Donnerstag, 30. Oktober 2014 87 Kommentare

DIY: Bat Bow & Halloween Kostüm & Fotoshooting mit Maske

Enthält Werbung* für amberemotion

Was ist los dieses Jahr? Irgendwie habe ich auf kaum einem Blog bisher was zum Thema Halloween gesehen. Normalerweise lief das doch immer so, dass auf meinen Lieblingsblogs schon ab Anfang Oktober die schönsten Halloween-Dekos, DIYs und Rezepte gepostet wurden und ich immer nur dachte: "Shit. Du bist viel zu spät dran. Wie immer." Wobei ich zugeben muss, dekoriert, gekocht oder gebacken habe ich dieses Jahr auch nicht.  Keine Ahnung, warum... Aus Gründen. Keine Lust, alles schon mal gesehen, sowas halt.


Dabei bin ich doch tief in mir drin eine überzeugte Zombiebraut und mag Halloween und die Stimmung um diese Zeit total gerne. Also ganz ohne irgendwas Halloweeniges? Geht gar nicht. 


Deswegen hab ich zur Abwechslung einfach mal mich selber dekoriert. Jetzt, wo ich schon seit ein paar Tagen immer nur brav Tomaten mit Kräutergewürz oder Salatgurken mit Chilisoße esse, kann ich mich schon ganz gut selber auf Fotos ertragen, ohne erst stundenlang Armfett mit dem Smudge-Tool bei Gimp zu verschieben. Wobei, ich gestehe: Auf zwei Bildern habe ich im übergeordneten Dienste der Ästhetik doch ein bisschen Armfett verschubst. Natürlich nicht aus Eitelkeit oder um jemanden zu täuschen, wo denkt ihr hin... Nur, damit das Gesamtbild stimmiger und gruseliger wirkt. 


Mein Sexy Hexy Black Lace Kostüm habe ich am Montagmorgen komplett im H&M zusammengeshoppt - einmal hin, alles drin. Die venezianische Maske reißt das Ganze natürlich total raus, da hatte ich echt Glück... Die lag halb vergraben zwischen rosa BHs rum. Ansonsten isses nur ein Spitzenoberteil mit langen Ärmeln, das ich für die Stulpen und den Spitzeneinsatz am Top zerschnitten habe, und eines dieser lang geschnittenen Standard-Shirts mit Rundhalsausschnitt, von denen ich hundert im Schrank habe. Ach ja, und ein schwarzer Spitzenrock. Den sieht man aber nur auf einem Foto. Aus Gründen. 


Außerdem hatte ich auf Pinterest immer wieder diesen Pin von Etsy mit Fledermaus-Schleifen gesehen und wollte sowas unbedingt auch haben. Diese Schleifen kann man auf Haarspangen oder Haarreifen kleben, Männer können sie als Fliege tragen oder man kann sein Halloween-Kostüm mit mehreren davon verschönern... Ihr seht, eine absolut multifunktionale und durch und durch tolle Fledermausschleife. Also doch noch eine kleine Werkelei. 


Man braucht:

schwarzes Kunstleder 
(Dafür habe ich bei H&M eine schwarze Kunstleder-Hotpants in XL gekauft und mich an der Kasse fast zu Tode geschämt. Das Ding sah, äh, grotesk aus. Aber es war drastisch reduziert.)
Lineal bzw. Geodreieck
weiße Kreide
Schere
Nadel
schwarzes Garn
Bastelkleber
bei Bedarf eine Blanko-Haarspange... also nur so einen Clip, notfalls eine alte Spange kaputtmachen


1. Mit Kreide und Lineal ein gleichschenkliges Dreieck auf die Rückseite des Kunstleders aufmalen. Dazu am besten einen 18cm langen Strich machen, das wird die Basis des Dreiecks. Senkrecht dazu in der Mitte (also bei 9cm) mit dem Geodreieck einen ebenfalls 18 cm langen Strich nach oben machen. Nun die Kanten verbinden. 
Außerdem 5 zur Basis parallele Linien ziehen, erst im Abstand von ca. 1.5cm, dann in immer kürzeren Abständen. Innerhalb dieser Linien am Rand jeweils verzerrte Halbkreise malen, dass es eben wie Fledermausflügel aussieht.

2. Ausschneiden.

3. Ca. 30cm Garn abschneiden, einen Stopperknoten machen und Nadel einfädeln. Entlang der zur Basis senkrechten Mittellinie mit einfachen Stichen nähen, ein Stich ca. 1 cm lang. So rafft sich das Kunstleder zur Schleife.



4. Leder zusammenschieben, Garn festziehen und verknoten, um die Schleife zu sichern.

5. Aus Lederresten einen kleinen Streifen ausschneiden, ca. 1.5cm breit und 6 cm lang.

6. Streifen um die Mitte der Fledermausschleife wickeln und hinten festkleben.

7. Haarspange mit Kleber einstreichen und Schleife in der gewünschten Position andrücken.


Schön geworden, oder? Also ich mag meine Fledermaus-Schleife (oder auf pinterestisch: Bat Bow). Und sogar Männchen hat sie gelobt, isses denn die Möglichkeit?!


Hier hab ich übrigens Schwabbelarme retuschiert. Sieht man, gell? Aber mir egal, ich lass das jetzt so. Mein Clausibruder würde sagen: Eindeutig zu viel fettarme Milch getrunken. (FETTARME - Got it?? Bei mir hats ja ein bisschen gedauert...) Und ja, ich bin zwar Einzelkind, aber ich habe trotzdem einen Bruder. Geht alles. 


Jetzt hab ich nur wieder mein übliches Problem: Ich hab ein fancy Kleid, aber keine Gelegenheit, es zu tragen. Geht ihr auf Halloween-Parties? Diese üblichen Parties, die das allerselbe sind wie alle anderen Studi/Ü30/PulpFiction/Summerbreak-Parties, nur halt eben mit ein paar mehr Plastikvampirzähnen im Umlauf, find ich öde. So in einem richtig alten Spukhaus, mit einem hohen schmiedeeisernen Gitterzaun davor und Kürbislaternen, die den Weg zur alten knarrenden Eingangstür beleuchten, das wäre ja was. Gibt es hier aber nicht, soweit ich weiß... Oder zumindest hat mich niemand eingeladen. (Und nee, auf dieser Verbindungsparty hier in Heidelberg waren wir schon mal, die war nix :D)


Aber schöne Fotos für die Kinder und Enkelkinder zu haben, ist ja auch was (Guck, Malte Cedric! Da war die Muddi noch knaggisch!). Ehrlich gesagt finde ich die Fotos sogar ausgesprochen schön - also nicht, weil ich eine eingebildete Kuh bin und mich selber so hübsch drauf finde (okay, das auch, aber nur ein bisschen), sondern vom Fotografischen her. Männchen ist ja der Blitzmaster und hat es so dermaßen drauf, mit Artificial Light zu shooten... Da fehlt mir ja immer ein bisschen die Geduld, bis man die ganzen Blitze und Softboxen ausgerichtet und eingestellt hat. Aber er kann es einfach. Außerdem haben wir jetzt so einen riesigen schwarzen Papierhintergrund zum Abrollen, der war für die Fotos natürlich pefekt. 


Und noch was: Es gibt News von Amberemotion*! Beatas Silberschmuck* kennt ihr wahrscheinlich, wenn ihr hier schon ein bisschen länger mitlest. Ich liebe Beatas Gespür für schlichte, ästhetische Formen und stelle seit 2012 ja immer wieder mal das eine oder andere schöne Stück von ihr vor.  


Nun hat sie zwei sehr edle neue Ketten mit Schleifenanhänger entworfen, "Mademoiselle Bow"* und "Little Bow"*.  Beide sind aus massivem 925er Silber und die große Schleifen-Halskette, die ihr heute an mir begutachten könnt, ist wohl so ziemlich das weiblichste Schmuckstück, das ich habe. Ich habe sie ein bisschen düsterer gestylt, um jetzt zu Halloween einen Kontrast aus süß und evil zu schaffen. Aber sie passt natürlich auch perfekt zum klassischen Chanel-Stil oder zu einem romantisch-femininen Stil. 


Und was treibt ihr so, halloweenmäßig? Ich mache jetzt mal Essen fürs Männchen und danach gibt es noch ein bisschen Hanteltraining. Aus Gründen. Habt einen schönen Abend!


PS: Meine Halloween-Aktionen aus den letzten Jahren, falls ihr da nochmal stöbern wollt:


Dienstag, 28. Oktober 2014 80 Kommentare

Zimtschnecken-Zauberei mit Cinnamon Roll Latte

Enthält Werbung* für Knack & Back

Boah, Bloggen ist so doof. Am Sonntag saß ich hier, hatte beim Tippen die ganze Zeit meine Burger-Fotos von vor mehreren Wochen vor Augen und im Kühlschrank war nur Licht und Senf. Jetzt schon wieder: Wohin ich auch schaue, überall Fotos mit goldbraun gebackenen, saftigen, unwiderstehlich zimtig duftenden Zimtschnecken, noch warm aus dem Ofen und ein cremiger, sahniger Shake mit Zimtgeschmack. Beides ist vor einer Woche im Männchen verschwunden (okay, eine Zimtschnecke hatte ich auch). 


In mir verschwunden sind gerade 2 schrumpelige Äpfel, die ich in Stückchen geschnitten, in eine Schüssel getan, unter Zimt begraben und 15 Minuten in den Backofen gestellt habe. Ohne Zucker. Ohne Karamellsirup. Sogar ohne Agavendicksaft. Was das darstellen sollte, weiß ich auch nicht... Aber es war die zimtschneckenähnlichste Ersatzbefriedigung, die angesichts meiner selbstauferlegten Fresssperre und unserer Vorratssituation möglich war. 


Der Trick an sich ist aber eigentlich gar nicht so übel. Zu Abnehmzwecken könnt ihr nämlich mit nur zwei Faktoren selbst das anhedonistischste Essen (mehlige Schrumpeläpfel, 10cm Gurke, die seit 2 Wochen im Kühlschrank liegen, Kohlrabi...) in ein befriedigendes Esserlebnis verwandeln:

1.: Gewürze. 
2.: Wärme. 

Beides kann man einzeln einsetzen oder kombinieren. Dementsprechend hatte ich heute Mittag besagte 10cm Gurke plus ein paar schlappe Rucolaleichen in eine Schüssel geschmissen und das Ganze in grüner Currypaste und Srirachasoße (Chilisoße) ertränkt, dazu ein bisschen Essig, Salz und Pfeffer - konnte man echt essen! Oder bei den Schrumpeläpfeln: Die Wärme erweckt die Illusion einer vollwertigen Mahlzeit und der Zimt gaukelt Zucker vor, der so nicht vorhanden ist. 

(Wobei ich mir allerdings überlegt habe: Haben die Nahrungsmittel durchs Erhitzen dann nicht mehr Kalorien? Eine Kalorie ist ja definiert als die Wärmemenge, die notwendig ist, um 1 Gramm Wasser um 1 Kelvin zu erwärmen. Mehr Wärme = mehr Kalorien, oder? ...Sorry, ich hör schon wieder auf. Sonst kann ich den Blog bald in "Nicest Things - Food, Interior, DIY, Thermodynamik" umbenennen und ihr lest ihn so gerne wie damals das Physikbuch in der Schule.)


Warum ich überhaupt so einen Diätquatsch mache? Eine Bikinifigur braucht bei den Temperaturen ja kein Mensch mehr und ich persönlich finde mich für den Hausgebrauch auch gar nicht zu dick. Aber wir haben ja einige Mittelalter-Fantasy-Shootings in der nächsten Zeit geplant, bei denen ich möglichst als grazile Waldelfe, attraktive Schankmaid oder sehnige Bogenschützin modeln will. Und da töten Schwabbelärmchen und Muffinbäckchen halt leider jegliche Atmosphäre. Man könnte es also als Prop-Styling bezeichnen - ich bin mein eigener Prop und nehme jetzt ab, damit die Bilder was werden.


Außerdem noch ganz kurz ein Spruch von Männerseite, der meinen Zimtschneckenkonsum auf ein Minimum reduziert hat: Wir waren letztens mal zum Geocachen im Wald unterwegs, am Wegrand lag auf zwei Steinen eine massive Steinplatte (Nein, kein Schiefer. Granit. Dicker Granit.) und ich hatte mich gerade draufgesetzt, um meine Caches zu loggen. Männchen auf einmal so: "Vorsicht, nicht dass die Steinplatte bricht!" - Äh, hallo? Vorsicht, dass die STEINPLATTE nicht bricht??? Na danke auch. Was Galanteres kann man zu einer Frau ja kaum sagen. Ich habe dann sehr theatralisch zu ihm gesagt, dass er mich noch in die Magersucht treibt, wenn er so weitermacht. Antwort: "Bis dahin ist es noch ein weiter Weg." Jetzt wisst ihr, warum ich nur noch Gurke mit Essig esse und keine Zimtschnecken nur eine Zimtschnecke ;-(


Aber ihr habt ja wahrscheinlich in nächster Zukunft keine Waldelfen-Shootings geplant und vielleicht auch höflichere Männchen zu Hause, also könnt ihr Zimtschnecken essen. Ihr Glücklichen... Denn was gibt es Schöneres, wenn die Tage wieder dunkel, grau und neblig werden, als sich ein paar ofenwarme, duftende Zimtschnecken zu genehmigen? (Mah, immer diese abgedroschenen rhetorischen Fragen. Natürlich gibt es tausend Dinge, die noch schöner sind. Muss mir solche Werberphrasen mal abgewöhnen, das ist schlechte Schreibe.) 


Diese Zimtschnecken hier sind jedenfalls in einer Viertelstunde fertig - also nix mit Hefeteig ansetzen und mit der Richmannschen Mischungsregel berechnen, wie man Wasser von genau 37°C zusammenrührt (wie im letzten Post) und solche Scherze. Von Knack & Back* gibt es jetzt nämlich ganz neu: Zimtschnecken*! Da ist der Teig schon fertig mit Zimtfüllung gerollt in der Dose. Man muss ihn nur noch rausholen, in 6 Scheiben schneiden und kurz backen. 


Vor den Knack & Back-Verpackungen hatte ich als Kind ja immer Angst. Vielleicht kennen das manche von euch auch noch: Früher musste man diese Dosen an der Tischkante aufschlagen und wenn man alles richtig gemacht hat, gab es einen lauten Knall und der Teig explodierte förmlich aus der Dose raus. Mittlerweile kann man ganz langsam an einem kleinen Papierzipfel ziehen und wenn die Dose auseinanderplatzt, gibt es auch nur noch einen leisen Plopp. Ein bisschen Angst habe ich  zwar immer noch vor den Dosen und kneife jedesmal die Augen zusammen, aber die Kooperationsanfrage habe ich trotzdem angenommen ;) 


Dafür hat man dann eben auch leckere Zimtschnecken, und das in ungefähr einer Viertelstunde. Normalerweise kommt man unter einer Stunde ja nicht aus der Zimtschneckennummer raus. Und auch vom Geschmack her kann man echt nix gegen die Knackschnecken sagen, der Teig schmeckt frisch und die Zimtfüllung finde ich persönlich noch geiler als meine selbstgemachte (letztere besteht nur aus Butter, Zucker und Zimt, aber diese hier von Knack & Back hat irgendwie richtig Volumen). Der Teig ist übrigens eher wie Hörnchenteig und locker-blättrig. Allerdings ist es noch ein bisschen schwierig, die Zimtschnecken im Supermarkt zu bekommen. Offiziell sind sie u.a. bei REWE, Penny, Kaufland, Kaisers, Globus und Edeka zu haben, aber weil sie so neu sind, muss man wohl noch ein bisschen Glück haben. 


Ja, und weil wir uns noch ein kleines Rezept zu den Zimtschnecken ausdenken sollten, habe ich einen Cinnamon Latte Shake gemixt. Man kann ja alles Mögliche machen, Zimtschnecken am Stiel (ein älterer Post von mir), Zimtschnecken mit verschiedenen Toppings, eine Torte aus Zimtschnecken, Cupcakes oder einen Trifle... Ich hatte schon länger diesen Zimt-Milkshake auf meiner Liste. Da sind die Zimtschnecken zwar keine direkte Zutat, aber die höchst perfekte Ergänzung. 


Für 1 Person:

1 Handvoll Zimt-Frühstückscerealien
200 ml Mandelmilch
4 gehäufte Esslöffel Vanille-Eiscreme
1 TL Zimt
Sahne, Zimt und Schokoladenschrift zum Garnieren

1. Die Cerealien in der Mandelmilch für ca. 30 Minuten einweichen

2. Eiscreme und Zimt dazugeben und alles kräftig mixen / pürieren, bis es cremig ist. Das geht super im Thermomix, aber natürlich auch mit einem normalen Mixer oder Pürierstab.

3. Auf die Innenseite von einem Glas mit Schokoschrift / Zuckerschrift aus der Tube eine Spirale malen. Shake einfüllen und mit Sahne und Extra-Zimt dekorieren.

Okay, ich gestehe, auch vom Zimtshake habe ich einen kleinen Schluck genommen. Sehr cremig. Sehr zimtig. Wer seinen Zimt-Smoothie am liebsten ganz smoooooth mag, kann die Cerealien auch weglassen, dann würde ich aber die doppelte Menge Zimt nehmen und zusätzlich noch etwas Zucker ähm, Agavendicksaft. 


Bitte unbedingt zur Kenntnis nehmen und gerne auch loben, wie sich das Spiralenmotiv sowohl in den Zimtstangen, als auch in der Zimtschnecke UND im Shake wiederholt! Ich mache mir jetzt noch ein bisschen Lauch mit Chilisoße warm, damit ich nicht noch mehr Steinplatten gefährde... 


PS: Halloween-Post kommt am Donnerstag! Habe es nicht eher geschafft, aber er kommt ;) Bis dahin könnt ihr ja nochmal folgende Kapitel in meinem kleinen Thermodynamik-Lehrbuch wiederholen:

Sonntag, 26. Oktober 2014 48 Kommentare

Das beste Thermomix Burger Rezept mit selbstgemachten Brötchen

Heute nur ein kleiner Quickie-Post, dafür aber mit einem gewissen Mehrwert: Ich verrate euch mein All-Time-Fave-Burger-Rezept, plus das ultimative Geburtstagsgeschenk für Männer. Die armen Kerle müssen ja oft so einiges ertragen, von plötzlich im Wohnzimmer auftauchenden neuen Loungechairs bis hin zu der Tatsache, dass auf einmal die ganze Nachbarschaft / das ganze Internet weiß, dass sie mal ein Lagerfeuer ausgepieselt haben. Ähem. Also sind wir doch heute mal ein bisschen nett zu ihnen (natürlich ganz unabhängig davon, dass in der Küche eine neue Lampe darauf wartet, angeschraubt zu werden)!


Männer-Erfreuungs-Maßnahme Nr. 1: Burger. Diese Burger hatte ich schon vor einiger Zeit für die Thermomix-Fotoschule gemacht und bei der Gelegenheit ein paar Fotos mehr geschossen, um auch gleich Material für einen Blogpost zu haben. Jetzt ist die Lektion online und ich kann euch die Bilder zeigen. Viele sind es allerdings nicht geworden, weil mir da jemand die Hamburger praktisch unterm Objektiv weggerissen hat. 


Die Rezepte habe ich aus der Thermomix Rezeptwelt, hier für die Burgerbrötchen von Rosemaria und hier für die Patties / Burger / Fleischklopse von Missy Freckles. Diejenigen mit Thermomix können also einfach mal rüberklicken für die Originalrezepte.
Für alle anderen habe ich die Rezepte so angepasst, dass sie auch ohne Thermi umzusetzen sind. Umsetzen solltet ihr sie nämlich auf jeden Fall! Ich bin ja selten autoritär, aber das hier ist ein Befehl: Macht. Diese. Burger!!! (Okay, Veganer natürlich ausgenommen - EDIT: Haha nee, auch ihr müsst ran. Und zwar mit Beccis veganem Burger-Rezept, sie hat das Rezept einfach auf vegan übersetzt und es sieht superlecker aus. Muss ich auch mal testen.)
Das Fleisch ist mit seiner Spezial-Würzung das Beste, was ich jemals gegessen habe, und die Burger Buns werden so perfekt, dass sie absolut nach Burgerketten-Werbeplakat aussehen, aber garantiert besser schmecken. Rebecca ist übrigens auch schon total angefixt und wird in den nächsten Tagen auch ein Burgerrezept mit diesen Brötchen online stellen. EDIT: Yay, es ist online! Klickt schnell mal zu ihr rüber: Fingerfood-Miniburger mit Gurkensalsa! Göttlich.


Für 8 Hamburger-Brötchen à la Rosemaria:

300ml handwarmes Wasser (Vorsicht, ab 40°C stirbt die Hefe)
1 TL Salz
1 TL Zucker
1/2 Würfel Hefe
600g Mehl
30ml Öl
1 Ei

1 Eigelb
3 EL Wasser
Sesam

1. Das lauwarme Wasser mit Salz und Zucker in einer Schüssel mischen. Die Hefe dazu bröckeln und ca. 2 Minuten lang vorsichtig rühren, bis sie sich aufgelöst hat. 

2. Nun das Mehl, das Öl und ein Ei in die Schüssel geben und erst mit den Knethaken vom Handrührgerät, dann mit den Händen gut zu einem gleichmäßigen Teig verkneten. 

3. Arbeitsfläche mehlen und den Teig achteln - das geht am besten, indem man den Teigklumpen erst halbiert, dann die beiden Hälften nochmal halbiert und schließlich jedes Viertel nochmal halbiert. Die 8 Teigstücke zu runden Brötchen formen.

4. Backblech mit Backpapier aulegen, Brötchen drauflegen, mit trockenem Küchentuch abdecken und  30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. In der Zeit Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen und das Eigelb mit dem Wasser vermischen. 

5. Brötchen mit Ei-Wasser-Mischung einpinseln, mit Sesam bestreuen und ca. 20 Minuten auf mittlerer Schiene backen. 

(Es ist übrigens wichtig, dass das Wasser handwarm ist, aber es darf keinesfalls wärmer als 40°C sein. 37°C wären optimal. Zur Sicherheit am besten mal ein Küchenthermometer reinhalten... Habt ihr nicht? Ich auch nicht. Man kann aber mit der Richmannschen Mischungsregel ausrechnen, wieviel Gramm von kochendem Wasser, das ja unter unseren Luftdruckverhältnissen 100°C hat, man mit wieviel Gramm Leitungswasser der angenommenen Temperatur von 15°C mischen muss, um 300g Wasser von 37°C zu erhalten. Die Einheit Gramm (Masse) könnt ihr bei Wasser dann ja mit Milliliter (Volumen) gleichsetzen. Bisschen blöd ist zwar, dass die Temperatur von Leitungswasser nicht überall gleich ist, aber vernachlässigen wir die Schwankungen einfach mal. Wer es ganz genau nehmen will, nimmt Eiswasser von 0 °C oder Kühlschrankwasser von 8 °C, das hat dann eine definierte Temperatur

m1 · c1 · (T1 - Tm) = m2 · c2 · (Tm -T2)

msei die Masse vom kochenden Wasser, mdie Masse vom Leitungswasser. Das suchen wir beides.
Tsei die Temperatur vom wärmeren Stoff, also 100 °C (korrekt wären 373.15 Grad Kelvin, aber das wird zu unübersichtlich).
Tsei die Temperatur vom kälteren Stoff, also 15 °C 
Tsei unsere gewünschte Mischungstemperatur, 37 °C 
c1 und c2 sind die spezifischen Wärmekapazitäten, da wir hier aber zweimal den gleichen Stoff, nämlich Wasser, haben, können wir das rauskürzen:

m1 · (T1 - Tm) = m2  · (Tm -T2)

Gesucht ist das Verhältnis von mzu m2, also stellen wir die Gleichung um:

mm2  =   ( Tm - T2) / ( T1 - Tm)

Und setzen ein:

mm = (37 °C - 15 °C) / (100 °C - 37 °C)  

Und rechnen aus:

mm2 = 22 / 63 
       m1  ≈ 0.35 m2

Mit der Bedingung mm2  = 300g erhalten wir durch Einsetzen und Auflösen nach m

m2 = 222g und daraus folgend m= 78g. Also 222ml Leitungswasser und 78ml kochendes Wasser. Yey!)

Oh Gott, sorry... Wie kam ich da überhaupt drauf? Ach ja, Hefeteig. Wollte es eigentlich sofort wieder löschen, aber das war jetzt so viel Arbeit. Die ganzen kleinen Indexzahlen und so... Ich lass es stehen, ja? Aber ignoriert es gerne. Ich setze das Elend wenigstens mal in Klammern und verkleinere die Schrift. Kommt auch nie wieder vor, sowas. Ich schwör. Wer einen Thermi hat, braucht die Formeln eh nicht, da kann man 37 °C einstellen... Und pssst, mit Pi mal Daumen gefühlt handwarmem Wasser gelingt der Teig sicher ebenso gut ;)
Aber theoretisch könnt ihr mit dieser Formel jetzt Wasser jeder beliebigen Temperatur aus kochendem Wasser und Leitungswasser herstellen. Toll, oder? Ist ja auch für Grüntee eine feine Sache. Um Wasser mit einer Temperatur von 75 °C herzustellen, muss man ...äh, Moooment. Langsam versteh ich, warum ein Studienkollege von mir früher immer die Physikstreber mit Experimentierkabeln gefesselt und ihnen eine Packung Gummibärchen in den Mund gestopft hat.


Für 8 Fleischpatties à la Missy (folgt ihr gerne bei Facebook für mehr Rezepte):

600g Hackfleisch
1 Brötchen vom Vortag
4 EL Sojasoße
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe (ich nehme immer so... 4)
50g getrocknete Tomaten in Öl
2 Eier 
2 TL Paprika
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 Messerspitze Piment
1/4 TL Chilipulver
Salz, Pfeffer


1. Hackfleisch in eine Schüssel geben.

2. Brötchen vom Vortag in kleine Stücke krümeln und in der Sojasoße einweichen. Zum Fleisch geben.

3. Zwiebel fein hacken, Knoblauch pressen, Tomaten kleinschneiden, alles ebenfalls zum Fleisch geben. 

4. Eier und Gewürze dazu und alles gut durchkneten. 

5. 8 Burger formen und in einer Pfanne in Öl braten.

Zu den Burgerbrötchen und den Patties könnt ihr dann alles kombinieren, was ihr so im Burger mögt: Käse, Mozzarella, rote Zwiebeln, Salat, Rucola, BBQ-Soße, Gürkchen, Avocado, Bacon...



Kommen wir zur Männer-Erfreuungs-Maßnahme Nr. 2 - die ultimative Geschenkidee für Mann, Freund, Vater oder Bruder zum Geburtstag. Leider nur mit Handyfoto...
Nachdem ich in den vergangenen Jahren schon alles durch hatte, vom Wanderrucksack über eine Fritteuse (wie uneigennützig) bis hin zum Besuch im Holiday Park, war ich dieses Jahr durchaus verzweifelt. Ich wusste nur, wir wollten tagsüber geocachen und danach in unserem Lieblings-Burgerrestaurant hier in Heidelberg essen gehen.
Also googlete ich erstmal "Geburtstagskerze in Burgerform" und fand dabei dieses Burger-Geschenkpapier. Genial, aber ähm, 20 Dollar? Och nö. Kann man ja auch selber machen. Dazu einfach ein paar Fotos mit Salat, Tomaten, Käse, Brötchen und Fleisch googlen und diese dann in Farbe auf DIN A4-Papier ausdrucken. 
Als Einzelgeschenke kann man alles nehmen, was flach ist: Bücher, BluRays, CD's, Graufilter, Filteradapter... You get the idea. Alles Sachen, die man zack zack bei Amazon bestellen kann und von deren mangelnder Kreativität die Verpackung auf jeden Fall ablenken wird. Die Geschenke in die verschiedenen Papiere einpacken und dann schön zum Burger stapeln. Klar, mit DIN A4-Papier muss man zum Verpacken vielleicht mal zwei Bögen aneinandertapen. Aber dem Effekt tut das keinen Abbruch.
Abgerundet habe ich das Ganze dann noch mit einer Bierkerze (Achtung, dazu sollte man zusätzlich immer echtes Bier vorrätig haben, sonst ist das sehr, sehr quälend) und einer süßen Pizza. Fertig ist der Junk-Food-Geburtstagstisch für den Herrn!

So, und nachdem ich mich nun als Männerverpetzerin, Fleischfresserin, Physikstreberin und Junk-Food-Verschenkerin geoutet habe, beende ich den Post hier lieber mal, bevor noch Schlimmeres passiert. Habt einen schönen Sonntagabend!


Mittwoch, 22. Oktober 2014 74 Kommentare

DIY: Filzkugel-Untersetzer & neuer Lounge Chair

Enthält Werbung* für Grafinteriors und Connox

Letztens bei uns zu Hause: Nadine und ich stehen in der Küche, wir quatschen und machen irgendwas mit Quinoa. Wie Hipsterbloggermenschen das halt so machen. Männchen kommt von der Arbeit heim und sagt uns nett guten Tag. Ich so: " Hey Sweety... Da liegt ein Päckchen für dich im Flur. Hast wieder was bestellt, hm?" und pieke ihn zum Ärgern in den Bauch. Hier kommen nämlich mehrmals wöchentlich Adapterringe, Filterhalterungen und Klemmschienen an. Was Männer halt so brauchen. 


Männchen verschwindet und verzieht sich mit der neuen Klemmhalterung (Quatsch, Filterschiene meinte ich natürlich) Richtung Wohnzimmer. Auf einmal so: "Was ist DAS denn? Ein neuer Stuhl??? Und was macht die Europalette da?" Öhm ja, stimmt... Da kam ja auch noch der Loungesessel* von House Doctor. Hatte ich kurz vergessen. Nadine lacht sich tot. Der Speditions-Goldkunden-Preis des Tages geht also an mich und ich werde zur Strafe einmal komplett durchgepiekt. 


Nach 2 Minuten kommt aus dem Wohnzimmer: "Och... Der ist gar nicht mal so schlecht. Gemütlich. Und endlich mal ein Sessel, bei dem ich meinen Kopf anlehnen kann." 
HA! Siehste, siehste, siehste. Ich bin dann ja immer garstig. Anstelle, dass ich es zu schätzen weiß, dass mein Guter sowas arglos anerkennt, reite ich dann nochmal so richtig drauf rum: "Siehste? Da hab ich nämlich extra an dich gedacht beim Bestellen. Weil du ja so groß bist. Um ne neue Deko ging es mir ja gar nicht. Nur um deine HWS. Und dann bist du so zu mir!" Okay, glaubt mir kein Mensch. Ich auch nicht. 


Nadine und ich haben mittlerweile das Quinoa-Irgendwas fertig und Männchen geht mit seiner Adapterschiene und seiner Portion Quinoa in sein Zimmer (Er mag Quinoa, ehrlich - bevor noch jemand das Männerschutzamt anruft). Wir gehen mit Ingwerkakao mit Sahne und Vanillesirup* ins Wohnzimmer. ...Okay, die Sahne ist gelogen, die kam da nur für die Fotos drauf und dann ins Männchen. Aber ich musste jetzt rhetorisch einfach einen starken Kontrast zum gesunden Quinoazeugs herstellen - das versteht ihr, oder?


Im Nachhinein ist mir übrigens siedendheiß eingefallen, dass ich ja vielleicht mal Nadine als Gast auf dem gemütlichen neuen Sessel hätte Platz nehmen lassen sollen. Aber nee, Frau soziopathisches Einzelkind pflanzt sich zack selbst darauf. Furchtbar... Nadine, sowas muss man mir einfach sagen! Im Gegensatz zu Sheldon Cooper bin ich wenigstens noch auslenkbar. 


Ja, und so macht sich unser Wohnzimmer langsam bereit für den Herbst und Winter. Der sommerliche Acapulco Chair macht Platz für den chilligeren Rattansessel mit Lammfell und Sternenkissen, die Monsterablätter (die übrigens IMMER noch leben, aber nun im Flur) dürfen dann auch mal einem flauschigen Baumwollsträußchen weichen und die Konsole wird mit Kuscheldecken vollgestopft. 


Ich mag diesen ruhigen, natürlichen Stil gerade sehr. Viel Weiß, etwas Grau, Naturmaterialien und gerne auch mal ein paar Holztöne. Und Körbe. Körbe sind für mich ja ein bisschen sowas wie Tassen und Kissen: Nie kaufe ich sowas und wir haben kein einziges Stück davon, dabei bräuchten wir so dringend mal welche. Männchen fragte schon immer: "Wann kaufst du denn endlich mal Körbe?" Jetzt haben wir dieses schicke Korbset von House Doctor, natürlich eigens für Männchens Klemmringe und Adapterhalterungen. Bin ich nicht nett?? 


Und so langsam bekomme ich auch wieder Lust, zu werkeln. Die Filzkugeln liegen schon seit  Sommer in der Kommode, oder besser gesagt, seit Rebecca und ich unser Herz für Filzkugeln entdeckt haben. Rebecca ist nämlich genauso nett wie ich und hatte damals eigens für ihren Sohn Ben diesen wunderbaren Pinocchio Filzkugel-Teppich von Hay besorgt. Und oh Gott, ich liebe diesen Teppich! Ein Bällebad für die Augen. Leider ist er für unser Wohnzimmer doch ein bisschen zu bunt und schnell noch ein Alibikind machen, um dem dann den Teppich zu kaufen, dazu hatte ich auch nicht die Geduld. 


Beistelltisch Tablo von Normann Copenhagen via Connox*

Dann lieber einen Teppich machen. Aus unbunten Filzkugeln und in klein, man sollte es vielleicht lieber Untersetzer nennen. Aber zum Verliebt-Anstarren und Antatschen reicht es. Das ist jetzt zwar kein sonderlich innovatives DIY und das Internet dürfte voll mit ähnlichen Anleitungen sein, aber ich persönlich mag es einfach so so gerne!


Materialien:

36 Filzkugeln in Wunschfarbe aus dem Bastelshop, Durchmesser ca. 24mm
stabiles Garn, am besten gewachst oder aus Nylon, ganz dünner Draht geht auch
etwas dickere Nadel
Schere



1. Ein langes Stück Garn abschneiden, mindestens 120cm lang. Am Ende ein paar Knoten übereinander als Stopper machen.

2. Die Nadel einfädeln und die Filzkugeln nacheinander durchstechen und auf das Garn auffädeln. Am Ende die Filzkugeln nochmal gut zusammenschieben und wieder mehrere Knoten zur Sicherung machen. Darauf achten, dass die Filzkugeln schön fest aneinander liegen und nicht zu viel Bewegungsspielraum haben. 

3. Wieder ein langes Stück Garn abschneiden (2 Meter schaden nicht), einen Knoten am Ende machen und die Nadel einfädeln. Ein Ende der Filzkugelkette nehmen und mit Nadel und Garn durch die erste (schwarze auf dem Bild) und die dritte (graue) Filzkugel stechen, so dass ein Dreieck aus 3 Filzkugeln entsteht. Dann durch die vierte (weiße) Filzkugel stechen und dann wieder durch die erste, flach rein und gleich wieder raus, und so weiter. In den Anleitungsbildern habe ich den Verlauf vom Faden mal skizziert. Dass man den Faden zwischen zwei Kugeln sieht, ist nicht schlimm, da kommen ja noch andere Kugeln drüber. Nur immer schön äquatorial in einer Ebene bleiben. So macht ihr die ersten beiden Reihen.

4. Die dritte, äußere Reihe muss man etwas anders nähen, damit man außen keine Fadenbrücken zwischen zwei Kugeln sieht. Dazu einfach innerhalb ein und derselben Kugel wieder zurückstechen, ansonsten ist die Technik aber dieselbe. Ist halt etwas aufwändiger und innerhalb der ersten Reihen nicht nötig, deswegen habe ich es da nicht gemacht. In der letzten Reihe lohnt es sich aber, wegen der Optik. Und fertig!


Und auch sonst haben Corinna und Kai von Grafinteriors gerade ganz viel Neues im Angebot, zum Beispiel die neue House Doctor Herbst- und Winterkollektion 2014 oder neue süße Sachen von Nicolas Vahé.  Im Angebot der Woche gibt es gerade die Marke Hübsch Interior. Alles ziemlich perfekt passend zu meinem momentanen Lieblingsstil natürlich-nordisch!


Und ich muss jetzt gaaanz schnell weg, Männchen hat Hunger und hat sich schon eine Dose Cashewkerne geholt. Habt einen gemütlich-kuscheligen Herbstabend!

  

Freitag, 17. Oktober 2014 46 Kommentare

Herbstliches Picknick mit Wein und Ziegenkäse-Feigen-Sandwiches

Enthält Werbung* für Spürnasen

So richtig provozieren kann man mit einem Picknick im Herbst oder Winter ja mittlerweile niemanden mehr.  Es dürfte auf fast jeder pinterestesk gestalteten "Was man im Herbst unbedingt tun sollte"-Liste vertreten sein... Ihr wisst schon: 1. Pumpkin Spice Latte trinken. 2. Mit Decke und Tee auf dem Sofa einkuscheln.  3. Herbstpicknick machen. Aber hey, es ist auch einfach großartig! Mein Schlüsselerlebnis dazu: Wintersemester 2007, irgendwann Ende Oktober, Anfang November...


Männchen und ich waren gerade in dieser Phase, wo man in allen Vorlesungen nebeneinander sitzt, sich gegenseitig die Kappen von den Textmarkern klaut (in der Hoffnung auf körperbetontes Gerangel, um ein Austrocknen der Textmarker zu verhindern, was ja eine Katastrophe wäre), aber eben doch noch nicht offiziell zusammen ist. Da entdeckten wir eine alte, kaputte Europalette in einer Müllecke auf dem Campus. "Schau mal, ne Palette. Lass uns die heute Abend mal auf den Heiligenberg zur Grillhütte hochschleppen und anzünden, und dann legen wir Glühweinflaschen in die Glut.". "Yepp." Ist ja auch naheliegend und verspricht körperbetontes Frieren nebeneinander. Vielleicht wäre es sogar noch zielführender gewesen, ein Palettenbett daraus zu bauen, aber von sowas hatte ich 2007 ja noch keine Ahnung. 


Also schnell noch unseren besten Kameraden für solche Aktionen rekrutiert und ab auf den Berg mit Weinchen, Wurst, Decken, Grillanzünder, Feuerzeug und der Palette. Mit roher Gewalt geschickt eingesetzter Anwendung der Hebelgesetze hatten die Männer die Palette schnell kleingemacht und wir hatten unser nächtliches Herbstpicknick mit Feuerchen. Was mich allerdings noch viel mehr beeindruckt hat als das Zerkleinern der Palette: Die Art und Weise, wie die beiden das Feuer am Ende wieder gelöscht haben. He didn't have me at hello, but he DID have me at peeing the fire out... ;) So kam es, dass ich eine große Schwäche für Picknicks im Herbst und Winter entwickelte.


Ich hatte ihn dagegen wohl schon etwas früher. Sommersemester 2007, kurz nach dem ersten Staatsexamen, im September. Mit oben genanntem Kameraden und zwei weiteren Freunden von Männchen machten wir Post-Examens-Belohnungsurlaub am Lago Maggiore. Zum nächtlichen Schwimmen am Strand musste natürlich ordentlich Bier mit, aber wie das mit Männern so ist, haben die ja keine Handtaschen. Ich hatte aber eine. Nichts Besonderes, H&M, 29,90, aus schwarzem Stoff. Aber die hatte es in sich: "Kannst du mal meine Bierdosen in deine Tasche tun?" "Yepp." "Und meine auch?" "Yepp." "Und ich hab auch noch welche." "Gib her." So kamen dann irgendwie zehn 0,5er Dosen in meiner Handtasche unter - die seitdem liebevoll "Der Bierbeutel" genannt wird. Also, Mädels: SO beeindruckt man Männer!


Und heute? Heute machen wir immer noch Herbstpicknick und ich bin immer noch verantwortlich für den Transport der Flüssignahrung, aber mittlerweile in stilvoll: Aus dem Billigbier ist ein richtig guter Spätburgunder geworden und aus dem Bierbeutel eine eigens dafür geschaffene Weintasche. Da packt man einfach den dazu passenden Weinschlauch rein, zieht den Zapfhahn durch die Öffnung und schwingt sich die Weintasche über die Schulter. Perfekt für alle möglichen Outdoor-Aktionen: Herbstpicknick, Maiwanderung, Camping, Strandtag im Sommer, Lagerfeuer im Winter... Außerdem ist so eine Wein-Handtasche, die uns Frauen in wandelnde Tavernen verwandelt, natürlich DAS perfekte Flirtaccessoire zur Partnerakquise! 



Bekommen könnt ihr die Bag-in-Box-Weine und die Weintasche bei den Spürnasen*. Die Spürnasen, das sind Stefan Beyerle, Design- und Marketingexperte (sieht man sofort, oder?) und Dr. Steffen Michler,   studierter Sinnesphysiologe und ausgezeichneter Weinkenner (schmeckt man sofort, glaubt mir). Seit 2010 spüren sie schöne, leckere, praktische und vor allem hochwertige Dinge wie Öle, Säfte, Weine von regional ansässigen Winzern und dazu passende Accessoires auf und teilen ihre Entdeckungen im Spürnasen-Onlineshop.

Diesen Sommer hatte ich auf dem Gründerinnentag der IHK hier in Heidelberg einen Vortrag über Nicest Things gehalten und kurz darauf bekam ich eine nette Mail von den ebenfalls hier in Heidelberg ansässigen Spürnasen, ob ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könnte? Eindeutig: Yepp! Beim Anblick der stylishen Weintasche kamen mir nämlich sofort die oben geschilderten Erinnerungen aus unserer Studentenzeit in den Sinn, Weinchen ist im Moment ja eh total unser Ding und dann auch noch aus unserem geliebten Heidelberg... perfekt. Das Shooting-Konzept stand schnell fest - na klar, ihr ahnt es: Herbstpicknick!


So haben wir vor zwei Wochen also mal wieder ein kleines Herbstpicknick veranstaltet. Am Samstag hauptsächlich, um die Fotos zu machen, und am Sonntagabend dann gleich nochmal "privat" - diesmal in der Dämmerung, auf einer Bank im Wald ganz oben auf dem Heiligenberg, in Decken gewickelt und mit Blick auf den Neckar, die Alte Brücke, das beleuchtete Schloss und die Lichter der Heidelberger Altstadt. Da gab es dann zwar keine schicken Sandwiches, sondern chinesisches Takeaway, aber die Weintasche war wieder dabei und wir hatten einen seeehr netten Abend. Gibt es etwas Schöneres, als sich die gemeinsamen Erinnerungen aus Studententagen in so einer Atmosphäre immer wieder zu erzählen? Man könnte sagen, es sei geradezu kitschig gewesen. Aber Kitsch ist es ja nur dann, wenn man es nicht selbst erlebt. 


Ach ja, und nicht zu vergessen: die bruchsicheren Gläser. Ähem... Diese schicken schwarzen Gläser, die ihr auf den Fotos seht, sind nämlich Outdoor-Gläser aus Kunststoff und das war auch mehrere Male verdammt gut so. Wenn so eines auf der Bank steht und man sich im Dunkeln draufsetzt, zum Beispiel.  


Die Sandwiches mit Ziegenkäse und Feigen sind im Prinzip selbsterklärend, oder? Nehmt einfach richtig gutes Brot, am besten noch warm aus der Bäckerei mit einer schönen Kruste und einer schweren, saftigen Krume. Da schneidet ihr dann dicke Scheiben von ab und grillt sie kurz im Backofen mit etwas Olivenöl. Feigen waschen und in Scheiben schneiden, Rucola waschen und kleinschneiden, Ziegenkäse in Scheiben schneiden - und dann ab damit aufs Brot! Gerne noch etwas Honig drüberträufeln. Einfach, aber gut. 


Bei Facebook und Instagram sind die Spürnasen übrigens auch!

Das schöne Holzbrett ist von Meine Art, ein Geschenk von einer lieben Leserin von mir. Danke, liebe Anne-Susan


Das passiert übrigens, wenn man schöne Weintaschenfotos machen will, aber schon ein bisschen zu viel davon intus hat. Ups.


Und jetzt raus mit euch! Genießt den Herbst draußen: Nachmittags oder in der Abenddämmerung, mit Decken, Kissen oder verfeuerten Paletten, mit Sandwiches oder chinesischem Takeaway, mit Wein oder Traubensaft, egal wie, aber habt Spaß. Ein schönes Wochenende wünsche ich euch!