Sonntag, 30. November 2014 67 Kommentare

DIY Glitter-Tassen, Teebeutel-Kekse und Bloggerfreundschaften

Enthält Werbung* für Kusmi Tea

Okay, jetzt muss ich mich erstmal outen: Ich habe es nicht so mit sozialer Interaktion. Die Software in meinem Kopf ist nicht auf Smalltalk, Oktoberfest und Gruppenarbeiten ausgelegt. Wenn mehr als zwei Menschen auf einmal reden, halte ich den Mund und höre nur noch zu. Wenn mir eine bis dahin fremde Person auf einer Party von ihrem Erasmusjahr in Nordbelgien erzählt, fängt mein Gehirn an zu rauschen wie ein Computer mit einer CPU-Auslastung von 98%: "Nordbelgien. Los los, frag jetzt was. Zeige Interesse. Hmm... Soll ich fragen, wie das Essen dort war? Nein, lieber nicht. Sie wiegt sicher 90 Kilo und denkt, ich will sie damit beleidigen. Aber irgendwas fragen musst du, sonst kommt wieder diese peinliche Stille auf. Oh, sie hat da ein Haar auf dem Pulli. Verdammt, das irritiert mich. Aber wenn ich das wegpicke, hält sie mich jetzt schon für gestört." "Äääh... Und wie war das Trinken so in Nordbelgien?"

DIY Glitter-Tassen und Teebeutel-Kekse

Online ist alles gut, aber in Echtzeit - Stress. Zu viele Eindrücke und Wahrnehmungen, die mein Kopf nicht filtert, zu viele Gedanken auf Metaebene, zu viele Theorien über das, was das Gegenüber wohl denkt und empfindet. Deswegen sind Menschen für mich manchmal anstrengend.

Teebeutel-Kekse, Tea Bag Biscuits

Einfach spontan und - Achtung, Unwort des Jahres - authentisch sein, ist auch keine Option. So à la "Ich werd gleich mal authentisch, Schätzelein, aber dann sind wir keine Freunde mehr". Oft ist das, was mir spontan durch den Kopf geht, alles andere als sozial erwünscht. Dann bin ich so damit beschäftigt, etwas Bestimmtes NICHT zu sagen, dass ich nicht auch noch überlegen kann, was man denn stattdessen am besten sagen würde. Siehe Nordbelgien.

Tasse mit goldenem Henkel

Deswegen war es optimal, dass ich meinen Arztjob gegen Home Office, HTML-Codes und minutiöses Ausarbeiten von ästhetischen Konzepten tauschen konnte. Zwischen mir und dem Sozialstress war auf einmal ein beruhigendes Breitbandmodem. Ist nur nicht so ganz aufgegangen, die Rechnung. Denn was ist passiert? Ich habe Freundinnen über das Breitbandmodem gefunden, und zwar gleich drei, mit denen es auch im Real Life total entspannt ist - ohne Rauschen im Kopf, dafür aber auf der gleichen Wellenlänge.

Kekse in Teebeutel-Form

Da ist Rebecca - Rebecca, die den Mund aufmacht und sagt, was sie denkt. Die auf sozial erwünschte Gefälligkeiten schei*t und weiß, dass man mir mit einer mintfarbenen Rührschüssel mit farblich dazu passender Nagelfeile eine Freude machen kann.
Da ist Nadine, meine erste im Real Life getroffene Bloggerfreundin überhaupt, mit der nach einer Rhabarberschorle klar war, dass sie genauso garstig und hackfleischsoßensüchtig ist wie ich.  
Und da ist Stef, meine persönliche Elsie Larson aus Blogger-Anfangstagen, die auf einmal bei uns im Wohnzimmer sitzt, die Tafelfolie-Regentropfen von meiner Wolkentasse abpult und feststellt, dass die Tropfen wohl zwar spülmaschinenfest, aber nicht stef-fest sind.

Glitzer-Tassen und Teebeutel-Kekse

Unsere WhatsApp-Drähte laufen ständig heiß, das nächste Treffen ist bereits geplant und natürlich tauschen wir uns auch hiiiin und wieder mal über blogbezogene Themen aus. Als wir dann alle vier eine Kooperationsanfrage von Kusmi Tea* bekamen, fragten wir zurück, ob wir nicht zu viert ein ganz eigenes, gemeinsames Projekt daraus machen dürften, mit dem Motto "Unsere Freundschaft". Kusmi ließ uns freie Hand (vielen Dank dafür, liebe Anna!) und so überlegten wir uns, uns gegenseitig von Kusmi inspirierte weihnachtliche Wichtelgeschenke zu schicken. Mein Wichtelkind war Nadine, der ich ihr Geschenk praktischerweise gleich vorbeibringen konnte.

Kusmi Tea Tsarevna Limited Edition

Als Inspiration und zum gemeinsamen Trinken bekam jede von uns eine Dose von Kusmis neuem Wintertee, der Limited Edition "Tsarevna". Als ich die riesige Dose auspackte, dachte ich kurz, ich muss ausflippen: Sie glitzert! Waaah!!! Tsarevna, das bedeutet soviel wie Tochter des Zaren oder russische Prinzessin. Kopfkino go: Das verschneite Sankt Petersburg um 1800, Zwiebeltürme und russisch-orthodoxe Opulenz, Pelzmützen und Muffs, Eiseskälte draußen und warmer Lichterglanz im Winterpalast der Zaren, wo die Zarentöchter aus luxuriösem Porzellan diesen Tee trinken... Ein russischer Schwarztee, der nach Gewürzen und Orange schmeckt. Der Geruch erinnert mich an Weihnachtsmarkt, Glühwein, Chai-Tee, Orangenöl, Zimt, Kardamom und Nelken. 

DIY Glitter Mugs and Teabag Cookies

Meine erste Idee war, ein kleines DIY für Nadine zu machen und den Griff von Teetassen so zu beglitzern, dass es zu unserer schönen Inspirations-Teedose passt. Das hatte ich letztes Jahr Silvester schon mal mit Gläsern gemacht, hier findet ihr die Anleitung für Glitter-Mugs. Mit einer Schicht Decopatch-Kleber als Versiegelung wird der Glitter haltbar, die Tassen sollten aber von Hand gespült werden.

Wichtelgeschenk Nr. 2 sollten Plätzchen mit dem Geschmack vom Tsarevna-Tee werden. Damit es ein bisschen hübscher ist, habe ich Plätzchen in Teebeutel-Form gebacken - ein alter Hut, aber es passte so schön. Und da Nadine statt Weißmehl immer die vollwertigeren Varianten wie Dinkelmehl o.Ä. verwendet, wurden es sogar noch halbwegs gesunde Dinkelkekse.

Für 30 Tsarevna-Teebeutel-Kekse:

150g Margarine
100g Puderzucker
1 Eigelb
50g Naturjoghurt
1 Beutel Finesse Orangenabrieb
2 TL Zimt
1 TL Lebkuchengewürz (oder ein bisschen Sternanis, Muskat, Nelkenpulver nehmen)
1/2 Teelöffel Kardamom
Mark einer Vanilleschote
Falls ihr habt, ein Beutelchen Gewürzzucker "Wiener Melange" von Fuchs 
350g Dinkelmehl
1 gestrichener Teelöffel Backpulver
Schokolade, Royal Icing und / oder essbarer Glitzer als Deko

1. Margarine und Puderzucker cremig schlagen.

2. Eigelb, Joghurt und alle Gewürze unterrühren. Wenn man frische Eier verwendet, den Teig ruhig mal abschmecken, ob er auch richtig schön nach Weihnachtsmarkt schmeckt.

3. Mehl und Backpulver mischen, zum Teig geben und alles miteinander verkneten.

4. Teig zu einer plattgedrückten Kugel formen, in Frischhaltefolie wicken und 2 Stunden in den Kühlschrank legen. Dann auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und mit einem echten Teebeutel als Schablone und einem scharfen Küchenmesser Teebeutel ausschneiden. Mit einem Strohhalm o.Ä. ein Loch reinpieken. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Plätzchen ca. 13 Minuten bei 170 °C backen.

5. Teebeutel-Kekse auskühlen lassen und in geschmolzene Schokolade dippen oder mit Royal Icing und essbarem Glitter verzieren. Küchengarn durch das Loch ziehen und einen Anhänger daran befestigen. Ich habe mit einem Motivlocher Tags aus Glitterpapier ausgestanzt. Verschenken kann man sie schön in einer mit Seidenpapier ausgelegten Teebeutel-Schachtel, die man vorher mit goldenem Farbspray ansprüht.

Wichtelgeschenk Glittertasse und Teebeutelkekse

Was ich von Rebecca bekommen habe, könnt ihr ab jetzt sofort auf ihrem Blog anschauen, da unsere Posts hoffentlich alle gleichzeitig online gegangen sind. Und Nadines Geschenk für Stef und Stefs Geschenk für Rebecca könnt ihr euch auch gleich ansehen:


Leider habe ich die Kekse totfotografiert, so dass die Hälfte davon nach dem Shooting nicht mehr so ganz appetitlich war. War ja klar. Nadine hat also noch was anderes bekommen, was ihr hier jetzt nicht seht. Aber das ist ja das Gute an Blogggerfreundinnen: Sie haben Verständnis für hübsche, aber unleckere und totfotografierte Kekse!


Donnerstag, 27. November 2014 58 Kommentare

Brombeer-Pie mit Teigkruste aus Blättern (Thermomix)

Verzeihung - ich muss in all die glitzernde Weihnachtsherrlichkeit nochmal kurz mit herbstlichen Brombeer-Pies reinplatzen. Meteorologisch und kalendarisch darf ich das, denn meteorologisch fängt der Winter erst am ersten Dezember an und kalendarisch sogar erst am 21.12.. Also ist der 27. November ja wohl noch schönster Herbst, in jeder Hinsicht! 


Ähm, nein. Nicht wirklich. Warum gibt es eigentlich keinen emotionalen Winteranfang? Der hat bei mir nämlich längst stattgefunden und so ganz heimlich warte ich schon auf den ersten Schnee. Aber die Sache ist einfach die: Diese Fotostrecke mit Brombeer-Pies hatte ich schon im Spätsommer für die Thermomix Fotoschule* produziert, zum Thema Bildaufbau und Perspektive. Veröffentlichen kann ich die Bilder allerdings immer erst, wenn die entsprechende Lektion der Fotoschule online ist. Und das hat sich jetzt durch den Launch des neuen Thermomix-Modells etwas verzögert.

*Wie kennzeichne ich das denn jetzt? Für die Ausarbeitung der Fotoschule gab es Geld und einen Thermi, den Post hier schreibe ich aber unaufgefordert, freiwillig und unentgeltlich, weil ich euch einfach die Bilder und meine Fotoschule zeigen will. Ist das jetzt Werbung? Auf jeden Fall habe ich hiermit transparent und barrierefrei (that is, not in English, you know) die Hintergründe der Zusammenarbeit offengelegt. Wisst ihr Bescheid ;)


Ich könnte den Post natürlich auch gar nicht veröffentlichen, das steht mir ja völlig frei, aber das wäre schade. Jetzt habe ich die Bilder gemacht, jetzt werden sie auch gebloggt, so! Nur dürfte es inzwischen schwierig sein, noch Brombeeren zu bekommen. Stattdessen kann man aber einfach Äpfel nehmen - das Originalrezept aus der Thermomix Rezeptwelt sieht sowieso ursprünglich Äpfel  als Füllung vor. Weiß der Teufel, warum ich das wieder abändern musste... Ah ja, sicher wegen der Ästhetik und wegen des Farbschemas.


Diejenigen mit Thermomix können also einfach mal rüberklicken*, und auch ohne Thermomix lässt sich das Rezept eigentlich 1:1 umsetzen. Dann knetet halt nicht der Thermi, sondern ihr selbst - so viel Transfer trau ich jedem zu, und ein Pie ist ja eh kein sehr kompliziertes Rezept. Mir geht es wie gesagt eher um die Fotos und vielleicht könnt ihr die Idee, die Piekruste mit Ausstecherle zu gestalten, ja noch für euer Weihnachtsessen gebrauchen. Falls man es nicht genau erkennt, was ich fast befürchte: Das sollen herbstliche Blätter sein. Geht auch super mit Sternen! So, mehr weiß ich leider nicht mehr zu den Brombeer-Pies zu sagen, weil das Shooting halt schon so lange her ist.


Den original Vintage-Mehlsack da hat übrigens mein Opa mal aus Amerika mitgebracht. Meine Mum und ich sind ja sonst die besten Freundinnen und streiten uns fast nie, aber als wir DAS gute Stück fast gleichzeitig auf dem Dachboden entdeckt hatten, da flogen die Fetzen. Huiuiui... Stellt euch das ruhig so vor, die eine zieht am einen Ende, die andere zieht am anderen Ende und beide keifen sich an  wie zwei wildgewordene Waschweiber. Gewonnen hat übrigens meine Mama. Was für ein Glück, dass wir am nächsten Tag noch einen weiteren von diesen Mehlsäcken fanden. Ähem. Aber der Sack ist auch wirklich eines meiner Lieblings-Accessoires für Food Photography (Warum benutze ich ihn eigentlich jetzt zum ersten Mal?? Egal).


In den nächsten Tagen wird übrigens noch ein herbstlich angehauchter Post kommen. Das Bogenschützinnen-LARP-Waldelben-Katniss-Everdeen-Shooting vor Herbstwald-Kulisse wartet nämlich schon als Entwurf, yay... Und weil der Post hier jetzt ein bissl blöd und sinnfrei war, kommt am Sonntag schon gleich der nächste. Mit Weihnachtskram, wie sich das korrrrrekterweise gehört!! Ich geh dann mal weiter Minisalamis in Frischhaltefolie wickeln und in Männchens Adventskalender vergraben... Habt einen schönen Abend!

PS: Na super. Jetzt habe ich eine ganze Tüte Minisalamis selbst gegessen. Applaus...


Samstag, 22. November 2014 99 Kommentare

Buddel-Adventskalender: Schneelandschaft in Weiß & Gold

Enthält Werbung* für Collégien

Dieses Jahr bin ich megastolz auf meinen Adventskalender. Die Idee habe ich nämlich noch NIRGENDS gesehen und ich konnte selbst durch gezieltes Suchen bei Pinterest und Google nichts dergleichen finden: Ein Kunstschnee-Adventskalender, bei dem die kleinen Geschenke ausgebuddelt werden müssen! Okay, vielleicht sollte mir die Tatsache, dass das bisher noch nie jemand gemacht hat, etwas sagen. Zum Beispiel, dass es kindischer Bullshit ist oder ungesund oder sonstwie völlig bescheuert. Aber hey, ich mag es. Und Männchen, für den der Adventskalender ja ist, meinte gleich: "Haha. Das ist ja cool!" 

Schneelandschaft Adventskalender Kunstschnee

Also die Idee ist folgende: Aus schwarzem Moosgummi werden Tannenbäume in verschiedenen Größen ausgeschnitten. Unten in den Stamm schneidet man ein kleines Loch, durch das man ein Stück Schnur zieht, an dem man wiederum ein kleines Geschenk festknotet. Dann füllt man eine große Schale mit Kunstschnee, verbuddelt die Geschenke darin und steckt die zugehörigen Bäume daneben in den Schnee. Wenn noch etwas Schnur sichtbar ist, einfach mehr Kunstschnee drüberschaufeln. 

Adventskalender mit vergrabenen Geschenken zum Ausbuddeln

Der Adventskalendernutzungsberechtigte darf dann jeden Tag ein Bäumchen hochziehen und schauen, was sich darunter im Schnee versteckt hat. Total cool, oder? (Ähm... kommt bestimmt sehr sympathisch rüber, wie begeistert ich gerade von meiner eigenen Idee bin. Aber jetzt mal echt, ist das nicht toll??) Früher gab es doch diese besseren Überraschungseier in der Spielwarenabteilung von Galeria Kaufhof, in denen ganz viel Sand war und darin ein Plastikdinoskelett, das man ausgraben musste. Oder als Schatzkiste voller Sand mit Goldstücken drin gab es das auch, soweit ich mich erinnern kann... Oh. Also doch nicht so ganz auf meinem eigenen Mist gewachsen. 

Porzellanfiguren Bikuitporzellan matt weiß Eichhörnchen Butlers

Jedenfalls habe ich die Winterlandschaft noch mit niedlichen Porzellanfiguren aufgepimpt, damit es meinem Männchen auch gefällt. "Guck! Mit kleinen Häschen!" "Du. Das sind Eichhörnchen." Ähm, ja. Meine ich doch. Die gibt es übrigens grad bei Butlers, 1,99 pro Viech. Eigentlich sind sie als Baumschmuck gedacht, aber die Schnur kann man leicht abmachen. Was Männchen mit 5 identischen Porzellaneichhörnchen soll, weiß ich allerdings auch nicht so wirklich. Aber die kann er dann ja mir geben. Hmm, ich hätte ihm doch die teuren Porzellantiere von By Nord kaufen sollen ;)

Porzellanfiguren Adventskalender By Nord Waltiere

Die Tannenbäume für die 6 und die 24 habe ich aus Goldpapier ausgeschnitten und die flauschigen Klebezahlen habe ich wie letztes Jahr wieder bei Idee Creativmarkt gekauft. Die große weiße Holzschale ist vom Depot. Eigentlich wollte ich etwas Tieferes, damit man auch größere Geschenke im Schnee verbuddeln kann, aber das gab es nirgendwo. Also müssen es jetzt eben Bonbons, Schokolade und in Frischhaltefolie gewickelte Aoste Minisalamis sein. Ihr wisst ja, Adventskalender ohne Wurst iss nich!

Adventskalender Tannenbäume Silhouetten schwarz weiß

Hier noch mal eine grotesk teure Gourmet-Süßigkeit für italophile Besserverdiener in Großaufnahme. Heidelberger finden sowas übrigens in der Epicerie in der Hauptstraße. Wobei ich zugeben muss, das dekorative Schokogesindel wurde vor allem für die Fotos angeschafft. Männchen steht neben der Wurst dann doch eher auf ehrliche, billige Aldischokolade, die mir allerdings mein Farbkonzept gesprengt hätte. 

Adventskalender Schneelandschaft zum Buddeln mit Porzellanfiguren und Tannenbäumen selber machen

Hach ja... Isser nich schön, der Winterlandschafts-Adventskalender zum Buddeln? Wahrscheinlich steh ich auch deswegen so drauf, weil das Prinzip "Schätze im Schnee finden" mich schon als Kleinkind fasziniert hat. Wie damals an einem Vormittag im Dezember, an dem ich mit meiner Mama im Schnee spazieren war. Ich war vielleicht 3 oder 4 Jahre alt und hatte meine neuen mintgrünen Wollhandschuhe von Prénatal an. ...Meine Mama weiß bestimmt schon, was jetzt kommt. Achtung, es wird zauberhaft: Ich hatte nämlich auf einmal etwas Vielversprechendes im Schnee entdeckt, was aussah wie ein Igel! Ich raste hin, schnappte es mir mit den schönen neuen Handschuhen und brachte es meiner Mama. Nur leider war es kein Igel. Es war braun, ja, und es war klumpenförmig. Aber auf mehr Details möchte ich hier nicht eingehen. Wer den ähnlich gelagerten Witz "Alter, der Igel wohnt jetzt hier!" kennt, ist auf der richtigen Fährte ;) Inzwischen trage ich mit meinen +7 Dioptrien übrigens Kontaktlinsen, passiert mir also nicht nochmal.

Kniestrümpfe Tumblr Shooting Strickkleid

Aber zurück zu appetitlicheren Dingen: Vor einiger Zeit hatte ich eine Kooperationsanfrage vom südfranzösischen Label Collégien* bekommen, ob ihre neue "halb Hausschuh, halb Socke"-Erfindung Slipper Socks denn mal auf meinen Blog dürfte. Ich habe mir die Seite angeschaut und war gleich völlig abgelenkt. Denn, oh mein Gott, sie haben auch Kniestrümpfe! In allen Farben! Auf  Kniestrümpfe stehe ich im Winter ungefähr genauso wie auf Schätze finden im Schnee und ich habe dann gefragt, ob ich auch Kniestrümpfe haben dürfte. Das durfte ich. Seitdem chille ich ganz tumblresk mit kuschelweichen Kniestrümpfen und Strickkleid zu Hause rum... 

Knee Highs Kniestrümpfe Collégien Tumblr Shooting

Fragt nicht warum, ich kann es nicht genau erklären, aber Kniestrümpfe im Winter, das HAT einfach was für mich. Die Marke Collégien gibt es in Frankreich übrigens schon seit 1947 und sie ist dort Kult, die Kniestrümpfe haben eine super Qualität und sind aus ägyptischer Baumwolle. 

Papierbaum Tannenbaum Papier Waben Wabenbaum Depot

Und diese Wabenbäumchen aus Papier wollte ich euch auch noch zeigen, die scheinen dieses Jahr irgendwie so ein Microtrend zu sein. Auf den skandinavischen Interior-Blogs tummeln sie sich, bei Depot waren sie fast ausverkauft. I like! Mal wieder ein Trend, bei dem ich sofort anspringe und den ich nicht ewig renitent motzend verweigere (wie damals Neonpink oder Eulen, uaaaah). Genauso wie Weihnachtsdeko in Gold - mit viel Weiß kombiniert mag ich das sehr. Ich hätte dann bitte gerne noch das goldene Rentier für Männchens Adventskalender, danke. Und ja, es ist wirklich ein Rentier und kein Eichhörnchen, Häschen, Igel oder... ach, lassen wir das. Tierbestimmung ist einfach nicht meine Stärke.

Adventskalender selber machen Schneelandschaft Kunstschnee

Wie sieht's bei euch dieses Jahr aus, adventskalendertechnisch? Werkelt ihr einen, bekommt ihr einen geschenkt oder verweigert ihr Adventskalender renitent? Falls ihr noch ein bissl Inspiration braucht, hätte ich noch einen Lichterketten-Adventskalender, einen Papierwald-Adventskalender, einen Säckchen-Adventskalender und einen Winterstadt-Adventskalender im Angebot. Habt ein schönes Wochenende!

Freitag, 14. November 2014 108 Kommentare

Weihnachtsdeko: Kaminumrandung & Adventskranz aus Beton

Enthält Werbung* für Schneemarie und Maisons Du Monde

Wisst ihr was? Ich bin schon in allerflauschigster, schneeweißer, kuschelgemütlicher Weihnachtsstimmung! Anfang der Woche war ich vormittags in der Stadt bummeln, was überhaupt mein Lieblingsluxus und Inbegriff von Winter-Gemütlichkeit ist. Wir wohnen ja nicht so weit weg vom Zentrum, d.h., nach einem 15-Minuten-Spaziergang durch Neuenheim und über die Theodor-Heuss-Brücke ist man schon am Bismarckplatz. Und diesen Spaziergang liebe ich! Im Frühling blühen die Mandelbäume in den Gärten der alten Stadtvillen, im Herbst rankt sich dunkelroter, wilder Wein um die schmiedeisernen Zäune... und im Moment hängen im Neckartal fast jeden Morgen die für den Nebelkrähennovember typischen weißgrauen Schwaden. 

weiße Kaminkonsole Kaminumrandung mit Weihnachtsdeko

Am Bismarckplatz steht schon der Maronimann und in der Hauptstraße werden schon die ersten weihnachtlichen Sternschnuppenlichter aufgehängt. Es ist diese Brückenjahreszeit... Weihnachten ist schon nah genug, um sich darauf zu freuen, aber noch weit genug weg, um nicht in Stress zu verfallen. Was konkret bedeutet, man kann noch ganz in Ruhe nur Sachen für sich selbst kaufen. Herrlich. Dabei habe ich immer so meine Winter-Stadtbummel-Spezial-Rituale, die meistens mit kontrovers diskutierten Lifestyle-Handelsketten zusammenhängen: Starbucks und Lush.
   
nordische Weihnachtsdeko im Wohnzimmer

Bei Starbucks brauche ich im Winter ganz unbedingt die größte Größe von Honey Almond Toffee Spice Lebkuchen Soja Latte mit Extrasirup. Und mit Sahne. Was regelmäßig für Verwirrung beim Barista sorgt. Ich sehe es dann immer in seinem Kopf rattern: "Okay... Mit Sojamilch. Bestimmt  vegan oder laktoseintolerant. Aber Sahne? Hä? Die weiß sicher nicht, dass Sahne auch von Kühen ist. Fragste nochmal nach." - "Mit Sojamilch und... Sahne?? Sind Sie sicher?" Yep. Ich hätte ihm das erklären können. Ich hätte sagen können: "Sehen Sie, das ist so. Von zu viel Kuhmilch muss ich pupsen. Bei einem Getränk in Venti-Größe, was ja 700ml sind, wäre das der Allgemeinheit nicht mehr zumutbar, daher muss die Getränkebasis Sojamilch sein. Ein wenig Kuhmilch geht, allerdings möchte ich das bisschen Laktaseaktivität, das ich habe, dabei klug investieren. Bei der Sahne in der bei Ihnen üblichen Portionsgröße ist die Relation von erwünschtem Genusseffekt und unerwünschter gastrointestinaler Symptomatik erfahrungsgemäß tolerierbar." Habe ich aber nicht gesagt. Too much information. 

Kissen Tannenbaum Weihnachtsbaum Print

Als Belohnung für mein schlichtes, sozial erwünschtes "Ja, bitte mit Sojamilch und Sahne." drehe ich dafür bei Lush völlig durch und werfe einen Berg mit zwei Löchern, der aussieht, wie von Grundschülern geknetet (= Wizard-Schaumbad, hier bei Instagram zu sehen), ein Stück Seife in einem unsäglichen Ocker-Farbton (= Yog Nog) und einen Pott Bodylotion für 25€ in mein Körbchen. Um mögliche Nachwirkungen der Sahne mache ich mir keine Sorgen. Nicht bei Lush. Da wird zuverlässig alles überdeckt.
Abends zu Hause fragt mich Männchen dann, was hier so komisch riecht. Ich bekomme kurz Panik und halte ihm hoffnungsvoll den niedlichen kleinen Zaubererkopf aus Tensiden und Glitter hin. "Ist es das?" Er streckt erst die Hand aus, zuckt dann aber zurück: "Ja, das ist es. Eeeew. Will ich das anfassen?" Ich für meinen Teil bin einfach nur froh, dass es in unserer Wohnung lediglich nach kleinem Zauberer riecht.

Kaminumrandung Fake Kamin Weiß weihnachtlich dekoriert

Jetzt kommen wir aber endlich mal zu den Sachen, die ihr auf den Fotos seht. Also die weihnachtlich dekorierte Wohnung, in die ich bepackt mit Zauberer-Schaumbad und voll mit 700ml [hier-Milchersatz-eintragen]-Latte heimkomme. 

Weihnachstdeko Zweige Weiß Schnee

Wir haben nämlich schon unseren Adventskranz (und auch schon den vierten Advent)! Ha. Im Januar hatte ich euch ja schon Stefanies Interior-Shop Schneemarie* vorgestellt - wisst ihr noch, die Holzhäuschen* und die Seems Like Eames-Kissen*? Jetzt hat Stefanie ihre selbst entworfene Weihnachtskollektion online gestellt, in ihrem schönen, gewohnt klaren und schlichten Stil. 



Der Adventskranz* ist ganz puristisch aus hellem Holz und Beton. Was ich daran so toll finde: Er ist absolut variabel. Man kann die acht Elemente zu einem Quadrat anordnen oder in einer Reihe (siehe Foto oben), man kann sie flach auslegen oder stapeln. Man kann ihn so pur lassen, wie er ist, er verträgt aber auch noch ein bisschen Deko. Und er ist auch nach Weihnachten das ganze Jahr als Kerzenständer zu gebrauchen. Perfekt also für Puristen, Multifunktionsfans und Kreative. 
Auch neu sind die Kissen mit Tannenbaum-Print* in Schwarz* und in Weiß*,  die so richtig schön unkitschig sind. Einfach nur ein paar Dreiecke, und trotzdem flüstern sie dezent-stilvoll "Weihnachten". So mag ich das.

Schneemarie findet ihr übrigens bei DaWanda*.

Adventskranz geometrisch schlicht Holz Beton

Die Ton-Windlichter in Weihnachtsbaumform mit Sternen habe ich selbst gemacht nach dieser Anleitung bei A Beautiful Mess. Leider kann ich euch meine eigentlich extra fotografierte Step-By-Step-Anleitung nicht zeigen... Ich dachte, ich wäre schlau und nehme gleich solche Styropor-Kegel aus dem Bastelladen als Form. Das hat erstmal auch super geklappt und ich konnte mir all die umständlichen Schritte mit der Pappe, der Folie und dem Kleber sparen. Nur leider lösten sich die getrockneten Bäumchen dann nicht mehr von den Styroporkegeln und ich musste das Styropor im Backofen bei 130 Grad rausschmelzen. Was ich dabei alles eingeatmet habe, will ich gar nicht wissen und ich will auch niemanden dazu anstiften. Macht euch lieber die Arbeit mit der Form aus Pappe ;)

DIY Windlichter Porzellan Tannenbaum Weihnachtsbaum Sterne

Außerdem haben wir endlich eine weiße Kaminkonsole*. Männchen ist ja noch skeptisch, was mich so gar nicht wundert - eine Kaminattrappe ohne Funktion, weil ohne echten Kamin dahinter, sowas mögen Männer halt nicht. Ich aber. Mit dem klassischen französischen Kaminspiegel* drauf strahlt die Kombi für mich die perfekte Wintergemütlichkeit aus. Und man kann das so schön dekorieren! Ein paar dicke weiße Kerzen reinstellen oder einen Korb mit, äh, irgendwas drin oder ein Fell und Kissen... 
Die Kaminumrandung ist wie der weiße Konsoltisch, der da vorher stand und der jetzt im Flur steht, von Maisons Du Monde*. Und auch dekotechnisch haben die Franzosen bei mir wieder einen Volltreffer gelandet mit der watteweiß-flauschigen Baumschmuck-Kollektion*. Also ich fühle mich jedenfalls wie in Winter Wonderland. Fehlt nur noch der Schnee draußen...

Dekoidee Weihnachten Wohnzimmer

So, und ich genieße den Freitag Abend jetzt mit meinem kleinen Zauberer in der Badewanne. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ;) Habt ein gemütliches Wochenende!


PS: So sah unsere Weihnachtsdeko letztes Jahr aus und hier findet ihr meine DIY-Anleitung für den Strick-Adventskranz vom vorletzten Jahr!
  

Sonntag, 9. November 2014 58 Kommentare

Tassenkuchen: Chocolate Chai Mug Cakes

Enthält Werbung* für bleywaren

Also ja, das da auf den Bildern ist Kuchen. Und Schokolade. Viel Schokolade. Aber ich kann das erklären! Den Kuchen hat irgendjemand in unsere Wohnung gebracht... Oder hier verloren, genau weiß ich das nicht mehr. Ganz seltsam! Wie kann man nur so wenig auf seine Mug Cakes achtgeben? Ich habe sie natürlich gleich wieder vor die Tür gestellt, damit derjenige sie wiederfinden kann. Vorher habe ich noch schnell ein paar Fotos davon gemacht, für die Polizei. Aber ansonsten haben die kleinen Kuchen mit mir nichts zu tun. Ich esse ja nur Gurken mit Chilisoße. Wisst ihr ja. 


Schön gestylt hat derjenige seine Tassenkuchen aber, oder? Wer auch immer das war, er hat sogar die gleichen Becher wie wir. Vielleicht war es sogar ein anderer Blogger... Da war bestimmt jemand neidisch auf meine bemerkenswert schlanken Oberarme. Blogger sind ja eh immer alle neidisch, wissen wir ja. Und hat dann, damit ich fett werde, den Kuchen hier deponiert. Ha! So war das. Netter Versuch, leider sofort durchschaut.


Jedenfalls ist das ein sehr leckerer Mug Cake, mit Chaigewürz, großen zartschmelzenden Schokostückchen und ein bisschen Rum, außen locker und innen schön klitschig. Angeblich. Das stand nämlich auf einem Zettel, der dabeilag, verifiziert habe ich das nicht. Ich gebe das jetzt einfach mal ungeprüft an euch weiter... Wird schon stimmen. 
Ein Rezept stand auch dabei. Zutatenlisten sind ja zum Glück nicht urheberrechtlich geschützt, daher kann ich das Rezept auch einfach an euch weitergeben, obwohl es ja gar nicht meins ist! Toll, oder? 


Für 3 Chocolate Chai Mug Cakes:

170g Mehl
1/2 Päckchen Backpulver (ca. 2 Teelöffel)
2 Esslöffel Chaipulver (gibt es von Krüger als Instantpäckchen im Supermarkt, David Rio o.Ä. geht auch)
80g brauner Zucker
3 Eier
100g weiche Butter
2 Teelöffel brauner Rum
100g Schokotropfen, z.B. von Milka (Backabteilung in größeren Supermärkten)
Butter zum Fetten der Tassen 
etwas Puderzucker


Die genaue Backanleitung muss ich mir jetzt zusammenreimen, die stand nicht dabei... Aber ich denke mal, das würde theoretisch so gehen: 

1. Alle Zutaten bis auf die Schokotropfen mit dem Handrührgerät zu einem glatten Rührteig verrühren. 

2. Schokotropfen vorsichtig mit einem Löffel unterheben.

3. Backofengeeignete Becher oder Tassen innen mit Butter fetten.

4. Tassen zu 3/4 mit dem Teig befüllen und ca. 20 Minuten bei 180°C Ober- und Unterhitze auf mittlerer Schiene im Backofen backen. 

5. Mit Puderzucker bestäuben und servieren.


So, und jetzt Schluss mit dem Unfug. Du alte Quatschnase, würde Männchen jetzt sagen! Ich gestehe, das war alles gelogen. Ich habe den Kuchen entworfen, gebacken und ja, auch gegessen. Aber es ist ja Sonntag, und Sonntag ist Naschtag... 
Was mich schon zum nächsten Geständnis bringt: JA, ich schaue Frauentausch. War die vorletzte Folge nicht genial? Diese Deut (= Diät) von Christel, bei der man die ganze Woche lang streng nur Mozzarella (= Mortadella = gesund, weil Gemüse auf der Packung abgebildet ist) isst und dafür am Sonntag aber hemmungslos Pizza, Pommes, Eis und Kuchen, ähm, naschen darf - großartig! Bei so viel Disziplin darf man dann schon mal Bad, Küche und Wohnzimmer beim Putzen vergessen und im Abfluss vom Waschbecken DIVERSES hinterlassen. Die Folge kam schon fast an die legendäre Episode mit Erdbeerkäse, Kindermilsch und Schinkenworst ran. Schaut ihr auch manchmal Frauentausch??? Bitte bitte, sagt ja! Und kommt mir nicht mit sowas wie "Was ist denn das? Ich kann dir aber die Teleakademie mit Prof. Georck Franck zum Thema Moralische Eleganz ans Herz legen... Kommt jeden Sonntag im SWR, 07:30"


Und wo wir schon gerade beim Thema Geständnisse sind, fällt mir gerade noch eines ein: Ich habe als Kind mal geklaut. Unabsichtlich. An der Kasse im Supermarkt waren früher doch immer diese verführerischen Stellagen mit Hubba Bubba Kaugummis... Die durfte ich als Vierjährige noch nicht haben. Ich wollte aber natürlich trotzdem - vor allem, da ich dachte, dass all das Zeug auf diesen Kleinregalen an der Kasse kostenlos wäre! Das einzige Hindernis war Mamas Verbot. Ich mich also von Mama abgeseilt, zur Kasse geschlichen, so viel Hubba Bubba gegrabscht, wie ich nur konnte, der Kassiererin verschwörerisch zugegrinst und ab durch die Kasse. Naja, das ging natürlich nicht durch. Meine Eltern wurden ausgerufen, alle Leute haben mich angestarrt und mir wurde gesagt, das wäre Stehlen - das, weswegen Leute ins Gefängnis kommen. Ich weiß jetzt noch, wie ich gezittert hab. Kuriert für immer. Bitte sagt, dass ihr als Kinder auch mal geklaut habt, wenn auch nicht mit kriminellen Absichten?


Aber um noch mal auf die Mug Cakes zurückzukommen: So viel konnte ich wirklich nicht dafür! Thomas ist schuld. Ich meine, was soll ich denn tun, wenn eine Kooperationsanfrage von einem  Onlineshop für besondere Haushaltswaren und Küchenaccessoires hereinschneit? Hmmm? Gurke mit Chilisoße in den schönen Porzellanbechern fotografieren?




Ich habe ja lange bei Bleywaren* rumgeguckt und überlegt, was ich denn nun von den ganzen schönen Sachen vorstellen will. Thomas hat so ziemlich alles, was ich mag: Weingläser von Riedel, Bräter von Le Creuset, die legendären Mühlenmesser von Herder, KitchenAids, Kupferlampen und die schicken Sachen von Normann Copenhagen...
Letztendlich habe ich mich dann für die Porzellanbecher von Dibbern entschieden, die es in unglaublich vielen verschiedenen Farben gibt (ich habe Umbra, Sand und Kiesel). Die fand ich perfekt für ein bisschen flauschige, voradventliche Novembergemütlichkeit... 
Und dazu die skandinavisch-schlichten Vorratsdosen von Riess und endlich den Schneebesen, den ich schon diesen März in Berlin im KaDeWe fast gekauft hätte. A propos: Männchen sieht den Schneebesen und fragt: "Ist der von Normann Copenhagen?" Mwahaha, ist das nicht süß? Schon voll gut konditioniert. Bloggermann durch und durch.
Bleywaren ist übrigens ein seit 1827 geführtes Familienunternehmen mit Sitz in Cloppenburg, also wenn ihr aus der Gegend seid, könnt ihr auch live im Geschäft vorbeischauen.


Gut. Nachdem ich jetzt der Welt erfolgreich mitgeteilt habe, dass ich fresse, lüge, klaue und Frauentausch schaue, noch schnell etwas zur Rufrettung: Heute Abend gab es Salat bei uns! Und jetzt genug Unfug getrieben für heute und ab ins Bett.


P.S.: Rainald Grebe würde zum Thema Salat sagen: "Die Werbefuzzis machen Rucola zum Trendsalat. Wenn Unkraut aus dem Ausland kommt, hat's Glück gehabt." Jetzt geh ich aber wirklich ins Bett. Gute Nacht!


Dienstag, 4. November 2014 64 Kommentare

Pies mit Gewürzpflaumen-Kompott / Zwetschgenröster

Enthält Werbung* für lohasLOFT

Alter Schwede, war ich gestern grumpy. Da denkt man, man sucht sich einen Job, bei dem jeder Kollege, Kommunikationspartner oder einfach nur Mensch oben rechts wegklickbar ist und man nur mit vernünftigen Exemplaren wie dem eigenen Männchen und dem DHL-Mann persönlich interagieren muss. Aber gestern war wieder so ein Tag... Kaum mal in Facebook reingeschaut - mein Kopf möchte auf den Tisch knallen. Mails gecheckt - dasselbe. Wo man auch online hinschaute, es nervte und aufgrund dieser Ballung war auch das kleine x keine Hilfe mehr. Manchen Leuten sollte man einfach das Internet wegnehmen. Dabei habe ich nicht einmal angefangen, die Kommentare unter YouTube-Videos zu lesen. 


Beim Abendessen habe ich dann den Ranty McRanterson gemacht (Englisch: to rant = schimpfen, Tiraden loslassen) und mich bei Männchen so richtig ausgekotzt bzw. habe all die spitzen, bösartigen Kommentare angebracht, die ich aus Klugheit und Selbstbeherrschung online nicht losgeworden bin. Und dabei immer anklagend in Richtung Smartphone gestikuliert, als wenn darin alle Dummheit dieser Welt wohnen würde. Im Nachhinein könnte ich mich selber darüber totlachen. Mein ruhiges, bedachtes Männchen hat mich allerdings in meiner Zurückhaltung bestärkt: "Sei online immer wie die Schweiz. Nett und neutral." Ja klar, Recht hat er... "Aber manchmal möchte ich durchaus ein anderes Land sein. Ich könnte jetzt auch noch eine Jahreszahl dazu nennen!" Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich meinte natürlich Frankreich. 2006, Fußball-Weltmeisterschaft, Zidanes glamouröser Kopfstoß gegen Materazzi. Herrlich. Die Szene steht nicht umsonst als Bronzestatue vor dem Centre Pompidou. 


Wir haben uns jedenfalls sehr amüsiert und ich bin auch schon wieder ganz friedlich. Wenden wir uns also dem Gewürzpflaumen-Kompott zu. Manchmal ist da nämlich auf einmal - plopp - so ein Wort in meinem Kopf, von dem ich bis dato nicht einmal wusste, dass es überhaupt in meinem Aktivwortschatz existiert. Diesmal: Zwetschgenröster. Ich wusste so ungefähr, dass es was Österreichisches ist und dass es was mit Pflaumen zu tun hat (Falls das denn dasselbe ist, Pflaumen und Zwetschgen. Höchstwahrscheinlich nicht und ich könnte das jetzt googeln, aber ach...). Und dass es winterlich und zimtig und überhaupt ganz köstlich sein muss, so viel war mir auch klar. 


Also habe ich einfach mal angefangen, Zwetschgenröster zu machen, so wie ich mir das in meiner Fantasie so vorstelle (Rezept googlen? Ach...). Büschn Zimt, büschn Zucker, Vanille und ganz viele Pflaumen. Und was auch immer dabei jetzt rausgekommen ist, Pflaumenmus oder Zwetschgenkompott oder Pflaumenröster oder Zwetschgenmus - es ist absolut köstlich und ich muss das mit euch teilen! Für mich gibt es das in anhedonistischen Naturjoghurt eingerührt (ihr wisst ja, die Oberarme winken sonst hämisch), für Männchen in buttrigen Mürbeteig als Pies verpackt. Natürlich denke ich da wieder nur an ihn und nicht an die Fotos, Naturjoghurt mit einer roten Schlierspur drin wäre ja sicher ebenso hübsch gewesen wie kleine Pies mit Gitter oder in Sternform. 


500g Pflaumen
1 TL Bourbon-Vanillepaste (oder eine Vanilleschote, und warum nicht auch zwei)
100g brauner Zucker
1 gehäufter Teelöffel Zimt
2 Mandarinen, gepresst
1 EL Rum

1. Pflaumen waschen, halbieren, entsteinen und in Stückchen schneiden.

2. Die Pflaumenstücke zusammen mit Vanillepaste (oder Vanilleschotenmark), Zucker, Zimt und Mandarinensaft in einen Topf geben. Und dann richtig lange bei mittlerer Temperatur drauf rumkochen... Leider habe ich die Zeit nicht gestoppt, aber eine Dreiviertelstunde wird es schon gewesen sein. Immer mal rühren, damit nichts anbrennt. Am Ende wird es ganz ohne Stärke oder Gelierzucker schön dickflüssig und sämig.

3. Zum Schluss noch den Schnappes rein und umrühren. Mehr Weihnachtsmarktgeschmack geht nicht!

Den Mürbeteig für die Pies mache ich einfach nach dem Standardrezept von Essen und Trinken - aus dem Teig dann Formen ausstechen, mit dem Pflaumenkompott füllen, mit verquirltem Ei bepinseln und ca. 20 Minuten bei 180°C Ober- und Unterhitze backen. Die fertigen Pies schmecken ein bisschen wie weihnachtliche Linzer. Sehr fein.


Und um nach dem kleinen Rant vom Anfang wieder ein bisschen weise und gerecht rüberzukommen, muss ich ja mal anmerken, dass es auch viele erfreuliche Zusammentreffen über das Internet gibt. So zum Beispiel mit der Designerin und Handwerksmeisterin Susanne Reber vom Wohn- und Deko-Onlineshop lohasLOFT*. Von ihr habe ich das schicke Emaille-Geschirr aus der Sarah-Wiener-Kollektion von Riess - in den Farben Zwetschge und Obers, also wenn das nicht zum Zwetschkenröster passt?! Außerdem habe ich auch ein paar Produktfotos für ihren Onlineshop gemacht, die ich euch zeigen möchte. Meine Models waren bei diesem Auftrag nämlich besonders hübsch: 


Auf dem Foto oben seht ihr die handgemachten Keramikschalen und Eichenholzbretter aus ihrer "lohasani DOMI"-Serie. Das Holz für die Bretter kommt aus dem Schwarzwald aus nachhaltiger Forstwirtschaft und die Schalen sind handmade im Pfälzerwald. 
Die Bretter gibt es in verschiedenen Größen und mit Fräsungen, in die sowohl die Keramikschalen als auch die handelsüblichen Weckgläser hineinpassen (gibt es auch im Shop). Man kann also alles flexibel miteinander kombinieren und zum Servieren von Snacks, Brot oder Aufstrichen hernehmen, aber auch zur Dekoration - dazu gleich noch ein Beispiel. 
Das Design ist bei allen Elementen absolut klar, schlicht und edel. Da wurden die Fotos ganz von alleine was ;)


Hier habe ich eine kleinere Eichenholzplatte fotografiert, kombiniert mit Weckglas. Perfekt fürs Abendessen oder fürs Amuse Gueule, wenn man Gäste hat.
Ich musste übrigens schwer an mich halten, nicht ständig nur auf den "Lovely Linen"-Aufdruck von den Servietten und Tüchern aus Leinen zu fokussieren - absolutes Lieblingsdetail. Und auch als Geschenkidee, zum Beispiel zum Einzug mit Brot und Salz, machen die Platten und Schalen was her:


Die Multifunktionalität der Serie hat den Fotojob natürlich nicht gerade leicht gemacht. Ihr wollt nicht wissen, wie viele Kombinationen und Sets ich aufgebaut hatte! Unter anderem auch noch eins, wo statt Brot, Pesto und Salz mal Blumen und Kerzen zum Einsatz kamen, als Deko oder als Geschenk. Dafür war die Platte mit den 3 x 3 = 9 Fräsungen prädestiniert: 



Mit dem Code nicest_things_11_14 bekommt ihr 5 Euro Rabatt ab einem Mindestbestellwert von 50€! (gültig bis 31.12.2014)

So. Eigentlich habe ich doch einen sehr netten Job mit schönen Dingen und netten Menschen um mich herum (Und wie immer gilt: Alles ist besser als Arzt sein, für mich zumindest). Aber manchmal muss eben auch ein kleiner Rant sein... Wie meine Beste immer sagt: "Alles muss raus, was keine Miete zahlt."!