Montag, 23. Februar 2015 91 Kommentare

Dinner mit Freunden: Rote-Bete-Gnocchi und Basilikumsuppe

Enthält Werbung* für Lidl

Jetzt habe ich schon fast 200 Rezepte auf meinem Blog veröffentlicht, aber wisst ihr, was ich euch noch nie gezeigt habe? Wie wir wirklich essen - an unserem Esstisch in der Küche, zu zweit oder mit Freunden, von unserem schwarzen Ikea-Alltagsgeschirr. Bisher habe ich mich das nie getraut, weil das Licht in der Küche nicht optimal ist, weil unser Tisch keine dekorativ vergammelte Vintage-Holzplatte hat und überhaupt. Weil halt. 


Anfang des Monats bekam ich dann eine Anfrage, ob ich für die neue Qualitätskampagne von Lidl* ein Überraschungs-Dinner mit Freunden umsetzen und shooten möchte. Hm. Eigentlich ein schöner Foto-Auftrag, nur leider kann man an meiner Holzbrett-auf-Styroporkiste-Konstruktion im Schlafzimmer zwischen Reflektor und Voilegardine ja nicht wirklich Gäste bewirten. Aber wenn ich die Fotos nicht unter kontrollierten Bedingungen in meiner Shootingecke mache, sondern live in der Küche, dann habe ich kein Mainlight von hinten links 10 Uhr und kein Filllight von vorne rechts 5 Uhr - blöd. 
Außerdem fällt es mir schon immer schwer, mich gleichzeitig ums Essen und um den Smalltalk mit den Gästen zu kümmern. Dann auch noch simultan fotografieren? Mein hochsensibles Sheldon-Cooper-Gehirn würde durchdrehen - noch blöder. 
Also lieber nur so tun, als hätten wir Gäste und mir in der Shootingecke fakemäßig selber zuprosten, in jeder Hand ein Weinglas? Näääh, am allerblödesten. Wenn schon, dann echt. 


Wirklich gelöst hatte ich diesen Zwiespalt noch nicht, da hatte ich schon eine Mail mit meiner Zusage verschickt. Manchmal mache ich das... Mich ins kalte Wasser schmeißen, damit ich mal wieder aus meiner Komfortzone rauskomme und etwas Neues probiere. Bis vorgestern hätte ich mich dafür selbst schlagen können. Aber wie ihr seht, wurde dann doch noch alles gut. Hier der Beweis - Männchen und ich an unserem Küchentisch mit lecker Essen und dem besten Gast, den man sich für so ein Projekt nur wünschen kann:


Eingeladen haben wir nämlich meine Freundin Nadine von Dreierlei Liebelei. Denn wer versteht die Shooterei während des Essens besser als jemand, der selbst bloggt? Wer nölt nicht rum, wenn das Brokkoli-Basilikum-Süppchen mit Serranoschinken und Parmesancrostini nach dem zehnten Close Up langsam kalt wird? Wer versteht, dass man wegen optimaler Lichtbedingungen schon um 11 Uhr vormittags mit dem Dinner starten muss? Wer gibt mir den alles entscheidenden Tipp, wenn ich mit dem Styling der Suppe unzufrieden bin, doch noch etwas Pfeffer drüberzumahlen? 


Und wer hält die Pfeffermühle geduldig in perfekt manikürten Händen, bis mein Fokus endlich mal sitzt? Ohne Nadine und Männchen, der mich so schön in meinem preppy Stylerschürzchen von Nicolas Vahé fotografiert hat, wäre dieser Post nie zustande gekommen. Ihr habt euren Sonntag anstandslos für kalte Suppe und warmen Wein geopfert. Euch beiden gebührt mein ganzer Dank!
Das vierte Gedeck war eigentlich für Nadines Mann gedacht, der aber nicht kommen konnte (schlauer Mann, grins). Wir haben es aus optischen Gründen belassen - stellt euch einfach vor, dass der Michi gerade zuuufällig auf dem Klo ist ;)


So eine Nicolas-Vahé-Schürze trage ich übrigens ständig beim Kochen zu Hause und natürlich ist sie auch ständig blütenweiß... Nein. Sorry, aber meine übliche Jogginghose mit Männerpulli drüber wäre mir jetzt ZU authentisch gewesen. Ein bissl Styling muss schon noch sein. 


Jetzt aber mal zum Menu. Die Zutaten sind der Aufgabenstellung entsprechend komplett von Lidl, auch der Wein. Es gab:

Brokkoli-Basilikum-Suppe mit Serranoschinken und Parmesancrostini
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Rote-Bete-Gnocchi AN Ziegenkäse auf einem RucolaBETT (wir sind hier ja bei feinen Leuten, nech)
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Tiramisu mit Blutorangen, Honig-Mascarpone und Pinienkernen

Wein: Valpolicella Classico Superiore Ripasso (88 von 100 Punkten nach Richard Bampfield*, kann man auch online bestellen*)


Brokkoli-Basilikum-Suppe mit Serranoschinken für 4 Personen:

1 Brokkoli, in kleine Röschen zerteilt
200g Kartoffeln, in Würfeln
1000ml Wasser
2 TL Gemüsebrühe
2 Handvoll Basilikumblätter, ohne Stiele
100ml Sahne
Salz, Pfeffer, Muskat
100g Serranoschinken

1. Brokkoli, Kartoffeln, Wasser und Brühepulver in einen Topf geben und 15 Minuten köcheln. 

2. Basilikumblätter zugeben und alles im Mixer gut durchpürieren (ich habe die Suppe ähnlich wie in diesem Rezept im Thermomix gemacht). 

3. Sahne unterrühren, mit den Gewürzen abschmecken. Mit Serranoschinken, Basilikumblättern und frisch gemahlenem Pfeffer (danke, Nadine) servieren.

4. Dazu passen gut mit gehobeltem Parmigiano Reggiano und Thymian überbackene Brotscheiben.


Rote-Bete-Gnocchi mit Ziegenkäse und Rucola:

350g vorgekochte Rote Bete (die im Päckchen)
200g Kartoffeln
1 Eigelb
250g Mehl
50g Grieß
1 TL Salz

Rucola
Ziegenkäse

1. Die Rote-Bete-Knollen halbieren, auf ein Blech mit Backpapier legen und 30 Minuten bei 180°C im Ofen backen. Dann gut pürieren.

2. Die Kartoffeln putzen, aber nicht schälen. In einen Topf legen und mit gesalzenem, kaltem Wasser gerade so bedecken. Herd anstellen, Wasser zum Kochen bringen und ca. 20 Minuten köcheln, bis die Kartoffeln gar sind (Messerstichprobe). Kartoffeln schälen und dann am besten von Hand zu Püree zerstampfen oder vorsichtig im Mixer pürieren. Nicht im Thermi auf Stufe 10 durchschreddern, dann wird die Masse zu glitschig-klebrig und das Rezept funktioniert nicht. Ich spreche aus Erfahrung.

3. Rote Bete und Kartoffelpüree gut mit dem Stampfer vermischen. Eigelb, Mehl, Grieß und Salz unbedingt von Hand unterkneten. 

4. Mit bemehlten Händen Rollen aus dem Teig formen, in wachteleigroße Stücke schneiden, zu ovalen Klößchen formen und mit einer bemehlten Gabel die gnocchitypischen Rillen reindrücken. 

5. Salzwasser aufkochen, dann Temperatur so runterstellen, dass es gerade so noch simmert. Gnocchi hineingeben und warten, bis sie nach ca. 3 Minuten an die Oberfläche kommen. Mit einer Schaumkelle herausnehmen. 

6. Mit Rucola, Ziegenkäse und dem Lieblings-Salatdressing anrichten (ich mag es am liebsten mit weißem Balsamico, Knoblauch, Senf und gutem Olivenöl). 


7. KEINEN Nervenzusammenbruch bekommen, wenn der liebe Mann die Rote-Bete-Gnocchi mit Schafshoden vergleicht. Woher er überhaupt die Info hat, wie Schafshoden aussehen, habe ich ihn nicht gefragt. Ein Wildlife-Fotograf mit Teleobjektiv wird das wohl wissen. Aber lasst euch nicht den Appetit verderben, sie sind echt lecker, wirklich! Also die Gnocchi jetzt, ne. 


Und schließlich noch der Nachtisch, das Tiramisu VON Honig-Mascarponecreme AN filetierten Blutorangen und Pinienkernen:

500g Joghurt
200g Mascarpone
3 EL Honig
Zucker oder Agavendicksaft nach Belieben
150g Pinienkerne
3 Blutorangen

1. Joghurt, Mascarpone, Honig und Lieblings-Süßungsmittel gut verrühren. 

2. Pinienkerne in einer unbeschichteten Pfanne ohne Fett vorsichtig anrösten. 

3. Blutorangen filetieren. 

4. Erst die Pinienkerne, dann die Creme und schließlich die Orangen übereinander schichten. Was das noch mit Tiramisu zu tun hat, weiß ich auch nicht. Aber es klingt so gut und passt schön zu meinem italienisch angehauchten Menu. 


Zum Fotoauftrag gehörte eigentlich auch, dass wir am Ende des Menus unserem Gast die große Überraschung offenbaren sollten, dass alles komplett von Lidl ist, und das am besten noch fotografisch festhalten - aber ganz ehrlich, ich hatte mich schon vorher bei Nadine verplappert. Deswegen kann ich leider kein Bild von ihr mit vor Staunen weit aufgerissenen Augen und vor den Mund gelegten Händen präsentieren ;) So furchtbar überrascht wäre sie übrigens auch gar nicht gewesen, munkelt man. 

Wer mag, kann aber an der Instagram-Aktion zur Qualitätskampagne von Lidl teilnehmen, bei der es eine kulinarische Reise im Wert von 1000 Euro zu gewinnen gibt: Wenn ihr etwas Leckeres mit frischem Obst oder Gemüse, frischen Backwaren, Fleisch, Wein, Kaffee oder Schokolade zubereitet habt (selbstverfreilich bei Lidl gekauft), postet bis zum 15.3.2015 ein Foto davon bei Instagram oder Facebook mit dem Hashtag #lohntsich. Damit nimmt man automatisch an der Verlosung teil. 

Auszug aus den Teilnahmebedingungen: Der Instagram- oder Facebook-Account muss für die Aktion auf “öffentlich” gestellt sein, damit Lidl die Beiträge sehen kann. Die Verlosung endet am 15.03.2015 um 23:59 Uhr. Teilnahmeberechtigt sind alle, die mindestens 18 Jahre alt sind und ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Über den Gewinn entscheidet das Zufallsverfahren. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird per Mail von Lidl kontaktiert. Lidl behält sich vor, den Gewinn unter allen Teilnehmern weiter zu verlosen, wenn nach zwei Wochen keine positive Rückmeldung vom Gewinner erfolgt. 

Nicht meine Aktion - ich gebe nur die Info weiter!


Und, was sagt ihr zu den Bildern? So schlecht, wie ich dachte, ist das Fotolicht in unserer Küche gar nicht. Zumindest, seit die Wände endlich wieder weiß sind. Mit Nadini als Handmodel war die ganze Aktion auch fast gar nicht stressig, sondern wir lagen eigentlich die ganze Zeit vor Lachen unterm Tisch. In Zukunft werde ich unser Essen also öfter mal in seinem natürlichen Lebensraum shooten...
Ach, und ratet mal, was die hellgraue Tischdecke in Wahrheit ist? Ich gebe euch einen Tipp, es ist keine Tischdecke. Funktioniert wunderbar.

  

Samstag, 21. Februar 2015 89 Kommentare

Starfish And Coffee: Urlaub in Nordfrankreich


Normalerweise besteht unser Anti-Karnevalsprogramm immer darin, zu Ikea zu fahren und zu streichen. Was aber noch viel mehr Spaß macht: Nach Nordfrankreich zu fahren und zu essen. Meine Eltern hatten ein Appartement an der Côte d'Opale direkt am Strand gemietet und waren der Meinung, dass die gestressten Kinder mal etwas Erholung brauchen. Also haben sie uns einfach eingeladen - yay! Wir hatten eine wunderschöne Zeit und nach 6 Tagen Urlaub am Meer starte ich nun tiefenentspannt in den Frühling. 


Eigentlich gehört mein Herz ja der Bretagne (nachzulesen hier), aber die Gegend um Boulogne und Calais ist durchaus auch nicht zu verachten. Dabei hatte ich zuerst ordentlich Vorurteile, ausgelöst durch den Film "Bienvenue chez les Ch'tis". Falls ihr den auch gesehen habt, erinnert ihr euch an den südfranzösischen Großonkel (?), der im Krieg mal in Nordfrankreich stationiert war und Schauermärchen erzählt? "Im Sommer geht es, da hat es dort um die Null Grad. Aber im Winter, da sinkt es und sinkt... minus zehn, zwanzig, dreißig Grad... C'est le Nooooord!" 


Aber wie heißt es etwas später so schön? "Im Norden heult man immer zweimal: Einmal, wenn man ankommt und ein zweites Mal, wenn man wieder geht." Korrekt. Wir haben lange geschlafen und  frische Croissants mit Blick aufs Meer gefrühstückt, wir sind über weite, menschenleere Strände gelaufen und haben uns danach in kleinen Estaminets (eine Art regionaltypische Kneipe) bei einem Schwarzbier wieder aufgewärmt. Es gab jeden Tag frischen Fisch vom Fischmarkt in Boulogne oder Moules Frites und in der Golden Hour haben wir Sonnenuntergangs-Shootings am Strand gemacht. 


Mein Lieblings-Feature im Appartement war ja die große, vorgezogene Fensterfront mit Meerblick. Ah ja, Erker nennt man sowas. Wir hatten kaum die Tür aufgeschlossen, da hab ich mich schon auf die Fensterbank geschwungen (Ja, elegant geschwungen. Ich bin da nicht etwa mit Fluchen und Ächzen hochgerobbt oder so.) und habe Männchen Shootingbefehle zugebrüllt. Leider konnte man nicht wirklich gemütlich auf dieser Fensterbank sitzen, da sie viel zu schmal war. Männchens Überlegung, ob nicht eher andersrum mein Hintern zu breit ist, fand ich übrigens völlig unangebracht. Naja, deswegen ist das Foto am unteren Rand auch so knapp abgeschnitten. Von der Fensterbank hängende Pobacken sehen nämlich irgendwie nicht so pinterestesk aus. Aber ich schwör, die Fensterbank war echt nur so um die 10cm breit. Vielleicht auch nur 7. Also praktisch gar nicht vorhanden.


Ein weiteres großartiges Feature im Ferienhaus: Die Foodblogger-Frühstücksschälchen in Hellblau und Weiß und ein perfektes Strandhaus-Tablett. So perfekt, dass ich meiner Mum während des Frühstücks mal ganz kurz ihr Croissant und ihren Kaffee klauen musste. 


Die beiden Korbstühle konnte man abends nach dem Essen mit Vorteil umdrehen und Weinchen trinkend aufs nächtliche Meer hinausschauen. Gesehen hat man zwar nix außer ein paar Seezeichen und Positionslichtern von Schiffen, aber ist ja egal. Dafür hatten meine Eltern eine App, mit der man alle Schiffe und Tanker in der Umgebung aufs Genaueste in Echtzeit ausspionieren konnte: Bruttoregistertonnen, Geschwindigkeit, Zielhafen und Grund der Fahrt. Ich weiß, das ist weird, aber sowas mag ich. Nach dem fünften Glas Wein wollte ich dann ein Feuerchen am Strand anzünden und in alter Strandpiratenmanier ein mit Südfrüchten beladenes Frachtschiff an unsere Küste locken. Zum Glück hatte es draußen ca. minus dreißig Grad, so dass aus dem Piratenplan doch nichts wurde. 


Aber nicht, dass ihr noch denkt, ich wäre garstig. Ich bin im Gegenteil ganz lieb, besonders zu Seesternen. Mein Dad findet ja immer die tollsten Dinge am Strand, so eben auch diesen bilderbuchartigen Patrick-Seestern. Der arme Kleine lag ziemlich auf dem Trockenen auf einer weiten Sandfläche, deswegen haben wir ihn schnell in einen Felsentümpel zurückgesetzt. Allerdings nicht, ohne vorher noch kurz ein paar Fotos von ihm zu machen. Mr. Starfish hat echte Modelqualitäten bewiesen - Haltungsnote Eins, oder?


Und wie er sich dann auf dem Weg zum Felsentümpel an meinen Fingern festgesaugt hat - aaah, da hab ich fast Hormone bekommen!


Nja, irgendwie drehen sich alle Fotos nur um den Seestern, das Frühstücksgeschirr und die Fensterecke. Was mir halt so am besten gefallen hat. Männchen hat das ordnungsgemäße Fotografieren am Meer schon besser drauf und hat, wie es sich gehört, richtige Knallerbilder von Möwen und Küstenlandschaften gemacht. Ihr könnt ja mal auf seinem 500px-Profil schauen, da kommen in den nächsten Tagen auch noch einige Fotos dazu.


Dieses Seesternfoto ist übrigens mein Lieblingsbild, zu dem mich Brigitte von SterndalStunden inspiriert hat. Ihren Blog und ihre Homepage müsst ihr euch unbedingt mal ansehen, Brigitte ist eine großartige Fotografin mit einem tollen Blick für Motive. Das Spiel mit Licht, Farben und Schärfentiefe beherrscht sie perfekt, so dass ihre Bilder einen ganz speziellen Zauber haben und das tun, was ich am liebsten mag: Geschichten erzählen...


Und um noch einen kollektiven Ohrwurm zu verteilen: Starfish and Coffee...


Das Original von Prince in allen Ehren, aber ich mag die Coverversion von birdpaula noch lieber, weil chilliger. Die scheint es nur leider nicht bei Spotify zu geben...


Streichen werde ich übrigens trotzdem noch. Die dunkelgraue Wand im Schlafzimmer kann keinen Tag länger so bleiben - zu viel Blaustich. Die muss uuunbedingt neutralhellgrau werden (ja, manchmal bin ich durchaus von mir selbst genervt). Seit wir entdeckt haben, dass es spezielle Allergikerfarbe ohne Methylisothiazolinone gibt, ist mein Streichverbot nämlich Geschichte, ha!

  

Samstag, 14. Februar 2015 58 Kommentare

Bildbearbeitung in Lightroom: Tipps und Tricks

Enthält Werbung* für amberemotion

In vielen Mails und Kommentaren habt ihr euch immer wieder einen Post zur Bildbearbeitung gewünscht. Bisher dachte ich immer, oah nee, die ganzen Screenshots von Lightroom machen und dann auch noch einen fundierten, strukturierten, fachlich einigermaßen korrekten Artikel dazu schreiben... ächz. Madame war zu faul und fand Essen fotografieren und Frei-Schnauze-Texte spaßiger. Jetzt habe ich mir aber doch mal einen Tritt gegeben und erfülle euch zur Feier des Tages (da war doch was heute, oder?) endlich diesen Wunsch.
...Okay, den altruistischen Gutmenschen nehmt ihr mir wahrscheinlich eh nicht so ganz ab. Also gut, ich hatte durchaus auch ein wenig Spaß dabei und ihr dürft das extra dafür aufbereitete dritte Bildchen gerne wie wild bei Pinterest pinnen ;)

Also - los geht's: Es heißt zwar immer, dass man schon während des Fotografierens (HA! Genitiv!) darauf achten soll, dass die Bilder möglichst gut aus der Kamera kommen, aber oft zieht man sich die Bilder auf den Computer und ist trotz aller Bemühungen einfach nur enttäuscht. Was im LiveView oder in der kamerainternen Vorschau noch toll aussah, ist auf dem Rechner eine dunkle, gelbliche Nebelsuppe.


Mir passiert das jedenfalls ständig. Die meisten meiner unbearbeiteten Fotos sind ähnlich gruselig wie das Behind-The-Scenes-Bild von meinem Shootingchaos, das ich letztens gepostet hatte. Kleines Beispiel? Bitte sehr:


Aber das ist alles gar kein Problem, denn Lightroom goes a long way. Mein Post wird sich übrigens  nur auf das Bildbearbeitungsprogramm Adobe Lightroom beziehen, da ich in Sachen Bildentwicklung (Helligkeit, Weißabgleich, Kontrast...) ausschließlich damit arbeite. Photoshop haben wir auch, aber das ist nochmal eine ganz andere Baustelle: Da geht es um stärkere Retuschen und komplexe Montagen, man kann Textfelder einfügen und Collagen erstellen. Lightroom ist eher eine digitale Dunkelkammer, die einen superschnellen und effektiven Workflow bei der Bearbeitung ermöglicht, das Optimum aus dem Rohbild herausholt und gleichzeitig auch alle Bilder ordnet und verwaltet. Beide Programme haben ihre Berechtigung und keines ist ein Ersatz für das andere. Am besten verwendet man sie in Kombination.


(Habt ihr mein DIY Mousepad in Wolkenform gesehen? Einfach selbst aus Filz ausgeschnitten. Kreiiiisch! Ähm. Back to business.)

Von Grundkenntnissen in der Bedienung von Lightroom gehe ich einfach mal aus, das kann man überall im Internet nachlesen. Ich beanspruche außerdem keine allgemeine Gültigkeit für meine Tipps, es führen immer mehrere Wege nach Rom und die Geschmäcker sind ja auch verschieden. Ich möchte euch einfach nur einen kleinen Einblick in meinen persönlichen Workflow bei der Bearbeitung geben. Also wie kommen wir vom dunkelgelben Elend links zum strahlenden Magazinstyle rechts?



1. Das Dateiformat:

Autoritär bin ich nur in einer einzigen Sache: Fotografiert im RAW-Dateiformat. Please. Die Dateien sind zwar größer, aber so habt ihr noch alle Möglichkeiten, mittels Bearbeitung in das Bild einzugreifen. Im JPG-Format werden bestimmte Entscheidungen bereits für euch getroffen und das Bild verliert an Qualität.  Ihr könnt das fertig bearbeitete Bild für ein leichteres Handling ja als JPG aus Lightroom auf eure Festplatte exportieren, aber die Bearbeitung in Lightroom sollte man immer an RAW-Dateien durchführen. 


2. Einstellungen synchronisieren / Stapelbearbeitung:

Wenn man ein Shooting unter relativ konstanten Verhältnissen gemacht hat, kann man einige Parameter gleich für alle Bilder übernehmen. Ihr wollt ja nicht bei jedem einzelnen von 32 Bildern manuell ein Häkchen bei "Chromatische Aberrationen entfernen" setzen und jedes Mal wieder die Belichtung auf 0,50 hochschubsen. Lightroom bietet da die praktische Möglichkeit, alle oder nur bestimmte Einstellungen mit einem Klick auf andere Bilder zu übertragen. 
Nehmt also ein Bild und korrigiert die wichtigsten Parameter: Wenn zum Beispiel alle Bilder etwas unterbelichtet sind, setzt die Belichtung hoch. Rauschreduzierung je nach ISO, Schärfen, Profilkorrekturen und das Entfernen von chromatischen Aberrationen empfehlen sich auch fast immer. 
Wenn ihr das alles korrigiert habt, geht wieder in die Gitterübersicht (Tastaturkürzel g wie grid) und klickt das bearbeitete Bild an. Es wird hellgrau markiert und ist nun das "Masterbild". Dann drückt ihr cmd (Ich vermute, strg bei Windows?) und klickt alle Bilder an, für die die Bearbeitungseinstellungen vom Masterbild übernommen werden sollen. Diese sind dann mittelgrau markiert. Nun unten rechts auf den "Einstellungen synchronisieren"-Button klicken, auswählen, welche Einstellungen für alle Bilder übernommen werden sollen und "synchronisieren" klicken. Nun stimmen schon mal die Basics bei allen Bildern und wir können uns auf den individuellen Feinschliff konzentrieren. 



3. Grundeinstellungen

Nun klickt das Bild an, dem ihr den Feinschliff verpassen wollt, und drückt das Tastaturkürzel d wie develop. In der Entwickeln-Ansicht könnt ihr euch jetzt einfach Schritt für Schritt durch alle von Lightroom in der Toolbar rechts angebotenen Einstellungen durcharbeiten. 
Für einen neutralen Weißabgleich die Pipette anklicken und auf einen Bereich im Bild klicken, der neutralweiß sein soll. Ich habe hier den Temperaturregler noch ein wenig mehr ins Bläuliche gezogen, da ich bei Interiorfotos einen kühleren Look einfach lieber mag. Sieht sauberer aus. 
Bei der Tönung wurde ein bisschen in Richtung Magenta geschubst - ein minikleiner Rosastich wirkt harmonisch und verträumt.
Belichtung musste hoch, Kontrast war schon ausreichend. Das seht ihr intuitiv, was euer Bild da braucht. 
Mit den Reglern "Lichter" und "Tiefen" könnt ihr eine kleine HDR-Bearbeitung machen, das heißt, aus zu dunklen Flächen noch Details rausholen (Tiefen nach oben) und überstrahlten Bereichen Textur zurückgeben (Lichter nach unten). 
Mit "Weiß" und "Schwarz" könnt ihr nochmal selektiv für einen schönen Kontrast sorgen. Hier haltet ihr am besten die alt-Taste gedrückt, während ihr mit der Maus den Regler bewegt. Dann seht ihr ein komplett schwarzes oder weißes Bild, aber sobald ihr den Regler so hoch / so niedrig gezogen habt, dass Bereiche anfangen, überstahlt zu werden oder schwarzschwarz zu werden, bekommt ihr bunte Signale auf der schwarzen / weißen Fläche. Also am besten den Regler so ziehen, dass ihr gerade so keine Signale bekommt. Der Trick mit der alt-Taste funktioniert übrigens bei ganz vielen Parametern, um euch das Optimum anzuzeigen! Probiert es mal aus.
Mit "Klarheit" betont ihr den Mikrokontrast, dadurch wirkt das Bild härter und verliert etwas an Farbe. Weniger Klarheit lässt das Bild weichgezeichneter wirken. 
Der Unterschied zwischen Dynamik und Sättigung ist sehr vereinfacht gesagt, dass Dynamik selektiv die zarteren Farben im Bild anhebt und die eh schon sehr bunten Bereiche weitestgehend so lässt. Sättigung macht einfach alle Bereiche um denselben Betrag bunter. Ich setze daher, wenn nötig, meistens lieber die Dynamik hoch als die Sättigung. 
So. Jetzt sind wir immerhin schon mal hier:



4. Farbton / Farbsättigung / Luminanz:

Wenn ihr weiter runter scrollt, kommt der Bereich, in dem ihr einzelne Farben selektiv bearbeiten könnt. Achtet vor allem mal auf die Tulpen: Hier habe ich das Grün etwas bläulicher gemacht und aufgesättigt, während ich das Gelb etwas rausgenommen habe. Andere Farben bleiben von den Änderungen unberührt. Wenn ihr den Doppelkreis links neben den Farbreglern anklickt und dann im Bild auf einen Bereich eurer Wahl klickt, nehmt ihr genau die Farbe dort auf und könnt diese verändern. Auch praktisch, wenn man wissen will, welche absolute Farbe ein Bildbereich eigentlich hat. manchmal sieht etwas ja weiß aus, ist in Wahrheit aber ein ganz helles Blau oder Lila. Das könnt ihr durch Klick auf den Doppelkreis und anschließendes Hovern mit der Maus über den gewünschten Bereich erfahren, dann wird nämlich bei den Reglern die entsprechende Farbe aktiviert.



5. Teiltonung, Details und Objektivkorrekturen

Die Teiltonung färbt selektiv die Höhen oder Tiefen ein und erzeugt relativ auffällige Bearbeitungseffekte, das lassen wir hier mal außen vor.
Bei den Details sollte man je nach ISO eine Rauschreduzierung durchführen (Achtung, zu viel macht das Bild unscharf). Nach dem Schärfen sollte man die Schärfe immer maskieren, man will ja nur Konturen und keine Flächen schärfen. Hier hilft auch wieder der Trick mit der gedrückten alt-Taste, um das Ausmaß der Maskierung auf das Bild angewendet zu zeigen. 
Objektivkorrekturen würde ich einfach immer aktivieren, die Upright-Funktion ist dagegen eher bei weitwinklig verzerrten Interiorfotos relevant. 


6. Korrekturpinsel

Jetzt kommen wir zum aufwändigsten, aber wirkungsvollsten Tool überhaupt, dem Korrekturpinsel ganz oben rechts in der Toolbar. Damit könnt ihr beliebige Bildbereiche frei Hand mit individuell eingestellten Parametern "ausmalen", also ganz selektiv etwas Licht auf die Tulpen malen, die Schatten hinterm Macbook wegpinseln oder die gelben Bereiche in den Tulpen entsättigen. Bei diesem Bild habe ich insgesamt ca. 19 einzelne Pinselstriche mit jeweils anderen Parametern gesetzt. Einen habe ich zur Ansicht mal aktiviert, denjenigen, mit dem ich in den Tulpen das garstige Gelb entsättigt und ins Blaue gezogen habe. 


Allein durch wiederholte Anwendung des Korrekturpinsels bin ich vom linken Bild zum rechten Bild gekommen. Man könnte auch sagen, der Korrekturpinsel ist das ganze Geheimnis für den crispen (oh Gott, was für eine bescheuerte Wortneuschöpfung), strahlenden Hochglanzmagazinlook:


Man kann natürlich den natürlicheren Look links schöner finden, tu ich aber nicht. Ein paar kleine Tipps noch: 
Falls ihr für einen Pinselstrich viele verschiedene Regler verschoben habt und für einen neuen Pinselstrich schnell wieder alles auf Null setzen wollt: Während das Korrekturpinsel-Menu aktiv ist, alt drücken. Aus "Effekt" oben links wird "Zurücksetzen" - da drauf klicken, und alles ist wieder auf Null. 
Wenn ihr nur einen Parameter auf Null setzen wollt, Doppelklick auf den Regler. 
Wenn ihr über den grauen Punkt, der einen Pinselstrich markiert, mit der Maus drüberhovert, erscheint in Rot die Ausdehnung des Pinselstrichs. 
Rauf- und Runterscrollen, wenn ein Pinselstrich aktiviert ist, vergrößert oder verkleinert den Pinsel. 
Der kleine Schalter unten links macht die Gesamtheit aller Korrekturpinselstriche unsichtbar bzw. wieder sichtbar.


7. Bereichsreparatur, Verlaufsfilter und Radialfilter

Beim gezeigten Bild waren sie nicht notwendig, aber diese drei Werkzeuge in der Toolbar links vom Korrekturpinsel sind trotzdem noch kurz zu erwähnen.
Die Bereichsreparatur bzw. der Kopierstempel ist genial, damit kann man Pickel wegstempeln und Haare hinstempeln, das geht fast schon ein bisschen in die Hoheitsbereiche von Photoshop. Das Besondere: Man ist nicht auf einen kreisrunden Stempel festgelegt, man kann einfach frei Hand einen bestimmten Bereich anmalen und dieser wird dann mit einem anderen, durch Ziehen wählbaren Bereich aus dem Bild überstempelt.
Verlaufsfilter und Radialfilter mit erhöhter Belichtung ersetzen euch ein Stück weit die Reflektoren, wenn ihr diese beim Shooting vergessen habt ;)


Je nach Foto verläuft die Bearbeitung natürlich immer etwas anders, zum Beispiel bei Food Photography im Dark & Moody-Stil, wo Teiltonung und Vignette eine größere Rolle spielen. Dazu kommt demnächst auch noch ein Tutorial, ich habe es nicht vergessen! Dauert nur immer alles ein bisschen bei mir. 
Jedenfalls hoffe ich, dass euch dieser Einblick ein bisschen was gebracht hat und vielleicht einige Fragen beantwortet hat. Wenn noch etwas unklar ist, schreibt mir gerne in den Kommentaren!

***

Und nun noch ein ganz anderer Tipp, und zwar hat meine liebe Beata wieder etwas Schönes auf Lager. Den geschmackvollen Silberschmuck* von ambermotion kennen inzwischen wahrscheinlich viele von euch und werden sich freuen: Passend zum V-Day hat Beata neue Partnerringe mit Herz* herausgebracht, die eine geniale kleine Besonderheit haben...



Und zwar ist das kleine, schlichte Herz auf dem Frauenring außen für jedermann sichtbar, auf dem Männerring ist es aber (Gott sei Dank, wie mein Männchen meinte) ganz diskret auf der Innenseite versteckt. Die Idee finde ich für Partnerringe so einfach wie großartig. Auf so etwas muss man erstmal kommen! Typisch Beata eben. Wer sich beim Verschenken mit der Ringgröße* nicht sicher ist, findet hier Hilfe.


...Einen Post darüber, wie man rauhe Winter-Krokodilshaut zu Tode weichzeichnet, wünscht ihr euch wahrscheinlich nicht, oder?

  

Donnerstag, 12. Februar 2015 44 Kommentare

Moscow Mule im Kupferbecher

Enthält Werbung* für thebar.com

Gestern Morgen beim netten Herrn Zupp, dem Obst- und Gemüsehändler meines Vertrauens: "Haben Sie frische Minze?" "Jawoll!" Er holt die Minze. "Darf es sonst noch etwas sein?" "Ja, ich hätte gerne noch sieben Limetten." Herr Zupp fragt: "Ah, gibt das einen Hugo?" Hehe... Da weiß wohl einer, was Frauen so gerne süppeln. Aber ich konnte einen auf Hipster machen: "Nein, das gibt einen Moscow Mule." Da kam dann auch seine Frau ganz interessiert angelaufen und die beiden wollten wissen, was denn ein Moscow Mule sei... 


Ich habe ihnen dann erzählt, dass ein Moscow Mule* ein Cocktail aus Limettensaft, Vodka und Ingwerbier ist, der traditionell in einem Kupferbecher serviert wird. Also theoretisch der Cocktail zum Wohn-Farbtrend 2014, praktisch ein amerikanischer Klassiker aus den Fünfziger Jahren, der nun auch hier immer beliebter wird. "Moscow" heißt er übrigens nur wegen dem Vodka, erfunden wurde er in den USA.
Freundlich, wie die beiden sind, haben sie dann ganz anerkennend genickt und "Mhm" gemacht. Aber ich vermute, es ging ihnen wie mir zu Anfang: Sie konnten sich darunter nicht wirklich etwas vorstellen. What - ein Moskauer Maultier im Kupferbecher? Und was issn bitte Ingwerbier?

Zur Cocktail-Datenbank: thebar.com*


Als ich dann zu Hause mein Shooting-Set aufgebaut und die Moscow Mules angemischt habe, hätte ich den beiden am liebsten jeweils einen Becher zum Probieren vorbeigebracht (der Laden ist praktisch nebenan). Allein schon aus dem Grund, damit ich am Ende nicht wieder alles alleine austrinke. Aber nee, oder? So etwas tut man doch nicht - seinen Gemüsehändler abfüllen?! Dadurch, dass ich so viel alleine von zu Hause aus arbeite, glaube ich manchmal, dass ich wunderlich werde und den normalen Umgang mit Menschen verlerne. Was sagt ihr, Gemüsehändler abfüllen yay oder nay?


Also, der Moscow Mule... Das Entscheidende für den Geschmack ist das Ingwerbier, übrigens kein Bier, sondern eine Limonade. Ich habe meines im Internet bestellt, es ist aber auch in Asiamärkten oder in Heidelberg beim Alex in der Märzgasse zu haben. Ingwerbier ist nicht mit Ginger Ale gleichzusetzen, es ist zwar auch sprudelig und ein bisschen süß, aber es hat viel mehr vom natürlichen Ingwergeschmack und auch mehr Schärfe. Es wärmt richtig von innen, wie Ingwertee. Mit dem frischen Limettensaft wird da fast eine Vitaminbombe für die Erkältungszeit draus...


Kombiniert wird die Ingwer-Limetten-Basis nun klassischerweise mit Vodka* - oder aber, weil man die Flasche schöner findet, mit dem guten Hendricks-Gin. Die Variante gibt es aber wirklich offiziell, man ersetzt die Limette noch durch Zitrone und das Ganze heißt dann London Buck. Mir persönlich schmeckt die Variante mit Gin* sogar besser, allerdings bitte mit Limette, um das Chaos komplett zu machen. 


Moscow Mule für eine Person:

Saft einer halben Limette 
1 Teil Vodka oder Gin (z.B. 1 Barmaß, 4cl)
eine Handvoll Crushed Ice
3 Teile Ingwerbier (z.B. 3 Barmaß voll, 12cl)
Minzblättchen

1. Halbe Limette auspressen und Saft in ein Glas oder einen Kupferbecher geben. Vodka und Eis dazugeben.

2. Mit Ingwerbier auffüllen, umrühren und mit der restlichen Limettenhälfte und Minzblättchen dekorieren.


Vom Geschmack her ist der Moscow Mule erfrischend limettig und süß, mit ein wenig Schärfe durch das Ingwerbier. Eine gute Kombi, Ingwer muss man aber natürlich mögen. Vodka verhält sich ja eh geschmacksneutral und mit Gin wird es dann eben etwas... giniger. 


Aber mal ehrlich: Das Allercoolste sind doch diese Kupferbecher (beziehungsweise Tassen, sie haben ja einen Griff). Deswegen stand der Moscow Mule jetzt schon ewig auf meiner Food Photography-To-Shoot-Liste und ich muss sagen, ich bin nicht enttäuscht von den Modelqualitäten der Kupfertassen. 
Einen tieferen Sinn hinsichtlich des Geschmacks oder so hat das Kupfer meinen Recherchen zufolge wohl nicht, da geht es anscheinend einfach nur um den Wiedererkennungswert und die Optik. Versteh ich total. Stellt euch das mal vor, ihr habt Gäste und könnt dann passend zur kupferfarbenen Hängeleuchte in eurem Wohnzimmer noch den passenden Drink auffahren! 
Gekauft habe ich  übrigens diese Kupferbecher bei Amazon (kein Affiliate, nur als Info für euch) und bin zufrieden. 


Also wieder mal ein Mixgetränk mehr in meinem Repertoire, yay. Irgendwann kann ich dann mal alle Cocktailklassiker* aus dieser Übersicht mixen und bin nicht nur Überhausfrau, sondern auch Überbarfrau... Damit es mir nicht wieder so geht wie damals beim Medizinerfasching, als ich mal an der Bar bedient habe und nur blöd geschaut hab, als jemand Korea von mir wollte. Cola-Rot, Cola-Weiß, Schorle oder auch einen Drecksack hätte ich problemlos mischen können, aber Korea war mir als gebürtige Rheinland-Pfälzerin einfach nicht geläufig. Wobei ich bezweifle, dass der junge Mann es überhaupt bemerkt hätte, wenn ich ihm whatever mit Spüli ins Glas getan hätte ;) Aber mittlerweile kann ich ja sogar Moscow Mule und komme hoffentlich irgendwann mal in die Situation, das mit einem souveränen, kurzen Nicken auf Anfrage auszuschenken.


Mittwoch, 11. Februar 2015 79 Kommentare

DIY: Venezianische Maske selbermachen mit Décopatch

Enthält Werbung* für Décopatch

"X Fakten über mich" - ein Klassiker unter den Blogposts, ich lese das immer gerne bei anderen. Bei 8 von 10 Punkten stimmt man meistens innerlich zu und fühlt sich dem Blogger gleich ein bisschen näher. "Morgenmuffel? Cool, bin ich auch. Und Pinguine finde ich auch total super... Jetzt, wo sie es sagt." Allerdings muss man manche pikanten Fakten über sich selbst gar nicht erst großartig auflisten, dem aufmerksamen Leser fallen sie nach einiger Zeit ganz von selbst auf. Hand hoch, wer hat jetzt gedacht: "Ey... die Alte hat ja einen ausgewachsenen Maskentick!"?


Mir ist das gerade erst selbst so richtig aufgefallen, ich bin fast ein bisschen erschrocken. Wer schon länger dabei ist, erinnert sich vielleicht noch an meine selbstgemachte venezianische Maske von 2012. Letztes Jahr zu Halloween hatte ich eine großartige schwarze Maske mit Spitze aus einem Haufen rosa Still-BHs bei H&M gezogen. Ein Foto aus dem Shooting ist gerade mein Profilbild hier auf dem Blog. Und dieses Jahr habe ich zwei Königin-der-Nacht-Masken selber gewerkelt:


Tja... Um es mal vorsichtig zu sagen, eine ausgeprägte Vorliebe ist also erkennbar. Fact about me: Ich stehe auf Masken. Hobby-Psychoanalytiker dürfen in den Kommentaren dazu gerne ein bisschen frei assoziieren.


Einen zweiten Fact About Me habe ich schon öfter mal erwähnt, und zwar, dass ich Karneval nicht mag. Also ich finde Fröhlichkeit und Lachen jetzt nicht generell total doof, einen durchgebrannten Spannungsgenerator damals im Physikunterricht fand ich mal so lustig, dass ich halbe Erstickungsanfälle vor Lachen bekam und aus dem Klassenzimmer geflogen bin. Aber joviale Kölner mit Altherren-Komiteekappe und Bierschaum im Jean-Pütz-Bart, nee, eher nich so. 

(das mit dem Spannungsgenerator versteh ich ehrlich gesagt selber nicht mehr so ganz)


Daher haben Männchen und ich in Bezug auf Karneval mal wieder das gemacht, was schon an Halloween und Silvester wunderbar funktioniert hat: Wir entziehen uns völlig den als Kürbis verkleideten Kevins, den Gullis voller Chinaböller und den Grippeviren und machen uns im Fotostudio die Welt so, wie sie uns gefällt. In diesem Fall also eher Karneval in Venedig als Karneval in Köln-Klettenberg.


Die venezianischen Masken habe ich mal wieder mit meiner guten alten Décopatch*-Technik gestaltet, mit der ich auch schon einen Stuhl und Aufbewahrungsboxen gepimpt hatte. Bei Wohnaccessoires habe ich es inzwischen ja lieber puristisch, aber Masken dürfen gerne ein bisschen opulenter sein!


Man braucht:

Maskenrohling, gibt es z.B. direkt von Décopatch: "Modell Königin"*
gut deckende weiße Acrylfarbe, z.B. Gesso*
Pinsel
Schere
für die Deko: PatchLiner* und Glitzersteine*


1. Den Maskenrohling mit weißer Acrylfarbe anmalen...

2.  ...und trocknen lassen. 

3. Jetzt habe ich bei den Anleitungsfotos ein bisschen was verbockt, bitte nicht irritieren lassen: Vor lauter Werkeleifer habe ich während dem Anbringen vom blau gemusterten Papier ganz vergessen, davon Detailfotos zu machen. Das ist also schon auf der Maske drauf - die genauen Schritte zeige ich euch dann eben am silberfarbenen Papier, die Technik ist natürlich die gleiche!

4. Décopatch-Papier grob passend zu der Fläche zurechtschneiden, die beklebt werden soll. Einen Teil der Fläche mit Décopatchkleber einpinseln. Das Papier an einer Kante auflegen, andrücken und vorsichtig ausstreichen, damit sich möglichst wenig Falten bilden. 


5. Nächstes Stück mit Kleber einpinseln, Papier wieder Stück für Stück andrücken und glatt streichen. So verfahren, bis die gesamte Fläche beklebt ist. Beim Kontakt mit dem Kleber wird das Papier etwas elastisch, man kann es also auch auf gewölbten Flächen ganz gut anbringen. Kleinere Falten ziehen sich beim Trocknen mit der Zeit von selber glatt. Wenn man allerdings zu ungeduldig und sorglos ist (so wie ich: "Och, das zieht sich schon alles glatt, ich hau jetzt das ganze Papier auf einmal drauf, weil ich es KANN"), werden allerdings schon kleine Fältchen bleiben. Also lieber ein bisschen langsamer, aber dafür sorgfältig vorgehen.

6. Nun mit einem Abstand von ca. einem Zentimeter alles überstehende Papier abschneiden. An der Grenze zum blau gemusterten Papier den Rand mit einer Nagelschere sauber zuschneiden.

7. Das am Rand überstehende Papier in regelmäßigen Abständen einschneiden. Kante und Rückseite der Maske in Randnähe mit Kleber einpinseln. Papierlaschen umbiegen und festdrücken. 

8. Da, wo das Papier über den Löchern in der Maske liegt, dieses vorsichtig durchstechen und wenn möglich, auch etwas einschneiden. Dann so verfahren wie am Rand in Schritt 7. Alles trocknen lassen. Man kann alles nochmal mit dem transparent trocknenden Décopatch-Kleber überlackieren, muss man aber nicht. 



9. Die fertige Maske entweder mit Glitzersteinen...

10. ...oder mit dem PatchLiner dekorieren.


Wer übrigens einmal Meister Yoda in der violetten Maske gesehen hat, wird nie mehr etwas anderes sehen können. Warum ich die silbernen Punkte da genau so gesetzt habe, man weiß es nicht. Meiner Maskenliebe tut das allerdings keinen Abbruch. 


Und wo wir schon dabei waren, hier noch die Fakten 3 bis 10:

3. Ich habe zu jeder Jahreszeit eine passende Playlist. Generell mag ich Musik gerne etwas härter und außer bei Seeed und Santiano kann ich keine auf deutsch gesungenen Songs ertragen. Ganz schlimm für mich: Juni, Silbermond, Xavier Naidoo und wie sie alle heißen... Die neue deutsche Befindlichkeit, uaaah. Von Helene Fischer reden wir erst gar nicht. Ich weigere mich, so etwas überhaupt zu kennen!

4. In der Führerscheinprüfung bin ich beim ersten Versuch durchgefallen, weil ich an einer grünen Ampel angehalten habe. Passenderweise war ich dann bei StudiVZ in der Gruppe "Verpeiler sind geiler". 

5. Okay, in Hamburg gibt es tolle Läden, aber den Hype um die Stadt verstehe ich nicht. Ich friere da immer! Ich kann im Prinzip nur da wohnen, wo man von der Temperatur her noch Wein anbauen kann.

6. Ich mag es nicht, wenn mir fremde Menschen beim Schlangestehen, z.B. an der Kasse, so nah kommen, dass man sich fast berührt. Oder wenn sie sich leicht versetzt fast auf meine Höhe stellen - Leute, davon geht's auch nicht schneller! Manche sind so indolent, dass sie nicht einmal Abstand nehmen, wenn ich mit meiner Einkaufstasche leicht gegen ihre Beine baumele. Ich lasse dann manchmal extra viel Abstand zu meinem Vordermann, das bereitet solchen Menschen erfahrungsgemäß rasende innere Qualen. Über das Thema könnte ich mich stundenlang auslassen.

7. Mit ca. 7 Jahren war ich an Karneval mal Rocky 2 aus Starlight Express. Der grüne. Zusammen mit meinem Papa hatten wir ein komplettes Rocky-Kostüm aus Pappe gewerkelt, das war toll! Und ja, ich bin ein Mädchen.

8. Hmm... Wobei: Ich habe mehr Männer- als Frauenfreunde, habe was für guten Whisky und Steaks übrig und hasse telefonieren. Ich sollte mir Gedanken machen.

9. Aber nein, alles gut: Ungeschminkt gehe ich nicht aus dem Haus und habe ständig eine Flasche Glasreiniger und ein Wischtuch bei mir. Also zu Hause.

10. An meinen früheren "Facts about me" Posts hat sich nicht viel geändert: Das war der erste und das der zweite.  


Vielleicht sollte ich nachher mal mit meiner selbstgemachten Maske zum Penny gehen... Vielleicht halten die Leute dann Abstand?


PS: Ich sehe gerade: Fee hat heute auch Fakten über sich selbst veröffentlicht - 34 Stück sogar, weil sie heute 34 Jahre alt wird. Herzlichen Glückwunsch, liebe Fee! Ich habe mich kringelig gelacht über ihre Fakten, also wenn ihr so etwas mögt, klickt mal auf Fee ist mein Name rüber!