Freitag, 29. August 2014 58 Kommentare

Madeleines mit Thermomix-Variante & Mystic Light Photography

Tja, so langsam herbstelt es nun wirklich. Ein bisschen hat sich das schon auf meine Food Photography ausgewirkt: Auf helle, strahlende Food-Fotos mit pastellig-frischen Sommerfarben habe ich keine Lust mehr. Dafür aber auf dunklere Bilder mit Vintagestimmung, à la Dark and Moody, Mystic Light oder Chiaroscuro, wie auch immer man diesen Fotografie-Trend nennen möchte.


Wohlgemerkt: Diese Bilder hier sind nun noch nicht die volle Mystic-Light-Keule, sondern eher so ein Hybrid aus meinem gewohntem Stil und einer Prise dunklerem Vintage-Ambiente. Sie sind etwas wärmer, etwas heller, etwas mehr Granny-Style als klassische Mystic Light Photography. Ich musste mich erstmal langsam rantasten...


Denn wisst ihr was? Eigentlich habe ich mich zuerst ganz schön gegen diese Mystic Light Photography gewehrt. Immer, wenn Trends zu stark sind, kommt (vorübergehend) die Rebellin in mir hoch und ich denke: "Näääh, das machste jetzt nich auch noch". Und gerade dieser Stil hier ist mit Vorsicht zu genießen. Ich meine, was ist denn Sinn und Zweck von Food Photography? Vor allem doch mal, dass das Essen lecker aussieht (Okay, es gibt auch noch künstlerische, verfremdende Ansätze. Lassen wir das jetzt mal außen vor.) Aber wenn man Dark and Moody übertreibt, sieht das Essen irgendwann so aus, als wäre es schon 7 Jahre auf dem Dachboden gestanden. Wenn man es denn überhaupt noch sieht. Finde ich dann auch nicht mehr toll. 


Außerdem war dieser Stil komplettes Neuland für mich. Man braucht etwas andere Props (Accessoires), arbeitet anders mit dem Licht und bearbeitet die Fotos auch auf eine ganz andere Art und Weise. Ich dachte mir immer: "Du hast ja gar kein altes bläulich schimmerndes Blech als Hintergrund, da kannste Mystic Light Fotos gleich vergessen". 


Aber natürlich wollte ich es dann doch irgendwann wissen und habe ganz langsam mit diesen Fotos hier angefangen. Der Reiz, etwas Neues auszuprobieren und sich neuen Herausforderungen zu stellen, war einfach zu groß.
Mittlerweile habe ich auch schon Fotos mit so richtig bläulich-dunklem Hintergrund gemacht, die wirklich in die Chiaroscuro-Richtung gehen, kurz vor Dachboden. Davon zeige ich euch im Laufe des Herbstes noch mehr. Kleine Vorschau:


Wärt ihr denn mal an einem Tutorial zur Mystic Light Food Photography interessiert? Das wäre natürlich etwas spezieller bzw. eher was für Fortgeschrittene und ich experimentiere da selber noch viel rum, aber vielleicht ist gerade das ja mal interessant. Und was allgemeine Tipps zur Food Photography wie Licht, Hintergrund, Styling und Bildkomposition angeht, wisst ihr ja: Da gibt es meine kleine Fotoschule*, die ich für Thermomix* entwickelt habe.


*Kooperation mit Langzeit-Produkttest

Die Tipps sind natürlich mit oder ohne Thermomix gleichermaßen umsetzbar, also schaut gerne mal rein! Es ist auch gerade die vierte Lektion online gegangen. Dafür hatte ich nämlich diese leckeren Madeleines gebacken, für die ich euch nun noch schnell das Rezept mit Thermomix-Variante geben will.


Das Grundrezept* stammt aus der Rezeptwelt, ich habe es nur leicht abgeändert: Weniger Zucker, dafür mit Amaretto und Puderzucker. Ich mag die leichte Bittermandelnote vom Amaretto im Teig sehr, auch Bourbon wäre eine leckere Alternative. Den Puderzucker habe ich eher für die Optik zugefügt ;) Für ca. 36 Madeleines:

4 Eier
1 EL Vanillezucker
90g Zucker
150g Mehl
1 TL Backpulver
125g flüssige Butter, abgekühlt
1 EL Amaretto
Puderzucker zum Bestäuben

Mit Thermomix:

1. Madeleine-Form fetten, Backofen auf 190 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
2. Eier, Vanillezucker und Zucker im Mixtopf 3 Minuten auf Stufe 3-4 schaumig schlagen.
3. Mehl und Backpulver zugeben und 1 Minute auf Stufe 3 unterrühren.
4. Flüssige Butter und Amaretto zugeben und 30 Sekunden auf Stufe 3 unterrühren.
5. In die Vertiefungen der Form jeweils 1-2 TL Teig geben und ca. 10 Minuten backen. Madeleines vor Entnahme aus der Form 5 Minuten abkühlen lassen. Form reinigen, neu fetten und die nächste Portion backen. Mit Puderzucker bestäuben.

Ohne Thermomix:

1. Madeleine-Form fetten, Backofen auf 190 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
2. Eier, Vanillezucker und Zucker in einer Schüssel mit den Rührbesen des Handrührgeräts auf höchster Stufe schaumig schlagen.
3. Mehl und Backpulver vermischen und esslöffelweise unter die Zucker-Ei-Masse rühren.
4. Flüssige Butter und Amaretto dazugießen und alles glatt rühren.
5. In die Vertiefungen der Form jeweils 1-2 TL Teig geben und ca. 10 Minuten backen. Madeleines vor Entnahme aus der Form 5 Minuten abkühlen lassen. Form reinigen, neu fetten und die nächste Portion backen. Mit Puderzucker bestäuben.


Was haltet ihr denn vom Mystic-Light-Trend in der Foodfotografie? Oder habt ihr vielleicht schon neue Trends beobachtet? Und welche Fototrends könnt ihr nicht mehr sehen?


Dienstag, 26. August 2014 43 Kommentare

New In: Weißer Bauernschrank und Vale Vale-Kissen

Werbung* für Vale Vale

Und weg isses, das Expedit. Endlich! Wir hatten im Wohnzimmer ja bisher immer eine ominöse "vierte Wand", an der ich jedesmal tunlichst vorbeifotografiert habe. Ich glaube, ihr habt diese Wand nur ein einziges Mal gesehen - allerdings auch nur bei Instagram und einzig und allein aus dem Grund, weil ich Ricarda und Miri nicht nein sagen konnte. Aber jetzt haben wir statt dem Expedit einen geschmackvollen weißen Dielenschrank mit Altbau-Charme. Unser Wohnzimmer wird also zukünftig eine Dimension mehr auf Fotos haben, yeah:


Oben ist ja der Link zum Vorher-Zustand, aber ich beschreibe es auch gerne noch mal kurz, weil es so schön war: Ein weißes 4x4 Expedit-Regal, voll mit knallbunter Trivialliteratur, CDs, DVDs und BluRays. Darauf eine Palme und zu Füßen der Palme eine nicht ganz kleine Alkoholsammlung. Diese wurde wiederum von unten von einer LED-Glasplatte beleuchtet (immerhin nicht bunt blinkend, wir haben ja schließlich Geschmack... hust). Selbst der Hendricks Gin, den ich vor lauter Verzweiflung gekauft und ganz nach vorne gestellt hatte, konnte das Arrangement stiltechnisch nicht mehr retten. 


Jedenfalls hat es mir irgendwann gereicht mit dem 80er-Jahre-Fototapetenregal und ich habe relativ spontan den weißen Schrank bestellt, den ich mir eigentlich immer als Kleiderschrank gewünscht hätte: Ein weißer Dielenschrank aus Massivholz mit kannelierten Pilastern (Diese geriffelten Säulenattrappen - klingt beeindruckend, oder?), antik anmutend, mit rautenförmigen Beschlägen und Kassettentüren. Und endlich habe ich auch den perfekten Platz für meine pflaumenfarbene Quaste von Tine K Home gefunden!


Um ihm ein bisschen Mitspracherecht vorzugaukeln, hatte ich Männchen sogar vorher gefragt, was er denn von diesem weißen Dielenschrank statt dem Expedit halten würde: "Du, guck mal. Wie findest du diesen Schrank?" Männchen: "Da passt aber nicht alles rein, was wir jetzt im Expedit haben" Ich so: "Ja, stimmt." - und hab den Schrank bestellt. Ausmisten ist schließlich eine meiner leichtesten Übungen. 


Irgendwann musste ich natürlich beichten, d.h. ihn mit meinem B1-Lächeln** anstrahlen und sagen: "Ach übrigens, heute abend gibt es Rinderhüftsteak. Und morgen kommt unser neuer Wohnzimmerschrank. Soll ich dir noch Radler kaufen gehen?" Männchen: "Neeeeeeeeeiiiiiiiiiin!"  Mist, der Mann ist einfach zu schlau. "Sorry Sweetie... ich dachte, du hättest nur den Einwand mit dem Platz gehabt? Da hab ich mich schon drum gekümmert. Außerdem war das mein Expedit und den neuen Schrank habe ich bezahlt. Und auf der Homepage steht "Kundenfreundliche Montage"!"

**Kinners, das ist KEIN Werbelink, sonst wäre er als solcher gekennzeichnet. Ich bin ja nicht blöd und versau mir selber mein Google-Ranking, indem ich ungekennzeichnete / nicht auf nofollow gesetzte Werbelinks veröffentliche.  Ich kann den Link gerne auch rausnehmen. Aber dann googelt bitte selbst, dass B1 die hellste Zahnfarbe ist, die es gibt.


Tine K Home Troddel plum 

Mwaha. Der nächste Tag, an dem wir mit Gummihammer und Akkuschrauber versuchten, diesen Bauernschrank aus verbogenen Holzplatten und 191 Schrauben aufzubauen, wäre noch mal einen eigenen Post wert gewesen. Trotz intakter Umverpackung hatte ein Brett einen 20cm langen Riss, den wir erstmal kleben mussten. Auf diversen anderen Brettern war der Lack abgeplatzt. Und das Holz war so verzogen und zum Teil falsch vorgebohrt, dass die einzelnen Bretter hinten und vorne nicht zusammenpassten. Am besten hätten wir den Schrank zurückgeschickt, aber ich hatte gelesen, dass sich Reklamationen bei diesem Online-Möbelversand äußerst zäh gestalten. Also Zähne zusammenbeißen und es so gut wie möglich hinbiegen...  Ich habe am Ende an mehreren Stellen geblutet, der Schrank sieht auch nur von weitem gut aus, aber er steht.  
Ohne Männchen hätte ich das übrigens nie und nimmer hinbekommen und ich fand es verdammt edel von ihm, dass er mich dann nicht mit einem schnippischen "Ist doch dein Schrank. Hast du alleine bezahlt, jetzt bau ihn halt auch alleine auf" hängengelassen hat. 
Meine sachlich formulierte 2 von 5-Sterne-Bewertung auf der Homepage wurde übrigens bis heute nicht freigeschaltet... ts ts ts. Von daher hier kein Link und keine Kaufempfehlung.

(Weil es sich einige gewünscht hatten: Das hier ist der Schrank, vor dem ihr euch hüten solltet. Bei meinem Möbelversand hieß er allerdings nicht Danz, sondern Nila.)


Dafür habe ich eine viel nettere Kaufempfehlung, garantiert ohne Lieferung von kaputten Teilen und Verletzungsgefahr beim Aufbau, und zwar die Kissen von Vale Vale*. Dahinter steckt die liebe Anne aus Wiesbaden, die alle Designs selber entwirft und in ihrem Dawanda-Shop anbietet:


Neben der so ziemlich schönsten Auswahl an schwarz-weiß gemusterten Kissen*, die ich kenne,  hat sich Anne auch noch etwas ganz Neues einfallen lassen. Und zwar fotografiert sie alte Reklame-Schriftzüge im Stil der Fifties, sei es von Gaststätten, Zeitungsverlagen oder kleinen Lädchen, isoliert daraus Namen oder Worte von allgemeinem Interesse und kreiert damit (pardon) saucoole Fotoprint-Kissen*! 


Bei diesem Kissen mit dem Fotoprint "Mann" habe ich meinen Augen nicht getraut: Der Schriftzug ist vom Berufsbekleidung-Fachgeschäft Eiermann in Heidelberg in der Bergheimer Straße, wo ich meinen ersten (und hoffentlich letzten) Arztkittel gekauft habe! Und das "Onkel"-Kissen oben auf der Collage, wer kennt's, hier aus der Gegend? Yap, das ist die Onkel-Otto-Bar in Mannheim. Auch in Frankfurt, Mainz, Köln und vielen anderen Städten hat Anne Motive gefunden. Schaut doch mal hier*, ob sie aus eurer Stadt auch etwas aufs Kissen gebracht hat!



Jedenfalls bin ich mit dem weißen Holzschrank im Wohnzimmer superglücklich, auch wenn die Montage mehr als schwierig war.  Links sind nun alle Bücher drin, rechts die Gläser, die Hausbar und das Barzubehör. Ein richtiger Spaßschrank also - einfach öffnen, etwas von links und etwas von rechts nehmen und einem Philosophierabend mit Bridget Jones Hemingway und einem guten Whiskey steht nichts mehr im Wege. Die CDs, BluRays und DVDs befinden sich jetzt übrigens im Lowboard unter dem TV, alphabetisch geordnet, Zahlen vor Buchstaben und ohne Berücksichtigung des Artikels. Wisst ihr Bescheid.

Sorry, Bezugsquellen vergessen:
Tablo Beistelltisch von Normann Copenhagen: Connox*
Lila Lampenschirm, Quaste und lila Kissen: Tine K Home, last season
Sternkissen: Impressionen
Kähler Omaggio Vase: wunderschön gemacht*
Acapulco Chair: Maisons Du Monde, leider nicht mehr im Programm
TV-Lowboard: Ikea Besta, leider auch aus dem Programm genommen

Freitag, 15. August 2014 50 Kommentare

Karamellisiertes Pfirsich-Amarettini Dessert

Ein bisschen spürt man ihn schon, den Spätsommer, den Herbst. Die Sonnenstrahlen auf der Haut sind noch ganz warm, die Luft ist aber schon etwas kühler. Das Licht erinnert an Zwiebelfeste und neuen Wein und wenn man genau hinschaut, liegt über den Bäumen auf dem Heiligenberg und auf dem Königsstuhl schon ein leichter bräunlicher Schleier (Anm. an meine Beste: Wehe, du lachst jetzt!). Nein, das ist zu viel gesagt, noch sind die Bäume grün... aber es ist nicht mehr das frische Grün wie im Mai, die Natur hält den Atem an und es kann jeden Moment kippen...


Pfirsich-Amarettini-Dessert

Sorry, das musste kurz sein. Ich bin doch so ein Jahreszeitenjunkie und muss mich leider jedes Jahr aufs Neue in sentimentalen, leicht abgedroschenen Jahreszeitenphilosophien ergehen (hier bei der lieben Fee durfte ich mich da mal voll ausleben). Aber Schluss mit Kitsch jetzt, Stichwort Wein: Letztens kamen wir vollbepackt mit Lambrusco und anderen Leckereien vom Aldi. Ich so zum Männchen, in einem Anfall von Sommer-Torschlusspanik: "Sweetie? Wir setzen uns jetzt jeden Abend auf den Balkon und trinken eine Flasche Wein leer. Bis der Herbst kommt." Männchen: "Jawoll, Chef."


Dessert mit Weinbergpfirsichen

Solche Magic Summer Moments liebe ich nämlich über alles: Spaghetti mit Meeresfrüchten (bei Aldi gabs auch kleine Kraken im Glas), Kerzen und Teelichter überall, unsere Spotify-Sommer-Playlist sorgt auch drei Häuser weiter noch für Urlaubsgefühle... und ein kleines Weinchen dazu. Nach ca. einem Glas verliere ich dann ein wenig das Gespür für Fokus, Bildkomposition und Belichtung, kann dafür aber umso schöner La Isla Bonita singen. Finde ich zumindest. Vorsicht, spontane Handy-Food-Photography at its best:


Nach dem zweiten Glas Wein fand ich nämlich, dass wir zu unserem Sommerabend-Glück kurz vor Mitternacht unbedingt noch einen Hammer-Nachtisch brauchen. Also ab in die Küche und Butter und Zucker in die Pfanne gehauen. Weinbergpfirsiche lagen auch noch rum. Und Mascarpone. Und Amarettini (hach, die Italien-Grabbeltisch-Wochen bei Aldi sind super). Das wurde dann alles irgendwie zu einem karamellisierten Pfirsich-Amarettini-Irgendwas zusammengeschmissen... und das war so, so gut!! Das rechte Foto  - wenn man es so nennen kann und ich hoffe, ich habe euch damit jetzt nicht den Appetit verdorben - mit den Butterkaramell-Pfirsichen ging übrigens an Mum und Dad per Whatsapp raus mit dem Kommentar "two weeks of chia and quinoa and now THAT. thank you, dear wine". 


Tscha. So zieht eine Sünde die nächste nach sich... leider geil! Anhedonistisch veranlagt sind wir ja nicht gerade. Männchen mochte das Pfirsich-Amarettini-Dessert übrigens auch sehr, allerdings musste sich der Arme den ganzen restlichen Abend lang anhören: "Oh mein Gott, wie gut. Das muss ich bloggen. Das muss ich unbedingt bloggen. Aber oh Gott... wie style ich das denn? Sieht doch schrecklich aus. Aber es ist so gut!! Ich MUSS das bloggen!" 
Was daraus geworden ist, seht ihr nun. Es gibt sicher fotogeneres Essen als diese Pfirsich-Amarettini-Pampe, aber mit ein paar frischen Plattpfirsichen und einem cremigen Farbkonzept kann man ganz nett davon ablenken. 


Das Rezept habe ich dann nüchtern noch mal rekonstruiert und unter kontrollierteren Bedingungen zubereitet, damit ihr es nachmachen könnt. Wobei es auf die genauen Mengen gar nicht so sehr ankommt:


Für 2 Personen:

4 Wildpfirsiche
40g Butter
60g Zucker
100g Mascarpone
300g Joghurt
80g Amarettini


1. Pfirsiche waschen, entkernen und in Scheiben schneiden.

2. Butter in der Pfanne schmelzen. Zucker einrühren und ca. auf Stufe 7 unter ständigem Rühren so lange erhitzen, bis sich die Masse braun färbt. Habt ein bisschen Geduld, irgendwann wird es passieren. 

3. Nun die geschnittenen Pfirsiche zugeben. Es werden sich kleine Karamellbrocken bilden, die sich im Fruchtsaft wieder lösen. Aber nicht so lange rühren, bis alle Karamellstückchen gelöst sind, die machen sich nämlich ziemlich gut in der Sauce! Pfanne mit karamellisierten Pfirsichen beiseite stellen.

4. Amarettini in Gläser oder Dessertschüsseln geben. Ein paar für die Deko später zurückhalten.

5. Mascarpone und Joghurt mit dem Handrührgerät gleichmäßig verrühren und über die Amarettini schichten.

6. Zum Schluss die karamellisierten Pfirsiche darübergeben und alles mit Amarettini(bröseln) toppen. Auf das Minzblättchen könnt ihr für den Privatgebrauch verzichten. 

Ich weiß nicht, ob ich es schon sagte, aber ooh, so gut... Bitte probiert es unbedingt mal aus, wenn ihr nicht gerade allergisch auf eine der Zutaten seid! Die Kombi Karamell-Pfirsich-Amarettini wächst über sich hinaus zu mehr als der Summe ihrer Bestandteile. Und vielleicht habt ihr Glück und erwischt beim Aldi noch eine Tüte Amarettini für 99 Cent, dann schlagt zu!


Leider haben wir den Plan mit der allabendlichen Summerwine-Balkon-Sitzung bisher nicht ganz konsequent durchgehalten. Gestern hat es nämlich geregnet. Und vielleiiiicht ist die allabendliche Weinflasche inklusive dem daraufhin im Suff zubereiteten Butterkaramell dann doch nicht so der Hit fürs Figürchen. Aber ja... der Rock von Bridget Jones ist krank, mein Hintern ist schwanger. Irgendwas ist ja immer ;)

***

Und wo wir gerade bei Food Photography sind: Vielleicht haben es einige schon mitbekommen, zusammen mit Thermomix habe ich eine kleine Fotoschule entwickelt! Insgesamt werden es 6 Lektionen, 3 sind schon online. Es geht zum Beispiel um das perfekte Licht, die Zutaten, den Hintergrund... schaut gerne mal vorbei! 





Sonntag, 10. August 2014 109 Kommentare

Mein jadegrünes Meerjungfrauenkleid

Sich spontan ein maßgeschneidertes Abendkleid bestellen, obwohl man nicht die leiseste Ahnung hat, wann man das jemals tragen soll: Kann man mal machen. Das dann auch noch bloggen, obwohl im Blogheader fett "Food, Interior, DIY" steht: Kann man auch machen. Geplant war das eigentlich nicht, aber Männchen und ich hatten gestern so viel Spaß beim Shooting und ich mag die Bilder so gerne, dass ich sie jetzt einfach mal ins Sommerloch raushaue. Sieht ja eh kaum jemand, weil hoffentlich alle draußen sind oder im Urlaub und grillen und picknicken, oder?!


Das Kleid war auf einmal da, als ich gerade dabei war, meine Kollektionen bei eBay zu aktualisieren. Eigentlich hatte ich nach einem hellgrünen Kleid für meine Frühlingsfest-Kollektion gesucht und war kurz davor, im Strahl zu speien angesichts der nicht sehr hübschen Kleider und der noch weniger hübschen Produktfotos... plötzlich, BÄÄM, sah ich dieses Meerjungfrauenkleid. 


Das war genau das, was ich mir damals (vor... 11 Jahren? Huch.) als Abiballkleid gewünscht hätte: Schlicht, aber doch besonders, jadegrün-seegrün und vom Schnitt her ein bisschen griechisch anmutend. 
Nur, wann trägt man so ein Abendkleid? Der Abiball ist sowas von vorbei und für die Mediziner-Absolventenfeier waren wir ja einvernehmlich zu cool, Männchen und ich. Außerdem hatte ich kein Kleid. Ein weiteres Studium möchte ich eigentlich nicht mehr absolvieren. Tanzen iss nich, weil ich schon beim Geradeaus-Gehen froh bin, wenn ich nicht über meine eigenen Füße falle (wobei, eigentlich würde ich es gerne mal lernen). Und als Hochzeitsgast kann man es auch nicht tragen, wenn man nicht für immer auf der Hassliste der Braut landen will.


Ich habe dann meine Beste in den USA angerufen und ihr die Ohren vollgeheult. Sie meinte dazu nur: "Scheißegal. Du kaufst jetzt das Kleid." Gut. Ich bin ja leicht auslenkbar. Also gleich nach dem Telefonat mit dem Maßband ins Bad gerast, um die ganzen vom Verkäufer geforderten Maße zu nehmen. Den kurzen Schockmoment (90-70-120, whaat?!) erfolgreich überstanden, alle Daten an den Verkäufer geschickt und bestellt...


Männchen hab ich erstmal nix von der Aktion gesagt, damit er sich nicht fürchtet - vor sowas wie: "Schatz, wir machen jetzt einen Tanzkurs!", "Schatz, wir sollten heiraten! In Grün!" oder sonstigen Grausamkeiten. Ich wollte ja einfach nur das Kleid. 
Freitag Mittag kam es dann endlich an und kaum war ich drin, wollte ich nicht mehr raus. Es saß perfekt, es fühlte sich perfekt an... auf einmal klack, Schlüssel dreht sich im Schloss und Männchen steht im Flur. Ich grinse ihn etwas blöd aus meinem griechische-Göttin-Kleid heraus an. Er schaut mich an wie ein Bus: " WHAT the... ???" Ups. Einmal Überstunden abgebaut und zack, Weibchen mit einem glamourösen Abendkleid erwischt. Sowas aber auch.


Ich habe ihn dann beruhigt, dass das Ballkleid keinerlei unangenehme Aktivitäten nach sich zieht, sondern einfach nur ein Fall von akutem Haben-Wollen war. Männlein sieht das ein und kommt gleich zur wichtigsten Frage: "Kann man damit denn überhaupt noch pinkeln?" Aaaaargh. 


Er ist halt ein ganz Pragmatischer. Darf man ihm nicht übel nehmen. Er hat mich dann auch den ganzen Samstag Nachmittag in dem Kleid fotografiert und wir hatten eine Menge Spaß. Er vor allem, als ich meinte: "Mach mal noch so ein Foto, wo meine Oberweite drauf ist. Am besten mit dem Makro." Männchen bricht in Lachen aus. Joa, die typischen Makro-Fotoobjekte halt: Winzige Wassertropfen. Facettenaugen von Insekten. Meine Oberweite. 


Er hat mich aber gleich getröstet: "Dafür siehst du auf dem Foto (Anm., das letzte in diesem Post) aus, als ob dein Hintern schwanger wäre." Na dann. 


Tja, man ist halt keine 20 mehr und vielleicht habe ich die Geschichte von der kleinen Raupe Nimmersatt, die frisst und frisst und dann am Ende ganz arg schön wird, ein bisschen zu sehr verinnerlicht. Aber nett verpacken kann man die Schwungmassen ja trotzdem, nech? Womit wir nun zum Ende dieses rein selbstdarstellerischen Posts ohne Bezug zum Blog und ohne Mehrwert für den Leser kommen. Habt noch einen schönen Sonntag Abend!


PS: Weil die Frage kam, der eBay-Shop heißt emmaylady02 und hier ist der Link zu meinem Kleid. War nicht so teuer, ich hab 93€ gezahlt, im Moment kostet es 106€...

Mittwoch, 6. August 2014 31 Kommentare

Himbeer-Galette mit Chiasamen & Dalapferd-Liebe

Bevor wir zum Rezept für eine leckere Himbeer-Galette kommen, müsst ihr eines wissen: Dieser Post ist ein Experiment. Wie das normalerweise so mit dem Planen, Fotografieren und Bloggen bei mir abläuft, wisst ihr, oder? Ich erzähl's aber auch gerne noch mal kurz: Pro Post brauche ich ca. 3 Tage. Am ersten Tag denke ich mir ein Konzept aus und besorge Zutaten und Materialien, bei aufwändigeren DIYs wird auch schon mal losgewerkelt. Am zweiten Tag stehen Shooting und Bildbearbeitung auf dem Programm, wenn über was Essbares gebloggt wird, wird das am zweiten Tag frisch für die Fotos zubereitet. Meistens bin ich dann abends so erledigt, dass ich das Schreiben (und oft noch ein Nachshooting) auf den nächsten Tag schiebe und den Post dann am liebsten gegen 18h am dritten Tag online stelle. 


So weit, so gut, oder? Nee, nix gut. Sagt Männchen und finde ich selber auch. 3 Tage für einen Post sind viel zu viel Zeit und alles andere als effektiv. Das Problem ist, dass ich mich bei ungefähr jedem Arbeitsschritt unnötigerweise total verkünstele. Da brauche ich zum Beispiel zusätzlich zu meinen 78642 Geschirrtüchern ganz unbedingt noch ein weiteres, ganz bestimmtes, für das ich dann gerne mal bis nach Ludwigshafen fahre. Beim Shooting muss aus jeder Perspektive zehnmal das gleiche Bild gemacht werden, falls irgendwo der Fokus nicht genau sitzt. Und von der Bildbearbeitung mal ganz zu schweigen: Ach, der Weißabgleich ist aber noch nicht ganz korrekt... lieber mal von 5988 auf 5897 runtersetzen... erneut exportieren... alte Datei überschreiben... ich warte schon drauf, dass Lightroom statt seinem immer gleichen, geduldigen Dialogfeld "Datei überschreiben?" irgendwann mal ein "Du spinnst. Jetzt reicht's." aufpoppen lässt.


Die Lösung dafür ist das Pareto-Prinzip. Das besagt, dass man mit 50% des Aufwandes immer noch 80% der Leistung erbringen kann*. Bei diesem Post hier habe ich nun mal versucht, das anzuwenden und alles an einem einzigen Tag, nämlich heute, gemacht: Konzept ausgedacht, einkaufen gewesen, Galette gebacken, fotografiert, Bilder bearbeitet und tja, jetzt sitze ich hier und tippe noch den Text. Also 1 x 12 statt sonst 3 x 8 = 24 Arbeitsstunden. Joa... geht auch, oder? Wobei mir der Weißabgleich noch nicht hundertprozentig gef...

*Waaah Quatsch, klar sind es 20% und 80%! Aber einen Post in 4.8 statt 24 Stunden bauen, DAS schaffe ich beim besten Willen nicht.


Was ich allerdings besser verschweige: Meine Ernährung heute, die aus einer halben Himbeergalette mit Chiasamen und zwei ca. 30 Sekunden lang unter laufendes heißes Wasser gehaltenen Maultaschen bestand. Die Wasserhahn-Zubereitungsmethode ist für Maultaschen übrigens eindeutig nicht zu empfehlen, es sei denn, man steht auf einen erfrischend kühlen Kern.


So, jetzt aber zum Rezept für die Himbeer-Galette. Die Chia-Samen habe ich einfach mal in den Teig geschmissen, weil ich aus Neugier letzten Winter welche gekauft hatte und die jetzt langsam mal weg müssen (hatte damals einen Chia-Drink damit gemacht). Geschmacklich tun sie nicht viel für die Galette, wenn ihr mich fragt. Aber die orale Haptik wird ganz interessant, es knistert so ein bisschen, wenn man auf dem Chia-Teig rumkaut. Und man kann sich beim Essen natürlich an all den populärwissenschaftlichen Lobpreisungen des Superfoods berauschen und sich mit jedem Bissen schöner, fitter, entsäuerter und entschlackter fühlen. Die Buttermassen im Teig dabei bitte gekonnt ignorieren.



Für den Galette-Teig mit Chiasamen:
200g Dinkel- oder Vollkornmehl
1 EL Chia-Samen
1 Prise Salz
1 TL Agavendicksaft (ersatzweise Zucker)
1 Ei
100g kalte, gewürfelte Butter

Für den Himbeer-Belag:
1 Schälchen frische Himbeeren (ca. 200g?!)
200g Marzipan Rohmasse
bei Bedarf noch ein bisschen Agavendicksaft oder Zucker


1. Alle Zutaten für den Teig mit den Händen gut verkneten (Sheldon Cooper und ich, wir tragen dabei Nitril-Einweghandschuhe). Teig in Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

2. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig direkt auf dem Backpapier annähernd kreisförmig ausrollen, mit einem Durchmesser von ca. 30 cm. Bei Bedarf etwas Mehl zum Ausrollen dazu nehmen.

3. Auf der leicht bemehlten Arbeitsplatte die Marzipanrohmasse zu einem Kreis mit einem Durchmesser von ca. 20 cm ausrollen.

4. Den kleineren Marzipankreis auf den größeren Teigkreis legen. Das Marzipan wirkt als isolierende Fettschicht und hindert die gleich folgenden Himbeeren am Durchsiffen (ähm, das hätte ich auch appetitlicher formulieren können).

5. Die Himbeeren auf dem Marzipankreis verteilen und den überstehenden Rand vom Teigkreis zur Mitte hin über die Himbeeren falten. Nach Wunsch noch mal mit etwas Zucker bestreuen oder Agavendicksaft nehmen, wobei das auch bloß angebrannte Fruktose ist, aber aus Neugier probier ich ja immer alles (Amaretto drübergießen wäre vielleicht auch cool... und statt Himbeeren dann Äpfel nehmen... nein, Stopp, jetzt bleiben wir mal bei dem Rezept hier).

6. Ca. 25 Minuten auf mittlerer Schiene bei 180 °C Ober- und Unterhitze backen.

Also wir fanden diese Galette wirklich lecker. Männlein meinte: "Können wir mal wieder machen" und das will was heißen! Der Teig schmeckt ein bisschen wie diese Haferkekse, mürbe und ein bisschen knirschig, und dazu die volle Himbeerladung mit dem Marzipan - sehr, sehr geil. Und natürlich absolut wandelbar, das Rezept.


So, und jetzt mag ich euch eben noch was anderes zeigen, und zwar meine neue Dalapferd Halskette* von Amberemotion! Ich bin zwar kein Pferdemädchen im engeren Sinne, aber ich habe eine große Schwäche für den skandinavischen Stil und da passt ein Dalapferd als typisches Symbol für Schweden natürlich perfekt.  

*Werbung


Der handgefertigte Silberschmuck* von Beata begleitet mich nun schon seit 2012 und ich bin jedesmal überrascht, wie Beata sich immer wieder selbst übertrifft. Egal, was sie entwirft, es ist immer schlicht, edel, ästhetisch und hochwertig. Das Dalapferd*, das seit heute ganz frisch im Shop ist,  ist aus massivem 925er Silber, vorne mattiert und an den Seiten und hinten glänzend poliert. Die Kette dazu kann man sich aussuchen. Und obwohl es so zierlich ist, bringt die kleine Silberpferdschöön ganz schön was auf die Waage. Das mag ich ja - diese dezente Schwere bei Schmuck und dazu das Wissen, dass es massives Silber ist... hehe.


Und das Beste ist: Wenn ihr mal fix auf Beatas Blog* vorbeischaut, könnt ihr dort ein wunderschönes Set aus einer Dalapferd-Kette nach Wahl (classic oder small) zusammen mit einem Dalapferd-Keramikbecher gewinnen!

Außerdem hat Beata so, so schöne Fotos gemacht. Lustigerweise kannte ich diese Dalapferd-Becher schon und hatte auch kurz daran gedacht, die Dalapferd-Kette mit der Keramik von Mia Blanche zu fotografieren. Aber die Bestellung von zusätzlichem Porzellan hätte zeitlich nicht in mein selbst auferlegtes Pareto-Prinzip gepasst.


Ach, und eine Gewinnerin habe ich ja auch noch, und zwar für das graue Paillettenshirt von Villa Smilla*. Gewonnen haaaaat... Lilli von Inspiring Green! Herzlichen Glückwunsch, liebe Lilli - ich schreibe dir noch eine Mail wegen deiner Wunschgröße und der Lieferadresse.

Also der heutige Post nochmal zusammengefasst: 

Pareto-Prinzip und Himbeergalette-Rezept - Nachmachen. 
Dalapferdchen-Giveaway* - Mitmachen. 
Maultaschen unterm Wasserhahn zubereiten - Nicht nachmachen!


Bezugsquellen:

Geschirrtuch Bungalow: wunderschön gemacht*
Mini-Rührschüssel Mynte vom unaussprechlichen Ib Laursen: Martha's*
Tala-Milchflasche: TK Maxx
Acryllöffel von Sabre: via Kockerols Ambiente am Markt. Einfach mal im Kontaktformular nach den momentan verfügbaren Farben und Modellen fragen, Frau Kockerols versendet auch gerne! 

Freitag, 1. August 2014 32 Kommentare

DIY: Papierblumen (Anemonen) aus Krepppapier

Mit Blumen, oder generell mit Pflanzen, habe ich ja ein Problem (genauso wie mit Tieren und Menschen, Steine sind okay - nein, Spaß). Der knusprig-braune Daumen ist das eine... ob Schnittblumen, Topfpflanzen oder Kakteen, bei mir überlebt nix wirklich lange. Den braunen Daumen hat aber fast jeder, wenn ich mich so bei unseren Freunden oder auf anderen Blogs umgucke. Ein Standardmakel, mit dem man sich allenthalben gerne rühmt. Ich habe das perfektioniert und töte sogar Kunstblumen, indem ich aus Versehen drauftrete. Cool, oder?

Blumen in vielen kleinen Vasen

Das andere ist, dass ich Blumen nicht wirklich gut fotografieren kann. So eine Art Teilleistungsschwäche. Und das soll jetzt kein fishing for compliments sein, weil die Bilder ja vielleicht doch ganz okay sind, ich merke das einfach selber beim Fotografieren. Da kommt kein Flow, ich würge ewig mit der Bildaufteilung rum, wurschtel die Blumen zurecht, bis sie ganz zerpflückt sind und bin doch nie zufrieden. 

Wohnzimmerdeko Grün Hydrangea Hortensien

Ich kann sie also weder lange am Leben halten noch schön fotografieren - blöd für mich, denn ich habe sie trotzdem unheimlich gerne um mich. Schau sie mir gerne an. Finde, der Wohnung fehlt etwas ohne ein bisschen Grünzeug und Blühzeug. 

Papierblumen selber basteln aus Krepppapier

Deswegen habe ich mir jetzt einfach mal Anemonen aus Krepppapier gebaut. Pinterest ist ja mein Verderben und seit ich diese Anleitung für Papierblumen dort entdeckt hatte, war klar, das muss ich machen. Eigentlich wollte ich euch den Link verheimlichen, weil die Papieranemonen-Fotos da viiieeel schöner sind als meine, mimimi. Auch edleres Farbkonzept und so, aber was willste machen, kannste ja nich klauen. Nein Quatsch, ein verdienter dofollow-Link von ganzem Herzen für den Elli Blog an dieser Stelle!

Buchstabentasse Becher Alphabet Bloomingville

Ich habe die Anleitung für Ungeduldige ziemlich stark vereinfacht. Man braucht:

langen Blumendraht
diesen elastischen, leicht klebrigen Blumenkrepp
schwarzen Filzstift
weißes Druckerpapier
rundes Irgendwas als Schablone, Durchmesser ca. 6cm
Schere
weiße Rolle Krepppapier

DIY Tutorial Kunstblumen Papierblumen selber machen Anemonen

1. Einen Blumendraht nehmen und in der Mitte umbiegen / knicken, so dass ein halb so langer, doppelter Blumendraht mit einer Schlaufe am Ende entsteht.

2. Den Blumenkrepp erst mehrmals um die Schlaufe wickeln, dass diese schön dreidimensional ausgepolstert wird. Das soll nachher der Stempel der Blüten werden, es sollte ungefähr wie ein Wattestäbchen aussehen. Dann den Blumendraht entlang runter wickeln, damit man die beiden Drahtteile nicht mehr sieht.

3. Die wattestäbchenartig umwickelte Schlaufe mit schwarzem Filzstift anmalen. Stiel und Stempel wären fertig. 

4. Jetzt die Staubgefäße: Einen Kreis mit Hilfe von irgendeiner kreisrunden Vorlage (Durchmesser ca. 6 cm) auf ein weißes Blatt Papier malen. Ausschneiden.

5. Den ausgeschnittenen Papierkreis von einer Seite schwarz anmalen, die andere bleibt weiß. Schaut, dass ihr einen Filzstift wählt, der sich nicht so leicht durchdrückt.

6. Mit der Schere ringsum dünne Fransen in den Kreis schneiden. 

7. Die Fransen mit der scharfen Seite der Schere so curlen, wie man das auch mit Geschenkbändchen macht. Schwarze Seite außen, weiße Seite innen. 

8. Den fertig gecurlten Kreis von unten auf den Blumendraht-Stiel aufspießen.

9. Nun pro Blume 7 Quadrate aus Krepppapier zurechtschneiden, am besten einfach mit der Breite der handelsüblichen Krepppapierrollen als Seitenlänge. Das werden die Blütenblätter. Diese Quadrate nun in Blütenblattform zuschneiden.

10. Die Blütenblätter ebenfalls auf den Stiel aufspießen und direkt darunter ein paar Runden mit Blumenkrepp wickeln, um sie am Runterrutschen zu hindern. 

DIY paper flowers anemones

Pro Anemone braucht man vielleicht zehn Minuten und ich finde, sie sehen ziemlich echt aus - also für das, dass sie in ein paar Minuten zusammengebaut sind! Und wenn man nicht gerade drauftritt, sind sie für die Ewigkeit gemacht. 

Kaehler Omaggio Vase gruene Hortensie Hydrangea

Man kann Geschenke damit verzieren, Haarschmuck daraus bauen und - klar - die Wohnung damit dekorieren. So ganz in schwarz-weiß passen sie auch in moderne Interieurs, die sich sonst nicht so mit Blumenkitsch haben. Am schönsten finde ich es, wenn man sie einzeln oder zu zweit in verschiedenste kleine Vasen stellt und diese dann gruppiert...

Bloomingville Vase Haus Hausform

Eine wunderschöne Auswahl an solchen kleinen Vasen für eine sommerliche Blumendeko findet ihr bei meiner Blogfreundin Dunja in ihrem Shop "wunderschön gemacht"*:

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wunderschoen gemacht Onlineshop

hellblaue Vase, leider ausverkauft, diese von Mia Blanche ist ähnlich*
türkisfarbener Kissenbezug "Neem" von Bungalow* (nicht verwirrt sein, meiner ist grün)

...und meine Lieblinge, nicht auf der Collage, aber auf meinen Fotos: Mini-Vasen "Omaggio" von Kähler* (Beeebiiiiiees, quietsch!!)

Bei Dunja ist der Name des Shops absolut Programm: Ihren gleichnamigen Blog "wunderschön gemacht" lese ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit und es gibt nur wenige, die so ein sensibles Gespür für ästhetische, detailverliebte Stylings und zarte, harmonische Fotos haben wie Dunja. In ihrem Shop findet man nun genau diesen ausgeprägten Sinn für Schönes wieder, ob es nun Vasen sind oder Kissenbezüge, Boxen oder Servietten... außerdem hat sie die tollste Kollektion aller Zeiten an Geschirrtüchern* - heißer Tipp für alle Foodblogger und auch sonst alle, die Spaß an schönen Dingen haben!

Kissen Bungalow Neem Wohnzimmer Deko Ideen grün

So, ich erfreue mich dann mal weiter an meinen unzerstörbaren Papierblumen. Selbst Männchen fand sie ganz toll und meinte: "Oh. Die sind aber wirklich schön geworden!" -> ich fast vor Stolz geplatzt. Und nicht, dass ihr jetzt denkt, ich bekomme keine Blumen vom Mann und muss immer selber welche bauen: Ich habe von ihm schon zwei Sonnenblumen, einen selbst gemopsten Strauß mit Kornblumen und ebenfalls gemopste pinke Blumen mit 5 großen Blättern bekommen. Nur keine Rose. Die einzige Rose, die ich bisher in meinem Leben bekommen habe, war ein Wahlkampfgeschenk von der CDU.  Tja, Mutti kümmert sich eben um mich. Außerdem bergen Einzelrosengeschenke von Männern immer die potentielle Gefahr, danach mit einem Stein erschlagen zu werden (Quelle: Nick Cave), nech? Ein schönes Wochenende wünsche ich euch!