Samstag, 30. Mai 2015 82 Kommentare

Cronuts-Rezept zum Selbermachen - quick and dirty

Den Cronut-Hype habt ihr sicher mitbekommen, oder? Ganz kurz zusammengefasst: Ein New Yorker Bäcker namens Dominique Ansel formt Donuts aus einem supergeheimen Spezial-Croissantteig, frittiert sie, füllt Buttercreme hinein, verkauft sie in seiner Bäckerei an exstatisch verzückte New Yorker und die Cupcakes können nach Hause gehen (jaja, schon längst, aber jetzt wirklich). Ein Cronut ist also im Prinzip ein Hybrid aus Croissant und Donut mit dem Trendfaktor von Grünkohl. Mindestens.

Cronuts Recipe, a Hybrid from Croissant and Donut

Ich habe dann mal im Internet nach Rezepten geschaut, wie man Cronuts selber machen kann. Ähm, ja... Tag 1: Vorteig ansetzen, 14-16 Stunden ruhen lassen. Tag 2: Butterplatten herstellen, Teig drauflegen, ausrollen, falten, kühlen (das Ganze nennt man auch Tourieren) und das alles ca. 742mal. Es gibt dafür aber wohl auch Maschinen. Kosten ca. 8000€. Tag 3: Donuts ausstechen, wieder im Kühlschrank reifen lassen. Tag 4: Teig akklimatisieren, frittieren, Buttercreme herstellen, in die Cronuts spritzen, Glasur herstellen, auf die Cronuts spritzen. Und schon sind die Cronuts fertig! Easypeasy!

Cronut Rezept zum Selbermachen

Janz ährlisch, Schätzelein? Näääääh. Ich muss auch irgendwann mal noch das Bad putzen und kochen (richtiges Essen, mit Vitaminen und Nährstoffen und so) und arbeiten und schlafen. Aber Cronuts wollte ich schon auch... 

schnelles und einfaches Cronut-Rezept

Also weiter recherchiert und auf der dunklen Seite des Internets eine ganz und gar abscheuliche, frevelhafte und leider geile Methode des Cronut-Hacks (also Hääääck wie einfallsreiche Experimentierfreudigkeit, nicht Hack wie Hackfleisch) gefunden. Verfechter einer nachhaltigen, cleanen und hefeextraktfreien Ernährung halten sich mal bitte kurz die Augen zu: Cronuts aus fertigem gekühltem Croissantteig. Oh yes.

Cronut Rezept

Fertiger Croissantteig aus der Kühltheke ist ja an sich schon dekadent. Noch dekadenter ist es, ihn in die Fritteuse zu schmeißen und in Zucker zu wälzen. Am allerdekadentesten ist aber das, was Männchen gemacht hat: Die ganze Kiste mit 6 großen und 4 kleinen Cronuts mal eben so beim Fernsehen wegzuinhalieren und dabei weiterhin seinen Körperfettanteil von 1,7% zu halten. Unverschämtheit! 

Cronut Food Styling and Photography

Aus gesundheitlichen Gründen habe ich übrigens auf eine Buttercremefüllung verzichtet. ...Kleiner Scherz ;) Der Grund war lediglich Faulheit. Schmeckt auch so schon unglaublich gut.

Dark And Moody Cronuts

Rezept für 6 selbstgemachte Cronuts:

3 Rollen à 250g fertiger Croissantteig aus der Kühltheke (Knack&Back oder eine Billigversion)
Mehl für die Arbeitsfläche
etwas Wasser
Frittieröl
Zucker

+ runde Ausstecher, ca. 8cm und 2cm Durchmesser (Gläser, Dessertringe, Apfelentkerner, was ihr grad so da habt)

Arbeitszeit: ca. 1 Stunde, Teigruhezeit: 1 Stunde

Cronut Rezept aus fertigem Croissantteig

1. Arbeitsfläche bemehlen, dabei eine Fläche von ca. 70 x 40 cm vorsehen - man braucht also ein bisschen Platz. Die 3 Teigstreifen aus den Dosen entnehmen, entrollen und auf der Arbeitsfläche übereinander stapeln. Dabei darauf achten, dass der Teig nicht an den Perforationen reißt. Jetzt hat  man einen 60cm langen und ca. 15cm breiten Stapel aus 3 aufeinanderliegenden Teigplatten. 

2. Mit einem Nudelholz den Teigstapel in der Breite ausrollen, so dass er ca. 25cm statt 15cm breit wird. Gerne auch ein bisschen mehr, damit man später auch wirklich 6 Cronuts ausstechen kann. Die Länge des Teigstapels bleibt so, man bekommt also ein Rechteck von 60 x 25cm.

3. Den Teigstreifen mit ein wenig Wasser bepinseln. Dann zuerst das rechte, dann das linke Teigdrittel zur Mitte klappen. Unser Rechteck ist jetzt also nur noch 20 x 25cm groß. Teigschichten aneinanderdrücken und den Teigstapel ca. eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Cronut Rezept, einfach und schnell

4. Teigstapel aus dem Kühlschrank holen, wieder auf die bemehlte Arbeitsfläche legen und mit den kreisförmigen Ausstechern die Cronuts ausstechen. Dabei 3 große Kreise entlang der längeren 25cm-Seite ausstechen (ihr erinnert euch, der große Ausstecher sollte 8 cm Durchmesser haben - 3 x 8cm = 24cm, passt). Und dann dicht daneben nochmal eine Reihe, so dass ihr entlang der kürzeren, 20cm langen Seite 2 große Kreise ausstecht. 2 x 8cm = 16cm - passt locker. Dann noch mit dem kleinen Ausstecher bei allen 6 großen Teigkreisen Löcher in die Mitte stechen. Teigreste könnt ihr entweder mit kleineren Ausstechern zu Mini-Cronuts verarbeiten oder sie einfach so in die Fritteuse schmeißen.

5. Fritteuse auf 180 °C vorheizen und die Cronuts portionsweise unter Wenden ca. 3 Minuten frittieren, bis sie goldbraun sind. Gebt am besten immer nur 2 Cronuts auf einmal in die Fritteuse, die Dinger explodieren förmlich. 

6. Cronuts vorsichtig mit einer Seihkelle o.Ä. aus der Fritteuse fischen, auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und im noch warmen Zustand in Zucker wälzen.
Wer mag, kann natürlich noch Marmelade, Buttercreme etc. in den Cronut reinspritzen (mit einer langen, dünnen Tortenspritze direkt in den Teig reinstechen und spritzen, ca. 4 mal). Oder eine Glasur darübergeben...

Cronut Food Photography

Das klingt jetzt auf den ersten Blick zwar auch kompliziert (Hä? Was will sie da immer mit 25cm und 20cm und 8cm??), aber eigentlich ist es supereinfach. Es geht ja nur darum, auch wirklich 6 Cronuts aus den vorgegebenen Maßen des Teigstapels ausstechen zu können. 

Zeitersparnis im Vergleich zum liebevoll handgemachten Rezept: 94 Stunden. Geschmack: Großartig, süchtigmachend, besser als Donuts, Croissants und Berliner zusammen. Fluffig, buttrig, zuckrig, knusprig, knirschig, karamellig... waaaah! Und in den 94 gesparten Stunden kann man ja locker das eine oder andere Workout zum Ausgleich unterbringen ;)

  

Freitag, 22. Mai 2015 46 Kommentare

Frozen Yogurt Popsicles mit Blaubeeren und Lindenblütentee

Enthält Werbung* für Løv Organic

Als ich klein war, gab es sowas wie Frozen Yogurt ja noch nicht. Dafür fand ich Softeis ganz furchtbar toll. Meterhoch aufgetürmte, cremige Eismassen, so sahnig-glatt wie Rasierschaum und so rosa wie die Plastikkämme von meinen Plastikponies. Mit dem Softeis gab es nur ein Problem: Ich durfte es nicht haben. Wegen der Salmonellen, die laut meinen Eltern in großer Zahl in Softeisautomaten wohnen. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich ein bisschen Kotzerei liebend gerne in Kauf genommen, um nur einmal so ein Eis zu essen. Dann hätte ich außerdem zwei Tage nicht in den Kindergarten gemusst - ja perfekt, was will man denn mehr? Einmal Erdbeer-Softeis mit einer Extraportion Salmonellen, bitte! Aber nee, war nicht gestattet.  


Dieses Kindheitstrauma habe ich dann letzten Sommer aufgearbeitet (naja, ich habe es zumindest versucht), indem ich mir eine Eisform bei Depot gekauft habe - so eine richtig pornöse, mit der das selbstgemachte Eis aussieht wie frisch aus der Softeismaschine gezapft. Theoretisch. 


Praktisch sieht es leider aus, als hätte es schon mal jemand gegessen (rechtes Bild). Im Nachhinein weiß ich auch, woran es lag: Madame hatte mal wieder nicht genug Geduld. Nachdem mein Blaubeer-Frozen-Yogurt-Eis drei Stunden im Tiefkühler war, fand ich es an der Zeit, es herauszuholen. Das Eis rutscht wie von selbst aus den Förmchen raus? Egal, umso eher schmeckt es wie Softeis! Es hat überhaupt keine Softeis-Swirls? Egaaaaal, die mach ich dann später mit Photoshop hin! Jetzt schnell shooten und genüsslich aufessen...
Tja. Als wir nach weiteren 3 Stunden die übrigen zwei Eislutscher auch noch essen wollten, ja DA kam es auf einmal perfekt aus der Form (linkes Bild). Nur waren da leider schon meine Eiswürfel vom Shooting geschmolzen, die Blaubeeren weggefuttert und das letzte Tageslicht verabschiedete sich so langsam. 


Das mit Photoshop hat natürlich nicht geklappt. Also ist mein Frozen-Yogurt-Eis am Stiel heute etwas hässlich, tut mir leid. Was es aber nicht minder lecker macht! Ich habe zwei Varianten probiert, eine mit Blaubeeren und eine - Achtung, fancy - mit Lindenblüten-Rosen-Geschmack.


Von Løv Organic* gibt es nämlich zwei neue Sorten Kräutertee, Lindenblüte-Rose* und Fenchel-Anis*.  

Der Lindenblüten-Rosen-Tee schmeckt süß und blumig, ein wenig so, wie eine Sommernacht riecht. Irgendwie musste ich schon beim Schnuppern gleich denken, dass er sich zusammen mit Joghurt perfekt als Eis machen würde. Das kann ich generell nur empfehlen, probiert Tee ruhig mal im Kuchen, im Salatdressing oder eben im Eis... Da kann man so schön kreativ werden und interessante Geschmäcker kreieren.

Bei Fencheltee ist es ja meistens so: Man liebt ihn oder man hasst ihn. Ich liebe ihn! Schon als Kleinkind habe ich immer welchen bekommen, wenn ich trotz strengster Salmonellenprophylaxe meiner Eltern trotzdem mal wieder Bauchschmerzen hatte. Und heute trinke ich ihn gerne als Schlaftee abends zum Einschlafen. Der leicht süße Geschmack von Fenchel entspannt mich innerhalb von Minuten, wahrscheinlich eben durch diese Kindheitserinnerungen... Im Eis kommt er jetzt nicht vor (ähem), aber ergänzt die fliederfarbene Dose das Farbkonzept nicht perfekt?


Für  6 Frozen Yogurt Popsicles mit Blaubeeren:

125g Blaubeeren (optimalerweise Waldheidelbeeren, die sind auch innen lila)
500ml cremiger Joghurt
50g Zucker (oder mehr, je nach Geschmack - oder weniger, oder nur Honig...)
1 frisches Eiweiß (Dear Mum, du kannst es auch weglassen ;) Ich weiß ja - die Salmonellen.)
100ml kalte Schlagsahne (kann man durch weitere 100ml Joghurt ersetzen)

Für die Lindenblütentee-Variante: Nur die halbe Menge Blaubeeren, dafür 50ml stark aufgebrühter, abgekühlter Lindenblütentee


1. Blaubeeren waschen und so fein wie möglich pürieren. Durch ein Sieb streichen, um die dunklen Fetzen von der Schale zu entfernen. Den dickflüssigen Saft auffangen.

2. Joghurt mit Blaubeerpüree und Zucker bzw. Honig verrühren.

2. Eiweiß ca. 3 Minuten schlagen, bis es fest wird.

3. Sahne aufschlagen.

4. Eiweiß und Sahne zur Joghurtmasse geben und vorsichtig unterheben. 

5. In Eisförmchen füllen, dabei die Form ein paarmal auf der Arbeitsfläche hin und her rütteln, damit etwaige Luftblasen aufsteigen. Ggfs. Eisstiele hineinstecken und mindestens 6 Stunden in den Tiefkühler stellen. Danach etwas warmes Wasser von außen über die Form laufen lassen, dann löst sich das Eis leichter heraus.

Für die Variante mit Lindenblütentee: Nur die Hälfte an Blaubeeren verwenden, dafür 50ml stark aufgebrühten, abgekühlten Lindenblütentee mit dem Blaubeerpüree verrühren. Weiter mit Schritt 2. 


Stellen wir also fest: 

Leckeres, kreatives, hippes und potentiell nicht ganz ungesundes FroYo-Eis gemacht - Check. 
Ästhetisch ansprechendes Eis gemacht und Softeis-Kindheitstrauma aufgearbeitet - Fail. 

Die Cremigkeit des Frozen Yogurts reicht dank Sahne und Eischnee zwar ein wenig an Softeis heran, und das mit der Form kriege ich beim nächsten Mal auch noch hin... Aber es sieht alles danach aus, dass ich über den nächsten Softeis-Automaten, der mir begegnet, herfallen muss!!! 


PS: Mit dem Gutscheincode NICESTTHINGS15 bekommt ihr 15% Rabatt bei Løv Organic*!



Sonntag, 10. Mai 2015 76 Kommentare

Weinkisten-Picknick mit Melonenlimonade und Bärlauchschnecken

Enthält Werbung* für Vinterior

Wir haben ein Problem: Wir haben den Picknickplatz aller Picknickplätze gefunden. Schön einsam, aber gar nicht mal so weit weg von uns, äußerst fotogen mit dekorativen Bäumen und viel Grün im Hintergrund und sogar mit einem kleinem Bach zum Getränkekühlen. Das große Problem daran ist nun, dass dieser eigentlich perfekte Picknickplatz nur mit dem Auto zu erreichen ist. Bus- und Straßenbahnhaltestellen gibt es da weit und breit nicht. Und mit dem Fahrrad möchte man da keinesfalls hochfahren. Wirklich nicht.


Das heißt also, einer muss fahren. Das heißt aber auch, einer kann nicht so viel keinen Wein trinken. Als praktisch veranlagter Mensch habe ich dann logischerweise angefangen zu überlegen, wen von unseren Freunden wir denn mal zum Picknick einladen könnten. Vorzugsweise mit Führerschein, Amish People oder schwanger. 


Männchen hat mich dann geschimpft, dass das nicht sehr edel von mir sei und dass man Freunde nicht nur zum Picknick einlädt, wenn man sich den Ökonomierat Rebholz hinter die Binde kippen will und einen Chauffeur braucht. Wo er Recht hat. Naja, ich lass das jetzt einfach mal so im Raum stehen. Sollte das zufällig jemand von unseren Freunden lesen und den Picknickplatz so schön finden, dass er auch ohne Weinchen mal gerne da sitzen möchte... Ich mache übrigens auch ganz ausgezeichnete Melonenlimonade. 


Rezept für selbstgemachte Melonenlimonade:

2 süße Galia-, Honig- oder Cantaloupemelonen
Saft einer halben Limette + mehr Limetten für die Deko
2 EL Honig
Mineralwasser
Minze


1. Eine Melone schälen, entkernen, das Fruchtfleisch in Stücke schneiden und mit dem Mixer / Thermomix so fein pürieren, wie es nur geht. Durch ein feines Sieb oder einen Filter laufen lassen.

2. Limettensaft und Honig zugeben, nochmal kurz durchmischen und die Mischung in eine Flasche füllen.

3. Aus der anderen Melone mit einem Melonenlöffel kleine Kugeln formen.

4. Die Melonensaftmischung vor Ort (im Garten, am Picknickplatz...) frisch mit Mineralwasser nach Belieben aufgießen und mit Minze, Limettenachteln und den Melonenbällchen dekorieren.

Okay, wer zur Hölle nimmt wirklich eine kleine Tupperbox mit Melonenkugeln, Minze und Limettenachteln sowie ein Set aus Glasflaschen, Gläsern und Paper Straws mit zum Picknick (wenn man nicht grad fotografieren möchte)? In der Realität sieht das so aus: Eine PET-Flasche mit dem Melonensaft, eine mit Sprudel, Plastikbecher, fertisch.


Dann habe ich noch Bärlauchschnecken gebacken, woran ihr jetzt ungefähr ablesen könnt, wie lang das Picknick schon her ist. Die Bärlauchzeit ist leider längst vorbei, aber mit Kräuterbutter oder Rucola funktioniert es ebenso gut:

1 Würfel Hefe (42g)
250ml lauwarme Milch
1 TL Zucker
500g Mehl
1 TL Salz
5 EL Öl

1 Bund Bärlauch
50g Butter
Salz
50g Frischkäse
(wenn man keinen Bärlauch verwendet, noch 1-2 Knoblauchzehen)


1. Die Hefe in die lauwarme Milch bröckeln, Zucker zugeben und rühren, bis sie sich aufgelöst hat. Mit Mehl, Salz und Öl zu einem Teig verkneten. 60 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. 

2. In der Zeit den Bärlauch / Rucola / ... waschen, putzen und kleinhacken. Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen. Grünzeug, geschmolzene Butter und Salz vermischen. Wenn man anderes Grünzeug als den ohnehin schon sehr knoblauchlastigen Bärlauch verwendet, empfehlen sich ein bis zwei gepresste Knoblauchzehen in der Mischung. Mischung etwas abkühlen lassen und Frischkäse unterheben.

3. Den Teig zu einem länglichen Rechteck ausrollen, mit der Füllung bestreichen und aufrollen. Ca. 2 cm dicke Scheiben abschneiden und in eine gefettete Backofenform oder auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Bei 180 °C Umluft ca. 25 Minuten backen.

Dazu hatten wir noch extra Bärlauchpesto on top (kleine Bärlauchschwemme). Hach ja, lecker war's... 


Transportiert haben wir die Bärlauchschnecken, die Melonenlimonade, den Wein und tonnenweise Deko in original Vintage-Weinkisten* - der gute alte Klassiker, "Wein aus deutschen Landen", inklusive Jahreszahl der Herstellung. Wusstet ihr das? Ich habe das mal gegoogelt, Weinkisten mit einer 80 drauf wurden 1980 hergestellt. Manchmal steht auch noch der Name vom Weingut drauf, jede Kiste ist da anders und wie sagt man so schön: ein Unikat.


Das Praktische daran ist, man kann einfach seinen ganzen Picknickkram hineinpacken, am Picknickplatz auspacken, die Kiste als Hocker oder Tisch verwenden und nach dem Picknick alles wieder einladen. Oder, was ich jetzt auch schon öfter gesehen habe: Solche Weinkisten geben aufeinandergestapelt ein schönes Regal ab. Oder aber man verwendet sie als Nachttisch, als Pflanzkiste für den Garten oder als Fahrradkorb. 


Die Original-Weinkisten haben wir von Vinterior*, einem jungen Berliner StartUp-Unternehmen (unbedingt mal in die Produktbeschreibungen reinlesen, die sind so klasse geschrieben). Wer lieber eine schwarze Weinkiste hätte, eine Orangenkiste mit Vintageprint oder eine weiße Birnenkiste - kein Problem, gibt es alles. Schaut euch auch mal die verschiedenen schönen Prints bei den Weinkisten* und Obstkisten* an... 
Außerdem findet man bei Vinterior mittlerweile fast alles, was man für ein stylishes Zuhause im Industrial-Look oder mit Berliner Szenecafé-Atmosphäre braucht: Kistenmöbel*, Palettenmöbel*, Europaletten zum selber Werkeln*, Industrielampen*, Accessoires* wie Teekisten, Werkstattboxen oder Medizinbälle... Auch für DIY-Fans und Heimwerker eine tolle Fundgrube, kann ich nur empfehlen. Check it out ;)


Was ich euch auch gerne empfehlen würde, wäre der Wein, den wir beim Picknick dabei hatten - ein 2008er Gewürztraminer Spätlese vom Weingut Ökonomierat Rebholz. Dummerweise ist er überall ausverkauft, ich habe die allerletzten Flaschen aus dem Mannheimer Lager vom Weinrefugium erwischt... Beziehungsweise hatte ich zuerst eine Flasche zum Testen gekauft und den Wein dann beim Picknick für so dermaßen lecker befunden, dass ich am nächsten Morgen gleich wieder in den Laden gerannt bin und alles aufgekauft habe, was sie davon noch da hatten. Leider war das nicht mehr viel. 


Ups. Eigentlich soll man ja über Wein nicht sagen, dass er LECKER ist - damit disqualifiziert man sich augenblicklich als Banause, der höchstens weinähnliche Getränke wie den Müller-Thurgau ausm Aldi trinkt (pssst, liegt bei uns auch hin und wieder im Kühlschrank). Generell sollte man lieber auf die gut eingebundenen Tannine, die Mineralität oder die dezente Restsüße eingehen. Aber verd***, dieser Wein ist sowas von lecker!! Pfirsich, Lychee, Rose... 


Meine 3 übrigen Flaschen muss ich mir jetzt irgendwie für den Rest meines Lebens einteilen. Zu allem Überfluss sind es auch nur kleine 375ml-Flaschen - ein Elend, ich sag's euch.


Wer bei unserem Weinkisten-Picknick das Trinken übernommen hat und wer das Fahren, brauche ich ja nicht zu erwähnen, oder? Gutes Männchen. Dafür werde ich ihm ewig dankbar sein. Das war so ein Moment, der einfach perfekt war: Der warme Frühlingsabend, das plätschernde Bächlein, saftiggrüne Wiesen, Bärlauch-anything und dann noch der leckerste (sic) aller Weine. Richtig kitschig eigentlich. Aber wenn man es selbst erlebt, ist es halt einfach nur schön. 


So. Wer fährt uns jetzt nächstes Mal, damit Männchen auch trinken kann?


Donnerstag, 7. Mai 2015 49 Kommentare

Halloumi Bagels & Mystic Light Food Photography Tutorial

Ist euch Mystic Light oder auch Dark & Moody Food Photography ein Begriff? Den Fotografen und Bloggern unter euch ganz bestimmt, die anderen haben das Phänomen sicher auch schon mal in Kochbüchern oder in Zeitschriften beobachtet (oder hier hatte ich auch schon mal über Mystic Light Food Photography gebloggt): Seit einiger Zeit ist es der heiße Sch***, Essen so zu fotografieren, als würde man es in der hintersten Schmuddelecke von Opas Dachboden servieren. Mal überspitzt gesagt.

Halloumi Bagels Mystic Light Food Photography

Oder, etwas netter formuliert: Als hätte man ein altes Weingut im Süden Frankreichs, an dessen wuchtigem Esstisch schon Urgroßonkel Philippe seine Rebhühner ausgenommen hat. Statt weißen Porzellantellern gibt es verbeulte Zinnteller, statt hygienischen Tischsets müssen es grobes Leinen und vergammeltes Holz sein. Auch das Besteck muss möglichst viel Patina haben - alles eine Spur über das hinaus, was man im Normalfall noch als appetitlich empfinden würde. (Die schwarze Grillpfanne von Onkel Bernd auf dem nächsten Foto benutzen wir wirklich - den Rest eher, äh, nicht.)

Bagels mit gebratenem Halloumi in der Grillpfanne

Aber - es wirkt! Ich habe mal versucht, ein bisschen zu analysieren, warum Mystic Light Food Fotos funktionieren und oft wirklich Appetit machen. Zum einen ist das denke ich diese Lebendigkeit und Unkompliziertheit, die sie ausstrahlen. Die ganz zufällig verstreuten Krümel (natürlich sind sie genau das nicht, aber es sieht eben so aus), das nachlässig zur Seite gelegte Besteck oder das knittrige alte Leinen sagen: "Hey, setz dich. Schnapp dir einen Halloumi Bagel und beiß rein. Wenn du kleckerst, is nich schlimm. Wir sind ja unter Freunden und viel dreckiger kann das Geschirr eh nimmer werden." Perfectly imperfect nennt man dieses sorgsam drapierte Chaos übrigens auch.

Mystic Light Food Photography Tutorial and Halloumi Bagels

Zum anderen ist für ein gelungenes Dark & Moody-Foodfoto noch etwas ganz wichtig: Der Kontrast zwischen dem Essen und seiner Umgebung. Ja, die Teller, die Servietten und der Tisch sollen antik aussehen. Aber bitte nicht der Rucola. Das Setting kann und soll schattig sein, mit bläulich-metallischen Reflexen und geheimnisvollen, dunklen Ecken. Aber: Spotlight on the Bagel, please! Durch diese Kontraste bezüglich Frische, Hell und Dunkel, Wärme und Sättigung steht das Essen so richtig schön bääääm im Vordergrund.

Mystic Light Halloumi Bagels

Natürlich gibt noch einiges mehr zu beachten, zum Beispiel, was die gezielte Manipulation des Lichts, das Equipment oder auch die Bildbearbeitung angeht. Interessieren euch mehr Tipps zum Thema Mystic Light Food Photography? Dann klickt doch mal rüber zum Tamron Blog. Oben hatte ich es euch schon verlinkt, aber hier nochmal: Ich hatte das Vergnügen, für Tamron ein großes Tutorial zur Dark & Moody Food Photography schreiben zu dürfen (yay)! Dort findet ihr schön strukturiert und vollständig (nicht so dahergeplaudert wie hier) alles, was mir so an Fototipps in Sachen Mystic Light eingefallen ist. 

Halloumi Avocado Bagels

Und da ich beim Anblick dieser Halloumi-Avocado-Bagels gerade ganz bösen Hunger bekomme, schreibe ich euch am besten gleich mal das Rezept auf...

Food Photography Halloumi Avocado Bagels

Für 2 Halloumi-Avocado-Bagels:

1 Handvoll Rucola
8 in Öl eingelegte getrocknete Tomaten
1 Avocado
1 EL Zitronensaft
1/3 Aubergine
Salz
3 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe
250g Halloumi Grillkäse (zum Beispiel von Gazi in größeren Supermärkten)
2 Bagels (gibt es zum Beispiel bei Kaufland fertig zu kaufen, kann man aber auch selber machen)
Pfeffer

Halloumi Bagels with Avocado

Erst alle kalten Zutaten vorbereiten:

1. Rucola putzen, waschen, die Stiele abschneiden und etwas kleinschneiden.

2. Getrocknete Tomaten kleinschneiden.

3. Avocado halbieren, schälen, entkernen, in Scheiben schneiden und mit Zitronensaft beträufeln. 


Dann erst die warmen Zutaten, denn noch warm schmecken die Bagels am besten:

4. Backofen nach Packungsanleitung für die Bagels vorheizen.

5. Aubergine in ca. 4-6 1cm dicke Scheiben schneiden. Diese salzen und 20 Minuten in ein Sieb legen, um Wasser und Bitterstoffe herauszuziehen. Olivenöl in eine Grillpfanne geben, Knoblauch hineinpressen und kurz braten. Die Auberginenscheiben dazugeben und goldbraun braten.

6. Den Halloumi-Käse in ca. 4-6 Scheiben schneiden. Wenn in der Grillpfanne mit den Auberginen noch Platz ist, kann man ihn gleich dort mitbraten, ansonsten eben nach den Auberginen oder in 2 Pfannen parallel. Auch den Halloumi in etwas Öl schön goldbraun braten. 

7. Während Auberginen und Halloumi-Käse braten, die Bagels kurz nach Packungsanleitung im vorgeheizten Backofen aufbacken. Tipp: Ein Eigelb mit etwas Wasser verrühren, die Bagels vor dem Aufbacken damit bestreichen und mit extra Körnern bestreuen. 

8. Warme Bagel aufschneiden, belegen, noch etwas frisch gemahlenen Pfeffer über alles geben und genießen!

Dark and Moody Food Photography Tutorial and Halloumi Bagels

Oah, ich möchte das jetzt so unbedingt essen... Über längst vergangene Köstlichkeiten zu bloggen, ist immer grausam. Tröstet mich mal ein bisschen und schreibt, dass ihr mein Mystic Light Tutorial ganz super gebrauchen könnt oder so ;)

Montag, 4. Mai 2015 35 Kommentare

Rainbow Cheesecake / Regenbogenkuchen mit Eat A Rainbow

Enthält Werbung* für Eat A Rainbow

Bevor ihr diesen Post über Regenbogen-Cheesecake lest, müsst ihr einmal bitte kurz auf YouTube rüberklicken. Es sei denn, ihr kennt den Ausschnitt aus "Horton hört ein Hu" schon, in dem der kleine verrückte Fellball Katie quiekt: "In my world, everyone's a pony. And they all eat rainbows and poop butterflies!". Das Allerbeste daran: Katies entrückter Blick und das irre "Haaaaaaa!" danach, womit sie rückwärts in die Büsche verschwindet (Was tut sie dort? Schmetterlinge produzieren?). 


Als ich das das erste Mal gesehen hatte, dachte ich nur so: "Ähm. What?!" Horton, der Elefant, hat es noch ganz höflich formuliert: "That's beautiful, Katie... In a really weird way." Aber mit einem hat Crazy Katie definitiv Recht: Regenbögen sind lecker. 


Deswegen gibt es heute ein Rezept für einen Regenbogenkuchen. Ob das mit den Schmetterlingen nach dem Genuss so klappt, kann ich euch allerdings nicht garantieren. Und eure Männer werdet ihr damit auch nicht unbedingt glücklich machen können - ich war jetzt ein paar Tage weg und hatte die Hälfte von diesem Regenbogenkuchen im Kühlschrank gelassen, außerdem etwas Lauch und Brokkoli. Als ich gestern wiederkam, war der Lauch weg. Der Kuchen nicht. Der Brokkoli lag aber immerhin auch noch unangetastet da. Die Attraktivität von Rainbow Cheesecake für Männer siedelt sich also irgendwo zwischen Lauch und Brokkoli an. Nun gut. 


Aber für mich als Kind der Achtziger ist so ein Regenbogenkuchen einfach DER heiße Sch***. Meine Sozialisierung durch Mein Kleines Pony und Regina Regenbogen werde ich wohl nie ganz los. Den Kuchen kann ich mir übrigens auch super zum Muttertag vorstellen, Mütter sind ja schließlich Mädels, nech! 


Das Besondere an diesem Regenbogentorten-Rezept ist: Ihr braucht keine Sorge wegen der Farbstoffe zu haben, dieser Rainbow Cheesecake kommt nämlich ganz ohne künstliche Lebensmittelfarbe aus.
Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Konzentrate aus 100% Obst und Gemüse von Eat A Rainbow*, die ich schon ein paarmal auf dem Blog gezeigt habe? Da hatte ich zum Beispiel mal Kürbisgnocchi mit dem Gold-Konzentrat gemacht oder eine Ombré-Beerentorte mit dem Purple-Konzentrat. Und die Produktfotos im Onlineshop habe ich auch gemacht, wollte ich nur nochmal erwähnt haben.


Mittlerweile wurde das Sortiment fast zum kompletten Regenbogen erweitert und es gibt die Obst- und Gemüsekonzentrate, die sogenannten Purys, in 6 verschiedenen Sorten:

Purple - Beere & Traube*, beerig-sauer, z.B. fürs Müsli
Red - Tomate & Paprika*, tomatig-würzig. z.B. für Reisbeilagen
Gold - Karotte & Kürbis*, mild-karottig, z.B. für Kartoffelbrei
Yellow - Kürbis & Mango*, honigsüß, z.B. für Saft
Green - Mango & Spirulina*, mangofruchtig, z.B. für grüne Smoothies
Blue - Spirulina & Traube*, traubensüß, z.B. für Schlumpfeis

Probierset mit Minis von allen Sorten in einer Box* (auch eine schöne Geschenkidee für den Muttertag)


Ich konnte es zuerst kaum glauben, dass gerade der blaue Pury aus rein natürlichen Inhaltsstoffen bestehen soll. Ist aber wirklich so! Möglich macht's die essbare Blaualge Spirulina, die ja auch als Super Food auf dem Markt ist. Mal als Beispiel: 250ml vom blauen Pury bestehen aus 2020g Apfel, 1290g Spirulina, 650g Traube, 10g Zitrone und sonst nichts. Man braucht also nicht nur keine Bedenken wegen irgendwelchen E-Nümmerchen zu haben, man hat auch noch die konzentrierten sekundären Pflanzenstoffe und einen leckeren Geschmack. Klar, die Farben sind nicht so grell wie bei manchen amerikanischen Rainbowcakes, aber das finde ich persönlich auch gar nicht mal so appetitlich.


Für eine Regenbogentorte von 20cm Durchmesser:

Boden:
150g Löffelbiskuits
100g Butter
Mark einer Vanilleschote

Cheesecake-Creme, abgewandelt nach bake-a-boo:
120ml Milch
2 Eidotter
350g Frischkäse
80g Zucker
400g Schlagsahne
4 x 10 = 40g kaltlösliches Gelatinepulver

(Für den Rainbow Cheesecake habe ich die 4 fruchtigen Sorten Purple, Yellow, Green und Blue verwendet. Damit hat man Farbe und verschiedene Fruchtgeschmäcker gleich in einem)



1. Die Löffelbiscuits im Mixer pulverisieren. Butter in einem Topf schmelzen. Löffelbiscuitpulver, geschmolzene Butter und Vanillemark zu einem Teig vermischen, in eine 20cm-Springform füllen und gleichmäßig fest am Boden andrücken. Bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.

2. Milch, Eidotter, Frischkäse und Zucker kräftig mit dem Handrührgerät verrühren, bis die Masse glatt und zähflüssig ist. Schlagsahne steif schlagen und unterheben. Das ist die Basismasse für die 4 Regenbogenschichten. Diese in vier gleiche Teile teilen und in vier Schälchen füllen. 

3. Die Springform mit dem Boden aus dem Kühlschrank nehmen. In das erste Schälchen so viel Eat A Rainbow Blue zur Cheesecake-Masse geben und rühren, bis der gewünschte Farbeffekt erreicht ist. Nun zügig 10g Gelatinepulver unterrühren und die zähflüssige Masse sofort auf den erkalteten Boden gießen. Glattstreichen / -schütteln und ca. 15-20 Minuten zum Festwerden in den Kühlschrank stellen.

4. Springform mit dem Boden und der ersten Cheesecakeschicht wieder aus dem Kühlschrank holen. Tropfenweise Eat A Rainbow Green in das zweite Schälchen geben und unterrühren. Wenn die Farbe stimmt, zügig wieder 10g Gelatinepulver unterrühren und die Masse sofort auf der nun festen blauen Cheesecakeschicht verteilen. Glattstreichen.

5. ...Und so weiter mit der gelben und der rosafarbenen Schicht. Da die Masse nach Gelatinezugabe schnell fest wird und sich dann nicht mehr so schön glatt verteilen lässt, wirklich immer nur eine Schicht auf einmal anmischen und gießen. Vor dem Servieren einmal mit einem scharfen Messer am Rand der Form entlangschneiden und den Kuchen so lösen. Wer mag, kann den fertigen Rainbow Cheesecake noch mit Zuckerperlen dekorieren. 


Ähm... Okay, ich gebe es zu: Ehrlich gesagt, habe ich das tomatige Red für die rosafarbene Schicht verwendet und nicht das beerige Purple. Wollte nämlich ein warmes Rosa und kein Violettrosa, damit es auf den Fotos zum Geschirr passt. Ihr nehmt natürlich besser Purple. Der leichte Tomatengeschmack im Rainbow Cheesecake könnte aber eventuell möglicherweise vielleicht erklären, warum Männchen ihn nicht mochte...