Freitag, 30. Januar 2015 97 Kommentare

Pasta mit Grünkohl und ein Shoppingtipp: Victor & Linchen

Wenn meine Blogposts über eine gewisse Bilderanzahl hinausgehen, bekomme ich immer vom Männchen geschimpft: "Total redundant! Da muss was weg." Dass ich dann Blogposts von anderen Bloggern hervorzerre und mich ganz unedel damit verteidige, dass die anderen Kinder genauso schlimm sind, hilft mal gerade gar nichts. Deswegen hoffe ich inständig, dass er meinen Post heute nicht sieht... 


Die Sache ist nämlich die: Heute habe ich einen heißen Shoppingtipp für alle aus dem Raum Heidelberg, inklusive Fotos von dem hübschen Laden. Da das aber für Leser aus anderen Teilen Deutschlands ziemlich langweilig wäre, habe ich mit meiner Geschirr-Beute aus besagtem Shop noch ein Rezept für Spaghetti mit Grünkohl fotografiert, von dem alle was haben. Dadurch ist der Post allerdings ca. doppelt so lang wie sonst. Also, sagt eure Dates für heute abend ab und nehmt euch den Tag morgen frei, es geht los... Ach ja, und kein Wort zu Männchen, gell?!


Nachdem ich euch nun schon Putzen und Sport machen als die absoluten Januarhighlights angedreht habe, habe ich noch ein weiteres Top-Argument für diesen Monat: Grünkohl (und alle so: yaaay!). Ja doch, wirklich!


Grünkohl ist auch so eine Sache, in die man sich reinsteigern kann. Gesundes Wintergemüse aus der Region, saisonal, kalorienarm, reich an Antioxidantien und Mineralstoffen. Stellt euch mal das gute Gewissen vor, wenn ihr erst die Küchenschränke auswischt, dann ein halbes Stündchen Sport macht und danach Spaghetti mit Grünkohl esst - Überhausfrau, kurz vor der Heiligsprechung. Und mit viel Knoblauch gar nicht mal so unlecker.


Nein, das kam jetzt zu ironisch rüber, wir wollen dem armen Grünkohl mal kein Unrecht tun - er schmeckt wirklich gut, ein bisschen wie Babyspinat. Ich muss ja gestehen, ich habe ihn gestern zum ersten Mal gegessen und hatte mich durchaus ein wenig vor ihm gefürchtet. Aber dann habe ich noch während dem Shooting auf dem Fußboden kauernd den Topf mit der Grünkohlpasta leergeschlungen. 


Pasta mit Grünkohl für 4 Personen:

500g Spaghetti (gerne die teuren mit rauher Oberfläche, das lohnt sich geschmacklich)
500g frischer Grünkohl
3 Knoblauchzehen
1/2 rote Chilischote
Undefinierte Mengen an Olivenöl (Zählt ihr da echt die Esslöffel? Ich kippe einfach)
150g Pinienkerne
Meersalz
Pfeffer
Parmigiano Reggiano oder Grana Padano am Stück


1. Grünkohl waschen und putzen, d.h. dicke Blattrippen / Stängel wegschneiden.

2. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen. Geputzten Grünkohl ins kochende Wasser geben und bei mittlerer Hitze mit Deckel 5 Minuten blanchieren. Abgießen und gut abtropfen lassen.

3. Wasser für die Nudeln in einem großen Topf zum Kochen bringen. Wenn es kocht, großzügig salzen und Spaghetti hineingeben. Nudeln nach Packungsanleitung al dente kochen und abgießen.

4. Während das Nudelwasser kocht, den blanchierten Grünkohl in Streifen schneiden. 


5. Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden, Chilischote waschen und in feine Ringe schneiden (je nach Geschmack mehr oder weniger Chili verwenden). Knoblauch und Chili in einer Pfanne in reichlich Olivenöl anbraten.

6. Grünkohlstreifen dazugeben und kurz anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Zur Seite stellen.

7. In einer unbeschichteten Pfanne ohne Öl die Pinienkerne kurz anrösten. Vorsicht, sie werden schnell schwarz!

8. Spaghetti mit dem Grünkohl, den Pinienkernen, frisch geriebenem Parmesan und ggfs. Extra-Olivenöl servieren. 


Vom gesamten 4-Portionen-Gericht habe ich über den Tag verteilt gute drei Viertel gegessen - zuletzt dann sogar ganz gesittet am Tisch vom Teller und nicht auf dem Boden hockend aus dem Topf. Ehrlich, ich hätte mich reinlegen können! Männchen fand die Grünkohl-Pasta zwar auch lecker, aber nicht in dem Maße wie ich... Er ist halt einfach eine Süßbacke, während ich mich von Nudeln mit Knoblauch und irgendwas dauerernähren könnte. 

***

So, und jetzt kommt ein kleines Special für alle, die im weitesten Sinne im Raum Heidelberg wohnen. Was ich hier bisher ja immer vermisst habe, war ein richtiges Bloggerlädchen - ihr wisst schon: Nicolas Vahé, Bloomingville, Broste Copenhagen, Geschirrtücher aus Leinen, Menu Gewürzmühlen, Nietengürtel, Foodblogger-Geschirr, Cardigans in entsättigten Nicht-Farben, schicke Schneidebrettchen und die trendigsten Teemarken. Habe da immer neidisch nach Berlin und Hamburg geschielt...


Einen solchen Concept Store gibt es jetzt endlich seit September 2014 in der Heidelberger Bahnstadt: victor&linchen! Ich wollte euch unbedingt davon berichten und habe die liebe Inhaberin Sandra gefragt, ob ich ein paar Fotos machen und über ihren Shop bloggen dürfte - daraus wurde dann ein vierstündiges Shooting, hust. Sandra hat mir geduldig immer wieder Rhabarbertee gekocht und mich wohl irgendwann gedanklich zum Inventar dazugezählt...


...und Inventar wäre ich dort tatsächlich liebend gerne! victor&linchen ist ästhetisch, farblich und markentechnisch so dermaßen auf meiner Wellenlänge, dass ich am liebsten dort wohnen würde. Selbst nach drei Stunden habe ich immer noch neue Dinge wie sternenförmige Anhänger aus Roségold oder graue Keramiklöffel entdeckt und jedesmal laut losgequiekt. 


Bei victor&linchen gibt es ein bisschen was von allem: Deko, Kleidung, Accessoires, kleine Möbel, Kosmetik, Feinkost, Küchenartikel, Papeterie, Bücher und auch eine Ecke mit geschmackvollem Kinderspielzeug. Den Slogan "schöne Dinge schenken" finde ich allerdings sehr unpassend. Solche schönen Dinge verschenkt man doch nicht, man behält sie!


Oder würdet ihr so einen tollen Nietengürtel von b.belt hergeben? Fände ich äußerst schwierig... Benannt hat Sandra ihren Shop übrigens nach den Zweit- bzw. Kosenamen ihrer beiden Kinder. Sandra hat auch erst in einer ganz anderen Branche gearbeitet, bevor sie sich mit ihrer Leidenschaft selbständig gemacht hat. Da hatten wir uns also viel zu erzählen...


Die genaue Lage des Lädchens findet ihr auf der Homepage, Parkplätze gibt es direkt davor. Man kann aber auch in zehn Minuten vom Bismarckplatz aus mit dem 33er Bus hinfahren, der hält praktisch direkt vor dem Shop an der Schwetzinger Terrasse. 


Meine Lieblingsstücke aus Sandras Sortiment habt ihr ja schon auf den Foodfotos gesehen: Da wären die schönen hellgrauen Keramikschalen von mud australia, die der Traum eines jeden Foodbloggers sind, außen matt und innen glänzend... Dann die Leinenservietten, -tischdecken und -geschirrtücher in edlen Farben, die am schönsten leicht zerknittert aussehen... Die Holzbrettchen von Raumgestalt...


Dann noch der Kult-Tee von Nu Te, den es außer bei victor&linchen glaube ich in noch keinem anderen deutschen Laden gibt. Am liebsten mag ich die Sorte "Nordic Night" mit dem graubeigefarbenen Label, die nach Joghurt und Limette schmeckt. Mmmmh! 


Und natürlich die leckeren Sachen von Nicolas Vahé mit der tollen Verpackung. Außerdem habe ich mir auch noch einen grauen Cardigan aus ganz weichem Stoff von Blaumax mitgenommen. 


Dekoideen gibt es übrigens noch gratis obendrauf - was ihr auf den Bildern seht, war fast alles schon so schön arrangiert, ich habe kaum mehr etwas für die Fotos umdrapieren müssen!


Also wenn ihr aus Heidelberg und Umgebung seid oder mal einen Kurzurlaub dort verbringen wollt, ist victor&linchen meine absolute Empfehlung. Und wenn ihr ganz woanders wohnt: Schnell Spaghetti mit Grünkohl machen!


PS: Gerade realisiert, dass Grünkohl nichts anderes ist als DER Kale, der 2014 auf allen Amiblogs rumspukte. Guten Morgen, Vera. Trendgespür kann ich dann wohl mal aus meinem Xing-Profil streichen.

Sonntag, 25. Januar 2015 101 Kommentare

5 things to love about January

Enthält Werbung* für Barbour und Connox

Ich hatte schon immer ein Herz für allgemein eher ungeliebte Dinge: Mathe, Austern, unser verrückter Nachbar...  Dieser Sammlung möchte ich nun noch den Januar hinzufügen. Lange Zeit mochte ich ihn ja gar nicht, ihn und den November. Aber ich habe mich jetzt so erfolgreich in die guten Seiten des Januars reingesteigert, in seine Klarheit, Ruhe und Frische, dass ich euch ein bisschen was von meiner Januar-Motivation abgeben mag!


Der Januar ist ein wunderbar unaufgeregter Monat. Man bekommt nicht suggeriert, jetzt doch gefälligst mal von Nächstenliebe durchströmt im Paillettendress ein perfektes Weihnachtsfest inklusive 5-Gänge-Menü und Glitzergeschenkpapier feiern zu müssen (wobei ich persönlich das gerne mache, aber... you get the idea). Man hat auch nicht den Anspruch an sich, schlank und braungebrannt im Bikini bei Sonnenuntergang in der coolsten Strandbar Cocktails schlürfend den Sommer seines Lebens zu haben. Im Januar kann man sich einfach mal zurückziehen, sich im Kopf neu ordnen, Sachen machen, die einem gut tun.


karierte Stapelbox von Hay: Connox*

Was mir im Moment sehr gut tut: Laufen gehen, am liebsten im Schnee. Ohne auf Bestzeiten und Streckenrekorde zu schielen - einfach nur Laufen, so weit und so schnell, wie es mir eben passt, die gleichförmige Bewegung genießen und vor allem die heiße Dusche danach. 


An sich finde ich Sport furchtbar und beneide die Leute total, die mal eben 10km Fahrrad fahren, dann zum Squash gehen und abends noch zum Capoeira, weil es ihnen SPASS macht. Zu alldem müsste ich mich treten und würde es nach zwei Tagen wieder hinschmeißen. Aber spontan die Laufschuhe anziehen und mir eine halbe Stunde Tagträumerei bei meinen Lieblingssongs genehmigen, das kann ich. Das ist übrigens meine Lauf-Playlist:


Wenn ihr noch Tipps für Kick-Ass-Powersongs habt, gerne her damit. Für das Lauf-Foto haben wir meinen weißen Holz-Fotountergrund auf den Balkon gelegt, Kunstschnee drauf gestreut, mich darauf rumtrampeln lassen und den restlichen Schnee drübergephotoshoppt. Das Bild ist fake as can be, aber ich mag es. Es drückt genau aus, wie sich Laufen im Schnee anfühlt. Im Nachhinein finde ich die von mir gewählte Schriftart zwar etwas fragwürdig, da das Ganze dadurch irgendwie wie Mercedes-Benz-Werbung aussieht, aber... oh well. 


Punkt Nr. 2 auf meiner Januarliste: Aufräumen, Ausmisten, Umstreichen. Ich liebe das! Es gibt kaum etwas Befreienderes als das Gefühl, unnötigen Ballast von sich zu werfen und mal ordentlich durchzuputzen. Eine Tiefenreinigung der Wohnung ist besser als jede Therapie. Das Wissen, dass im Kleiderschrank nur noch das hängt, was man auch trägt, nach Farben geordnet - herrlich. Ausgewischte und neu geordnete Küchenschränke, aus denen man mit einem Griff das Gewünschte hervorholen kann - unbezahlbar. Weg mit dem alten, staubigen Kram, her mit Luft und Licht und Frühling! Und neuer Deko. Ähem.


Jedenfalls habe ich mal etwas in Angriff genommen, was mich schon lange genervt hat: Die Wandfarbe in unserer Küche. Dieser Mint-Ton an den Wänden hatte für mich zuletzt den Charme einer Nacht im OP, kalt und ungemütlich. Gescheit fotografieren konnte man in der Küche auch nicht, da der Weißabgleich durch das helle Grün immer komplett verstört war. Aber jetzt ist alles wieder wunderschön blütenweiß, rein und klar. Hach!!!


Punkt Nr. 3: Shopping. Im Januar ist vieles runtergesetzt und in den ganzen Sales kann man gute Schnäppchen machen. Praktischerweise hat man durch das wilde Ausmisten auch wieder jede Menge Platz für Neuanschaffungen - so ein netter Zufall aber auch (jaja, ich hab mir bei der Reihenfolge schon was gedacht). 


Bei Kleidung und Accessoires bin ich allerdings totaler Purist, anders als bei Deko oder Geschirr: Lieber nur wenige, aber dafür ausgesuchte und hochwertige Lieblingsstücke. Aber gerade dazu sind die Januarsales optimal, um sich zum Beispiel endlich mal einen Klassiker wie einen Schal von Barbour* oder eine Tasche von Freds Bruder zuzulegen. 


Vierte große Januarliebe: Weiße Tulpen. Da kann die Wohnung noch so chaotisch und dreckig sein, ein Strauß weiße Tulpen fegt mit einer frischen, klaren, fast vorfrühlingshaften Brise alles durch. Männchen hat mich allerdings etwas verunsichert, als ich gestern mit einem Arm voll weißer Tulpen heimkam und er ganz große Augen machte: "Weiße Tulpen? Stehen die nicht für den Tod?" ...Nein, nicht wirklich, oder? Ich muss gestehen, ich weiß es selbst nicht hundertprozentig, aber dann würde man sie doch kaum in allen Zeitschriften und auf allen Blogs sehen. Ich hatte da eher weiße Lilien oder Trakls Astern im Kopf, aber doch keine weißen Tulpen, oder?!


Jedenfalls: Weiße Tulpen auf dem Tisch und du hast dein Leben im Griff - mehr gibt es dazu nicht zu sagen!


Und nun mein fünfter und letzter Punkt: Lychees. Dank Nica und ihrem Kommentar unter meinem letzten Post werde ich zwar nie wieder welche essen können, ohne dreckig zu grinsen, aber ich mag sie trotzdem noch ;) Im Januar sind sie besonders gut. Beim zweiten Anlauf sind dann auch die Fotos von meinem Lychee Panna Cotta etwas geworden, so dass ich euch das Rezept jetzt doch noch gebe:


Lychee Panna Cotta für 4 Personen:

1 Dose Lychees in Sirup, Füllmenge ca. 500g (oder wahlweise das Äquivalent an frischen Lychees)
5 Blatt weiße Gelatine
300ml Sahne
100ml Milch
50g Zucker

1. Lychees abgießen, Sirup in einem Glas auffangen. Lychees auf höchster Stufe im Mixer pürieren, bis eine glatte Masse entstanden ist. Durch ein Sieb streichen. Mit Sirup aufgießen, bis man insgesamt auf 350ml kommt. Wenn man frische Früchte verwendet: Lychees schälen, entkernen, pürieren und durch ein Sieb streichen. Endmenge sollten auch hier ca. 350ml sein, dafür braucht man ca. 500-600g frische Früchte. 

2. Gelatine in einer Schüssel mit eiskaltem Wasser ca. 5 Minuten einweichen.

3. Lycheemasse mit Sahne, Milch und Zucker in einem Topf zum Kochen bringen. Topf von der Herdplatte nehmen. Die Gelatine aus dem Wasser nehmen, ausdrücken und in der heißen Masse auflösen. 

4. Kurz abkühlen lassen, nochmal umrühren, in Schalen oder Förmchen füllen und ca. 4 Stunden im Kühlschrank festwerden lassen. Wenn man die Panna Cotta stürzen will, etwas heißes Wasser über die Förmchen laufen lassen, dann löst sie sich besser.


graues Geschirrtuch mit weißen Punkten von Bungalow: wunderschön gemacht

So, jetzt seid ihr bestimmt top motiviert und ganz verliebt in den Januar. Nur blöd, dass er schon fast wieder vorbei ist... Aber naja, die Punkte kann man ja auch noch für den Februar gelten lassen. Was mögt ihr denn am Januar? Oder etwa gar nix?

Freitag, 23. Januar 2015 106 Kommentare

Klassischer Schokoladenpudding, selbstgemacht und ohne Ei

Yeah, ein Rezept für Schokoladenpudding! Darauf hat die Welt gewartet... Nicht. Der Pudding ist in keinerlei Hinsicht gesund oder fancy, also weder vegan noch aus Avocado, nicht einmal mit Tonkabohne. Ein stinknormaler Schokopudding. Aus Schokolade. Und trotzdem wird er verbloggt. Warum? Das war so:


Letztes Wochenende hatte ich Lychee Panna Cotta gemacht. Es gibt zur Zeit so gute Lychees, ich liebe diesen fruchtig-süßen Geschmack total und ich wollte einfach mal etwas anderes damit anstellen, als sie immer nur zu schälen und zu essen. Die Panna Cotta ist auch RICHTIG lecker geworden. Also schön ein Set aufgebaut, Kamera geholt und angefangen, zu fotografieren. Nur leider wurden die Fotos ganz grausig.


Keine Ahnung, was da passiert ist... Vielleicht war es zu viel Weiß durch die Panna Cotta oder die leider etwas ins Braunorange gehende Farbe der Lychees hat den Weißabgleich durcheinander gebracht, die Bilder sahen jedenfalls wirklich fies aus. Als hätte man sie mit dem Handy bei Kunstlicht gemacht, nicht mal Lightroom konnte da noch was retten. Also was tut eine einfallsreiche und flexible Frau in so einem Fall? Genau. Sich aufs Bett werfen, die Panna Cotta auffuttern und schmollen.


Irgendwann kam Männchen gucken, was Weibchen so treibt und meinte: "Mach doch einfach etwas anderes in die Schälchen, was nicht weiß ist. Leergefuttert hast du sie ja schon mal." "Hmm. Ja. Und was?" Er, strahlend: "Schokopudding!" Ich: "Jaaaah genau, Schokopudding. Darauf haben alle nur gewartet. Voll innovativ, saisonal, kreativ und gesund. Und so schön braun." 


Aber dann hat er etwas gemacht, was meinen Widerstand innerhalb von Sekunden dahinschmelzen ließ. Er hat geguckt wie eine Mischung aus einem Monchichi, Kit Harington und dem Shrek-Kater in süß und hat ganz leise gesagt: "Und lecker!" 


Irgendwo zwischen Spontanovulation und überschäumenden Muttergefühlen bin ich in die Küche gerast und habe ihm einen guten, klassischen Schokoladenpudding gekocht. Milch und Schokolade hatten wir zum Glück noch zu Hause (es war Sonntag!!) - viel mehr braucht man ja nicht. 


Klar, das Rezept ist keine Offenbarung. Aber können wir das heutzutage überhaupt noch, einen echten Schokoladenpudding selbst kochen? Ohne Päckchen? Der Witz ist, so viel länger dauert es nämlich gar nicht. Dafür weiß man genau, was drin ist. Außerdem vermittelt so ein selbstgekochter Pudding nochmal ein ganz anderes Gefühl - man genießt ihn richtig, im kalten, grauen Januar auch gerne noch warm. Wenn ich die Ausdrücke "easypeasy" und "Soulfood" nicht so doof finden würde - jetzt hätten sie ihren großen Auftritt. Also falls Bedarf besteht, kommt hier Überhausfrauen-Superpower Nr. 142:


Selbstgemachter Schokopudding, für 4 Personen

350ml Milch
150ml Sahne
50g Zucker
1 Vanilleschote
200g Schokolade, gehackt
30g Speisestärke


1. 300ml Milch mit Sahne, Zucker und dem ausgekratzten Mark der Vanilleschote in einem Topf erhitzen. Je nach Geschmack kann man auch weniger Zucker nehmen. 

2. Gehackte Schokolade hinzufügen, unter Rühren schmelzen lassen. Die Mischung dabei zunächst nicht kochen lassen, damit die Schokolade nicht anbrennt.

3. Die Speisestärke mit den übrigen 50ml Milch in einer kleinen Schüssel glatt rühren.

4. Wenn die Schokolade komplett geschmolzen ist, Mischung zum Kochen bringen. Angerührte Stärke zugeben und ca. eine Minute unter Rühren kochen lassen, bis der Pudding andickt.

5. In Schälchen füllen und warm oder kalt servieren.

Foodbloggerinnen unternehmen noch einen nice try mit gehackten Macadamianüssen und dem, was sonntags noch so an Minze übrig ist. Also nicht mehr viel.


Aber wie auch immer, im Gegensatz zu den Panna Cotta-Fotos waren die Schokopudding-Bilder dann okay (zwar immer noch ein bissl komisch vom Licht her, aber gut, so war es eben an dem Tag) und Weibchen war zufrieden. Männchen auch. So einfach kann es manchmal sein! 


Foto-Hintergrund / All-in-one-Backdrop in Holzoptik: Photographer's Friend


Freitag, 16. Januar 2015 189 Kommentare

Bogenschützin-Kostüm und Waldelfen-Themenshooting

Als ich 11 war, wollte ich lange schwarze Haare haben, von Zigeunern entführt werden und mit dem hübschesten Zigeunerjungen am Lagerfeuer sitzend Gitarre spielen (sorry wegen der politischen Unkorrektheit, aber früher sagte man das noch so... und noch einiges andere). Mit 16 wollte ich dann Morgane die Fee aus "Die Nebel von Avalon" sein, war kurz davor, mir eine keltische Harfe zu kaufen und las fragwürdige Bücher über die magischen Kräfte von Kräutern. Jetzt, mit 31, wäre ich bitte gerne die Bogenschützin Katniss Everdeen aus "The Hunger Games" und möchte in alles, was mir nicht passt, wohlplatzierte Pfeile reinschießen und dabei verdammt gut aussehen. Völlig normal und altersgemäß, oder?

Katniss Everdeen Kleidung Outfit Kostüm

Eigentlich sollten sich solche Spinnereien ja mit dem Alter auswachsen, aber von wegen... Ohne die direkte Kontrolle durch die Eltern und mit etwas mehr finanziellen Möglichkeiten als 5 Mark Taschengeld geht es jetzt erst richtig los. Mein aktueller Tick: Alles, was auch nur im Entferntesten mit Mittelalter, Fantasy, Rollenspiel, Bogenschützen, LARP oder Waldelfen zusammenhängt. Neben Katniss kann ich mich zum Beispiel auch ganz wunderbar mit Tauriel aus "Der Hobbit" oder mit Arya Stark aus "Game of Thrones" identifizieren. Der kleine, aber peinliche Unterschied zu allen anderen Hobbit- oder Tribute-von-Panem-Guckerinnen: Ich renne dann tatsächlich mit Ledertunika, Pfeil und Bogen als Waldelfe verkleidet im Heidelberger Wald rum.

Bogenschützin Waldelfe Kostüm Outfit

Zum Glück habe ich ein Männchen, das dabei bereitwillig mitspielt. "Du, ich bestelle mir jetzt einen Langbogen und Pfeile und dann machen wir ein Bogenschützin-Themenshooting, okay?" "Okay!"... (10 Minuten vergehen)... Männchen: "Schau mal, hier gibt es einen 58-Zoll-Langbogen mit Ledergriff für nur 89,90€, hat sehr gute Bewertungen." Viele andere hätten mich wahrscheinlich freundlich gefragt, ob ich mal mit einem Profi über meine Probleme sprechen will - er bestellt den Bogen.

Tribute von Panem Hunger Games Themenshooting

Irgendwann hatten wir dann alles zusammen, vom Pfeilköcher bis hin zu den echten Pfeilspitzen aus Schmiedeeeisen (haja... oder hat Katniss Everdeen etwa Plastik-Saugnäpfe an ihren Pfeilen?). Das grüne Lederfetzchen, laut Shop eine "Schankmaid-Tunika, deren frecher Schnitt für großzügiges Trinkgeld in der Taverne sorgt", hätte ich mir zwar ein BISSCHEN länger vorgestellt. Aber Männchen fand das schön. Also gut. Spreche ich halt auch mal neue Zielgruppen an. Die Fotos, auf denen das Teil NICHT in nicht mehr jugendfreie Höhen hochgerutscht ist, seht ihr in diesem Post... Alle anderen 376 Bilder bleiben für immer auf meiner passwortgeschützten Festplatte.

Elfen Mitelalter Elben Fotoshooting

Unser Waldelfen-Shooting-Tag war einer der letzten sonnigen Herbsttage im November. Natürlich hatte ich ausgerechnet an diesem Tag einen Bad Hair Day und viel dickere Oberarme als sonst, aber es gibt ja Gimp. Das bisschen Cellulite hinten auf meinen Oberschenkeln habe ich übrigens extra da hingestempelt, damit es natürlicher aussieht. Normalerweise sind meine Oberschenkelhinterseiten nämlich spiegelglatter Stahl, aber ich will ja nicht angeben. 

Bogenschützin Shooting Outfit Kostüm

Das Schöne war, dass an diesem Tag irgendein organisierter Waldlauf stattfand und ständig irgendwelche Läufer mit ihren Startnummern an uns vorbeirannten. Ich glaube, einige hatten wirklich Angst, und das gar nicht mal zu Unrecht. In der Anleitung zum Bogen stand nämlich, dass es sich hierbei um eine tödliche Waffe handele und man diese nur... äh, ja, eigentlich gar nicht verwenden solle. 

Bogenschießen Frauen Kleidung Outfit

An sich hätte ich so als Bogenschützin ja zu gerne mal ein Pfeilchen zischen lassen, aber das war mir viiieel zu gefährlich. Tatsächlich habe ich die Pfeile nicht mal richtig in die Bogensehne eingespannt, damit nur ja nix passiert, denn ich kenne mich... "Ups! Das wollte ich nicht!" hilft nämlich auch nicht mehr viel, wenn man gerade einen Jogger erlegt hat. 

Bogenschützin Katniss Everdeen Kostüm

Das Allerschönste ist aber, dass ich das Ausleben meiner kindischen Waldelfen-Bogenschützin-Fantasien sogar noch als Arbeit deklarieren kann. Zu meiner großen Freude darf ich nämlich ein paar Kolumnen für meinen Lieblings-Objektiv-Hersteller Tamron schreiben, in denen ich verschiedene Objektive ausprobiere und dazu Fototipps gebe, passend zum jeweiligen Einsatzbereich des Objektivs. 

Waldelfen Shooting Bogenschießen

Bei den Themen habe ich ganz freie Hand, und mehr Spaß als ich bei diesem Shooting hatte glaube ich noch kaum jemand bei seiner "Arbeit". Als erstes habe ich mir also das Tamron 24-70mm f/2.8 Zoomobjektiv vorgenommen, das für solche Themenshootings einfach perfekt ist. Man ist damit schnell und flexibel, für weitwinklige Szenen, Detailfotos und Portraits muss man nicht immer erst mühselig das Objektiv wechseln und es ist schön lichtstark mit einem cremigen Bokeh. Gegen zitternde Hände (weil kalt im Wald, so Ende November) hilft der eingebaute Bildstabilisator und theoretisch hätte das spritzwassergeschützte Gehäuse sogar eine kleine Schlammschlacht mitgemacht.

Elben Herbstwald Herr der Ringe Shooting

Weitere Fotos mit dem 24-70mm f/2.8 und mein Tutorial mit Tipps und Ideen zu Themenshootings findet ihr auf dem Tamron Blog. Also falls ihr auch mal eine Bogenschützin, eine heiße Vampirbraut oder Alice im Wunderland sein wollt, erzähle ich euch dort alles zu Themenwahl, Accessoires, Location, Fototechnik, Bildbearbeitung...

Katniss Everdeen Bogen Kostüm Kleidung

Für Adleraugen und Profis: Die Fotos in diesem Post sind nur zum Teil mit dem 24-70mm gemacht. Wir hatten zum Testen auch ein paar andere Objektive dabei und natürlich hab ich immer auf den Fotos am schönsten geguckt, die eigentlich nur zum Vergleich mit einem anderen Objektiv gemacht wurden. Im oben verlinkten Artikel bei Tamron sind es aber ausschließlich 24-70mm-Fotos, damit ihr euch ein objektives (muhaha, Brüller) Bild vom Objektiv machen könnt!

Armschiene Stulpe Leder Bogenschütze Frauen

So, und hier noch alle Links zum Bogenschützin-Kostüm für euch:

Langbogen mit Pfeilen
Pfeilspitzen aus Schmiedeeisen
Pfeilköcher aus Wildleder (finde die genaue Farbe leider nicht mehr, sorry)
Stiefel

Leider nix gesponsert, alles selbst bezahlt. Ich möchte bitte NICHT wissen, was das alles zusammen gekostet hat... aua. Aber ich zieh das jetzt öfter an, versprochen. Außerdem ist das Gefühl, einmal Bogenschützin zu sein, einfach priceless. Wer wärt ihr, wenn ihr ein Themenshooting machen würdet?