Dienstag, 30. Dezember 2014 105 Kommentare

Wintershooting im Schnee

Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester hat etwas Magisches. Alte Legenden werden wach... Legenden von den Raunächten, in denen Wotans wilde Jagd durch die Lande zieht, Tiere anfangen zu sprechen und Menschen sich in Werwölfe verwandeln. Als Kind hatte ich mir um diese Zeit oft heimlich ein paar alte Bücher meiner Eltern geholt, in denen es um verschiedene Brauchtümer und Aberglauben ging. Darin waren Bilder von haarigen Dämonen mit Hörnern und leuchtenden Augen, die über den Himmel fegten. Das fand ich definitiv spannender als mein Astrid-Lindgren-Buch, in dem ein niedliches kleines Lamm um Mitternacht ein paar nette Dinge sagte. 


Und auch, wenn ich an solche Legenden genauso wenig glaube wie an Chakrenreinigung und Eigenurintherapie: Solche Sagen geben den letzten Nächten des Jahres immer noch einen kleinen Kick...


Die letzten Tage des Jahres sind as good as life gets: Ewig in der Badewanne liegen und "Weinwissen für Angeber" lesen, mich online tot stellen, frühmorgens im Schnee laufen gehen und abends warme Thaisuppe kochen. Tagsüber mache ich nicht viel außer all unsere Spiegel mit meinem neuen Extremputztuch streifenfrei zu polieren. Das Extremputztuch war ein Weihnachtsgeschenk von Männchen, neben einer schwarzen Extremzahnbürste mit Bluetooth, Parfum von Keiko Mecheri und einer Tasse mit der Aufschrift: "Some people just need a hug. Around the neck. With a rope." Er kennt mich.


Genauso wie meine Eltern, die mir ein anderes Parfum von Keiko Mecheri, die Gürteltier-Handtasche von Freds Bruder nochmal in Cognac (meine seelische Qual angesichts einer grauen Tasche zu cognacfarbenen Stiefeln ist hiermit beendet) und alles, was sie im TK Maxx von Normann Copenhagen finden konnten, geschenkt haben. Mum: "Wir sind einfach in den TK Maxx gegangen und haben dir alles eingepackt, wo Normann Copenhagen draufstand." 


Weihnachten war überhaupt genau so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte: Meine Eltern waren an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag bei uns, ich habe meine erste Dithmarsche Festtagsgans zart und mit Knusperhaut auf den Tisch gebracht und unser Weihnachtsbaum hat bis heute keine Baumläuse freigesetzt. Überhausfrau. 


Über die gelungene Gans, die mir schon mehrere Wochen vor Weihnachten schwer auf der Seele lag, habe ich mich mindestens so gefreut wie damals über mein Staatsexamen. Nach dem Examen hatte ich nur ein schnödes Fläschchen Bier, nach der Ute 2 Flaschen Wein innerhalb von 2 Stunden (Ute hieß unsere Gans, denn: Ute ist keine Pute. Und jetzt schieben wir meinen Humor schön unter der Tür durch nach draußen.). Das muss die Enthemmung aufgrund völliger Erleichterung gewesen sein. Aber was soll man auch anderes tun bei einem Spätburgunder Barrique mit so gut eingebundenen Tanninen? 


Danach waren wir noch ein paar Tage bei Männchens Familie im Schwarzwald. Am 26. Dezember haben wir kaum das kleine Dachfenster von unserem Schlafzimmer aufbekommen, so viel Schnee lag darauf... Was zwei Fotofreaks an so einem Tag tun, war vorauszusehen: Schneeshooting.


Die Landschaftsbilder und Makros sind von mir, der Credit für die Portraits geht an Männchen. So ein Wintershooting ohne Bommelmütze auf dem Kopf ist zwar fast schon illegal, aber wir erinnern uns: Ich habe sowas von kein Mützengesicht. Und die Jacke musste weg, weil Schwarz mit Rot. Jetzt friert ihr wahrscheinlich schon vom reinen Hingucken, aber das Farbkonzept, liebe Kinder, das Farbkonzept!!!


Die Klassiker, das Schneepustefoto und das Schneeschmeißfoto, hatten wir schnell abgehandelt. Eigentlich wollte ich mich dann noch dramatisch in den Schnee legen und einen lasziv-kühlen Kopfüberblick mit Eiskristallen in den Wimpern performen, aber meine Finger waren inzwischen zu Wursteis gefroren. 


Nachdem ich mir dann noch mehrmals größere Schneebrocken selber in den Nacken geschmissen hatte, war der Schnee bei Weitem nicht mehr so zauberhaft wie beim Erstkontakt. Also ab nach Hause. Meine aktualisierte Liste an Dingen, die ich definitiv nicht mag:

langsamst laufende Menschen in der Fußgängerzone 
Ronan Keating als The Boy-Darsteller in Once
Kaffee, Katzen, Hunde, Kinder von anderen Leuten 
Schneebrocken im Nacken 

Vor allem, wenn sie dann langsam schmelzend unterm Pulli bis zur Taille runterrutschen - uaaah. Aber Schnee an sich mag ich schon... doch, doch. Auf Bildern und wenn er die Straßen still und menschenleer macht.


Joa, soweit die Neuigkeiten von Weihnachten und den letzten Tagen. Meine nette Chefin hat mir noch bis Neujahr Internet-Urlaub gegeben, deswegen dauert es noch etwas mit Reaktionen auf Mails, Post, etc. Ich bin praktisch schon wieder mit dem Weinbuch in der Badewanne - ihr habt mich hier nicht gesehen, okay?


Auf jeden Fall hoffe ich, dass ihr auch endlich mal ein bisschen durchatmen könnt und diese Niemandsland-Zwischenzeit zwischen den Jahren genießt! 


An Silvester, dem überbewertetsten sozialen Druckmittel aller Zeiten, werden wir übrigens genau gar nix machen... Ich feier lieber noch ein bisschen die Raunächte, den Schnee, die stillstehende Zeit und die Badewanne. Und zum neuen Jahr nur so viel: Have a good one! Tiefenentspannte Grüße an euch alle...


PS: Danke an Kleidung.com für ein Jahr Domainsponsoring und Unterstützung in Impressumsfragen!


PPS: Da ich in meinen Statistiken sehe, dass ihr gerade doch schwer auf Inspirationssuche für Silvester seid, will ich trotz aller Partyverweigerung mal nicht so sein ;)

Rezept für selbstgemachte Glückskekse
Violetter Cocktail
Rezept für Silvesterkrapfen, DIY Papierglückskekse und DIY Knallbonbon
Rezept für Baileys-Popcorn, DIY Glitzergläser und DIY Glitzerhaarreif


Sonntag, 21. Dezember 2014 95 Kommentare

Kirsch-Glühwein-Fruchtgummi selber machen

Heute nur ein schneller Post zum Thema Gummibärchen selber machen, während ich die Einkaufsliste für unser Heiligabend-Menu schreibe und mich vor der Dithmarschen Festtagsgans Ute in unserem Tiefkühler fürchte... 
Einige von euch haben doch sicher so eine Minigugl-Form aus Silikon, oder? Solche Minigugls sind  eine feine Sache, sie haben aber einen entscheidenden Nachteil: Für Kuchen sind sie ganz schön klein. Für meinen Geschmack ZU klein. Das kann man zwar über die Menge der zu sich genommenen Gugls regulieren, aber trotzdem... 


Deswegen habe ich die Form zu einem anderen Zweck missbraucht, und zwar um Gummibärchen selber zu machen. Für Fruchtgummi-Verhältnisse sind die damit produzierten Minigugls nämlich ganz schön groß, oder anders gesagt, genau richtig. 


Als Basis für die selbstgemachten Fruchtgummis könnt ihr fast jeden Fruchtsaft nehmen, den ihr mögt - außer Ananas, Papaya und Kiwi, diese Obstsorten enthalten nämlich ein Enzym, das verhindert, dass die Gelatine geliert. Ich fand Kirschsaft am tollsten. Und da ich meinen Ruf als kleiner Süppel eh schon weg habe, kam auch ein ordentlicher Schluck Glühwein mit rein. Beste Kombi überhaupt! Schmeckt original nach Weihnachtsmarkt.


Also falls ihr auf den letzten Drücker noch ein weihnachtliches Geschenk aus der Küche sucht, das schnell gemacht ist, lecker schmeckt und hübsch aussieht - this is for you. Hier kommt die Anleitung:
  

Zutaten für ca. 20 selbstgemachte Kirsch-Glühwein-Fruchtgummis:

150ml Kirschsaft
100ml Glühwein
1 EL Zitronensaft
3 EL Zucker
60g sofort lösliche Pulvergelatine


1. Kirschsaft, Glühwein, Zitronensaft und Zucker in einem Topf erhitzen, aber nicht zum Kochen bringen. 

2. Gelatinepulver zugeben und mit einem Schneebesen sofort gut einrühren, bis sich alles gelöst hat. Dabei weiterhin darauf achten, dass die Flüssigkeit nicht kocht. Wenn sich Schaum bildet, diesen mit einer Seihkelle abschöpfen oder mit Küchenpapier aufnehmen.

3. Die Silikonform auf ein Schneidebrett stellen, dann kann man sie nach dem Befüllen besser zum Kühlschrank transportieren. Flüssigkeit in die Silikonform gießen und ca. eine Stunde im Kühlschrank fest werden lassen. Das geht relativ schnell, man kann die Form aber auch über Nacht im Kühlschrank stehen lassen.

4. Die Minigugls aus der Form lösen. Bei mir ging es super, die Fruchtgummis sind robuster, als man denkt. Wenn es nicht sofort klappt, etwas heißes Wasser über die Rückseite der Form laufen lassen. 

Natürlich könnt ihr jede beliebige Silikonform bzw. Eiswürfelform für die Fruchtgummis verwenden: Herzen, Sterne, Fische... Von der Konsistenz her ist das selbstgemachte Fruchtgummi etwas weniger zäh als das gekaufte. Eher wie ganz fester Wackelpudding.
Zum Verschenken das Fruchtgummi dann einfach in ein Schraubglas oder in Bonbontüten packen, dekorieren, fertisch!

Zur Haltbarkeit: Selbstgemachte Fruchtgummis sind hier nicht mit gekauften vergleichbar. Ich habe sie höchstens mal eine Woche aufbewahrt, nie länger. Und wenn man sie aufhebt, dann am besten im Kühlschrank. 


Das Styling mit dem Loopschal (handgestrickt von Lena, Lieblingsstück!) finde ich im Nachhinein ja etwas fragwürdig - die ganzen Wollfussel an den selbstgemachten Gummibärchen, iiieeeh. Aber ich wollte ja unbedingt eine Weihnachtsmarkt-Geschichte auf den Fotos erzählen... oh, well.

Ach und übrigens, Männchen hat jetzt einen Account als Fotograf bei 500px. Also wenn ihr mal stalken wollt, wie er aussieht und was er so fotografiert (außer meinen Händen, die sich ANYTHING dekorativ vor den Bauch halten), HIER entlang bitte. Ihr dürft ihn dort gerne mit Likes und Herzchen überschütten, die Vereinbarung von Dates ist allerdings nicht gerne gesehen ;)
  

Freitag, 19. Dezember 2014 67 Kommentare

Karamell-Mousse mit Lotus Biscoff

Enthält Werbung* für Lotus Biscoff

Manchmal kommt man sich als Blogger vor wie die Hexe im Pfefferkuchenhaus: Lauter leckere süße Sachen, Knusperkekse, Torten und Karamell-Cremes, schön zur Schau gestellt, um die lieben Leser zu locken und zu mästen. Gnihihi... Ihr müsst wissen, die Hexe ist nämlich ein kleines Specki (sagt das Hexenmännchen) und wie Frauen eben so sind, möchte sie nicht das einzige Specki sein. Also immer schön die anderen dazu anstiften, auch Kekse, Torten und Cremes zu essen. Ich will euch auch gar nicht braten, ich schwör. Nur ein klitzekleines bisschen mästen. 


Mit dem Hexenmännchen klappt das ja leider nicht so. Der futtert zwar 80% meiner Süß-Productions, aber er wird und wird nicht dicker. Und nein, auf die alte Nummer mit dem Stöckchen (oder war es ein Knochen?) und dem Finger fall ich nicht rein. Eine gute Hexe checkt den Mästerfolg nämlich auch am Bauchspeck, aber da ist... nix! 


Ich mag schon gar nicht mehr den Kneif-Check bei ihm machen, der kneift dann nämlich zurück und tja... findet sehr wohl was. Woran das liegt, kann ich mir gar nicht erklären. Habt ihr eine Idee?


Okay, Hexenspaß beiseite. Heute müsst ihr ganz, ganz stark sein... Das hier ist die vielleicht leckerste Mousse der Welt und nein, es ist kein Diätrezept: Karamell-Mousse mit Biscoff-Keksen! 
Kennt ihr diese zimtig-karamelligen Kekse von Lotus*? Die in der rot-weißen Verpackung, die es oft zum Kaffee dazugibt? Dass die Kekse Biscoff heißen, wusste ich gar nicht, bis ich die nette Kooperationsanfrage von Oberhexenmeister Andreas bekam. Was ich außerdem nicht wusste: Es gibt auch einen Brotaufstrich aus diesen leckeren Keksen, in den Varianten "crunchy" und "creamy". Den Biscoff-Brotaufstrich und die Biscoff-Kekse kann man nun nicht nur pur verschlingen, wie Nadine und ich das zu tun pflegen, sondern man kann sie auch ganz toll als Zutat für süße Rezepte verwenden.


Da kenne ich diese Kekse schon so lange, aber auf die Idee, mal was Kreatives damit zu kochen oder zu backen, bin ich auch noch nicht gekommen. Dabei ist es so logisch: Cheesecake mit Biscoff-Keks-Boden, Biscoff-Tiramisu, Biscoff-Crumble... Sogar auf herzhaften Gerichten wie einem Feldsalat mit Entenbrust machen sich so ein paar knusprig-karamellige Krümel wohl ausnehmend gut. Mehr Rezeptideen findet ihr hier*...


Da ich einen Cheesecake erst letztens gemacht hatte, sollte es eine Karamell-Mousse werden. Da konnte ich auch gleich beides als Zutaten verwenden, die Kekse und den Aufstrich. Hier kommt das Rezept:

  
Für 4 Personen:

120g Lotus Biscoff-Kekse
60g Lotus Biscoff-Brotaufstrich
1 TL Zimt
100ml kalte Schlagsahne
3 frische Eiweiß
50g brauner Zucker
150g Mascarpone (ups, schon wieder)
200g fettarmer Joghurt (haha, als ob das was helfen würde)

extra Schlagsahne und zerkrümelte Biscoff-Kekse zum Garnieren


1. Die Biscoff-Kekse im Mixer, Thermomix oder mit der guten alten Gefrierbeutel-plus-Teigroller-Methode möglichst fein mahlen.

2. Keksmehl, Brotaufstrich und Zimt vermischen. Wenn der Brotaufstrich zu fest ist, kann man ihn in einem Topf vorsichtig etwas erwärmen und dann das Keksmehl und den Zimt hinzufügen. 

3. Schlagsahne in einem separaten Gefäß steif schlagen.

4. Eiweiß mit 25g braunem Zucker ebenfalls separat steif schlagen (Zucker erst nach ca. 30 Sekunden zugeben, wenn das Eiweiß schon beginnt, fest zu werden).


5. Nun alles mischen: Zunächst die Eiweißmasse zu der abgekühlten Keks-Aufstrich-Masse geben und gut verrühren. Dann die geschlagene Sahne unterheben. 

6. Mascarpone, Joghurt und 25g braunen Zucker gut verrühren.

7. Die Biscoff-Mousse und die Mascarpone-Creme abwechselnd in ein Glas schichten, mit Schlagsahne und zerkrümelten Biscoff-Keksen garnieren. 


Diese karamellig-cremige Biscoff-Mousse mit Crunch-Effekt ist einfach böse lecker. Kann ich euch nur ans Herz legen, zum Beispiel als Dessert für Weihnachten oder einfach so, wenn ihr am 1. Weihnachtsfeiertag zu Hause in Jogginghose chillt und Kitschfilme guckt. Sehr zu empfehlen ist wie gesagt auch, den Brotaufstrich einfach pur aus dem Glas zu löffeln. Adventskalorien zählen ja nicht, wie Nadine sehr richtig sagt. Das gilt übrigens auch für Nadines Biscoff Karamell Macchiato, für den sie heute das Rezept gebloggt hat... Und, wie mach ich meinen Knusperhexenjob?

Die Kekse* und den Aufstrich* gibt es bei Globus, Kaufland, Rewe und einigen anderen Supermärkten zu kaufen (hier ist eine genaue Übersicht*). Außerdem ist Lotus auch bei Facebook*. 


Wenn mein Männchen jetzt gleich vom Sport heimkommt (ja, warum wird er wohl nicht dick??), werde ich nochmal eine Attacke starten - ein Glas von der Mousse ist noch da... Und ihr esst bitte auch alle mindestens ein Glas davon, ich werde das kontrollieren!

Dienstag, 16. Dezember 2014 63 Kommentare

Filzkugelteppich, Dip-Dye-Bettwäsche und Schlafzimmer-Roomtour

Enthält Werbung* für Westwing

Wann habe ich euch eigentlich das letzte Mal unser Schlafzimmer gezeigt? Im Sommer mit der NYC-Skyline hinterm Bett, oder? Ist auf jeden Fall schon etwas länger her. Inzwischen wurde natürlich mal wieder umgeräumt - ich glaube, so langsam haben wir alle Kombinationen durch und jedes Möbel stand schon auf jedem möglichen Platz. Das Bett steht nun wieder an der blaugrauen Wand, was aus 3 Gründen optimal ist: 
1. Optisch: Das wuchtigste Möbel steht, wenn man den Raum betritt, am weitesten weg von der Tür.  
2. Praktisch: Die dunkle Wand kann man perfekt als Kopfteil missbrauchen, da man auf ihr den Dreck nicht so sieht.  
3. Psychisch: Der Steinzeitmensch in mir kann sich so ganz weit weg von der Tür in seiner Höhle verkriechen und hat die Tür dabei trotzdem nicht im Rücken, sondern immer gut im Blick. 


Was aber viel spannender ist als das um zwei Meter verschobene Bett: Wir haben endlich einen Filzkugelteppich!!! Ähm, zwei sogar. Der von Hay, den ihr bei Rebecca bewundern könnt, war mir für ein Nicht-Kinderzimmer immer zu teuer zu bunt und schnell ein Alibi-Kind machen, nur um diesen Teppich kaufen zu können... nääh. Und mein Versuch, selbst einen Filzkugelteppich in gediegenen Blaugrau-Tönen herzustellen, endete in diesem herzallerliebsten Filzkugel-Untersetzer-DIY. Irgendwann habe ich mir dann einen bestellt, allerdings sehen nur zwei verschiedene Kugelfarben nicht so schön aus. Aber was sehe ich nur eine Woche später in einem Sale bei Westwing*? Den perfekten Filzkugelteppich mit 3 verschiedenen Kugelfarben! Ha.



Und neue Bettwäsche im Dip-Dye- bzw. Ombré-Look gab es auch. Da hatte ich noch ein Trauma von einem verpassten Angebot bei Strauss Innovation - Tine hatte mir damals den Link zu der weltschönsten und wahrscheinlich weltgünstigsten Ombré-Bettwäsche geschickt, allerdings habe ich einen Tag zu lang gezögert und dann war sie ausverkauft. Buhuuu. Aber man muss anscheinend nur ein bisschen warten, irgendwann gibt es alles bei Westwing. 


So, jetzt kennt ihr die wichtigsten Neuigkeiten aus unserem Schlafzimmer (wie das wieder klingt...). Damit ihr mal einen Eindruck vom gesamten Raum bekommt und nicht immer nur den Tunnelblick auf das gerade gestylte Eckchen habt, schwenken wir einfach mal mit der Kamera von links nach rechts durch. Nur die ominöse vierte Wand mit dem Kleiderschrank bleibt geheim, die gab es genau einmal in diesem Behind The Scenes zu sehen und das reicht auch ;) Diese Wand befindet sich jetzt praktisch hinter uns... An der linken Wand direkt neben der Tür steht das große Regal mit Büchern und Boxen und weiter hinten dann der Schreibtisch. 


Der Schreibtisch steht in der Ecke, die die linke Wand und die Stirnwand mit dem Fenster bilden. Ein bisschen fragwürdig ist es ja schon, seinen Arbeitsplatz im Schlafzimmer zu haben, aber es ging aus Platzgründen nicht anders. Die Nähe zum Bett hat zumindest den Vorteil, dass ich mich nach getaner Arbeit nachts um 2 einfach nur nach hinten fallen lassen muss.


Außerdem mache ich meine Food-Shootings ja immer auf dem Bett, weil das beste Licht in der ganzen Wohnung das durch die Voilegardine gefilterte Tageslicht im Schlafzimmer ist. Da ist es praktisch, den Schreibtisch mit Laptop gleich in der Nähe zu haben.


An der rechten, blaugrauen Wand ist alles ganz puristisch. Die Farbe ist mir schon Deko genug und außer dem weißen Himmeli-Mobile und den (aus Styropor gefaketen) Stuckleisten darf da nichts hin. Wobei... So ein paar siebenzackige Sterne aus weißer Klebefolie... 


Neben dem Boxspring-Bett dann Folge 742 aus meiner Reihe: Was kann man alles als Nachttisch zweckentfremden? Diesmal: Ein Strickpouf. Wir hatten da auch schon zwei kleine Wäschekisten aus weißem Holz, einen schwarz gestrichenen Ikea-Hocker, einen weiß gestrichenen Ikea-Hocker und eine Trittleiter (Links führen alle zu alten Blogposts). Auch gut vorstellen könnte ich mir einen schönen Stuhl, eine Weinkiste aus Holz, eine an der Decke fixierte Schaukel (danke Pinterest), einen Zeitschriftenstapel oder so einen Componibili-Container von Kartell... falls ihr noch Inspiration für Nachttisch-Alternativen sucht.


Neben Bett und Nachttisch stehen an der rechten Wand noch mein großer weißer Spiegel und die Chaoskommode voll mit Kunstschneetüten, Schokobons, Schleichtieren, Wollknäueln, Geldscheinen aus Südafrika, Rohseife, Goldspray... Die Blogger und DIY-Freunde unter euch kennen das. 


Ach ja, passt zwar grad nicht so ganz, aber kennt ihr die Kosmetikmarke "Grown Alchemist"? Die Handcreme habe ich bei Helma Interior hier in Heidelberg entdeckt und habe sie seitdem auf meinem Nachttisch liegen. Das praktisch gar nicht vorhandene Design ist zu schön, oder? Wenn das mal nicht die neue Konkurrenz zu Aesop, LA Bruket oder wie all die Scandiblogger-Angeberkosmetikmarken so heißen, wird. Mir sagte die Marke bisher gar nichts, aber anscheinend gibt es die Sachen sogar schon bei Douglas.


Der schöne Fotountergrund da oben ist übrigens das Federkissen, das auf unserem Bett liegt. Auch das ist von - wait for it - Westwing, und von Westwing ist sogar mein zweitliebster TV-Werbespot zur Zeit. Erstliebster leider nicht, sorry Westwing, der Platz geht an "Hör, was du hören willst" von Deezer ;) Schaut mal:


Kann man den abstrakten Begriff "Inspiration" schöner verbildlichen? Aber das Beste an dem Spot ist: Die Kissen bei 0:39 hab ich!!! Also nicht die rosafarbenen aus Plüsch, die anderen. Fühle mich jetzt wahnsinnig trendy und up-to-date. Sehr nett war auch die Instagram-Diskussion dazu mit Mira, Silke, Melanie und einigen anderen - Blogger führen natürlich nur hoch-ernsthafte Gespräche und über sowas wie Mops-Poo reden sie schonmal gar nicht, niemals.

Falls ihr noch nicht bei Westwing registriert seid (es ist absolut kostenlos und unverbindlich), habe ich hier noch einen 10€-Gutschein für euch: Einfach über diesen Link* neu anmelden und die 10€ werden eurem Konto sofort automatisch gutgeschrieben. Was auch immer ihr an Möbeln und Deko  sucht, seien es Filzkugelteppiche, Betten, Lammfelle, Dip-Dye-Bettwäsche, Lampen oder Kissen mit Federprint... Bei Westwing gibt es jeden Tag neue Sales und man kann Wohnaccessoires von richtig teuren Marken zum Teil richtig günstig erwischen. 


So sah unser Schlafzimmer übrigens vor 3 Jahren aus - die Anordnung der Möbel war lustigerweise genau dieselbe wie jetzt wieder, aber ansonsten war es GANZ anders. Wobei ich es fast gemütlicher finde als jetzt, was meint ihr?

Freitag, 12. Dezember 2014 57 Kommentare

Kuchen mit Blattgold und gebrannten Mandeln

Enthält Werbung* für räder

Gerade steigere ich mich ja so richtig in Weihnachten rein: Ständig läuft "Let It Snow", "Baby, it's cold outside" oder wahlweise "It's beginning to look a lot like Christmas". Wir haben flaschenweise Glühwein eingelagert, um unser Wohnzimmer jederzeit zum Weihnachtsmarkt machen zu können. Mein Duschgel hat Schimmerpartikel, im Wohnzimmer befinden sich inzwischen schon 2 Lichterketten und 3 Lammfelle und mittlerweile kleben in fast jedem Zimmer Sterne an der Wand. Wenn ich spätnachmittags durch die Stadt laufe, starre ich verzückt die leuchtenden Sternschnuppen an, die über den Straßen hängen und inhaliere den Duft nach Feuerwurst und gebrannten Mandeln. 


Also überall wunderschönste Weihnachtsstimmung. Man darf uns nur nicht reden hören. Wenn wir abends so gemütlich auf dem Sofa liegen, Glühwein trinken und die Weihnachts-Playlist hören, dann schauen wir auf dem iPad immer total gerne Fotos bei 500px an (da können Fotografen und Amateure ihre eigenen Fotos hochladen, inklusive dem üblichen Bewertungs- und Kommentiersystem). Das Schönste daran: Über die Fotos herziehen und dabei völlig unweihnachtlich garstig sein. Ungefähr so: "Ach, der Klassiker. Einen alten Inder fotografieren und die Klarheit auf +100 hochschrauben. National-Geographic-Wannabe-Pic." "Oh, eine Blüte mit Biene. Wie spannend." "Beim nächsten übersättigten HDR-Landschaftsbild spei ich im Strahl." "Uaah, Cat-Content. NEXT!" (die eigenen 267 Blüte-mit-Biene-Fotos auf der Festplatte werden dabei mal gekonnt ignoriert)
  

Völlig unweihnachtlich auch unsere Konversation gestern: Wir wollen Einkaufen fahren und laufen zum Auto. Neben uns versucht ein anderes Auto zu starten, der Motor schmiert aber immer wieder ab und gibt wirklich lustige Geräusche von sich. Ich lache laut und dreckig los. Gleich darauf tut es mir schon wieder leid, vor allem, weil ich relativ betreten realisiere: "Oh. Das ist glaube ich das erste Mal, dass ich heute gelacht habe." Männchen meint, ich solle mal aufpassen wegen Karma und so... Nicht, dass unser Auto gleich auch nicht startet. "Pfff, wenn es sowas wie Karma gäbe, läge ich schon lange geteert und gefedert in einer Mülltonne in Köln-Nippes." 


Für solche herzallerliebsten Äußerungen müsste man ja eigentlich Weihnachtsverbot bekommen. Bevor das passiert, habe ich also schnell noch mal in die Vollen gegriffen und kleine weihnachtliche Küchlein mit gebrannten Mandeln und einem Hauch Blattgold gebacken. Das Blattgold war jetzt mehr für die Fotos, die kleinen Kuchen schmecken natürlich auch ohne das geschmacksneutrale Bling Bling sehr lecker. Die gebrannten Mandeln im Teig knuspern so schön...


Für 12 Cannelés (oder Cupcakes) mit gebrannten Mandeln:

60g gebrannte Mandeln
175g brauner Zucker
175g weiche, nicht flüssige Butter 
3 Eier
2 EL Amaretto
Mark einer Vanilleschote
2 TL Zimt
175g Mehl
1 TL Backpulver
evtl. Glasur und essbares Blattgold für die Deko


1. Die gebrannten Mandeln hacken oder im Mixer kurz zerkleinern und beiseite stellen - es sollten keine groben Klumpen mehr zu sehen sein, aber man sollte auch kein Mehl draus machen. Eben so, dass man nachher noch kleine Knusperstückchen im Teig hat. 

2. Wer einen Thermomix hat, kann den braunen Zucker kurz pulverisieren, das macht die Küchlein noch besser. Man kann diesen Schritt aber auch auslassen. Zucker mit der Butter schaumig schlagen. 


3. Eier zugeben und weiter schlagen, bis der Teig schön homogen ist.

4. Amaretto, Vanillemark und Zimt unterrühren.

5. Mehl mit Backpulver mischen, dazugeben und alles zu einem glatten Teig verarbeiten.


6. Zum Schluss die gebrannten Mandeln unterheben. 

7. In gefettete Förmchen füllen und bei 180°C Ober- und Unterhitze ca. 25 Minuten backen.

8. Wer mag, dekoriert die kleinen Kuchen noch mit Zuckerguss und essbarem Blattgold. 


Ein paar von den Gebrannte-Mandel-Kuchen habe ich mir geschnappt, um das schöne Porzellangeschirr von Räder* damit zu fotografieren. Das schlägt bei mir ja in genau die gleiche Kerbe wie die Mugtail-Tassen: Weißes, mattes Porzellan, das Wintergeschichten erzählt - I love it!!


Der Teller mit dem Vogelbaum erinnert mich an ein kleines Adventskalender-Buch, das ich als Kind hatte, mit 24 Geschichten, Gedichten, Bastelanleitungen und Liedern drin. Meine Lieblingsseite war der 7. Dezember, da war in wunderschönen Grau- und Weißtönen eine Schneelandschaft gemalt. In dieser Schneelandschaft standen ein paar kahle Bäume und darauf saßen kleine Vögel... Ich glaube, das Bild war sogar auf dem Cover. 
Das Schönste ist aber, dass diese Wintergeschichte auf dem übrigen Porzellan weitergeht: Die gefallenen Blätter, die gold glänzend auf dem Teller liegen, finden sich auf der Tortenplatte in der mattweißen Version wieder... die kleinen Vögel gibt es nochmal in groß mit goldenen Schnäbeln, um sie an den Weihnachtsbaum oder an Zweige zu hängen. Ein kleines Häuschen steht einsam in einer Schneelandschaft aus gehackten gebrannten Mandeln (Poetik üben wir noch) und winterliche Häuser leuchten auch auf dem Windlicht aus weißem Porzellan.

Meine Lieblingsstücke:





Also... Genießt das Wochenende, macht es euch winterlich gemütlich und habt kein schlechtes Gewissen, wenn ihr auch mal unweihnachtlich garstig seid. Es ist total normal und anders ist das ganze Zauberhaft-Getue ja kaum auszuhalten ;)


PS: Unsere oben erwähnte Weihnachts-Playlist... Habt ihr Tipps, was noch drauf gehört? Was sind eure liebsten Weihnachtssongs?