker aus. Diese Vanillepünktchen... der buttrige, zarte Mürbeteig... die zuckrige Frischkäsecreme mit süßer Kondensmilch... hach (das Obst liegt da mehr so aus Gewissensgründen drauf und weil ich Pflaumen fotografieren wollte)...


Auflaufform: Sarah Wiener Kollektion von Riess
Emaillekasserole: Flohmarkt mit Nadine, ganz ohne Haareziehen :)
Abkühlgitter: TK Maxx
Ausstechförmchen: z.B. von Birkmann, die großen und die länglichen Blätter sind selbst mit dem Messer ausgeschnitten


So, und ab morgen achte ich dann echt ein bisschen auf meine Kalorienzufuhr. Man muss sich ja nichts versagen, aber wenn man raptusartig beim Bilder bearbeiten die halbe Cheesecakeform wegputzt, muss man sich über nix wundern, gell? Ein schönes Wochenende wünscht euch Specki :)

Mittwoch, 18. September 2013 91 Kommentare

Autumn DIY: Painted Porcelain in Copper, Black and White

Werbung*

Das war so klar. Seit ein paar Tagen stehe ich sozusagen neben mir und beobachte mich argwöhnisch, wann die Herbstschwärmerei bei mir losgehen wird. Ich fürchte, es ist nun so weit...


Nachdem nun bereits der Frühling, der Sommer und sogar der Winter (was zur Hölle...?) von mir zur Lieblingsjahreszeit erklärt wurden, bin ich also wie erwartet zur Herbstfee mutiert. Denn der Herbst ist ja wohl die wunderschönste Jahreszeit von allen (Achtung, es geht los): Die spröde, frische Luft an einem kühlen Herbstmorgen, man wickelt sich ein wenig fester in seinen Poncho aus grobem Maschenstrick und läuft zum Markt, um leuchtende Kürbisse und aromatische Pfifferlinge zu kaufen... man raschelt mit den neuen Gummistiefeln durchs bunte Laub, die goldene Oktobersonne wärmt das Gesicht... zu Hause kuschelt man sich in eine warme Tasse Tee, backt duftende Stricksocken und sieht zu, wie die schmückenden Adjektive im Herbstwind sanft von den Bäumen fallen. Oder so. Und man denkt sich ein herbstliches DIY aus, das ganz viel mit Tee trinken, kupferfarbenem Herbstlaub und Kerzenlicht-Bokeh zu tun hat...


Na gut, Porzellan bemalen ist ungefähr genauso innovativ wie die Feststellung, dass der Herbst da ist. Aber ich bin doch so ein kleines Geschirropfer. Und als bloggendes Geschirropfer wird man auch irgendwann mit der schönen Keramik von House Of Rym oder Marimekko konfrontiert. Leider kostet eine einzige solche Tasse um die 15 Euro, eine Untertasse nochmals 15 Euro (greeiiin). Mein Sparkassenmännchen (siehe letzter Post) sagt dazu nur: "Janz ährlisch, Schätzelein? Näää." Wozu es aber anerkennend genickt hat ist die Tatsache, dass mein neues selbstbemaltes Teeset aus 2 Tassen mitsamt Untertassen und Teekanne keine 30 Euro gekostet hat.  Wollt ihr auch? So geht's:
     

Material:

schlichte, weiße Teekanne (z.B. Butlers, ca. 17€)
weiße Tassen (z.B. Galeria Kaufhof bei den Restposten, ein Set aus Tasse UND Untertasse: 2,95€!!)
Porzellanmaler (Idee Creativmarkt, ca. 3€)
evtl. flüssige Porzellanfarbe + Pinsel, falls ihr bei den Stiften nicht eure Wunschfarbe findet (Idee Creativmarkt, ca. 2€) oder aber Edding 751 (ca. 3€)
evtl. Papier, Bleistift, Schere, wenn ihr euch eine Malschablone machen wollt
Backofen
  

(Ups - Backofen putzen könnte ich auch mal wieder)

1. Zunächst überlegt ihr euch ein Motiv. Bei komplizierteren Formen bietet sich eine Schablone an. Dazu einfach im Internet eine Vorlage suchen (für die stilisierten Blätter habe ich einfach "Sonnenblume Clipart" gegoogelt), diese mit Bleistift auf Papier abpausen und ausschneiden.

2. Das Geschirr waschen und gut trocknen. Die Papierschablone auflegen und mit dem Porzellanmaler die Konturen umfahren. Die Striche für die Blattachse habe ich frei Hand gezeichnet. Dann die Form ausmalen. So auf der gesamten Tasse verfahren.

3. Porzellanmaler gibt es in einigen Farben, kupferfarbene habe ich allerdings nicht gefunden. Es gibt von Edding aber einen kupferfarbenen Stift der für Glas geeignet ist, die 751. Damit hat es genauso geklappt. Alternativ gibt es auch Porzellanfarben im Gläschen, die man mit einem Pinsel aufträgt. Dazu war ich aber zu faul und habe den Edding vorgezogen.

4. Je nach Anleitung auf dem Porzellanmaler das fertige Muster im Backofen einbrennen. Bei mir waren es 90 Minuten (laut Stift, in der Onlinebeschreibung steht sogar nur 30 Minuten?!) bei 160°C. Laut Onlinebeschreibung ist die Bemalung dann spülmaschinenfest. Die Bemalung mit der Porzellanfarbe wäre auch ohne Einbrennen nach 3 Tagen Trocknungszeit spülmaschinenfest, das habe ich aber nicht selbst ausprobiert. Der Edding 751 ist auf jeden Fall wasserfest und den Backofen hat die Eddingfarbe auch überlebt, ob er allerdings auch spülmaschinenfest ist, weiß ich nicht. Daher wasche ich mein Geschirr vorsichtshalber von Hand.


Leider kann ich euch diesmal gar keine sarkastischen Sprüche von meinem Männchen liefern. Es war ganz seltsam... ich saß so inmitten von meinem üblichen Bloggerchaos, er kam heim: "Und, was hast du heute so gemacht?" Ich: "Das Porzellan angemalt, da, schau mal..." Er: "Das hast du selbst angemalt? Wow, das sieht ja aus wie gekauft!" - huch, die perfekte Antwort? Was ist da los?


Ich dann so: "Und das Geschirr war auch total billig. Rat mal, was die beiden Tassen zusammen mit den Untertassen gekostet haben?" (in der Erwartung, dass er 2 Euro sagt und mir damit meine Pointe zerstört) Er: "14 Euro?" (ich konnte dann triumphierend auf fünf Euro neunzig korrigieren) Aber ähm, schon wieder sozial erwünscht geantwortet? Ich fragte mich langsam, wer da vor mir stand und was er mit meinem Männchen angestellt hatte! Ich habe dann mit ihm geschimpft, dass ich so nicht arbeiten kann und überhaupt nix zum bloggen habe, wenn er so lieb ist.


Jedenfalls können wir uns nun gemütlich mit einer Tasse Tee aufs Sofa begeben und in Herbstklischees schwelgen. Wie ihr seht, bin ich dem Kupfertrend mittlerweile auch erlegen - wobei, ist es überhaupt noch Trend? Egal :) Im Frühling und Sommer fühlte sich die Farbe für mich irgendwie nicht richtig an, aber jetzt zum Herbst hat es auf einmal klick gemacht. Und Strick, klar, Strick gehört auf jeden Fall auch zum Herbst dazu! Der Strickpouf* ist von aikme*, einem skandinavisch angehauchten Outletshop mit Marken wie Broste Copenhagen*, Hübsch Interior*, menu* oder Bloomingville*.


Falls ihr beim Stöbern etwas findet, gibt es mit diesem Code nochmal 15% Rabatt: BLOGGERPOST413

Es gibt bei aikme übrigens nicht nur Wohnartikel, sondern auch Mode und Accessoires (Nudie, Rütme, Vila, Maelk, Fritzi aus Preußen...). Mir persönlich geht der Sinn für Fäschn ja komplett ab im Moment - entweder ich bin schön oder die Wohnung, beides gleichzeitig scheint irgendwie unmöglich zu sein. Dementsprechend hocke ich auch gerade in einer alten Leggins mit kupferfarbenen Flecken (der Edding ist auch als Textilfarbe empfehlenswert, hält bombig), Gangsterkapuzenpulli und Zebrapuschelhausschuhen an meinem Stylerschreibtisch. Yeah.


    

Wie sieht's bei euch aus, lechzt ihr auch gerade irgendeinem unerschwinglichen Geschirr hinterher? Vielleicht könnt ihr das ja auch mit ein bisschen Porzellanfarbe hacken? Nach eurer Meinung zum Herbst trau ich mich gar nicht zu fragen, das Thema seid ihr bestimmt schon leid, oder? ;) 

***

Oh, und es gibt ja noch eine Gewinnerin: Liebe Ebru (Miss Menno), du darfst dir bei Indigo Home einen Kissenbezug und ein Geschirrtuch aussuchen! Herzlichen Glückwunsch! Ich schreibe dir gleich noch eine Mail :)