Mittwoch, 15. November 2017 27 Kommentare

DIY Adventskalender: Eiswaffel Bäume, Winterwald aus Eistüten

Für irgendeinen Blogpost hatte ich mal Eiswaffeln bei Amazon bestellt. Bei dem einstelligen Betrag hatte ich nicht mehr groß geguckt und einfach auf "Bestellen" geklickt - tja, dabei hatte ich die dreistellige Mengenangabe übersehen. Es kam ein riesiges Paket mit Eistüten, so dass ich mir kurz überlegt hatte, den Luigi zu machen und auf Eisdiele umzusatteln. Letztendlich habe ich sie aber nur möglichst platzsparend in einen kleineren Karton gequetscht und in die Speisekammer aufs oberste Regal geschubst. 
Daraus lernen wir: Man weiß nie, wozu etwas noch gut ist. Zum Beispiel für unseren diesjährigen Adventskalender. Der besteht nämlich aus umgedrehten Eiswaffeln, mit Schokolade überzogen und mit Streudekor auf Winterwald-Bäumchen gepimpt. 

DIY Adventskalender Eiswaffel Bäume Winterwald aus Eistüten und Schokolade

So ein Wald aus schokobraunen Eiswaffel-Bäumen ist natürlich völlig realistisch. Wer kennt sie nicht, die heimische Brauntanne? Oder wie Mira sehr treffend bemerkte: "Lauter Tschipfel in Braunkack!" (aus "Willkommen bei den Sch'tis", amüsanter Film für gemütliche Novemberabende).

Eiswaffel Adventskalender WInterwald Tannenbäume mit Schokolade

Mit dem Braunkack-Tschipfel-Adventskalender bin ich jedenfalls höllisch zufrieden. Das Beste daran ist, dass er komplett essbar ist. Das heißt, 24 von den restlichen 288 Eiswaffeln werden ihrer Endbestimmung zugeführt. Man muss nach Weihnachten kein sperriges Ungetüm aus Papierhäuschen irgendwo verstauen, weil man zum Wegwerfen zu sentimental ist und weil das ja Arbeit war (nur um im folgenden Jahr erleichtert festzustellen, dass die Papierhäuschen alle verknickt sind und guten Gewissens entsorgt werden können). 

Adventskalender DIY Eiswaffel Bäume Eistüten Winterwald Schokolade

Außerdem ist dieser Adventskalender aus Schokoladen-Bäumen eine relativ sichere Methode, um meinen Hardgainer-Mann zu feeden. Er ist nämlich gerade sehr daran interessiert, zuzulegen... Weil sein Stoffwechsel ja so gut ist, dass er sich eine Pfanne Käsespätzle und eine Tafel Schokolade reinstellen kann und trotzdem ein Schlaks bleibt. Der Arme, nicht wahr?? Da eile ich als treusorgendes Weibchen sofort zur Hilfe. Auf die großen Winterwald-Tannen dürfte gut und gerne eine halbe Tafel Schokolade kommen. Und unter den Eiswaffeln sind ja auch nochmal kleine Schokoüberraschungen versteckt...

Eiswaffel Adventskalender DIY essbarer Winterwald aus Eistüten Bäumen

Braucht ihr ein Rezept oder sowas wie eine DIY-Anleitung für den Eiswaffel-Adventskalender? Eigentlich ist es selbsterklärend, aber ich strukturiere das trotzdem nochmal kurz.

Man braucht:

24 Eiswaffeln
Scharfes Messer
2 verschieden große Töpfe für's Wasserbad, die ineinander passen
3 Tafeln Zartbitter-Schokolade
3 Tafeln Vollmilch-Schokolade
2 EL Kokosöl
Mit Backpapier ausgelegtes Schneidebrett, das in den Kühlschrank passt
Streudekor nach Wunsch, Sterne, Schneeflocken, Perlen...
Je nach Zwanghaftigkeit eine Pinzette
Kokosraspel
Schokoladenziffern
Zuckerschrift in Weiß
Großer Teller
...und natürlich Kleinkram zum Füllen

Adventskalender Winterwald Eiswaffeln Eistüten Bäume Schokolade DIY

1. Der Eistüten-Adventskalender sieht am schönsten aus, wenn die Eishörnchen unterschiedliche Größen haben. Mit einem scharfen Messer kann man sie vorsichtig am offenen Ende zurechtstutzen, das ging besser als erwartet. Mit  billigen Eiswaffeln aus am Stück geformter, pappeähnlicher Waffel geht es übrigens am besten. Die teureren, gerollten aus dicken Waffeln splittern schneller.

2. Nun den größeren Topf mit Wasser füllen und den kleineren Topf hineinsetzen. Die Zartbitterschokolade klein brechen und zusammen mit einem EL Kokosöl in den kleineren Topf geben. Schmelzen lassen. 12 Eiswaffeln in der geschmolzenen Schokolade wenden (ein bisschen Sauerei lässt sich nicht vermeiden, Augen zu und durch). 

3. Die Schoko-Bäumchen ca. 15 Minuten bei Raumtemperatur auf dem mit Backpapier ausgelegten Schneidbrett stehen lassen, damit die Schokolade nicht mehr ganz so flüssig ist. Ist die Schokolade noch zu flüssig, rutscht das Streudekor nach unten. Da müsst ihr einfach testen, wann der Zeitpunkt für die Streudekor-Applikation richtig ist.

4. Von Hand oder mit Hilfe der alten Pinzette aus dem Präpkurs das Streudekor applizieren.

DIY Adventskalender Eiswaffel Bäume Eistüten Winterwald

5. Ein paar Tannen mit Kokosflocken bestreuen und Schokoladenziffern anbringen. Bei mir hat nicht jede Eiswaffel-Tanne eine Zahl... Fand ich schöner. Ist halt ein antiautoritärer Adventskalender.

6. Einige Schokobäume einfach so lassen, da wird dann eine Zahl mit Zuckerschrift draufgeschrieben.

7. Die dekorierten Winterwald-Bäume auf das mit Backpapier ausgelegte Schneidbrett setzen und ca. eine Stunde in den Kühlschrank stellen. 

8. Wenn die Schokolade fest ist, auf die nicht verzierten Schokobäume mit Zuckerschrift Zahlen schreiben.

9. Mit der Vollmilch-Schokolade und den restlichen 12 Eiswaffeln ebenso verfahren. Wer genug Töpfe hat, kann auch zwei Wasserbäder zeitgleich aufsetzen und dunkle und helle Schokolade simultan verarbeiten.

10. Einen großen Teller dick mit Kokosraspel bestreuen (=Schnee) und die Eistüten-Bäume darauf platzieren. Unter den Eiswaffeln kleine Überraschungen verstecken.

Eiswaffel Bäume Adventskalender DIY Eistüten Winterwald

Den Eiswaffel-Winterwald-Adventskalender habe ich letztes Wochenende hergestellt und bisher ist nichts weich geworden. Langzeit-Erfahrungen habe ich zwar noch keine, aber ich denke mal, dass dann auch nichts mehr aufweicht. Also viel Spaß beim Bauen und natürlich auch beim Abholzen!

PS: Erfahrungswerte nach einer Woche: Nicht ins beheizte Schlafzimmer stellen. Die Bäumchen schmelzen zwar nicht, aber laufen an und es riecht wie die Mannheimer Schokoladenfabrik.
Wenn die Bäume mitgegessen werden sollen, vielleicht erstmal nur 12 Stück herstellen und dann Mitte Dezember die restlichen 12. Ist appetitlicher. Man könnte den Adventskalender auch unter eine Tortenglocke aus Glas stellen.

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Kommentare :

  1. Traumhaft schön,und so nachhaltig,keine Verpackung und vollkommen recycelbar :-)Ich hoffe dein Mann weiß den Arbeitsaufwand zu schätzen...

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    1. Ganz uneigennützig ist es ja nicht. So habe ich etwas Cooles zum Verbloggen ;)

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  2. Hey Vera,
    das ist sooo eine coole Idee. Hab sogar auch noch irgendwo Eiswaffeltüten rumliegen. Muss ich glatt mal schauen. Kann natürlich sein, das ich ihn aus Zeitgründen erst nächstes Jahr machen werde ;) Hahaha, bei "je nach Zwangshaftigkeit eine Pinzette" musste ich echt schmunzeln. Hab nämlich aus genau diesem Grund eine Pinzette in der Küchenschublade (Meine Autokorrektur schlägt mir gerade Machtbefugnisse anstatt Küchenschublade vor - ist ja faaaast das Gleiche).
    Liebste Grüße sendet Dir
    Melanie

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    1. Du hast eine Pinzette in der Küchenschublade? Dich mag ich.

      Hahaha, die Autokorrektur ist manchmal ein Genie. Ich wollte mal an eine Freundin schreiben, dass ich auf dem Weinfest in Deidesheim bin. Hat das Handy "Feindesgebiet" draus gemacht :D

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  3. Hallo Vera, ganz entzückend und ich bemitleide Deinen Liebsten auch zutiefst:-)

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  4. Das ist eine mega tolle Idee und der Kalender sieht so hübsch aus!
    LG Janina

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  5. Oh wie cool!
    Hätt ich nicht Sorge, dass ich dabei eventuell täglich soviel Schokolade und Fett wie sonstige Lebensmittel zu mir nehme, und schlussendlich nicht mehr in meine Klamotten passe, würd ich den glatt machen!
    Aber so seh ich mir lieber deinen an, der ist eh schöner und spart Kalorien ;)
    Liebe Grüße,
    eLLy

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    1. Allerdings, da kriegt man schon sein Fett weg, wenn man das alles isst :D

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  6. Für Naschkatzen - und wer ist das nicht? - genau die richtige Idee ;)
    ♡liche Grüße von
    Sabine aus WO(rms)

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    1. Stimmt genau, das Naschkatzen-Gen hat die Natur bis heute nicht rausselektioniert. Von mir aus dürfte sich die Evolution damit aber gerne mal ein bisschen beeilen ;)

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  7. Eine schöne Resteverwertung :-) gefällt mir.
    Willkommen bei den Ch'ti kann auch ich schon mitsprechen :D

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    1. So lustig, gell? Den muss ich mir echt mal wieder anschauen...

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  8. Ich mag die Idee total, die "Verpackung" gleich mit zu essen. Mein Problem ist immer, etwas zu finden, womit ich den Kalender befüllen kann... Übrigens: Der Backbube hatte eine ähnliche Idee mit dem essbaren Kalender - die Lebkuchenhäuschen sind auch total süß. Könnte man auch gut kombinieren mit ein paar Tschipfeln in Braunkack ;)

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    1. Ja, das finde ich auch immer schwer. Bei solchen Ess-kalendern braucht es ja theoretisch gar keine Füllung mehr, damit ist man fein raus :)

      Den Lebkuchenhäuschen-Kalender von Markus hab ich gesehen, der ist sooo toll! Ich wäre liebend gern der Wald neben seiner Lebkuchenstadt :D

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  9. Was für eine coole Idee! Die Mannheimer Schokoladenfabrik mit ihrem Schokoladen-Fön ❤was für ein schöner Vergleich und eine schöne Erinnerung an meine Zeit in der Neckarstadt West!

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    1. Oh ja... Im Sommer finde ich es manchmal eklig, aber wohldosiert und in der kalten Jahreszeit durchaus lecker. Und halt typisch Mannheim :)

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  10. Hallo Vera,
    das ist wirklich eine toll Idee und die Waffel-Tschipfel sehen traumhaft aus. Allerdings hab ich gerade etwas Angst das nachzubauen. Da wären zunächsteinmal die 300 Eiswafeln und dann das nicht geringe Risiko, dass ich jeden Tag das Kompressor-Eismaschinen-Monster anwerfen könnte um für eine adäquate Füllung zu sorgen.
    Da ich nicht über den Stoffwechsel Deines Ehemannes verfüge... fatal. 😄

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    1. Bei deinem kulinarischen Einfallsreichtum wäre das echt ganz schön riskant ;) Ich sehe dich eine köstliche Eissorte nach der anderen fabrizieren... Und man kann ja nicht immer nur eine einzige Kugel herstellen. Aber hey, die Idee ist genial! Wenn das mein Mann liest, muss der Eiszauber ran, ich wette mit dir...

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  11. SCHOKINAG! :) ich bewundere deine bastel-back-was-auch-immer-lust. mein männe hat es nicht so gut ;)

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    1. Yeaaah! Riechst du es?

      Also eigentlich ist das gar kein Altruismus. An den glaube ich ja eh nicht. Ich kriege einfach meinen Werkelflash und verkaufe das dann als liebevolle Zuwendung :D

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  12. wunder-, wunderschön! vom lecker daherkommend mal ganz abgesehen. was für eine tolle Idee und Umsetzung - liebe grüße julia

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  13. Ahhh, den fand ich schon auf Instagram so toll. Das sieht super aus! Auf die Idee muss man erstmal kommen :D. Dazu noch ein paar kleine Lebkuchen-Häuschen aus Butterkeksen, das wäre eine tolle Deko.

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    1. Das wäre perfekt! Vielleicht gibt mir der Backbube ein paar von seinen, die sind nämlich echt fisselig zu machen, glaub ich...

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    2. Du das ist gar nicht so tragisch zu machen. Du brauchst nur eine dickflüssige Mischung aus Zitronensaft und Puderzucker anrühren, dann halten die Butterkekse wunderbar aneinander.

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